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Die neue Welt · 1937-03-02 · Heft 636 (2.3.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 636 (2.3.1937)
Date
1937-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 636 vom 2. März 1937 Smilansky dieser Tage eine Art Ableugnting der verschiedenen Gerüchte bezüglich seiner Zeugenaussage veröffentlicht, eine Ableugnung, die der zionistischen Leitung, welche ihn geschickt hat oder mit deren Einverständnis er vor der Kommission erschienen ist, nicht zur Ehre gereicht. Er dementiert das Gerücht betreffs seiner Zustimmung zum Gesetzgebenden Rat mit 60 Prozent Arabern, dagegen bestätigt er seine Worte betreffs der notwendigen Begrenzung der jüdischen Einwanderung zugunsten der arabischen Arbeiter. Auch das ist genug, um sich den Wirrwarr der jüdischen Zeugenaussagen vorzustellen. Auch der pazifistische Professor Bentwichist speziell gerufen worden, damit er seine prominente Meinung wegen der jüdisch-arabischen Beziehungen darlege. Auch er hat einen Kommentar zu den verschiedenen Gerüchten veröffentlicht, aber der Kommentar bestätigt nur die Gerüchte, daß er seiner brithschalomistischen Seele treu geblieben ist. Von einem „imperialistischen" nationalen Heim Ben Gurions bis zu den Kompromißerklärungen Smilanskys und Bentwichs — ein weiter Weg —, solcherart hat man vor der Kgl. Kommission die politischen Aspirationen des jüdischen Volkes demonstriert. Nur dem judenstaatlerischen Zionismus hat man nicht die Möglichkeit gegeben, zu erscheinen und seine Meinungen und Vorschläge klarzulegen. Sowohl die zionistische Leitung als auch die Kgl. Kommission wollten nicht das klassische Idyll der jüdischen Zeugen zerstören lassen. Die Kgl. Kommission können wir verstehen, weniger die Stellungnahme der zionistischen Leitung. (Schlußartikel folgt.) Die Unruhe hält an Aus Jerusalem: Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) hat beschlossen, zum stellvertretenden High Commissioner, J. H. Hall, eine Abordnung zu entsenden, um Maßnahmen angesichts der Lage in Tiberias und Safed, wo dauernd ein „kalter Pogrom" im Gange sei, zu fordern. Der Vorsitzende, Ben Zwi, erklärte, die Juden in der Stadt Safed in Obergaliläa leben in einer Art Belagerungszustand. Der Boykott-Terror seitens der arabischen Nationalisten ist so scharf, daß die Fellachen nicht wagen, jüdische Geschäfte zu betreten. Die Stadt befinde sich gewissermaßen in der' Macht der arabischen Terroristen und Banditen. Alle Fellachen, die die Stadt verlassen, werden durchsucht, ob sie'nicht'Waren bei Juden gekauft haben. Die Araber wenden am Betreten der jüdischen Viertel in Safed mit Gewalt gehindert. Denjenigen Arabern, die dort Unaufschiebbares zu tun haben, werden spezielle Passierscheine ausgefolgt. Die Behörden kennen die Verhältnisse, unternehmen aber nichts, um den unerträglichen Zuständen ein Ende zu bereiten. „Haarez" teilt mit, daß arabische Autobusse nach Tiberias frei kommen dürfen, während jüdische Autos, die sich auf dem Wege nach Tiberias befinden, durch die Polizei z u r ü c kfg e s c h i c k t werden. Gegen die Polizeistation in Haifa ist eine Bombe geschleudert worden. Die Chausseen um Nablus, Jenin und Tulkarem werden Tag und Nacht durch Militär- und Polizeipatrouillen in Panzerautos befahren. Auch die' Wege zwischen Haifa, Nablus und Jerusalem werden durch Polizeipatrouillen bewacht. Die kleine jüdische Kolonie Gan-Schlomo, nördlich von Herzlia, wurde in der Nacht beschossen. 