Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 660 (4.6.1937)
- Date
- 1937-06-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seite S DIB NEUE WELT Nr. 660 vom 4. Juni 193T Aelterer Isr. Privatlehrer sucht Uber den Sommer Hauslehrerstelle in Payerbach Reichenau und Umgabung B, ROSEN, Wien l, Ston-im-Hlmm«! 3, II. steck, Tür 9 ,,Kein offizieller Antisemitismus in Italien" Aus Paris: „Le Temps" erfährt aus Rom, daß die in ausländischen Zeitungen verbreiteten Gerüchte über das Anwachsen einer antisemitischen Bewegung in Italien in den offiziellen italienischen Kreisen einen peinlichen Eindruck hervorgerufen haben. Seitens dieser Kreise wird betont, daß Italien an der Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zu den Juden Italiens und der ganzen Welt interessiert ist. In einer vom MinisterfürVolksbildung veröffentlichten Erklärung heißt es, daß es in Italien keinen offiziellen Antisemitismus gibt. Es wird daran •erinnert, daß die Juden von Lybien dem Duce anläßlich seines jüngsten Besuches dort einen enthusiastischen Empfang bereitet haben. Es wird ausdrücklich erklärt, daß Zeitungsartikel, die sich mit der Judenfrage befassen, keinesfalls als Ausdruck der Meinung der offiziellen Kreise Italiens anzusehen sind, sondern die persönlichen Ansichten des Autors darstellen. * Anm. der Red.: Wiederholt sind solche Erklärungen erschienen und wiederholt haben nachher der Regierung nahestehende Zeitungen antijüdische Artikel gebracht. Antisemitische Zeitungen Rumäniens gegen Keren Kajemeth. Aus Bukarest: Die antisemitischen Zeitungen Rumäniens richten scharfe Angriffe gegen den Keren Kajemeth in Rumänien. Es wird erklärt, daß der Keren Kajemeth jährlich viele Millionen Lei sammle, die er, ohne jede Kontrolle seitens der Behörden und ohne eine Abgabe entrichten zu müssen, ins Ausland schaffe. Die einflußreiche nationalistische Zeitung „Un i ve rsu 1" erhebt gegen den Keren Kajemeth sogar die Beschuldigung, daß er seine Gelder für kommunistische Zwecke verwende. Die Zeitung verlangt von der Regierung das Verbot des Keren Kajemeth und anderer jüdischer karitativer Einrichtungen. ... Streicher über die Sexualprozesse Aus Berlin: Der von Julius Streicher, herausgegebene „Stürmer" kommentiert die Prozeßkampagne gegen den katholischen Klerus in folgender Weise: „Vertierte Judenabkömmlinge, blutschänderische Mischlinge, teils vom' Ritualmordungeist - der alten, teils vom pazifistelnden Lustgift der neuen Hebräer gespeist, haben in der grausigsten Weise einen sexuellen Massen-Frontalangriff gegen - deutsche Menschen unternommen. Wer steht dahinter? Der Teufel. Ohne Zweifel! Aber, wie es scheint, auch gewisse vatikanische Kleriker und jener unsagbare Mundelein, in dem angeblich gesalbte Bestien einen Fürsprecher gefunden haben..." 22.568 Radiohörer. Aus Jerusalem: Die statistische Abteilung der Palästina-Regierung gibt bekannt, daß im ersten Vierteljahr 1937 2180 neue Radioempfangserlaubnisse erteilt worden sind. Damit gab es Ende März in Palästina 22.568 Radiohörer. Ende März des Jahres 1936 waren es nur 14.295. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß von den 2180 Anträgen auf Erteilung der Hörerlaubnis 1573 Personen ihr Ersuchen in hebräischer Sprache abgefaßt haben, 359 in englischer und 248 in arabischer Sprache. Viehausfuhr von Rumänien nach Palästina. Aus Bukarest: Im Monat April sind aus Rumänien 2064 Rinder nach Palästina ausgeführt worden. Die gesamte Rinderausfuhr aus Rumänien betrug in diesem Monat 4733 Stück. Palästina hat also fast die Hälfte der aus Rumänien exportierten Rinder aufgenommen. Jüdische Künstlerspiele Gastspiel Leo Reuß-Brandhofer / Freitag, den 4. d., halb 9 Uhr abends, findet eine Sondervorstellung von Zweigs »Die Sendung Semaels' mit Xeo Beuß-Brandhofer und Jenny Lovic in den Hauptrollen statt. Zu Beginn dieser Vorstellung Ansprache der Frau Irene Harand. „Zurück zum Volk" von Kohrin wird ab Samstag, den 5. d., wieder täglich halb 9 Uhr — Sonntag, den 6., auch nachmittags halb 4 Uhr bei kleinen Freisen — gegeben« Ehrenabend Jenny Lovic