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Die neue Welt · 1937-06-29 · Heft 667 (29.6.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 667 (29.6.1937)
Date
1937-06-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 667 vom 29. Juni 1937 DIE NEUE WELT I i i......»Ii» Seit* S We, ,e,e„ * Teilung Palästinas unef Jljfjonjle, ßlOCR für de« Judenstaai ist, wählt am 7. iUL/ Listenführer: Dr. Oskar Grün ha um, Ina. Robert Stricker Das Gebot der Stunde Die Judenstaatspartei züni XX. Zlonistenkongreß Die Weltleitung der. Judenstaatspartei (Sitz Tel-Avtv) hat folgenden Aufruf ausgegeben: Die blutigen Unruhen im Jahre 1936, die Haltung; der britischen Mandatarmacht und der von ihr eingesetzten Palästina-Regierung und die Pläne der Kgl. Kommission haben das Versagen der Leitung der Zionistischen Weltorganisation enthüllt. Wir stehen vor der vollständigen" Niederlage eines Systems, welches glaubte, daß Nachgiebigkeit und Kompromißsucht, die Verheimlichung unserer nationalen Aspirationen und der Pazifismus der Schwäche uns eine ruhige und gesunde Aufbauarbeit ermöglichen würden. Nun steht der Zionismus nach jahrelanger, hartnäckiger und opferwilliger Arbeit vor einer neuen Krise. Diesmal ist es nicht nur eine politische, ^hdern auch eine ökonomische und soziale Krise. Eine Politik ohne klares Ziel u£d eine Wirtschaft ohne Plan, ein soziales System der Unterwerfung ur/cer die Diktatur einer K laia s e h^en dem Ansturm unserer Feinde nicht standgehalten. Die Bewegung ist krank. Sie leidet an Resignation; und Zweifel. Die Führersc h.af't ist müde. Der, Zionismus zahlt heute schwer für die! Sünden einer leichtsinnigen Politik, planloser Wirtschaft und bedenkenloser Parteiherrschaft. ,. In dieser schicksalsschweren Stunde für das jüdische Volk versammelt sich der XX. Kongreß. Er wird eine, klare Antwort auf die aktuellen Probleme geben" müssen. Er muß neue Wege vorzeichnen. Er muß Menschen an die Spitze berufen, die den. Willen zum Kampfe haben. Er muß grundsätzliche Aenderungen im Aufbau und in den Methoden der, .Bewegung vornehmen, damit das ganze Volk für uüaer&^atipnäien Aufgäben,.-geeinigt wird.... . ...» '"^••..:DiB:"'Gefa*hren-,.'Sind großDie;N i c h t z i o n i^ s t.e n/.die ihre" Versprechungen nicht gehalten: haben, erscheinen jetzt mit Drohu.ngen und Forder u n g e n- Die H i s t a d r u t h, die klassenkämpferische- Gewerkschaft, denkt nur daran, i Ii r e Machtposition im Lande zu behaupten. Den bürger* liehen Gruppierungen fehlt Mut und Entschlossenheit, mit einer jahrelangen Tradition und . mit einem Regime zu brechen, dessen Partner sie sind. Ein Teil der Zionisten, die Revisionisten, haben die Front des Volkes -.Verlassen und betreiben einen sterilen S ip ä r ä t i s m u s. Damit auf dem Kongreß ein freies Wort gehört und der Wille zur Erneuerung durchgesetzt werden kann, müssen die, zionistischen Massen aus ihrer Apathie erwachen, müssen unabhängige zionistische Männer nach Zürich senden, deren poli-. tische Linie sich im Laufe der Jahre als richtig erwiesen hat. Der Zionismus benötigt eine grundlegende Reform organisatorischer und ökonomischer Art. Veraltete Hachscharah- und Alijah-Methoden müssen abgeschafft und den lebendigen Bedürfnissen einer neuen Epoche angepaßt werden. Die zionistischen Fonds und Finanzinstitute dürfen nicht nur einer Volksschicht zur Verfügung stehen. Gleiche Rechte, und Pflichten für alle Juden, unabhängig von Stand und Klasse, von Abstammung und Herkommen Privilegien- und Monopolwirtschaft muß ein Ende nehmen! Die Judenstaatspartei wird auf dem XX. Kongreß kämpf en: 1. Gegen die Teilung Erez-Israels, gegen Kantonisierung oder Schaffung eines entwickluhgsunfähigen Zwergstaates; 3. gegen die antizionistische Politik der Mau« datar macht; Autocar GBSGllschaftsreisen der juüsnstaatszionisten! nach Zürich zum 20. Zionistenkongreß und nach Paris zur Weltkonferenz der Juden* staatszionisten u. zur Weltausstellung Kombinierte bequeme Autocar- und Bahnfahrt. Tellnelimerpreise: Wien—Zürich—Wien im Autocar..........S 78.