Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 638 (9.3.1937)
- Date
- 1937-03-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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- Amman 1× ep/1044017
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
- Vilnius 1× ep/1000947
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Bett« 4 WWW' Nr. 638 vom 9. März 1937 Mode- Slipper aus Noppenstoffen, halb Kunstseiden. Mongol gefüt- J«A — tert(lt.Bild)S «9 Useret- Strohhüte mit Blumenputz ä.90 wie Bild) . . S <9 29 i — Zur Lage in Palästina Aus Jerusalem: Der Berichterstatter des „Haaretz" in Amman meldet, daß König Ibn Saud seinen Untertanen verboten hat, sich in palästinensische Angelegenheiten einzumischen oder den bewaffneten Banden in Palästina beizutreten, aus welchem Grunde auch alle Reisen nach Transjordanien verboten worden sind; Ungehorsam kann die Todesstrafe nach sich ziehen. Ferner wird gemeldet, daß die Grenzwachen im Hedschas verstärkt worden sind. Ibn Saud soll an das Arabische Oberste Komitee ein Schreiben gerichtet haben, in dem er die neuerlichen Terrorakte in Palästina verurteilt. (Palcor.) Aus Jerusalem: Eine 150 Mann starke bewaffnete Araberbande raubte eine der Siedlung Mizpah bei Tiberias gehörende Herde reinrassiger Kühe im Werte von fast 10.000 Pfund, die einen großen Teil des Vermögens der Kolonie bildet. Die Wächter schössen nach den Räubern, jedoch ohne Erfolg. Polizei, begleitet von den Wächtern, nahm die Verfolgung auf, konnte der Bande aber nicht auf die Spur kommen. Nach Sonnenaufgang machten sich Militärflugzeuge auf die Suche, denen es auch gelang, die Herde nahe der syrischen Grenze zu sichten. Ein starkes Polizeiaufgebot ist in dieser Richtung abgegangen. Die transjordanische Regierung hat der Gesetzgebenden Versammlung ein Gesetzprojekt unterbreitet, wonach das Waffentragen in den nahe der palästinensischen Grenze liegenden Bezirken verboten werden soll. Zehn Araber, die wegen Waffenbesitzes zu je 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden waren, sind vom Appellationsgericht mit der Begründung, daß ihre Inhaftnahme erst nach Abschaffung der Notstandsbestimmungen am. 30. September erfolgte, freigesprochen worden. Die Regierung hat nunmehr Maßnahmen getroffen, um die Hetze in Safed einzudämmen. Der Präsident des lokalen Arabischen Nationalen Komitees sowie mehrere Mitglieder sind verhaftet worden. Streik der Kaufmannschaft von Tel-Aviv Aus Tel-Aviv: Die Eigentümer der Geschäfte, Cafehäuser und Restaurants in Tel-Aviv sind zum Protest gegen die vom Distriktskommissär beabsichtigte Aufhebung des städtischen Mieterschutzes in den Streik getreten und haben ihre Betriebe geschlossen. Arabische Notabein zum Mord an Dr. Lehrs Aus Jerusalem: Der Bürgermeister und eine Reihe arabischer Notabein der Stadt B eis an haben ihr Bedauern und ihren Abscheu über den Ende der vergangenen Woche an dem einzigen jüdischen Einwohner von Beisan, dem Arzt Dr. Joseph Lehrs, begangenen Mord dem Kreiskommissär von Nazareth gegenüber zum Ausdruck gebracht. Der Stellvertreter des High Commissioner, Chefsekretär