Plenstag, den 8. d., halb 9 Uhr abends, ilndet in den Jüdischen Künstlerspielen der Ehrenabend der populären Schau« Spielerin Jenny Lovic statt, welche nach ihrem ■ sensationellen Erfolg in „Die Sendung Semaels" sich dem Wiener Publikum in einem neuen Genre zeigen will und die Hauptrolle in der musikalischen Komödie „Die weiße Blume" von Kalmanowltz Spielt. Dieses Stück kann wegen anderer Bepertolreelntellung nur einmal in dieser Saison gespielt werden* Gelegenheit für gesellschaftlichen Anschluß Gemeinsame Badeausflüge und Sommerunterhaltungen, Bridge (auch Unterricht), zwanglos und mit geringen Spesen verbunden. Jüdische Menschen mit Gemeinsinn wollen ihre Adresse bekanntgeben unter „Selbstlos und freundschaftlich" an die Bedaktlon des Blattes. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachwels, I., Kohl' messergasse 4, Tel. U-27-0-65, sucht drlngendst Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfächer, Musiker für Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen; b) Arbeit für gewerbliche Kräfte aller Art — darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Heizungstechniker), Installateure, Bau- und Maschineningenieure, Chauffeure — sowie ungelernte Arbeiter; c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. — Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntniase für In- und Ausland, Erzieherinnen mit Mittelschulnachhilfe und Fremdsprachen', gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heimarbelt), Hauspersonal jeder Art. — Offene Auslandsposten; Amerika: Ingenieur-Geologeh für Petroleumbohrungen für U. S. A.; Handschuhmacher für Südamerika; Gärungsfachmann, Chemiker mit Praxis in Hefefabrikation für Peru. Mexiko: Wirker für Kettenstuhle. China: Chemiker, Spezialist für die Erzeugung von Seifen und kosmet. Artikeln. Philippinen: Bergbauingenieur, Elektroingenieur, Chemiker, Geologe, Bergbauspezialisten jeder Art. Indien: Leiter für Buchdruckerei. Palästina: Farbenätzer für lithographische Anstalt mit Praxis; Vorarbeiter oder Meister für Kaltwalzwerk mit langjähriger Praxis; Schuhzwicker und Einstecher für Goodiermaschinen; Reproduktlonsphotograh aus der Klischeebranche, langjährige Praxis. England. Elektroingenieur, Spezialist für Beleuchtungsreklame und Lichtreklame; Bäcker, für London, österreichischer Staatsbürger. Jugoslawien: Betriebsleiter oder Werkmeister mit Erfahrung in der Herstellung von „Bergmann- Isolierröhren". Balkanländ^r: Bergwerksingenieur mit Praxis, mögl. im Bleibergbau. Rumänien: Spezialist für die Erzeugung von Gärungszitronensäure aus Rübenzucker, Melasse und deren Derivaten. F i n n 1 a n d:, Werkmeister für die Erzeugung von Durchschlag- und Carbönpapier. Ungarn: Direktrice a. d. Blusen- und Kinderkleiderkonfektionsbranche, selbständig, für Budapest. ' Histadruth Iwrith. Samstag, den 5. d., 8.45 Uhr abends, spricht M.Ungerfeld im Vortragssaal des Caf6 „Central", II., Taborstraße 8, über das Thema „Torat hanefesch habilti mechuleket" (lemot Adler). Vorher, 6.30 Uhr: Bibelseminar (Dr. Schächter); 7.30 Uhr: Literaturseminar (Auerbach). Freie Jüdische Volksbühne, die in früheren Jahren durch literarische Abende und Theateraufführungen zur Verbreitung jüdischer Theaterkunst beigetragen hat. ist wieder ins Leben gerufen worden. Ein Vorstand, mit Ado'f Weinstock als Obmann, wurde gewählt. Bewährte Kräfte, wie David S a 1 z m a n n, Paul Weininger, Josef Stapler -u. a., wurden zur Mitarbeit herangezogen. An alle, die diese kulturelle Aufgabe fördern wollen, wird das höfliche Ersuchen gerichtet, den Verein durch Beitritt als Mitglied zu unterstützen. Aufnahmen werdenam Vereinssitz, II., Kleine Pfarrgasse 21 (Cafe Buchsbaum), entgegengenommen. Der Akademische Verein jüdischer -Mediziner veranstaltet am Sonntag, den 13. Juni d. J. eine Führung durch das Israelitische Blinden!nstitut auf der Hohen Warte. Treffpunkt: dreiviertel 10 Uhr Hohe Warte, Endstation G s. Anschließend Möglichkeit zu einem Badeausflug, i Amtliche Verlautbarungen der Ifrael* Kultusgemeinde Wien« Winferhilfs* und PessadisAktion der Wiener