Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 634 (23.2.1937)
- Date
- 1937-02-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 634 vom 23. Februar 1937 die Konsequenzen der Wirklichkeit näherstehen und der jüdischen Oeffentlichkeit eine engere Zusammenarbeit mit den Reumütigen ermöglichen werden. Menschen und Gruppen, die den Mut hatten, zu gestehen, daß sie jahrelang auf falschem Geleise gefahren sind und andere geführt haben, müssen auch den Mut bezeugen, für eine gewisse Zeit auf politische Aktivität zu verzichten, insbesondere wenn es um jüdische Lebensinteressen geht. Das jüdische Schulwesen in Deutschland Auf einer Sitzung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland erstattete Dr. Seligsohn den Bericht über das Schulwesen in Deutschland. 1935 gab es 130 jüdische Schulen, darunter 118 Volks- und 12 höhere Schulen. Im Jahre 1936 sind 30 Schulen neu hinzugekommen, so daß gegenwärtig 160 jüdische Schulen in Deutschland bestehen. Ende 1936 gab es schätzungsweise 4 2.0 00 jüdische schulpflichtige Kinder. Von ihnen waren am 1. Jänner 1937 22.000 in jüdischen Schulen. Während im Jahre 1935 nur 46 Prozent aller schulpflichtigen jüdischen Kinder in jüdischen Schulen unterrichtet wurden, waren es im Jahre 1936 schon 52 Prozent. Die Verteilung der jüdischen Kinder auf Volks- und höhere Schulen: 18.000 befinden sich auf Volks- und 4000 auf höheren Schulen. Im Jahre 1936 hat die Reichsvertretung RM 485.000.— für das Schulwesen ausgegeben; ein Drittel aller jüdischen Schulen wurde subventioniert. Es gibt 1237 jüdische Lehrer, von denen zwei Drittel vollbeschäftigt sind. Es fehlt jedoch an Hebräischlehrern. Ein neues deutsches Lesebuch für jüdische Schulen befindet sich in Vorbereitung. Dr. Seligsohn erwähnte, daß bisher 237 jüdische Kinder aus Deutschland in den Vereinigten Staaten untergebracht werden konnten. Auch in Zukunft werde dank dem Entgegenkommen der Bundesregierung in Washington diese Aktion fortgesetzt werden können. Von der Judensiaatsbewegung Palästina Der Delegierten tag der Judenstaatspartei Palästinas findet Ende Februar statt. Gleichzeitig wurde dieser Monat als Werbe- und Organisatiqnsmonat erklärt und eine Intensive Propagandatätigkeit entfaltet. Brasilien Herr Don Leistner, einer der Gründer der Union der Zionisten-Revisionisten in Deutschland (1924) und in Argentinien, wo er länge an der Spitze dieser Bewegung stand, ist der Judenstaatspartei beigetreten. Nach seinem Beitritt schlössen sich einige Vereine der Judenstaatspartei an. Litauen In Kaunas fand eine Sitzung des litauischen Parteirates statt und nahm u. a. folgende Beschlüsse an: 1. Der Parteirat protestiert gegen den von der zionistischen Exekutive vorgeschobenen Paritätsvorschlag, welcher das Endziel des Zionismus negiert und den Sinn der Balfour-Deklarat'ion und des Mandates verwässert. 2. Angesichts der Lage im Zionismus fordert der Parteirat das Exekutivkomitee auf, mit besonderem Nachdruck die Opposition gegen die zionistische Leitung zu unterstreichen. 3. Der Parteirat fordert das Exekutivkomitee auf, Schritte zu unternehmen, damit die Wahlen zum XX. Zionistenkongreß auf Grund von „freien" Schekalira - stattfinden sollen. Das bisherige Schekelsystem hat die zionistischen Massen demoralisiert. und kein wahres Bild der Kräfteverhältnisse der zionistischen Massen aufgezeigt. 