Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 637 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 20 Groschen Freiing, den 5* März 1#37 M* Jahrgang Nr* 637 V*b« h* DIENEUL Zeitung vom Verleger versendet „Journal expMld par l'fedlteur" 185 Ti«. Vnive Wien, i. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polenmonatlich Zloty 1.60, vierteljährig Zloty 4.50;. Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jußoslawlen monatlich Dinar 14.—, viertel« jährig Dinar 40.-*$ BnmSnien monatlich Lei 50.—, vierteljährig Lei 150.—; Dentschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire' 6.—, vierteljährig Lire 14.—j Schweiz und die Übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Franc3 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion U.Verwaltung: IX,Universitätsstr.8,7el.A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag Billisa und ADDIC' bequame igURDIil -OSTERFAHRT nach POLEICIERNOWITZ Abfator? 'M. März 1937 Auskünfte und Anmeldungen: Offfiz. Poln. Reisebüro „ORBIS" I. Kärntnerstrane 41, R-Si-5-78 Oesterreichisches Verkehrsbüro 1. Friedrichstrane 7, B.S7-soo, i. Graben 20, U.29-0.35 Kundgebung gegen Rassenhaß Teilnahme Bundeskanzlers Schusdinigg . Im Großen Konzerthaussaal,. der von 2000 Menschen fcls auf den letzten Platz,angefüllt war, fand im Beisein des Bundeskanzlers Schuschnigg, des Vizekanzlers, einiger Minister und hoher österreichischer Würdenträger eine imposante Kundgebug der 'Paneuropäischen Union gegen. Rassenhaß statt. Der Hauptredner des Abends, der Präsident der Paneuropäischen Union, Graf C o u d e n h o v e- Kalergi, führte u. a. aus: Gegen das Gebot der Liebe; das von den heiligen Schriften 'der Juden ausging, erheben sich heute die' Irrlehren des. Klassen- und Rassenhasses," die die Kultur, des Abendlandes zerreißen un,d .dessen Fundamente zerstören. Durch den nationalen- Chauvinismus sind heute Geist,- Freiheit"^d';Persönlichkeit'mehr noch als in den Tagen der Anstüfme, von-Araberii und Mongolen aufs höchste bedroht. So wie.'der Kommunismus gegen die Idee Gottes auftritt, so. erhebt sich der Rassenhaß gegen die Idee der Nächstenliebe.. In diesem Zusammenhang verweist der Redner auf die unsterblichen, Verdienste der jüdischen Kultur, die dem Christentum und dem Griechentum den Weg zur Schaffung der modernen abendländischen Kultur ebnete. Solange der europäische Nationalismus nicht jeder Nation Menschenrechte zuerkennen wird, muß gegen den Rassenhaß angekämpft werden. Der hervorragende katholische Geistliche Pater Muckermann erklärte, daß der eigentliche Gegner unserer Kultur. der terroristische Kollektivismus sowohl in bolschewistischer Gestalt als auch in Gestalt der Rassenlehre ist. Er. beraubt die Persönlichkeit ihrer Würde und Freiheit und verbreitet Haß, der sich letzten Endes gegen die gesamte Kultur und Gesittung wendet. In ähnlichem Sinne sprach die -Führerin der österreichischen Frauen, Fürstin S t a r h e m b e.rg, und schließlich der gewesene Minister und derzeitige ./Staatssekretär Hammer st ein-Equord, der im neugeschaffenen deutsch-österreichischen Kulturausschuß Oesterreich vertritt. Hammerstein-Equord befaßte sich ausführlich mit dem Postulat einer vollen Kulturfreiheit- und des Selbstbestimmungsrechtes jeder europäischen Nation sowie mit den Rechten der nationalen Minderheiten. „Das heutige Deutschland", sagte der Redner, „schließt sich ab." Oesterreich