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Die neue Welt · 1937-04-13 · Heft 647 (13.4.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 647 (13.4.1937)
Date
1937-04-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 647 vom 13. April 1937 Iiisbesondere der einen Million Juden, in Rumänien, bei Durchführung eines solchen Gesetzes droht. Die Demarche des Jüdischen Weltkongresses hat die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung in Europa gefunden; führende ungarische, französische und schweizerische Zeltungen befassen sich in längeren Artikeln mit der Lage der jüdischen Minderheit in Rumänien und machen die rumänische Regierung auf die Konsequenzen einer antijüdischen Gesetzgebung aufmerksam. (J. T. A.) Gesetz gegen Verleumdung der Juden Aus Algier (J. T. A.): Der Generalgouverneur von Algerien, Le Beau, empfing eine Abordnung der algerischen Judenheit und gab bekannt, daß ein Gesetz vorbereitet werde, durch das tückische Aeußerungen gegenüber religiösen Ueberzeugungen und gegen die Ehre und Freiheit des Individuums verboten werden sollen. Der Gouverneur sprach die Hoffnung aus, daß die DlffamierungvonJuden in einem Teil der algerischen Presse aufhören werde, sobald der neue Entwurf Gesetz geworden sein wird. Er forderte die Mitglieder der Delegation auf, ihm derartige Presseäußerüngen und Zwischenfälle in Zukunft immer zur Kenntnis zu bringen. Holländisch-Guyana Aus Amsterdam: Die Synagoge in Paramaribo, der Hauptstadt von Suriname in Holländisch- Guyana, begeht am 5. Mai das Jubiläum ihre 1 0 0 j ä hr i g e Th Bestehens. Den ersten Pfahl zum Synagogenbau hatte Prinz Frederik Hendrik, der dritte Sohn des Königs Wilhelm IL, eingeschlagen. Die ersten Juden kamen im Jahre 1650 aus Brasilien nach Suriname. Etwas später kamen auch aschkenasische Juden. Die erste Synagoge wurde im Jahre 1719 gebaut, sie wurde 118 Jahre später durch den jetzt noch bestehenden Bau ersetzt. Die Synagoge heißt „Newe Schalom", ihr Ritual ist sephardisch. Aus Anlaß des Synagogenjubiläums veröffentlichte der Gouverneur von Suriname, Prof. Dr. J. C. Kielstra, eine Botschaft, in der er erklärt, die Synagoge sei ein wertvoller Besitz für Suriname, die jüdische Gemeinde repräsentiere den guten alten jüdischen Geist. Der Synagogenbrandstifter von New York geständig Aus New York: Der Synagogendiener Alexander Kindermann hat das Geständnis abgelegt, daß er mit Vorbedacht den Brand in der Synagoge Shaarei Tefilah in New York Westend am 1. Pessachtage gelegt hat. Bei der ersten Einvernahme hatte Kindermann behauptet, er habe in der Nacht zweimal aus „unwiderstehlichem Zwang" die Brandstiftung versucht, das Feuer dann aber wieder gelöscht, wie der Brand am Tage entstanden ist, wisse er nicht. Man erwartet, daß die weitere Untersuchung Aufklärung darüber bringen wird, wer Kindermann beeinflußt hat. Kindermann ist ein aus Deutschland stammender Katholik und stand seit 24 Jahren im Dienste der Synagoge. (J. T. A.) Eevisionistische Demonstranten verhaftet Aus Warschau: Im Zusammenhang mit der Demonstration junger Revisionistenvor der englischen Botschaft in Warschau, sind laut Haftbefehl des Untersuchungsrichters Ins Gefängnis eingeliefert worden: Menachem Benen, Laib Schiwarzgold, Jizchak/ Tennenbaum und Mordechai Jungstein. Weitere