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Die neue Welt · 1937-06-11 · Heft 662 (11.6.1937) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 662 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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\ "I 'uaiM ar~xtpw>i~,ri Preis 20 droschen Freitag/ den II* Jim! 1917 W* Jahrgang Nf« m V* b. b. Zeitung vom Verleger versendet ..Journal expMIe par t'Mitetur** RE VU E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50. vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 60.—, vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, viertelJährlg_Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—. vierteljährig Lire 14.—1 Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlieh. Redaktion U.Verwaltung: IX,Universitätsstr.8,7et.A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u.Freitag R I V I E R A Wochen-Arrang. 8 Tage .sl35"— DALMATIEN-Ä.(h.'S 42'- P 'Li E N " Sonderzug, Abfahrt jeden Sonntag PARIS1" Sonderzug (hin und zurück) . . . . S 86 "™ Anmeldungen: REISEBÜRO OD B I CAi I., Kärntnerstraße 41 K D I b9 Telephon: R.21-5-78 Zur Hinrichtung Helmut Hirsdi's Opfer hitleristischer Rechtlosigkeit Zu der am Freitag, den 4. Juni, im Gefängnis Plötzensee vollzogenen Hinrichtung des jungen Juden. Helmut Hirsch bringt die demokratische Presse in der Tschechoslowakei eingehende Berichte, aus denen hervorgeht, daß der Hingerichtete, ein ganz unpolitischer junger Student, das Opfer Unverantwortlicher und der in Hi tl er-D eu t schland herrschenden Rechtlosigkeit geworden ist. Es . wird festgestellt,, daß Helmut Hirsch, ein idealistisch veranlagter, verträumter Junge, in Prag abseits von jeder Politik lebte, und daß die Prager Polizei bei ihren Untersuchungen im Zusammenhangmit seiner Verhaftung in Deutschland'keinerlei Arhaltspunkte fand, die auf irgendwelche ^He g-ale'iTätigkeit oseliließeir ließen. Die Verurteilung! Helmut Hirschs erfolgte bekanntlich wegen des Verbrechens des. Hochverrats. Er wollte, wie es in der Begründung heißt, mit im Ausland hergestellten Höllenmaschinen in Deutschland Sprengstoffattentate verüben. Von der tschechoslowakischen Grenzstelle in Eger ist festgestellt worden, daß Helmut Hirsch die Grenze nach Deutschland ohne Gepäck überschritten hat. Nach der Verurteilung Helmut Hirschs zum Tode wurden bis zur letzten Stunde vor der Hinrichtung von iiiiiÄ jeden Bart bezwingen I der amerikanischen Botschaft. in Berlin intensive. Bemühungen unternommen, eine Begnadigung zu erreichen. Doch war alles vergebens; Hitler hat das Gnadengesuch abgelehnt ' Laut Angabe des Gefängnisbeamten hat Helmut Hirsch die Ankündigung seiner, Hinrichtung ruhig aufgenommen. Er erbat die Erlaubnis, Briefe zu schreiben und mit einem Rabbiner sprechen zu können. Der Rabbiner hat die Nacht vor der Hinrichtung in der Zelle des zum Tode Verurteilten zugebracht. Die Hinrichtung Helmut Hirschs, der amerikanischer Staatsbürger war, hat in der amerikanischen Kolonie in Berlin große Erregung hervorgerufen. Die amerikanische Presse nimmt in scharfen Wdrten Stellung gegen die Hinrichtung. Sie führt aus, daß man sich an höchsten Stellen Amerikas davon überzeugt hatte, , daß es sich um den höchst berücksichtigungswürdigen Fall eines irregeleiteten Jugendlichen, handle; .daß" derselbe absolut keine unedle Natur war, gehe schon aus seinen Briefen aus der Zelle hervor, die den deutschen Behörden zuallererst bekannt waren. Es Ist ganz unbegreiflich, wird weiter ausgeführt, daß alle Bitten-in .Deutschland für Helmut Hirsch völlig unbeachtet blieben und noch unbegreiflicher, daß man nicht davor zurückschreckte, einen jungen Menschen für bloße Pläne, ohne jede Wirkung erbarmungslos zu köpfen. Wie verlautet, ist die amerikanische Regierung wegen der Hinrichtung in Berlin vorstellig geworden. Keine Auslieferung der Asche Der amerikanische Generalkonsul in Berlin hat bei der zuständigen deutschen .Behörde vorgesprochen und ersucht, die Urne mit der Asche des am 4. Juni in Berlin-Plötzensee hingerichteten Helmut Hirsch an seine Eltern in Prag zu senden. Das Ersuchen wurde ohne jede Begründung abgelehnt. Meir Großmann spricht in Wien Montag, am 14. Juni, um halb 9 Uhr im Festsaal des Hotel Continental, II, Taborstraße, spricht der Präsident der Weltleitung der Judenstaatspartei und Vizepräsident des A. C. Meir Groß mann Thema: „Teilung des Landes - Schicksalsfrage des Volkes" Karten zu 1 Schilling und 50 Groschen. — Vorverkauf und Bestellungen: Administration „Die Neue Welt", IX, Universitätsstr. 