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Die neue Welt · 1937-04-20 · Heft 649 (20.4.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 649 (20.4.1937)
Date
1937-04-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ME NEUE WELT Nr. 649 vom 20. April 19S7 AUS PALÄSTINA Englische Beamte intrigieren Aus Jerusalem: Die hebräische Tageszeitung „Dawar" berichtet, daß die englischen Beamten, die in Jerusalem in geheimer Sitzung der Kgl. Kommission einvernommen worden waren, einen Plan unterbreitet haben, der jede weitere Entwicklung der jüdischen Kolonisation verhindern soll. Danach soll Palästina nicht in zwei Kantone, sondern in eine größere Zahl kleiner autonomer Gebiete eingeteilt werden. Die jüdischen Gebiete wären Emek Jezreel, Obergaliläa, Untergaliläa, Samaria, Scharon-Ebene u. a. m., wogegen Nazareth, Kreis Ramalla und Kreis Bethlehem christlich-autonome Gebiete sein sollen. Der ganze übrige Teil des Landes soll aus Gebieten mit arabischen Selbstverwaltungen bestehen. Jerusalem solle die zentrale Hauptstadt und Sitz des Kantonalrates, der eine Art Landesparlament darstellen würde, sein. Der Kantonalrat solle sich mit wirtschaftlichen Angelegenheiten befassen, die politische Verwaltung bliebe in den Händen der Mandatarmacht. Weder die Stellung der Kgl. Kommission, noch die der Palästina-Regierung zu diesem Projekt ist bekannt. Jüdische Frontsoldaten und Legionäre begrüßen Oberst Patterson Aus Tel-Aviv: Ehemalige jüdische Front-. Soldaten und Mitglieder der Jüdischen Legion begrüßten Colonel Patterson, den Kommandanten der Legion im Kriege, bei seinem Eintreffen in Tel-Aviv. Im Namen der jüdischen Stadt Tel-Aviv hielt Bürgermeister Rokach eine Ansprache an Patterson. In seiner Dankrede erklärte Patterson, wenn die Jüdische Legion jetzt bestünde, so würde man den Juden heute anders begegnen, als man es tut. Wie immer der Bericht der Kgl. Kommission ausfallen möge, schloß Patterson, das letzte .Wort wird das jüdische Volk zu sprechen haben. Die Mordaffäre Zwanger Aus Tel-Aviv: Ueber die Untersuchung des Mordes an Jakob Zwanger in Ramat Gan bei Tel-Aviv, die sehr geheim geführt wird, wissen amerikanische Korrespondenten zu melden, daß der Mordfall'auf einen großen Spionagering im Nahen Osten hinweist. Zwanger würde beseitigt, weil er davon und über den umfangreichen Waffenschmuggel nach Palästina zu viel wußte. Der verhaftete Jude Scheinzwit, in dessen Keller die Leiche Zwangers gefunden wurde, leugnet, mit der Tat etwas zu tun gehabt zu haben, doch der mitverhaftete Araber Abdul Kahder sagte aus, er habe die Tat. im Auftrag Scheinzwits vollführt. Bei der Unter-! suchung von Scheinzwits Vergangenheit soll sich herausgestellt haben, daß er Sir Basil Zaharoffs Beauftragter für Südamerika gewesen sei. Die Polizei verfolgt mehrere Spuren der verzweigten Spionageorganisation, deren Chef Scheinzwit gewesen sein soll. Zweihundert Personen sind bereits von der Polizei vernommen worden. Syrisduarabasdies Blütmärdien Aus Jerusalem: Zwei arabische Zeitungen in Syrien melden über eine angebliche jüdischeVerschwörung zur Beseitigung des Jerusalemer Mufti, die von der Polizei rechtzeitig entdeckt worden sein soll. Die Leiter der Pica in Tiberias und in Sedjera und der jüdische Vizebürgermeister von H^aif a, Sabattai Levi, hätten drei Tscherkessen "Vfür den Mord gedungen und diesen im Falle