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Die neue Welt · 1937-06-18 · Heft 664 (18.6.1937) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 664 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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187 Preis 20 Groschen tteitag, den *8» 3ml MU Jf T*«. Üniv< 664 1Mb. 1 REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S ganzjährig S 18.—: Polen monatlich Zloty,1.50, vierteljährig Zloty 4.B0; T«cliechoslow8kei,monatlich Kc 6.~, vierteljährig Ko 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.-■, Wertet« jährig Dinar 40.—; BomNen monatlich Lei 60.—, vierteljahrig Lei 160—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährte Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lira 14.—j Schweis und die übrigen'Länder monatlich Schweizer Franca 1.60. vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit B bezeichnete: Anzeigen sin*d entgcltliob. Redaktion u,Verwaltung: IX,Uhiversitätsstr»8,7eLA"20-2»78 — Erscheint Dienstag u. Freitag yiSftX&V^r Czernowifzer Allgem, Zeitung am 27, Juni, 4. und 11. Juli 1937 nach POLEN u„, CZERNOWITZ Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „Marlenbrücke" Wien I, Rotenturmitr. 26 Telephon R-24-2-86/87 J Terror in Polen Aus Warschau: In den Dörfern Trzana und Oraniczyk hei Oatrow-Mazowiecki, Kreis Bialystok, ist ea am 9. Juni zu judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Um Mitternacht überfiel eine Bande Huligans die Häuser derlöjüdischenF ami 1 i e n in Trzana, zerstörte alles, was ihr unter die Hände kam und vertrieb die jüdischen Einwohner aus dem Dorf. Einige Juden, die sich weigerten, das Dorf zu verlassen, wurden schwer mißhandelt. Die Ausschreitungen waren die Folge eines Unglücksfalles;- bei dem ein jüdischer Radfahrer ein christliches Kind überfahren hatte. Auch in Oraniczyk wurden mehrere jüdische Häuser zerstört. Die Flüchtlinge aus beiden Ortschaften sind in dem Städtchen Wiszkowa eingetroffen. Der Wojwode des Kreises Bialystok hat sich nach Wiczkowa begeben, um eine Untersuchung durchzuführen. Auf seinen Befehl wurden zahlreiche Mitglieder jder Nationalradikalen Partei verhaftet, darunterauch zwei B t u den-ten der Wä-rs,ctha u e$„,11 niveraität. Aua' Wilnä: Acht 'jüdische Studenten der JjfVilnaer Universität, die . aus. Protest gegen die Einführungder „Ghettobänke" in Hüngerstreik getreten waren,, sind für die Dauer eines Jahres relegiert worden, obwohl der Rektorder Universität Versprochen hatte, daß die Teilnehmer des Streiks nicht bestraft werden würden. Aus B r e s t - L i t o w s kf .Vor dem Kreisgericht Von Brest-Litowsk fand der Prozeß gegen neun der Teilnahme an dem Pogrom in Brest- Iiitowsk Angeklagte statt, die während der Ausschreitungen den Laden Leib Grafcziks geplündert haben. Acht der Angeklagten wurden zu sechs Monaten Gefängnis bedingt verurteüt. — In der Grajewskagasse haben Huligans den Laden des jüdischen Kauf mannes Zuckermann geplündert. Der 18jährige Sohn des jüdischen Fleischers Isaak CiZSizerfoowski, Wolf, hat,, wie die- Polizei mitteilt, gestanden, den Polizeioffizier Kedziora erstochen zu haben. Bekanntlich stand der Vater des Täters Ursprünge lieh im Verdacht, die Tat begangen zu haben. Palastmaieüuns und Völkerbundtagung Der „Prager Mittag" meldet aus Genf: Das Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes, Rektor der Genfer Universität Prot,, Rappard, hat folgende Erklärung abgegeben: „Die Frage der Teilung Palästinas und der Gründung eines unabhängigen judischen Staates ist der einzige Programmpunkt der' nächsten Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes. Diese Sitzung findet am 31. Juli1 statt.1« (J. T. A.) ■' ' * Aus Jerusalem: Als Vertreter des Obersten Arabischen Ausschusses haben der Mufti und Auni Bey ' Abdul Hädi den High Commissioner besucht und mit ihm über die geplante Teilung. Palästinas und' andere politische Probleme gesprochen. Der High Commisioner erklärte, die Meldungen über die Teilung seien v e r f r ü h t, da niemand den Inhalt des Berichtes der Kgl. Kommission kenne." m\ Aus L o n d o n: In Jerusalem ist das Gerücht verbreitet, daß der dortigen Exekutive der Jewish Agency ein. Bericht aus London zugegangen sei, in dem bestätigt wird, daß die Teilung Palästinas bereits beschlossene Sache sei und daß ein in diesem Sinn gehaltener Bericht Ende Juli veröffentlicht werden soll. Das Londoner J.-T.-A.