sei dazu berufen, den nationalen Minderheiten volle Freiheit zu gewähren. Solange Menschenrechte nicht respektiert werden, solange nationalen Minderheiten nicht volle Selbstbestimmung gegeben wird, wird es keinen Frieden in Europa geben. Bemerkt wird, daß sich die ganze Kundgebung der österreichischen Elite deutlich gegen das nazistische Deutschland richtete, wobei besonders auffiel, daß: auch der Bundeskanzler den Ausführungen der einzelnen Redner gegen Rassenhaß applaudierte. Besonders stark war der Beifall des ganzen Saales, als Coudenhove-Kalergi rief: „Betrüger und Räuber lassen sich als Helden feiern,, während Dichter und Denker verhungern." Dieser Satz wurde als deutliche Anspielung auf die Zustände < in Deutschland von allen erkannt und gutgeheißen. (J. T. A.) Elektrische Helßlurtapparate auch leihweise oder Teilzahlung I TABORSTR. 22 TEL. R-42.5-40 Vor einer Wendung in der Palästina-Politik Bandagen-rntk olqfidi Einführung radikaler Aenderungen Palcor meldet unter dem 2. März aus Tel-Aviv: Der Londoner Korrespondent der hebräischen Tageszeitung „Haar e z" teilt mit, daß man nach den Sitzungen der Kgl. Kommission in London in verschiedenen politischen Kreisen Londons, welche sich mit palästinensischen Angelegenheiten beschäftigen, begonnen hat, Meinungen über die eventuellen Vorschläge der, Kommission auszutauschen. Der Korrespondent bemerkt, daß in dieser Hinsicht große Meinungsverschiedenheiten bestehen. In der Zeit, in der sich unter den Juden eine pessimistische Stimmung verbreitet hat, sind viele Mitglieder des Parlaments der Meinung, " daß der Bericht der Kgl. Kommission zugunsten der Juden ausfallen wird. Alle Kreise interessieren sich sehr für die Ausführungen der Kgl. Kommission bezüglich der Haltung der Palästina-Regierung während der Unruhen. Viele sind jetzt der Ueberzeugung, daß die Regierung ihre Hauptaufgabe, . die Ordnung, im Lande aufrechtzuerhalten, nicht erfüllt habe, und daß daher die E i nfiih.r;ung r a ^9igr.>tA e n 4 e r un giä n bei 4:er höhen> Beämtenschaff Palästinas unbedingt notwendig sei. Man betont weiters, daß die arabischen Anführer der Revolte, die Presse; und die extremistischen^Führer allzusehr -toleriert wurden:und daß ihnen die Möglichkeit gegeben wurde, zu glauben, England sei sehr schwach und Frechheit und Unverschämtheit seien in Palästina Dinge, welche unbestraft bleiben. Waudiopes Stellung erschüttert Der Korrespondent teilt weiters mit, auch das kolonialamt neige der Meinung zu, daß die Notwendigkeit administrativer Veränderungen in Palästina besteht. Wenn die Königliche Kommission in ihrem Bericht eine scharfe Kritik gegenüber der Palästina-Regierung üben werde, würde dies die Demission des Oberkommissärs zur Folge haben. In einigen Kreisen glaubt man, das Kolonialamt werde anordnen, daß General Dill noch weiter in Palästina verbleibe und dort eine starke militärische Verteidigungsposition organisiere. Die Angelegenheiten der Zivilverwaltung des Landes sollen hierauf einer wichtigen zivilen Persönlichkeit übergeben werden. Viel Interesse nehmen auch die Fragen bezüglich der Vorschläge eines Gesetzgebenden Rates (Parlament) und der Einschränkung der Einwanderung in Anspruch. Der Korrespondent des „Haarez" weist zum Schluß darauf hin, es sei sicher, daß die Kommission nicht einen Vorschlag, die Einwanderung einzustellen, unterbreiten werde, und daß die Zertifikaten-Schedule nach der