John Hathorn Hall, hat zu dieser Kundgebung in einem Brief erklärt, er sei davon überzeugt, daß alle rechtlich denkenden Menschen sich diesem Ausdruck des Abscheus und des Bedauerns über den Mord an einem Manne, der sein Leben dem Dienst an Kranken und Armen geweiht hatte, anschließen werden. Der Eigentümer eines Hauses in Beisan, zu dem eine Spur durch Polizeihunde verfolgt worden war, ist im Zusammenhange mit dem Mord verhaftet worden. Die Nachforschungen nach einer zweiten der Tat verdächtigen Person, die vermutlich nach Transjordanien flüchtete, werden fortgesetzt. Erzeugung von Aluminiumgeräten Aus Jerusalem: In Jerusalem ist eine kleine Fabrik für die Erzeugung von Aluminiumgeräten eröffnet worden. Es werden vorläufig 13 Arbeiter beschäftigt. Der Eigentümer hofft, das Unterpehmen-bald,, erweitern zu können. Arbeitslose in Palästina Aus Jerusalem: Nach Angaben der Histadruth beträgt die Zahl der A r b e i t s 1 o*s e n in den Städten Palästinas 2450. Die Ziffern für die einzelnen Orte sind: Tel-Aviv 1350 Arbeitslose, Haifa 700, Jerusalem 400. Ferner gibt es in Tel-Aviv eine Anzahl von Arbeitern, die nur einige Tage in der Woche arbeiten. Ihre Zahl sinkt jedoch in der letzten Zeit auf Grund der' Tatsache, daß eine Reihe von Fabriken bei Beginn der. Sommersaison ihre Tätigkeit verstärkt haben und jetzt viel mehr Arbeiter als früher beschäftigen. In den Kolonien gibt es überhaupt keine Ar bei tsloa i gkel t, im Gegenteil, es fehlen dort Arbeitskraft«, und, die Histadruth - fiß^MsHSATUH* xt** Sport-MänUsl AJ ■ Elitzelslficke) Kunstseiy/1' den.Mongol gefüttert . S WTC Mode-Sportmän- HSl| eng», gemust., Mongol gefüttert.........S Fischgrät-Mäntel breite Herrenfasson, Kunstseide« Mongol gefuttert......S TFrUhjahrs-Mäntel JA aus neuesten, englisch gennuter- /Ml' ten Karo-Wollstoften......S W rcharmelaine-Mäntel eft dunkelblau, mit apartem, reich geftlr"~ steppten Kragen, K.-S.-Mongol gef., S W Wollstoff-Complet Jn (Scholl und DrH-Vlerlel-Jacke)in!iocli- Ali ' aparter ÜlockenfasBon........S ^tw Mode-Herren-Slipper, K aus neuen Flscligr.lt- oder Noppenstoffen, fmU* ganz i-efüiteit ............. b wtf JBI'MflIWiwWWfw TAB OR STRASSE 48 ist heute gezwungen, für die in den Pflanzungen erforderlichen Arbeiten 1000 neue Arbeiter aus den Städten in die Kolonien zu bringen.; Die Zahl der jüdischen Arbeitslosen beträgt also zirka 2% Prozent der gesamten jüdischen Arbeiter des Landes, ein sehr niedriger Prozentsatz. Das Martyrium der jüdischen $tud<enten Aus Warschau: In der Wilnaer Universität forderten 20 Studentinnen die jüdische Studentin Rebekka Pro titer auf, auf der linken Ghetto-Seite des Saales Platz zu nehmen, Als Fräulein Protiter sich weigerte, der Aufforderung Folge zu leisten, erhoben sämtliche 20 Studentinnen wie auf ein Signal hin ein Geschrei, die Jüdin hätte sie alle mißhandelt. Prof. Michalski meldete den Vorfall.dem Rektor,-der sofort eine Disziplinaruntersuchung gegen die Protiter einleitete, mit dem Resultat, daß sie ,'relegiert wurde. Dieses Vorgehen der akademischen Behördengegen eine jüdische Studentin, die