— Inkl. Verpflegung und Nttchtlgung während der Reise S 08,— Wien—Zürich—Basel im Autocar, Basel—Paris im D-Zug und retour Wien............... . S 138,— Dotto bei .voller Verpflegung auf der Reise und 4 Tage Paris in gutem Hotel inkl. Frühstück und Mittagessen sowie Trinkgelder und sonstigen Abgaben , . . . . . S 178.— Abfahrt:-Wien, 25. Juli 1937 und 1. August 1937. Ende beider Reisen 15. August 1937. Auskünfte, Itelseprogrminn und Anmeldungen: Täglich von 5 bis 1 Uhr abends, im Verband der Judenstaatszlonlsten, IL, Prater- •traße 30, Tel. R-45-160-U. 3. gegen den Geist - des. Defaitismus und der Nachgiebigkeit, der die Führerschaft beherrscht; 4. gegen die Monopolstellung des linken Blocks auf allen Gebieten unseres Lebens; 5. gegen Klassenkampf, Klassen h aß und separatistische Tendenzen; 6. gegen das jetzige ungerechte und schädliche System der Hachscharah und Alijah; 7. gegen die veralteten Organisa,tionsformen des Zionismus. . Die Judenstaatspartei wird auf dem XX. Kongreß kämpfen: 1. Für die v o 11 s t ä n d i g c E r.f ü 11 ü n g; der Balfour-Deklaration und des Mandates; 2. für den Juden Staat in den historischen G r e n x e n Palästinas als das offen zu proklamierende Ziel des Zionismus; * $. für Demokratisierung der zionistischen Bewegung, die alle jenö umfassen soll, welche aktives Interesse am jüdischen Aufbau Palästinas gezeigt haben; 4. für Reform der Hachscharah, die von den schädlichen Einflüssen der Parteiinteressen; befreit werden muß; 5. für Reorganisation aller zionistischen Institute, Schaffung eines Wirtschäftsrates und Errichtung von Kontrollinstarizen; > . 6. für Schaffung einer neüen Leitung auf Gründ eines den Notwendigkeiten der Stunde angepaßten Programms. II Jüdischer Äais FftCHLiHßER | des Bürstenbindens für eine Schul- und BerufsbYldüngäanstalt aufgenom- | men. Zuschriften unter „Besonders tüchtige Kraft" an die Administration . | ei, als wäre es gar nicht so. Aber überall dort, wo mit-, unter der Zionismus den Sozialismus Zu überwiegen söheint, zeigt es sich, daß die Histadruth HäöWdim mir Rücksicht übt, weil sie gerne aus . böurgööfcjen Quellen trinkt und deshalb auf die Allgemeinen Zionisten angewiesen ist. Gewiß gibt es in, Palästina auch. jüdisch« sozialistische Arbeiter, denen der Zionismus dem Sozialismus vorangeht, aber sie sind in der Minderheit! Das ist es, weshalb in Palästina eine zweite Histadruth geschaffen werden mußte, eine Histadruth für nationale Arbeiter. Ich weiß sehr wohl, daß die Gegner diese national» Histadruth mit den gelben Organisationen der Vorkriegszeit und den nationalsozialistischen und faschistischen Organisationen der Gegenwart vergleichen. Aber es gibt ein Sprichwort: „Wenn zwei dasselbe tun, so ist es doch nicht dasselbe!" Der Nationalismus eines verfolgten Volkes ist mit dem eines Volkes, das selbst verfolgt, nicht zu vergleichen. Und die Sucht eines .Volkes, das selbst viele Länder hat, nach neuen Territorien, ist wahrlich etwas arideres als die Sehnsucht eines Volkes, das nichts hat, um sein Haupt betten zu können, nach einem eigenen Land. Das gilt auch mit. Beziehung auf eine nationale Arbeitergewerkschaft bei den Juden und in Palätiha im Vergleich zu einer solchen der Nationalsozialisten in Deutschland." Das wichtigste aber ist f Kampf gegen Defaitismus und Kapitulation, gegen inn.ere Spaltung ■und Zerrissenheit — fürf nationale Einigkeit, für '.Durchsetzung der Judenstaatsidee nach innen und .nach außen! Zionistische Patrioten! Judenstaatler! Alle, die ihr frei seid von parteiegoistischen Absichten und Interessen! Stützet die Kämpfer für den .Judenstaat! .Helfet uns, unsere