15 christliche und moslemitische Einwohner von Nazareth wurden von den Terroristen „zum Tode verurteil t". Eine Liste dieser Todeskandidaten wurde beim Eingang in die Moschee gefunden. Die Polizei unteraucht die Angelegenheit. Die Ermordung des aus Deutschland stammenden Chaluz Chaim Bruk durch arabische Terroristen hat erschütternd gewirkt. Die Aufzeichnungen, die Bruk, im Blute liegend, gemacht hat, enthielten auch die Worte: „Im Sterben für die Freiheit des Volkes Israel nehme ich von allen meinen Genossen und Freunden Abschied." In der Sitzung des Waad Leumi hielt der Vorsitzende dem ermordeten Bruk einen Nachruf. Gleichzeitig protestierte er dagegen, daß der Distrikskommisaär Blackborn den Juden den „Rat" erteilt hat, sich bei Angriffen durch Araber zuver stecken. Aus Palästina Aus Amman wird berichtet, daß laut polizeilicher Anordnung der bisher freie Grenzübertritt von Transjordanien nach Palästina in Zukunft nur noch gegen Passierschein gestattet werden soll. In dem Bericht wird hinzugefügt, daß im Zusammenhang mit dieser Anordnung die Grenzwachen in nächster Zeit angewiesen werden, von Personen, die die Grenze nach Palästina überschreiten, nicht nur das Vorweisen dea Passierscheines, sondern auch eine Auskunft über den Reisezweck zu verlangen. Da* palästinensische AmtabUtt V8r6ff«ntlicht einen GesetzesvorscWag über die BJttiflÜming von Jugendgerichtes für 14- bis 18jährige. In dem Gesetz wird nach eOgUflCfcem Muster die vollständige Trennung jugendlicher von erwachsenen Verbrechern im Prozeß« und Straftölleug vorgesehen. In den letzten Jahren sind die von den Fellachen zu entrichtenden Steuern von der Palästina-Regierung immer weiter gesenkt worden. Während 1921 diese Steuern der Regierung noch einen Ertrag von 450.000 Pfund, d. h. 25 Prozent ihrer gesamten Einnahmen, abwarfen, sind diese Steuern im vergangenen Jahr auf 100.000 Pfund, d. s. 2 Prozent der Gesamteinnahmen, gesunken. Vor dem Kriege hat der Sandschak Jerusalem allein an die Türkei jährlich 80.000 Pfund Grundsteuern entrichtet. Im Jahre 1936 sindsin Tel-Aviv 3734 Kinder (1942 Jungen und 1792 Mädchen) geboren worden. Im vorangegangenen Jahr betrug die Geburtenziffer 3241. Gestorben sind 1936 in Tel-Aviv (die Vorstädte nicht miteingerechnet) 1131 Personen (709 Männer und 522 Frauen) gegen 762 im Jahre 1935. Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv hat im Jahre 1936 1400 Baubewilligungen zur Schaffung von 7661 Wohnräumen und 245 Läden im Gesamtausmaß von. 261.225 Quadratmeter erteilt. Im vorangegangenen Jahr waren es 2078 Bewilligungen für 14.801 Wohnräume und 324 Läden im .Gesamtausmaß von 450.705 Quadratmeter. Es ergibt sich son^it ein Rückgang der Baubewegung von 40 bis 50 Prozent. Die städtischen Volksschulen waren in den ersten Monaten des Jahres 5697 von 13.351 Schulkindern gegenüber 11.021 zu Beginn des Jahres 5696 besucht. Es sind 71 neue Schulklassen hinzugekommen. In den