des Gelingens 2000 Pfund Belohnung versprochen; die erwähnten Juden seien verhaftet worden. Selbstverständlich ist an der ganzen Erzählung kein Wort wahr. Es scheint, daß arabische Agitatoren solche Mitteilungen verbreiten, um anläßlich des bevorstehenden muselmanischen Nebi-Musa-Festes eine gereizte Stimmung zu schaffen. C^ Ä ^pi . . ... i ^Schiffmann w-k%eütu4iati m> m m KOSTÜM ■ 5 Hubertus- Mäntel-m 90 Trenchf asson . . S J i Slipper oder Mäntel kompletter <j g Schnitt, reine Wolle S Flschgrät-Slfipper od. ffrescoart. Mäntel Verb« d\ Judenstaatszionisten Oesterreichs Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32. Dienstag, den 30. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag, Emil Huttrer: Weltpolitik und Palästina. Sektion XX, Staudingergasse 16. Donnerstag, den 22. d., halb 9 Ulir abends, Vortrag, FrltJ! Richter: Die jüdische Situation in aller Welt. — Unsere nächsten Aufgaben. Judenstaatsjugend. Dienstag, den 20. <L* halb 9 Uhr abends, Im Heim, II., Untere Augartenstraßa Nr. 38, Plenarversammlung. * Vertrauensmännersitzung. Mittwoch, den 21. d., um halb 9 Uhr abends, im Heim, II., Erlafstraße 5, findet eine wichtige Vertrauensmännersitzung statt. Erscheinen Pflicht! 24 RelnWOll-Mänftelr Herrenfasson t%"9 mit Faltenärmeln, ganz gefüttert. . S « m Bourle-Slipper und Mäntel, Rein-woiistoff, ganz Kunstseiden-Mongol gefüttert........ S Vornetanne Mäntel oder Slipper aus neuestem Noppenod. Schottenstoff, ganz Mongol gef. S Reise - KOStÜme aus gestreiften Herrenstoffen, AQ. ganz gefüttert, tadellose Paßform...... . . S *TmP O^kasson m der Passage: Damen*Sport*SotferI 49 g, Äunftfetbeiu ober 5Ior=5trümpfe, 2. 313aljl 98 g, Damcn^alo^Spoit^lufcu S 1.50, frcxmi'QpotU Strümpfe mit ©um'mijug 98 g, §errensÄunftlciben»Xri!ots§>cms bert mit Halbärmeln S 2.90, 9lofyIetben*£amen*23iii[en 6 3.90, Xrad)ten=3)irnbln mit Sdjürje aö S 3.90, Stfjotteruftleiber S 3.90, XupfsÄretonncsSöjiafröcfe S 3.90, ©taue SBitteifcho&en S 4.90, GfjatmcujesStretfsftleibet S 5.90, £unftjetbe<$mprim£=KIert)et S 7.90, $o|cnröcfe S 8.90 cic. Kleider-Kretonne gut waschb. p. M. . . S Voile und Zephire für Kleider u. Dirndln S Kunstseide-Imprimö für Kleider und Blusen S Mode-Pepita 100 breit blau, braun u. schwarz S Kunstseiden-Stoff* 1 •10 39 75 K.-Selde, meid oder raye*, 100 breit . S Kieselcrepe Helle Modefarben . . S K.-S.-Flamisol ray6 für engl. Kleider u. 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Jetzt sind diese formellen Schwierigkeiten beseitigt worden und die Petition wird in merito behandelt. Tribüne Wir erhalten folgende Zuschrift: Zum Kapitell Schlaraffia In einer Versammlung der Schlaraffia, die vor einiger Zeit in Graz stattfand und an der die österreichi- , sehen Ortsverbände teilnahmen, forderten die Vertreter einiger Orte in heftigster Weise die Einführung des Arierparagraphen für die ganze österreichische Schlaraffia. Drei „Reyche" (so heißen die Zweigstellen) sind bereits aus der All-Schlaraffia, deren Sitz in Prag seit der Gründung im Jahre 1859 ist, ausgetreten. Der Obmann der All-Schlaraffia Univ.