eines ganz und gar unwahrscheinlichen Vergehens bezichtigt wuräeHV hat unter der jüdischen Studentenschaft um so mehr Erbitterung hervorgerufen, als die christlichen Studenten, die täglich ihre jüdischen Kollegen > überfallen und blutig schlagen, bis jetzt noch nicht in Disziplinaruntersuchung^ gezogen wurden, obwohl ihre Namen bekannt ain(j. Ein Urteil, das in weiten jüdischen Kreisen Entsetzen erregte, fällte das Warschauer Gericht gegen den jüdischen Advokaturskorizipienten Dr. Kaczi n s k i. Dieser begleitete die jüdische Studentin Epstein zur Universität, als dort Unruhen ausbrachen. Kaczinski wurde von Studenten-Huligans niedergeworfen und erheblich verletzt. Der christliche Student P u t e r n i c k i leistete ihm die erste Hilfe. Bald erschien am Tatort ein Polizist, der ein Protokoll aufnahm, in welchem vermerkt wurde, das Kaczinski und die beiden• jüdischen Studenten Rubinstein und Körner kommunis 11sche Ruf e aus-» gestoßen haben. Gegen den Christen Puternicki erhob der Polizist die gleiche Anschuldigung. Obwohl Kaczinski vor Gericht beteuerte, keine kommunistischen Rufe ausge-i stoßen und überhaupt nichts mit Kommunismus zu tun zuhaben, wurde er zü^eineinh'alb Jahren Ge* f ä n g n i s ■ verurteilt.- Der Christ Puternjckl erhielt vier* zehn Tage Arrest. f; '* Einige Hundert , jüdische Studenten in, Lemberg schlössen sich für' 24 Stunden'im akademischen Heim ein und erklärten den Hungerstreik zum Protest gegen die offizielle Schaffung von Ghetto-Bänken in Wilna.! ' Aus Wilna wird telegraphiert, daß . mehrere Universitätsprofessoren die jüdischen Studenten von'der Arbeit in den Laboratorien a u s ach 1o s s 'e n. Der Verband jüdischer Setzer in Warschau aufgelöst Aus Warschau (J. T. A.): Dsa Regierungskommissariat hat die Organisation der jüdischen Setzer und Druckereiarbeiter, die unter der Leitung der Jüdischen Sozialistischen Arbeiterpartei „Bund" steht, aufgelöst, das Organisationslokal wurde amtlich geschlossen. 40 Mitglieder der Organisation wurden unter der Beschuldigung kommunistischer Agitation verhaftet. — Bekannt ist, daß weder der „Bund", noch der Druckereiarbeiter-Verband mit Kommunismus etwas zu tun hat. Für die Ausstoßung der jüdischen Anwälte Aus Bukarest (J. T. A.): Die Union der rumänischen Advokatenkammern hielt unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Grigore J. Perieteanu die Tagung des Generalrates ab. Das Hauptreferat hielt der Dekan der Bukarester Advokatenkammer, der Radauantisemit Ist rate Micescu, der die Entfernung der Minderheiten, insbesondere der Juden, aus dem Advokatenberuf forderte. Mit Stimmenmehrheit wurde ein Memorandum angenommen, in welchem die Romanisier u n g des Advokatenberufs gefordert wird. Zwecks Durchführung dieser Forderung wurde der Generalkongreß der Advokaten Rumäniens für den 4. Mai nach ■Bukarest einberufen. Zu dem Memorandum über Romanisierung der Advokatur haben die verschiedenen Advokatenkammern Rumäniens bisher wie folgt Stellung genommen: 17 sprachen sich für das Proporzsystem aus; 17 waren für den Numerus nullus; 17 Barreaus für den Numerus clausus und 10 Barreaus waren gegen eine Einschränkung der Rechte der den Minderheiten angehörenden Anwälte. Verb» d* Judenstaatszionisten Oesterreichs Sektion Prater, IL, ErlafStraße 5. Dienstag, 9. d., halb 9 Uhr abends, Bibel Vortragszyklus: Rabbiner Dr. N. Zicker. — Freitag, 12. d., Oneg Schabbat. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32. Dienstag, 9. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Ing. Ch. Guttmann: Rassenkunde und Schönheitsideal. — Sonntag, 14. d., 7 Uhr abends, Heimabend. J « d e ii » t a a t s j u g (! ii (1, Dienstag, 9. d., halb 9 Uhr abends, im Heim, IL, Untere Augartenstraße Nr. 88, Plenarversammlung. Brith Hakanalm. Plugah Bar Giora, XV., Schanzstraße 32. Donnerstag, 11. d., 7 Uhr abends, Gründungsappell. Jugendliche Gäste willkommen. — Sonntag, 14. d., halb 4 Uhr nachmittags,. Jugendnachmittag. Ernstes und heiteres Programm, ausgeführt von Chawerim(oth) des Gdud Herzl. Gäste willkommen. Ein neues Stück im Jüdischen Kulturtheater. Die russische Groteskkomödie „Sonkin und der Haupttreffer'" weist folgende Besetzung auf: Rudolf Weiß, Martin Miller, Joachim L a a t z, Fritz Links. Für die Darstellung der weiblichen Hauptrolle wurde die ausgezeichnete Darstellerin interessanter Frauengestalten L. Auf werber (Theater in der Josefstadt) gewonnen. Vortrag Arch. F. Gutmann. Unter dem Titel „Jüdisches Schönheitsideal und Rassenkunde" spricht Arch. F. G u t m a n n am 16. März um 3/49 Uhr abends im Turnsaal des Makkabi, IX., Liechtensteinstraße 20. Austritte aus dem Judentum — Elisabeth Sgalitzer, Hochschülerin, geb. 5. August lpl8 Wien, ledig, VI., Gumpendorferstraße 14. — Hilda Berger geb. Sike, Private, geb. 13. April 1896 Wien, ger. gesch., VI., Aegidigasse 5. — Katharina Sträußler, Tänzerin, geb. 11. Mai 1911 Wien, ledig, IX., Schubertgasse 3. — Ludwig Reindler, Handelsangestellter, geb. 13. Dezember 1911 Wien, ledig, XVI., Grundsteingasse 64. — Therese Höhrs geb. Lunzer, geb.. 1. April 1883 Wien, verh., Preßburg. — Ernst Herbert Felix Griensteidl, Schneiderlehrling, geb. 8. März 1915 Wien, verh., III., Michelgasse 6. — Walter Grünhut, Fleischhauerlehrling, ledig, IL, Schiffamtsgasse Nr, 18. — Norbert Jokl, Handelsahgesteliter', geb; 5. März 1901 Wien, ledig, IV., Rechte Wiehzeile 7. ~ Ilse Frager- Mandowsky, Fachstudentin, geb. 1. Februar 1918 Wden, ledig, IV., Paniglgasse 9. — Berthold Sachs, Oberinspektor d. ö. B. B., geb. 30. Dezember 1876 Cejkowitz,. verh., XX. — Theresia Honig geb. Stiaßny, Private, geb. 25. Mai 1881 Wien, verw., XVIIL, Zierleitengasse 48. — . Elise Honig, Schneiderin, geb. 5. März 1907 Wien, ledig, XVTIL, Zierjeitengasse 48, — Margaret« Bittner geb. Cohn, Private; geb. 9. Februar 1900 Wien, verh., IV., Hauptstv. 23. — ■ Wolfgang Berger, Student, geb. 12. Dezember 1919 Wien,' ledig, IV., Kolschitzkygasse 16. — Wilhelm 'Mayer, Schüler, geb. 23. Juli 1920 Wien, ledig, III., Kübeckg. 9, Eigentümer, .Verleger, Herausgebe« und zeoatscttllfibfic fifidajsteuc: Oberbaurat Robert Stricker. Drück; Druckerei« und .Verlaga-A,.G, Igaaz Stemmann, beide .Wien. £\ IX.» IXnlveraitätsatraße 6—8,