ersten elf Monaten des Jahres 1936 wurden auf der E i s e n b a"h n-' Station Tel-Aviv 223.602 Tonnen Waren ausgeladen und 10.413 Tonnen verladen. Die von jüdischen Einwanderern auf Deutschland gegründete Siedlung Ramat Haschawim konnte vor kurzem ihr dreijähriges Bestehen feiern. In der Kolonie leben 65 Landwirtschaft treibende Familien mit 220 Seelen, außerdem 50 ständige Arbeiter und Arbeiterinnen. Bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Siedlerschaft nach ihren früheren Berufen: 17 waren Aerzte; 8 Rechtsanwälte, einer Ifniversitätsdozent, einer Schauspieler einer Volkswirt, 32 Kaufleute" und die übrigen Beamte. •■ Aus Tel-Aviv: Die palästinensischen Eisenwerke in Haifa, welche wegen finanzieller Schwierigkeiten den Betrieb einstellen mußten, werden nun, nachdem es gelungen ist, neues Kapital zu beschaffen, die Arbeit wieder aufnehmen. Die Eisenwerke erzeugen Röhren, Badewannen, haben ein eigenes großes Emailwerk; ihr Erzeugungsapparat wird jetzt noch wesentlich erweitert. Handelsvertrag zwischen Palästina und dem Irak Aüs Jerusalem: Zwischen Palästina und dem Irak wurde ein Handelsvertrag für vorläufig drei Jahre abgeschlossen, auf Grund dessen im Hafen von Haifa die Einrichtung einer Freizone für den irakischen Transithandel vorgesehen ist. Der Irak wird in dieser Zone irakische Zollbeamte halten. Palästina wird die Zölle für die Einfuhr einzelner Lebensmittel aus dem Irak senken. Weitere Artikel des Vertrages befassen «ich mit der Förderung des Landverkehrs zwischen Bagdad und Haifa. Der Vertrag zeigt die wachsende Bedeutung Haifas für den Handel im Nahen Osten. Verb« d« üiidenstfaatszionisfen Oesterreichs Sektion Pra'ter, IL, Erlafstraßo 5. Dienstag, den 2. März, halb 9 Uhr abends, Bibelvortragszyklus:. Rabbiner Dr. N. Zicker. — Freitag, den 5. März, Oneg Schabbat. Sektion XIV/XV. Schanzstraße 32. Dienstag, den 2. März, halb 9 Uhr abends, Vortrag Josef Fränkl: Zionismus als Weltanschauung. — Sonntag, den 7. März, 7 Uhr abends, Heimabend unter Mitwirkung der Gg. Dreßler, Schlosbeutel, Zimmermann. Sektion XX. Staudingergaflse 16. Donnerstag, den 4. Marz, halb 9 Uhr abends, Vortrag. Judenstaatsjugend. Dienstag, den 2. März, halb 9 Uhr abends, im Heim, II., Unt. Augartenstraße 38, Plenarversammlung. Vortrag Aron Schwertfinger: ,»Der große Irrtum der jüdischen Geschichte". — Donnerstag, den 4. März., halb 9 Uhr, Leitungssitzung. Jüdische Künstlerspiele, II., Praterstraße 34. Jenny L o v i c, die junge Tanzsoubrette, hatte im „Champagnermädel" mit ihrem Partner Heimi Lewin durchschlagenden Erfolg. Das Publikum bewunderte den Charme, die Tanz- und Point.iemngskunst des neuen Stars und fand an dem lustigen Stück, -das weiter auf dem Spielplan bleibt, außerordentliches Gefallen. Jüdischer Hochschulnusschuß. Donnerstag, den 4. März, findet um halb 8 Uhr abends, im Chajes-Saal, IX., Alserstraße 26. ein Vortrag des Herrn Ing. Franz Gut mann über „Jüdische Rassenkunde und jüddohes Schönheitsideal" statt. Gäste willkommen! Vorträge Dr. Kurt Sonnenfeld über: „Schopenhauer — heute". Auf Einladung der Metaphysischen Gesellschaft (einleitende Worte Hauptmann Rudolf Groß) spricht Dr. Kurt Sonnenfeld Dienstag, den 2. März um 20 Uhr