-Prof. Dr. Walko aus Prag, versuchte persönlich, die Krise dadurch zu mildern, daß er es den einzelnen „Reychen" freistellen wollte, den Arierparagraphen in ihrem eigenen Kreise durchzuführen. Das genügte aber den Unentwegten nicht und es wurde eine Abstimmung veranstaltet, in der die Mehrheit für die Einführung des Arierparagraphen stimmte. Unter diesen Gruppen war überraschenderweise auch Salzburg, das doch sicherlich Ursache genug hätte, neutral zu bleiben. Es wurde vorläufig kein Beschluß gefaßt, dio Entscheidung soll erst in den nächsten Wochen fallen. Satzungsgemäß ist in der Schlaraffia jede Politik verpönt. Sie soll ein Verein zur Pflege von i H u m o r und Kunst sein, und ihr vornehmster Grundsatz war die Freundschaft. Vor einigen Jahren hörte man in Deutschland oft genug, daß die Schlaraffia' , die Kraft für ihre idealen Ziele im deutschen Gemütsleben finde. Nach der Wandlung, die die Schlaraffia jetzt mitmacht, gibt es nur die eine Antwort, daß alle jüdischen Mitglieder, um ihrem Ausschlüsse zuvorzukommen, in allen österreichischen „Reychen" ihre Mitgliedschaft bedingungslos kündigen. Und bei dieser Gelegenheit wäre noch etwas Prinzipielles zu sagen: Die Verhältnisse in Oesterreich haben in der letzten Zeit auf sozialem und künstlerischem Gebiete eine ungeheure Wandlung erfahren, und es ist an der Zeit, der Judenschaft in Erinnerung zu bringen, daß' all ihr Tun als Vordringlichlichkeit bezeichnet wird und daß die schwere Zeit ihnen ge-• bieterisch zuruft, jetzt auf alles zu verzichten, das sie allzu sehr und allzu oft in die Oeffentlichkeit führt: auf ■ ihre Tätigkeit in „interkonfessionellen" Vereinigungen, auf Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen etc. Abgesehen von den Vorteilen eines solchen bedeutungsvollen, demonstrativen Verzichtes, würden z. B. die materiellen Ersparnisse genügen, um viele notleidende Juden, die heute die Wohltätigkeit der Kultusgemeinde in Anspruch nehmen müssen, für einige Zeit vor Hunger und Not zu bewahren. Arnold Müller. Wahlen zur Assefat Haniwcharlrn verschoben Aus Jersa 1 em: Der Jüdische Nationalrat Palästinas (Waad Leumi) hat beschlossen, die Wahlen zur Jüdischen Nationalversammlung (Assefat Haniwcharim) um ein halbes Jahr zu verschieben. Deutscher Emigrant, der Posten antreten kann, bittet zu diesem Zweck um abgetragenen Anzug normaler Figur. Gell. Mitteilung an die Adm. d. Bl. Der Ehrenabend des bekannten Charakter-' koraikers Dolly Nachbar findet in den „Jüdischen Künstlerspielen", II., Parterstraße 84, am 22. April, statt. Für dies© Vorstellung („der SchlemU") hat u. a. Leo Reuß-Brandhofer seine Mitwirkung zugesagt« Beschränkte Kartenausgabe. Donnerstag: Elisabeth-Bergner-Premiere „Melo". Der neue englische Eiisabeth-Bergner-Fllm „Melp", ge«, langt Donnerstag im Opern-, Elite-, Stafa- und Votivpark- Kino zur Uraufführung. Paul Ozinner, der Gatte, und Regisseur der Bergner, inszenierte „Mejo" nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Henri Bernstein. Fritz Lang — kompromißlos. Fritz Lang bat seinen durchschlagenden Erfolg in Amerika dem Umstand zu: verdanken, daß er auch gegenüber den Wünschen Holly-, woods unnachgiebig geblieben ist und kompromißlos in dem Geiste schafft, von dem alle seine Filme beseelt waren. Nach „Fury" schuf Fritz Lang den Großfilm „Alle gegen einen" (You live only once) mit Sylvia Sidney und Henry Fonda, in den Hauptrollen,, ein aufwühlendes Werk, mit aktuellem Problem. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — DrucH: Druckerei- und Verlags-A,-G, Jgnaz Steinmann, beide Wien, I&» Universitätsstraße 6—8<

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