4. Der Parteirat fordert das Exekutivkomitee auf, daß es mit den Gewerkschaften der Allgemeinen Zionisten und der Revisionisten in Verbindung trete, um eine Vereinigung aller nationalen Arbeitergewerkschaften in Palästina herbeizuführen. 5. Der Parteirat begrüßt die Initiative der litauischen Leitung, um eine einheitliche nationale Front (Judenstaatspartei, Allgemeine Zionisten „B" und Misrachi) zu schaffen. Die Leitung nimmt aktiven Anteil an der Gründung einer „Nationalen Front". Die ersten gemeinsamen Schritte sind während der Konferenz in Palästina gemacht worden, wo die drei Partelen sich zu einem nationalen Block vereinigt und eine Reihe von oppositionellen Resolutionen vorgeschlagen haben. Auf einer der letzten Sitzungen dieses nationalen Blockes wurde beschlossen, eine Konferenz des litauischen nationalen Judentums einzuberufen. Zum Generalsekretär der „Nationalen Front" wurde Dr. L. Heselsohn, Mitglied der Judenstaatspartei, gewählt. Lettland Bei der Verteilung der Zertifikate erhielten dlo Judenstaatspartei t Prozent, Misrachi 5 Prozent, Allgemeine Zionisten 13 Prozent — Rest die Linken. Frankreich In Paris fanden viele Protestversaramlungen gegen die zionistische Exekutive statt, weil sie das Erscheinen der Vertreter der Judenstaatspartei vor der Königlichen Kommission hintertrieben hat. Als Redner trat Rechtsanwalt Dr. Frankel auf. Die dritte Nummer der Zeitschrift der französischen Judenstaatspartei „Unser Weg" ist soeben erschienen. Amerika Im Zusammenhang mit dem Beschluß des A. C, die Judenstaatspartei als Sonderverband anzuerkennen» hat die Zentralleitung einen Aufruf, unterfertigt von Prof. Czernowitz, Prof. Liptzin und Dr. S. Reisin, veröffentlicht. Dieser Aufruf fand sowohl in der Oeffentlichkeit als auch in der Presse ein Echo. Die Tageszeitung „Tug" schreibt in einem Leitartikel; „. . . Gerade jetzt ist die Stellung der Judenstaatspartei von historischer Bedeutung . . . Die Judenstaatspartei ist das ,Gewlssen des Zionismus' . . . Ihre Anhänger, wirkU.cn und ehrliche Herzl-Zionisten, werden die »lauen* Monisten vor der Preisgabe nationaler Forderungen zurückhalten . , ," | Hugo Meisl S.A. | Mit Hugo Meisl ist die populärste Persönlichkeit des österreichischen Fußballsports und eine internationale Figur auf dem Gebiete der Sportkultur dahingegangen. Zehn Jahre hindurch arbeitete der Verstorbene für den Glanz und die Ehre des österreichischen Sports, zuerst als Generalsekretär des Fußballverbandes, später als österreichischer Verbandskapitän, und es ist unbestritten, daß die großen, ja, sensationellen Erfolge der österreichischen Nationalmannschaft, bei den Länderbegegnungen seiner hingebungsvollen Arbeit, seiner Energie und seinem fachlichen Können zu verdanken waren. Der Oesterreichische Fußballbund und der Wiener Fußballverband hielten gemeinsam eine Trauersitzung ab, in der Präsident des Wiener Fußballverbandes Doktor Gerö und der Präsident des Oesterreichischen Fußballbundes Dr. Eberstaller das Wort ergriffen. Beide Herren würdigten des Verblichenen Treue zum österreichischen Sport. Als einziger Gast wohnte auf Veranlassung des Präsidenten Dr. Eberstaller der Ehrenpräsident Dr. J. H. Körner der Leichenfeier bei. Doktor. Körner, ein intimer Freund des Verstorbenen, traf auf Bitte des Präsidenten Dr. Gerö alle Anordnungen für die Bestattung, was seitens der beiden Präsidenten besonders hervorgehoben wurde. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer grandiosen Kundgebung. für den jüdischen Sportführer und Sportenthusiasten. Hugo Meisl s. A. wurde in einem Ehrengrab der Israelitischen .Kultusgemeinde bestattet. Zur Leichenfeier hatten sich zahlreiche offizielle Persönlichkeiten des In- und Auslandes eingefunden. Mitglieder des diplomatischen Korps, Vertreter1 der Gemeinde Wien, Generäle des Bundesheeres, Delegierte der internationalen Sportwelt und selbstverständlich das Präsidium der Kultusgemeinde waren gekommen, um Hugo Meisl das letzte Geleite zu geben. Zahllos waren die Vertreter der Wiener Fußballvereine und sportlicher Organisationen. Die Zeremonie wurde mit Chorgesang (Oberkantor Margulies) eingeleitet, den Nachruf hielt Oberrabbiner Dr. T a g 1 i c h t, der den Verstorbenen als österreichischen Juden im schönsten Sinn des Wortes charakterisierte. Es sprachen weiters Präsident Dr. Eberstaller, der im Auftrag des von Wien abwesenden Obersten Sportführers Fürst Starhemberg dem Toten die letzten Grüße überbrachte, der Vizepräsident des italienischen Fußballverbandes Mauro, Präsident Dr. Gerö und der Kapitän Walter Nausch. Hunderte Blumengewinde, gesandt von inländischen und. ausländischen Sportvereinen, hatten die Zeremonienhalle in einen Blumenhain verwandelt. Mehr als eine Stunde dauerte der Vorbeimarsch der Trauergäste, die zum Begräbnis gekommen waren. Der Ring der Alt-Herren-Verbände der zionistischen Verbindungen veranstaltet am Dienstag, den 23. d. M., um 9 Uhr abends in seinen Klublokalitäten, I., Kohlmarkt 10, zu Ehren von Leopold Jeßner und Nathan Bistricky einen Empfang, zu dem die Bundesbrüder mit ihren Damen eingeladen sind. Separate Einladungen ergehen nicht. Jeremias — der Geist der jüdischen Prophetie. Dienstg, den 23. Februar 1. J., um präzise 3/29 Uhr abends spricht Dr. Josef Kastein, Haifa, zum letzten Male vor seiner . Rückkehr nach Palästina über v&rstehendes Thema. Der Vortrag findet im Offenbach-Saal, IV., Treitlstraße 3, statt. Restliche Karten im Zionistischen Landesverband, L, Marc-Aurel-Straße 5, U-22-2-11. tidsfsfriel Jenny Lovic Jüdische Künstlerspiele, II., Praterstr.34. Die bekannte Warschauer Soubrette und Filmschaüspielerin Jenny Lovic ist mit ihrem Partner Heiml Lewin in Wien eingetroffen und beginnt ihr Gastspiel Freitag, den 26. Februar, in dem musikalischen Lustspiel „C h a mpagnermilde 1". Sturm über England Erich Pommers Monumentalfilm der Korda- Produktion „Sturm überEnglan d", dessen Ur- und Alleinaufführung seit Samstag im Rotenturm-Kino stattfindet, hat einen besonderen Publikumserfolg zu verzeichnen. Im Vorprogramm die neueste kolorierte Micky- Symphony ,.On Jce". Mutti, es war herrlich bei der Kinderjause! Nur habe ich unanständig viel gegessen — sooo gut war es. Eine wundervolle Orangencreme hat es gegeben; delikates Orangenjam und außerdem stand noch ein ganzer Berg prachtvoller Orangen auf dem Tisch. Die waren so saftig und süß, daß wir sie ganz ohne Zucker auslöffelten und nicht genug bekommen konnten! Jetzt aber weiß Mutti schon alles! Ihr kleiner Gourmartd kann nur von Jaffa- Orangen sprechen, denn diese Vorzüge sind gerade in der Jaffa-Orange vereinigt und Mutti ist fest entschlossen, von nun an auch nur mehr Jaffa-Orangen zu kaufen, denn die Jaffa-Orange ist nicht nur die beste, die Jaffa-Orange ist auch preiswert wie keine andere! KINO'PROGRAMME KREUZ-KiNO Mordende I, Wollzeile 17 Telephon tt-24-2-16 Vorstellungen: k, Vh6, V*8, V«.!0 Augen Edmund Lo vi e f CHWEPEN A 49 0 60 '/,*• '/,«. 