8, Telephon A-20-2-78 l>arf Der „Manchester Guardian" bringt einen Offenen Brief desjüdischen Vizebürgermeisters . ..von Jerusalem, Daniel. Auster, welcher den Plan ,der Abtrennung Jerusalems vom übrigen Palästina behandelt. Daniel Auster, ein österreichischer Jude, kam nach dem Weltkrieg, den er als österreichischer Offizier mitmachte, nach Palästina. Ein eingehendes Studium der tatsächlichen Lage in Palästina muß die absolute Unmöglichkeit erweisen, das heutige Jerusalem lediglich als H e i 1 i g e Stadt zu behandeln, die vom übrigen Lande abgetrennt und in ihrer Gänze einem besonderen Verwaltungsregime unterstellt werden kann. Jerusalem besteht heute aus zwei gesonderten Teilen: der Altstadt, die von der Suleiman-Mauer umgeben ist, und den neuen Stadtteilen außerhalb der Mauer, die seit Mitte des vorigen Jahrhunderts, besonders aber während des letzten Jahrzehnts, emporgeschossen sind und die den weitaus größten Teil der Bevölkerung Jerusalems umfassen. Die Sommerreisen nach POLEN u.CzernoüJitz Nächste' Abreisetermine; 13. und 27. Juni Ferienreisen ab 4. Juli jeden Sonntag. D.Zug-Platzkarten, aufgelöste Rückfahrt möglich. Leitung Dr. S. TOCKIR, Auskünfte und |n HinUInlt" W.M.Renner,WienIX,Liechtensteinstr.2 Anmeldungen:,,III UloWtfll Tel. A-14-504 (Nächst Schottenring) Altstadt beherbergt noch die heiligen Stätten und Bauten der drei großen Religionen. Es leben dort in der Mehrzahl mohammedanische und christliche Araber, ferner jüdische und armenische Gemeinden. Von den insgesamt 27.000 Bewohnern der Altstadt sind 14.500 Mohammedaner, 8500 Christen und 4000 Juden. Rings um die Mauer der Altstadt erstrecken sich gegen Süden, Westen und Norden die.n e.u e n St a d tviertel bis zu den Ausläufern der Berge Judäas.. Sie umfassen die jüdischen Stadtteile, die. wohlhabend deren Viertel der Mohammedaner, die europäischen Kolonien und die Wohnviertel des Großteiles der christlichen Araber. Die . Bevölkerung in diesen neuen Stadtvierteln, die ein Gebiet von 3050 Agres umfassen (die Altstadt erstreckt sich über ein Gebiet von 210 Acres), setzt sich aus 8500 Mohammedanern, 12.500 Christen und 6 6.0 00 Juden zusammen. Die Gesamtbevölkerung Jerusalems, besteht demnach aus 23.000 Mohammedanern, 21.000 Christen und 70.000 Juden. Somit1 bilden die .Juden gegenwärtig in Jerusalem die Mehrh eit. -Während sich vor dem Weltkrieg die jüdische-B.ej völkerung zumeist aus dem alten Typ, der Ostjuden zusammensetzte, die sich vorwiegend dem religiösen Studium widmete („Chalukka-Juden"), setzt sich-clas Gros der Jüdischen Gemeinde Jerusalems heute;;aus dem modernen Bevölkerungstyp zusammen und ünifaßt eine stattliche Zahl von Juden aus Mittel- und Westeuropa, deren Bestrebungen und Lebenshaltung sich in keiner. Weise von denen der jüdischen .BeyQlr kerung Tel-Avivs, Haifas und der landwirtschaftlichen Kolonien im Lande unterscheiden. Mit. diesem neuen Bevölkerungstyp hat sich das Antlitz. Jerusalems' entscheidend gewendet: neue Stadtviertel und Gart en- Vorstädte, Fabriken, Werkstätten und Geschäftsbüros, zahlreiche neue Schu 1 en und Synagogen, Krankenhäuser und Get sundheitszentren, die Hebräische 'Universität, mehrere technische Lehransalten sowie Musik- und Kunstakademien wurden errichtet. . Das neue Jerusalem hat ein Leben von durchaus eigenem Gepräge entwickelt. Es wäre vielleicht denkbar, die Altstadt, die . im großen und ganzen ihren Charakter als Heilige Stadt der drei Religionen gewahrt hat, ähnlich der Stadt des Vatikans, einem Sonderregime zu unterstellen. Die angeführten Tatsachen beweisen jedoch., daß Jerusalem als Ganzes einer solchen Isolierung trotzt. Jerusalem und seine Jüdische Gemeinde, .die ein Fünftel der jüdischen Gesamtbeyölkerung Palästina? darstellt," von dem jüdischen Gemeinwesen lösreißen, hieße nicht nur, dieses von dem historischen Zentrum und Heiligtum des jüdischen Volkes trennen, sondern auch, es eines sehr beträchtlichen und bedeutsamen •Bevölkerungsteiles berauben. Schon diese Ueberlegung allein genügt, um die geplante Teilung Palästinas im allgemeinen als unzweckmäßig erscheinen zu lasseh; sie ist der Hauptgrund für die Opposition, die in den Kreisen der Juden gegen den Teilungsplan entstanden ist. Tel-Aviv erhält eine 100.000-Pfund-AnIeihe - Aus Tel-Aviv: Die Palästina-Regierung hat der Stadtverwaltung von Tel-Aviv eine Anleihe von 10 0.000 Pfund zur Errichtung neuer Schulen und anderer städtischer Bauten bewilligt. Mit den Bauarbeiten soll 'bereite in allernächster Zeit begonnen werden. ZlmmerBcloseffte, Bidets alle Krankenmöbel auch leihweise oder Teilzahlung Bandagen •Mlkolasch, Taborstraße %%

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