zwei der jugendlichen Demonstranten wurden unter Polizeiaufsicht gestellt. Die .Untersuchung wird weitergeführt. Professor Goga fordert „Klärung" durch Arier- Gesetzgebung Aus Bukarest: Professor Octavian Goga, der Führer der unter der obersten Leitung von Professor Alexander Cuza stehenden antisemitischen National- Christlichen Partei, hielt bei einer Demonstration in Bukarest eine Ansprache, in der er die Uebergäbe der Regierungsführung an seine Partei forderte. Professor Goga erklärte: „Wir werden an Angriffen gegen die Juden nicht teilnehmen, den aber nur Gott weiß, wieviel Anstrengung erforderlich ist, unsere Reflexbewegung gegen sie zu kontrollieren. Wir »wollen die Bevölkerung nicht aufreizen, wir wollen keine Pogrome Im Lande, aber die Nationalisten müssen Satisfaktion erhalten, sonst können wir nicht mehr die Verantwortung dafür übernehmen, die Bevölkerung ruhigzuhalten. Nur eine nationalistische Regierung kann den Frieden in Rumänien sichern." Zum Schluß verlangte Professor Goga eine „Klärung" der Verfassung in dem Sinne, daß, wie in Deutschland, eine Arier-Gesetzgebung eingeführt werde. Adolf Böhms „Geschichte des Zionismus" Adolf Böhm hat soeben den zweiten Teil des Standardwerkes „Geschichte des Zionismus" beendet; dieser Teil behandelt die Geschichte des Zionismus bis zum Jahre 1925 und stützt sich auf ein Quellenmaterial von 500 Werken und Broschüren. Der dritte Teil des Werkes, das die Geschichte des Zionismus bis In die letzten Tage fortführt, wird im kommenden Jahr beendet werden. Letzte Nachrichten am Palästina T elf Aviv wird Passagierhafen Aus Jerusalem: Die Palästina-Regierung hat beschlossen, den Bau einer Quarantänestatlon für Passagiere im Hafen von Tel-Aviv in Angriff zu nehmen. Bisher hat es eine solche nur im Hafen von Jaffa gegeben. Diese neue Einrichtung ist der erste Schritt der Umwandlung des jüdischen Hafens in Tel-Aviv von einem bloßen Frachtenhafen in einen Passägierhafen. Künftighin sollen dort die großen Passagierdampfer, die Touristen und Einwanderer ins Land bringen, anlegen. Bereits iu allernächster Zeit wird eine direkte Seeverbindung zwischen Tel-Aviv und den europäischen Passagierhäfen hergestellt sein und die gesamte jüdische Alijah direkt nach Tel-Aviv gelenkt werden. Resolution des Misradii . Aus Tel-Aviv wird gemeldet: Die Landeskonferenz des Misrachi-Verbandes Palästinas Ist am 6. April geschlossen worden. Es wurden drei Resolutionen gefaßt, in denen die Stellungnahme des Misrachi zu den grundsätzlichen politischen Fragen Palästinas festgelegt, die Aufrechterhaltung der bisherigen Vereinbarungen mit der Zionistischen Organisation befürwortet und der misrachistische Standpunkt in der Frage der Arbeitsvermittlung gekennzeichnet wird. In der politischen Resolution wird erklärt, Palästina gehöre dem jüdischen Volke. Es wird darauf bestanden, daß die historischen Grenzen des Landes unversehrt bleiben und betont, daßdie Juden keiner Teilung des Landes jemals zustimmen werden. Schließlich wird in einer Resolution, die Sich mit Angelegenheiten der misrachistischen Arbeiterschaft befäßt, die Schaffung eines eigenen misrachistischen Arbeitsvermit t*u ngsamteS gefordert. (J. T. A.) Nur 3250 Einwanderer im ersten Jahresviertel 1937 Aus Tel-Aviv: Die Arbeitertageszeitung „Davar" stellt fest, daß in den ersten drei Monaten des Jahres 1937 im ganzen 3250 jüdische Einwanderer '.