-Hauptbüro hat auf eine Anfrage bei der Londoner Exekutive der Jewish Agency die bestimmte Auskunft erhalten, daß diese Gerüchte falsch «irid. (J. T. A.) An Herzls Grab Nach einer Zeichnung von Anny. fiatz-Taussky* Alljährlich, wenn der. Sommer-mit; seinen warmen Tagen hereinbricht, kündigt sich uns geradezu atmosphärisch der Tag des Herzl-Grabgangs an. Man begibt sich nach Döbling, formiert Reihe; um Reihe -und; im Zeichen des; ewigen Blau-Weiß schreitet alt und-jung stumm an der Stätte vorbei, die Herzls sterbliche Reste beherbergt. Nichts von der Trauer um einen Toten ist zu spüren. Wenn ein schmerzliches Rauschen durch unsere Herzen fährt, dann ist es Wehmut, tiefes Besinnen. *4 Wir sind nicht wie die Kinder, die ihren Vater verloren haben; wir sind Hüter eines Erbes, bewußt der großen Verantwortung. Wir sind stolz darauf, Söhne Israels zu sein — von dem Tag an, da er, Theodor Herz!, uns stolz darauf machte. Und je trüber die Zeiten, je un« gestümer die Gefahren, je drängender die Feinde, je" lässiger diejenigen, denen Herzls Zionsidee anvertraut ist, desto mehr Mut gibt uns das Vorbeischreiten an dem Döblinger Grab. Denn unwillkürlich drängt sich uns in solcher Stunde die Frage auf: Was würde er sagen, was würde er tun? An Herzls Grab gewinnen wir Trost. Sein Schick« sal ist uns Symbol für unseren Kampf um das zionistiw sehe Endziel. Erlösung des Volkes durch Bau des Judenstaates — das war Herzls Kardinalidee und Kardinalforderung. Und wenn gerade heuer, im Jahre des zwanzigsten Zionistenkongresses, daä uns Schon Selbstverständliche wieder umstritten wird, engherzige und kleinmütige und kampfscheue Gemüter Herzls stolze Fahne einrollen, dann werden wir, seine Getreuen, mit ungestümem, ungebrochenem Willen das Erbe hüten und schützen. Wir sind kampfesmutig und kampfbereit. Wir wissen, daß dem Herzl-Zionismus die Zukunft gehört. Am Grab unseres unsterblichen Führers vorbeischreitend, geloben wir: Treue ihni und seinem Werk! Im Kampf um den Herzl-Zionismus Aufruf der Liste „Nationaler Block";(Zionistischer : Landesverband—Verband der Judenstaats-ZionistenJ Der für den 3. August nach Zürich einberufene XX., Zionistenkongreß findet in einer Zeit; größter'"Bedrängnis - des jüdischen Volkes statt. Aus aller Welt kommt die Kunde von grausamen Verfolgungen, die auf die moralische und materielle Vernichtung der Juden abzielen. , DarUber hinaus, um das Maßvoll zu machen, igt Eroz Israel, das jüdische Nationalheim,yin Gefahr geraten. Die jüdische Einwanderung ist tatsächlich v gesperrt und' Pläne einer. in ihrer Wirkung vernichtenden Zerreißung, und Zerkleinerung des durch die Abtrennung Transjordaniens bereits arg verstümmelten Landes: werden 'wieder erwogen. Angesichts dieser katastrophalen Lage haben sich die unterzeichneten Verbände zur Vermeidung eines Wahlkampfes der zionistischen Parteien > gegeneinander um die Aufstellung einer Einheitsliste für die bevorstehenden Wahlen zum XX. Zionistenkongreß' bemüht. Leider ist \ der Plan eines einheitlichen Vorgehens ■1 gescheitert und zwar vor allem an, der Haltung der Verbandes . „Binjan Haarez" (Arbeitendes Palästina), Ein * Wahlkampf wird also stattfinden. Um ihn - nach Möglichkeit abzugrenzen, haben sieh die beiden gefertigten Verbände (Zionistischer Landesverband und Judenstaats-Zionisten) entschlossen, eine: gemeinsame Liste unter dem Titel »Nationaler Block" aufzustellen. Beide Verbände, Allgemeine Zionlsten und* Judenstaats-Zionisten, sind dieses Wahlbündnis unter völliger Wahrung ihres Programms eingegangen und jeder von ihnen wird auf dem Kongreß für sein Programm einstehen und kämpfen. Den Wahlkampf selbst aber wollen sie gemeinschaftlich im Zeichen folgender Pöstulate führen: Kampf um die restlose Erfüllung der Balfqur- Deklaration und des Palästina-Mandats durch die britische Mandatsmacht; freie jüdische Einwanderung und Förderung der geschlossenen jüdischen Siedlung« Kampf für einen Judenstaat in den historischen Grenzen und gegen jeden Versuch: einer Teilung Palästinas oder seiner Zerreißung in arabische und jüdische Kantone. Friedlicher Aufbau Erez Israels im Zeichen der nationalen Einheit. Ablehnung der Ideologie des Klassenkampfes, welche das Volk in feindliche Lager spaltet und den Willen zu gemeinsamer Arbeit für das Land und zu gemeinsamer Abwehr des äußeren Feindes untergräbt. Ablehnung des Kulturkampfes, welcher die Atmosphäre im Lande vergiftet und die Grundfesten des jüdischen Volkstums erschüttert/ Meinungsfreiheit für den Einzelnen, verbunden mit tiefster Achtung vor dem jüdischen Religionsgesetz, das in allen Einrichtungen der Zionistischen Organisation und ihrer Fonds zu respektieren ist. Das sind die Grundsätze, welche den im „Nationalen Block" geeinten Verbänden gemeinsam sind und in deren Zeichen sie in die Wahlen zum XX. Zionistenkongreß eintreten. Zionistischer Landesverband für Oesterreich. Verband der Judenstaats« Zionisten Österreichs. O Gummistrümpfe für Empfindliche FACHFIRMA Bandagen <• Mikolaach, Taborstr. 22

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