7,s. 7,1« GITTA ALPAR m Die schuldige Stimme Musik: Nikolaus Brodszky STAFA, VII Mariahilf erstraße 120 Telephon B-3S-0-68 Wochentags: 5, 7, v Ulli VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-34)6 HeHtnrv V*'«. 6. V»8, V*10 Mädels mit ßeanna Durbin $mä Sie Peimtfamedkev? Dann müssen Sie die mit Recht so beliebten delikaten „Schmidl-Mazzoth" versuchen. Dieses österreichische Qualitätserzeugnis ist mit anderen Mazzoth nicht zu vergleichen, weil diese sie in Hygiene, Bekömmlichkeit und erlesenem Geschmack nicht.erreichen. Der ausgezeichnete Ruf, den die „Schmidl-Mazzoth" seit Jahrzehnten genießen, hat sich in den letzten Jahren zu einer Popularität und Beliebtheit gesteigert, die nicht nur alle Bezirke Wiens, sondern auch viele Provinzorte umfaßt. 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SBic i|t bas jnögfia)?" unb äfjnlid). 9lua) in biefet SBocrje in aHeu SJBteUuugeu bie Berühmt BiUigcn SdjiffrottnnsSßteifc. $icr mit einige Seijniele: 3u 50 ©tofdjen: 2>amen*9iipp--£emb ober -£ofe, Herren ^Sorten, glatt ober meliert, 2 $aar fd)roar3c ftinberftrümpfe, Bis (St. 5, 2 norgebrutfte ^aäjtfaftel^etferln, V, ©uijenb getiefte Satift^afdjentüdjer ufm. 3u 98 ©rof^en: ßimftfeiben-Strümpfe, (E^armeufe^etjftofen, Äinberfteiber, 3nierlotf;$ofeu, £rägerober SBirt* fd)aftsfd)ür3en, SnbantfijensXifdjtuäj 80 X 80 cm, flrctonnesSamcnBlujen ufiu. 3u S 1.98: Damen^acfjtfjemb, glcmett ober SBeBe, farBige 58atift*£om6ination, £mber=Stf)afu)oU4$uUoüer [VintcU ftüde), Damen*2eberficmbtafdjen (toeife), 5luu^eiben=3mpr.--9Kcibfl)entleiber ufro. 3u S 2,90: (E§armeufes9?otf*£omBmation, 2)amen-9fioppen^uUooer ober =2Beften, Samen^opuen^lufen mit Steifes oerfdjlufj, £unftfeiben--XaftsSd)ottenBlufen, ftmbet^rainmgs^luaüge Bis ©r. 8 ufto. 3u S 4.90: (£§armeufe^atf)iT)emben, (ttjarmeufe-Streiffleiber, graue iffiitfelfdjofjen, farBige 3)amen^i)iamas aus Äretonne ober geblümtem ftrepp, SBerufsmäutel für Samen unb Herren uft». 3><wen*Ä0nfeftion: £I)armeufe*23lufen, Streifen ober itaro S 3.90, Äunftfeiben^mprimesÄleiber s 7.90, graue 5>fens xöcfe S 7.90, 2Boilftoff*$leiber s 9.80, SBoIlftoff^aletots in mobernen 3-arBeu S 9.80, einfarbige XRongoI* bleibet für fta*fe Stauen (Bis Hüftweite 150 cm) S 11.90. Hebergangs=9Jtäntel ab S 15.—, Srüftofirc* mäntel, ganj gefüttert ((Emaelftücfe) S 19.—, Slipper (bas Getiefte) aus ^oppeuftoffen, ^alb 2Jiongot gefüttert S 29.--. ,..mtb noa) niete SRefte: gBafttjfetbe mit fleinen gefjlern,per 9Keter 50 g, glaneU, JDjforb ober tfretomie, per 9Keter 59 g, Äunftfetben=9J?attaft*Stt)otten, per Steter S 1.98, (£repesSKongolsgmprime, 90 Breit, per SKeter S 2.50, 9temmpU*£letberftoff, 100 Breit, per 3Jleter S 2f50, sJlemtx>oU%2tüeeb, 130 Breit, per SKeter S 3.20, %i\$a,xäUmänUt, neuefte Saffons, ganj &unftfetben*3Jtongol gefüttert S 39.—. 938e* btti?# gttnftigen (Sinfauypareu v>\U, lommt — ber 2B*g loi)nt — in* „JEöttrenfjans bec Sparfamcu Sfra&en&aJju O, v, c Scftiffmanit JU II., Saborftrafoe 48 Eigentümer, Verleger, Hesausgeber. und xeaatffiortllcjbies R$dafcte.ur.: Oberbaurat Homert Stricker, —. Druck: Druckerei* wd Verlags-A.-G. Ignaa Steinmann, beide Wien. IX-, Iftüwrfllttt1tMtt«6e 9-*,