(gegen 8013 Einwanderer in der gleichen Periode des Jahres 1936 und 15.220 in den ersten drei Monaten des Jahres 1935) nach Palästina gekommen sind. Diese durch die •Regierungspolitik veranlaßte künstliche Beschränkung d^r Einwanderung habe keinerlei Begründung in der wirtschaftlichen Lage des Landes; denn die amtlichen Ziffern der Regierung erweisen eine aüf's.t eigen de ökonomische Entwicklung und "somit eine steigende Aufnahmefähigkeit der Jischuw, dessen Wirtschaftssektor immer neue Arbeiterhände in Landwirtschaft Und Industrie benötigt. Die Erhebung von Petach Tikwa zur Stadtgemeinde Aus Jerusalem: Die Erhebung der jüdischen Siedlung P e t a c h,Tik w a, zur Stadtgemeinde, die am 24. März durch eine Verordnung der Palästina-Regierung erfolgt ist, wurde am 8. April in der neuen Stadt selbst durch High Commissioner Sir Arthur Wauchope feierlich verkündet. Anläßlich, der Stadterhebungsfeier veranstaltete die Stadtvertretung eine Ehrung für die jüdischen Opfer der Unruhen des Jahres 1929. Der neue Stadtrat wird aus fünfzehn Stadtverordneten mit einem Bürgermeister an der Spitze bestehen. (J. T. A.) Lage in Tiberias wieder verschärft Aus Jerusalem (J. T. A.): Die Lage in Tiberiasi hat sich neuerlich verschärft. Am Mittwoch morgens haben Araber wieder begonnen, jüdische Passanten in den Straßen mit Steinen zu bewerfen. Es kam zu kleineren Zusammenstößen, wobei zwei Araber und ein Juds verhaftet wurden. Das Organ der extrem-nationalistischen arabischen Istiklal-Partei, „Ei Jamea el Islamia", befaßt siöh mit dem starken Besuch der Klagemauer anläßlich der Pesaachfeiertage; und erklärt, das Zusammenströmen so vieler Juden an der Mauer sei eine Herausforderung für die Araber. 150.000 Pfund für produktive Arbeitslosenfürsorge Aus Jerusalem (J. T. A.): Die hebräische Tageszeitung „Dawar" meldet aus arabischer Quelle, daß. der High Commissioner 150.000 Pfund zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den palästinensischen Städten bewilligen wolle. Dieser'Betrag soll für die DurcMührung» öffentlicher Arbeiten ausgegeben werden. Neuer Elisabeth-Bergner-Film! Elisabeth Bergner erscheint demnächst in ihrem neuesten englischen Film: „Melo". Der Film zeigt die Bergner als Frau zwischen zwei Männern, die sie beide liebt und zwischen denen sie sich nicht entscheiden kann. Das Sujet stützt sich auf das Bühnenstück „Melo" von Henri Bernstein, die Regie führte, wie bei allen Bergner-Filmen, ihr Gatte Dr. Paul Czinner. Otto Wallburg in den „Jüdischen Künstlerspielen". Heute, Dienstag, Uhr, findet in den „Jüdischen Künstlerspielen", IL, Praterstraße 34, die Wiederholung der Jubiläumsvorstellung mit Otto Wal Iburg und anderen prominenten Gästen statt. KINO'PROGRAMME VOTIVPARK Fri'sco IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 6, %s, %io James Cagney, Lily Damita Stadt ohne Geset? In der Passage Strümpfe und CharmeiwewSsche beispiellos billigt Schiff mann m,tabomtrasse48 Eigentümer, Verleger, Hecausgebflü und SfiMntnojtUcJiM RsdftWöJKJ Oberbaurat Robert Stricker. Drjifiki PjrjjslWflii und lYerlag*.,^, ignw Steinmaan, beide, w.fcft u. *&* u&y^nttwtewo.fi?1**« n

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