im Saal, Wien, VIII., Alserstraße 9, und auf Einladung des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs Dienstag, den 9. Marz um 20.30 Uhr im Saal, II., Praterstraße 66, über „Schopenhauer — heut e". (Eine Auseinandersetzung mit Gegenwartsproblemen nach seinem gleichnamigen Buch.) KINOffPROGRAMME ® $ CHWEDEN Schlafwagen ulZ'Z Paris-Toulouse STAFA, Vli MariahilferstraBe 120 Telephon B-S3-0-08 - Wochentags: s, 7, V Ulli VOT1VPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Besinnt »M, 6, '/n8, %I0 Dunkle Geschäfte Sie Sefer mtferes Stottes .nni|en aus pieljähriger (Erfahrung, bafo man im M2Barenljaus ber Sparjamcn", hei Sdjiffmann, immer Bejonbcrs gut «tth Billig lauft. #eute Beginnt in allen Wettlingen eine GenjatioussSetie ju ungemöfinlid) «einen greifen. —#ier. einige SBeuicife: 3u 50 ©rofdjen: ©amen*9lipps$emb ober -$o|e, Sperren sGotfen, glatt ober meliert, 2 $aar fa)töarae Äinfcerfftfimpfe, ■ ' Bis ©r.5, 2 norgebruefte Waajtfaftel^etferln, V» ©utjenb gefügte EatiftsSafajentttajer ttfto. 3u 98 ©rofdjen: ÄunftfeibeiisStrümpfe, Parmeufe^e^ofen, ßinberjleiber, 3nterlotfs$ofen, Sräget* cber_ Wnu f^aftsfepraen, 3rto^^ 3u S 1.98: Eamen^acBtfiemb, glanelt ober 2BeBe, fartjifle 58atUt=ilombitiation, ittnbcrsS^aftüolt^unop^r ((Hinsels ftütfe), £amen:ßeberhanbtafd)en (tneifj), 5luu[t[etbeu^tnpr.s9Käbd)enHeiber uftu. 3u S 2.90: 6;fiarmeu[es5iocf*ÄomBinaiion, £amen*n»en^uUouer ober heften, Eamen^oppeiuSBIufen mit 9let&*, oetf(f)luD, Äuuftfeiben*£aft*Scf)ottenBiufen, ÄinbersXraintngs^lnjüfle Bis ©r.8 u|n). 3u S 4.90: (£haxmeufe*9faä)themben, GrjarmeufesStreiff leiber, graue 2Bictel|d)oDen, farbige Samen^njamas aus Äretonne ober geblümtem krepp, 93erufsmäntel für Samen unb Herren uftu. 2>attien»Ä0ttfettiott: (Eharmeufe^tufen, Streifen ober ftaro S 3.90, ftunftfetbeu--3mprime%Äleiber S 7.90, graue £ofcu* tötfe S 7.90, SBoUftoff^feiber S 9.80, gBoKftoff^aletots in mobernen garben S 9.80, einfarbige 9J?ongot*. Kleiber für ftavie'Stauen (Bis ^üfttueite 150 cm) S 11.90. 5>ie Dergröfeerte SWantel»Weilung Bietet: tfeBergangs*9Jiäntel, fjeneufuffon ober Slipper S 10.—. Sötoberne . Sportmäntel, engl, gemitftert, SKongol gef. S 29.—. gififigräWäutel, breite £errenfaffou,. 9J?ongol, gef. S 39.—. Sparte grüfcjaljrsnnäntel aus ueuefteu, engl. gem.. $aro*2BoUftoffen S 49.—. (Sfjatme: laine*2KänteI, bunlel'bl., m. apart., reid)geftepptem fragen S 59.—. ^.--S.^ong.^mpr. tfafaf S 9.8Q. ...unb t»on) »tele «Hefte: 5D3afä)feibe mit Keinen $eljlern,per 9TCeter 50 g, glanell, Drjorb ober Äretonnc, per SOleter 59 g, Äunftfeiben*9WattaftsSd)otten, per 3Keter S 1.98, Crepe^ongot^mprime, 90 Breit, per SKeter S 2.50, 9leinwoU%#leiber|toff, 100 Breit, per Mieter S 2.50,5ReinrootlsXroeeb, 130 Breit, per 93?eter S 3.20, giftt)grät*9Jläntel, neuefte $affons, ganj ftunftfeibemSKongol gefüttert S 39.—. 2Ber butdj günftigen (Binfauf fpaten will, fommt — ber 9Beg loTjnt firi) — ins „SBarenfiau* ber Sparfamen" ju <5tra&e»oafot O, V, C wlUlflmUHU Hv 2aBot|ttaDe 48 Eigentümer, yerleger, Uems>Sfy& und Sßrj^KOttÜCl •> pberbaurat Robert Stricker.' —< Dr] ^^aaftPÜW-N*. Uyjik. wA X»g^£gpi Jg^a Stsifl^ijjui, tjUa jgPM,

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