Veröffentlichung des Berichts der Kommission ausgegeben werden wird. Gemischte Militärabteilungen Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Die < arabische Tageszeitung „Palast In" bringt die Sensationsmeldung, daß die Palästina-Regierung nach Beratung mit dem Oberkommandierenden, General Dill, beschlossen hat, Militärabteilungen in Palästina 'aus'Juden, Arabern und Engländern zu bilden, die unter dem Kommando britischer Offiziere stehen sollen. Fester Kurs erwartet Aus London meldet die J. T. A.: „Great Britain and the Gast" erklärt im Leitartikel, daß die britische Regierung nach Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission einen festen Kurs in ihrer Palästina-Politik einschlagen wird; sie wird der Permanenten Mandatskommission nicht lediglich Vorschläge, sondern direkte Entschließungen unterbreiten. Die neue Politik wird streng durchgeführt werden. Die Palästina-Administration wird etwa um die Hälfte des Jahres 1937 in der nie vorher erlebten glücklichen Lage sein, die Pläne einer Regierung auszuführen, die sich über ihre Ziele klar ist und:diese unerbittlich verfolgt. Nach dem Mord an Doktor losef Lehr Die J. T. A. meldet: Der von arabischen Terroristen ermordete, aus Deutschland stammende jüdische Arzt Dr. Josef Lehr war 43 Jahre alt. Er war der einzige Jude in der arabischen Stadt B e i s a n. Er kam auf Bitten von Arabern in die Stadt, um den Kranken, ausschließlich Arabern, medizinische Hilfe zu bringen. Seine Frau wohnte in Haifa. Der tückische Mord an dem jüdischen Menschenfreund hat weit und breit Empörung hervorgerufen. Wie jetzt bekannt wird, kamen die drei Terroristen nach zwei Uhr nachts in die Wohnung von Dr. Lehr mit der Ausrede, daß sie ihn zu einem Krankenbesuch abholen wollten. Als er ihnen in der Tür entgegenkam, streckten sie ihn durch drei Revolverschüsse nieder. Die Polizei setzte eine Belohnung von 500 Pfund für jede Mitteilung, die zur Entdeckung der Mörder führen könnte; .aus. "\ ■ Jerusalem, 2. März: Im Zusammenhang mit der 'Ermordung des jüdischen Arztes Dr. Josef Lehr in Beisan würden arabische Notabein und ein Stammesführer verhaftet. Einige reiche 's e p h a r d i s c h e Juden in Haifa erhielten arabisch geschriebene Drohbriefe, in denen sie zur Leistung höherer Beträge zugunsten der Terroristen aufgefordert werden. Unterzeichnet sind die Briefe vom „Verein heiliger Kämpfe r". * Arabische Zeitungen melden, daß syrische Terroristen auf die Polizeibegleitung eines arabischen Lastautos unweit der Kolonie Bnot-Jaakob geschossen haben, nachdem sie vorher den Weg mit Steinen verbarrikadiert hatten. Ein Polizist wurde getötet, zwei Polizisten wurden verwundet. * Die arabischen Notabein in Haifa; beschlossen in einer Zusammenkunft, eine Propagandaaktion gegen den Terror, der das gesamte Wirtschaftsleben hemmt, in den Moscheen durchzuführen und auch einen öffentlichen Aufruf gegen die Terroraktionen zu erlassen. * In das Haus des höheren Polizeioffiziers in Jerusalem Selim Ef eridi Hanna kam ein Araber und bat um Wasser. Als die Mutter des Offiziers ihm das Wasser reichte, versetzte ihr der Araber einen Messerstich. Bei der Flucht verletzte er auch eine junge Verwandte des Offiziers. Beide schwerverletzten Frauen wurden in das Hospital gebracht. DER. SCHÖNSTE LIEBESfcOMAN PEftWELTOICHTE VCATHARJNE HEPBURN FREPWC MARCH MARIA STUART .REölE: JOHN FORD UKu i. IMPERIAL i. STAFA vn. VOTIVPAIUC