Kultus gemeinde Es liegen nunmehr die" endgültige^Ergebnisse der' von der Kultusgemeinde ini Winter 1936/37 durchgeführten besonderen Hilfsaktion vor". Danach wurden-iriit einem > Kostenaufwand yon S 70.000 in zehn Ausspeise stellen unentgeltlich über 17 0.000 komplette Mittagessen verabreicht; : 20sf Lebensmittelpakete, enthaltend'4168 kg Welzenmehl, je 2084 -kg. Reis, Zucker und Grieß sowie. '^Pflanzenfett, ferner 10.000 kg Kartoffeln wurden an 2379 besonders bedürftige Familien verteilt. Weiters erhielten 4335 kinderreiche Familien, sowie alte und kranke Personen rund 220.000 kg Kohle, bzwk Koks. Tn der T a;g e s h e I m s t ä 11 e, II., Aspernbrückengasse Nr. 1, wurden täglich 10 0s c li;u 1 p f 1.1 c h-t i g e K i n d e r unter Aufsicht'gehalten und reichlich verköstigt.'Einige Tee- 'und Wärmestuben wurden erhalten, eine Nachtmahlausspeisung sowie die Aktion „Jüdische Jugend in Not" subventioniert. Außer Bargeldunterstützungen für Zinsaushilfen im Betrage von über 20.000 S wurden im Rahmen der B e k 1 e 1 d u n g silt t i o n zum Teil gespendete, zum überwiegenden Teil jedoch neu angeschaffte B e k 1 e l d u n g s g e g enstände. wie Schuhe, Anzüge, Wintermäntel. Wasche usw. gegeben. Die Gesamtausgaben der Winterhilfsaktion betrugen über S 140.000. Ini Anschlüsse an die Winterhilfe wurde die P e s s a c ha k 11 o n durchgeführt; im Rahmen dieser Aktion gelangten 26.800 kg'Mazzoth zur Ausgabe, 2695 Lebensmittelpakete, enthaltend Mazzoth, Mazzothgrleß. Zucker und Fett, wurden verteilt und 23.000 Mahlzeiten unentgeltlich verabfolgt, Berufsumsdildifung und Berufsausbildung Am 27. Mai fand im Sitzungssaale der Wiener Kultusgemeinde eine Vorbesprechung in Fragen der' Umschichtung der jüdischen Jugend statt. Nach Begrüßung der Erschienenen durch-den Präsidenten Staatsrat Dr. Friedmann - übernahm, der Obmannstellvertreter der Fürsorgekommission, Herr K1 i n g e r, den Vorsitz. Sodann erstattete Abteilungsleiter Dr. Blauer ein sehr instruktives Referat, welches von den Anwesenden beifällig aufgenommen wurde. An der anschließenden Debatte beteiligten sich die Vertreter des „Arbeitsnachweises und der Berufsberatung", der einzelnen Jugendorganisationen und die• Kultusvorsteher Dr. Plaschk.es und Dr. Bloch. Die Redner äußerten sich zu den Thesen des Referats und gaben weitere Anregungen für die Zusammensetzung-der einzuberufenden' Enque.te , und der zu behandelnden Themen. Die zur Behandlung der Fragen betreffend die Umschichtung und Ausbildung der Jugend benötigten Experten werden vom Präsidium der Kultusgemeinde im Einvernehmen' mit der Fürsorgezentrale, bzw/ der Schulkommission in . der nächsten Zeit ^ernannt werden, worauf mit den Arbeiten für die Enquete begonnen werden wird. Die Enquete selbst wird unter Zuziehung aller maßgebenden Organisationen des In- und Auslandes im Herbst tagen. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen): Samstag, den 5. Juni 1937, um 3 Uhr nachm. in allen Gemeinde- und, Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im II., IX. und XX. "Bezirk: Samstag, den 5. Juni 1937, um viertel 5 Uhr nachm. Im Leopold- Städter Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Eine Verfärbung der Zähne» kann niemals stattfinden, wenn die Zähne regelmäßig unter Anwehdung einer guten Zahnpasta und einer geeigneten Bürste behandelt werden. — Niederschläge, welche sich aus dem Speichel und aus den Mundsäften bilden, verändern oft sehr rasch und intensiv das saubere Aussehen der Zahnreihen. Nur eine gründliche und regelmäßige Pflege mit ODOL-Zahnpasta schützt Ihre Zähne vor lästigen Verfärbungen. ODOL-Zahnpasta beseitigt durch ihre große Absorptionekraft infolge ilires hohen Gehaltes an. kolloidalen Bestandteilen alle Uneinigkeiten, unangenehmen Gerüche und Farbstoffe, die an den Zähnen haften können. ODOL-Zahnpasta wird erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter' Ständiger Kontrolle der-'Zahnärztlichen und Pnarmakbgnostlschen Institute der Universität Wien. jj mmm I0SEF LEHMANN ti? vorm. 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