Pflicht zu erfüllen! Sendet'zum :Kongreß freie und.unabhängige Männer! Helfet uns. die zionistische Bewegung widerstandsfähig zu machen! Helfet uns, einen Sturm der Begeisterung;zu entfachen, der Müdigkeit und Kompromißgeist hin wegschwemmt! Jüdisches Volk! Im Kampfe wirst idu deine Rechte erringen! Wer heute abseits s t e h t, s ü n d i g t gegen.d.as V.ol.k! . Tel-Aviv, am 15. Juni 1937. Die W,eltexekutive der ' Judenstaatspartei: Melr Großman, Richard L1 chtheim, Dr. Jona Machower, Dr. Herman Rosenb 1 um, Robert 3 t r 1 c k e r, Baruch Weinstein. Eine nationale tiewerksdialt Im „Mödina Iwrit" beschäftigt sich der bekannte Gelehrte Prof. Josef Klausner, (von der Hebräischen Universität Jerusalem), mit der Tatsache, daß die jüdisohen Arbeitarmäsaen In Palästina,, der jüdischen Freiheitsbewegung' und dem jüdischen Staatsideal fernstehen und auf nichts verzichten, was mit dem Klassenkampf zusammenhängt, wobei er zur Begründung, daß' eine nationale Histadruth (Arbeitergewerkschaft) notwendig sei, folgendes ausführt: „Keine Partei ist so sehr zu Kompromissen geneigt und zu leichtem Verzicht auf den jüdischen Staat wie die jüdische sozialistische Arbeiterpartei. Sie lebt mit den Leuten vom Brit Schalom in frieden, wenn nicht gar in Freundschaft. (Im Arbeiterseminar und im ..Dawar" findet man viele Anhänger dos Brit Schalom, aber keinen Revisionisten). Hingegen zeigt die Partei dort Fanatismus und Elan, wo sie Verlust an Klassenprofit wittert oder Aussicht auf K \ a s a e n n u t z en hat. Der Sozialismus wiegt ihr mehr als der jüdisohe Nationalgedanke, als der Judenstaat und der gemeinsame Kampf, die einträchtige Arbeit aller Klassen. Manchmal scheint Der Mufti Aus Jerusalem: Die Mitglieder der „arabischen Opposition", die ihren Hauptsitz in Bethlehem und dem benachbarten Bet Dschallä hat, führen eine inten-' sive Propaganda für den Plan der T e i.l u ng Palästinas durch. Diese Aktion hat eine scharfe : Gegenpropaganda von seiten der Anhäng .erdes Mufti ausgelöst, deren Angriffe .sich besonders gegen den Bürgermeister von Bethlehem, Issa BendaTt, richten., -i* „Palestine Post" berichtet, daß der / Mufti- EndV- Juni nach ' Syrien gehen wird; um' mit-' den dortigen Nationalistenführern Shekib Arslan und Issan bschÄbrl zu konferieren. •■<■'' ■'{ " Zwei Führer der Mufti - Part ei sind behördlich gemaßregelt worden. Der eine, ein ' Sekretärdes •Mufti,; namens Saüwa' Junis el Husseini, wurde'.für; sechs :Mon.ate nach.. Jericho y e r b a n/n. t- und unter/ "Pölizei- 'aufsieht gestellt, der andere, Munaiial ■ -Laban.,'; ivurda ■ebenfalls für ein halbes Jahr, nach Bet Dschibrin' im Kreis Hebron verschickt. Baumfrevel '. /..,.-• . Aus Jerusalem: In den Orangenpflanzungen i von N e s s Z i o n a sind 150 junge Bäume umgebrochen worden. Weitere 150 Bäume wurden in den Pflanzungen von Iw.e Chajil bei Tulkerem ausgerissen. „Mussolini-Münzen" Aus Haifa: Seit einiger Zeit sind In Haifa : Münzen in Umlauf, die den Kopf Mussolinis mit ■ Stahlhelm zeigen. Die Münzeh werden von angesehenen Arabern verbreitet, die während der vorjährigen Unruhen wegen verschiedener Sabotageakte bestraft wurden. Bitte ausschneiden und am 1. Juli bei der Wahl benützen t (Zionistischer Landesverband für Oesterreich — Verband der judenstaatszionisten Oesterreichs) Listenführor: Dr. Oskar Grönbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich Oberbaurat tag. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kul* tusgemeincle 0 mowsBmWsa nationaler Block (Zionistischer Landesverband für Oesterreich — Verband der Judenstaatszionisten'Oesterreichs) Listenführor: Dr. Oskar Grönbaum, Präsident des Zionistisdien Landesverbandes für Oesterreich Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen KuU tusgenieinde # rnrnrnrnrnnmomms-'

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