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Die neue Welt · 1937-02-16 · Heft 632 (16.2.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 632 (16.2.1937)
Date
1937-02-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nf. 6» xKüft 1«. FitfWuar 1&7 DIE NEUE WELT Seite 8 Zwanzigjahrfeier der jüdischen Legion Aua London: Anläßlich der Zwanzigjahrfeier defQrüttduAgderjüdiÄöhenLegion, die innerhalb de« Hewcsverbandes des Feldmarschalls Allenby an der Eroberung Palästina« teilgenommen hat, findet am Montag, den 15. Februar, in London unter dem Vorsitz des Abgeordneten Colonel Wedgwood ein Festbankett statt. Ansprachen werden der ehemalige Kolonienminister L. S. A m e r y, der seinerzeitige Kommandant der Legion, Obstlt. Patt er so n, und der Präsident der Neu-Zionistischen Organisation, Wladimir J a b o t i n s ky, der die Gründung der Legion angeregt und sie organisiert hta, halten. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der militärischen und politischen Kreise Englands, unter ihnen Feldmarschall Sir C. W. Chetwode, Viscountess Snowden, Lord und Lady Marley und Sir Archibald Boyd-Carpenter, haben Einladungen zu der Feier angenommen. Außerdem werden die Vertreter einer Reihe von Botschaften und Gesandtschaften anwesend sein. | Die Jüdische Bevölkerung Palästinas Die Statistische Abteilung der Zionistischen die Ergebnisse der damalieen Volkszählung erkcni Artur Koestler - sum Tode verurteilt Aus Gibraltar (J. T. A.): Der Korrespondent der Mitropapreß meldet: „Der Journalist Arthur Koest- 1 er ist in Malaga von den Franco-Truppen verhaftet und zum Tode verurteilt worden. Koestler hatte im Auftrag der „News Chronicle" eine Artikelserie über Spanien vor kurzer Zeit herausgebracht." Arthur Koestler ist ein jüdischer Journalist von Rajig. Während der Unruhen in Palästina im Jahre 192», als Dr. v. Weisl verletzt wurde, betrauten die Ullstein- Presse und andere Weltblätter an Stelle Welsls den damals noch sehr jungen Arthur Koestler mit ihrer Vertretung. Später kam Koestler nach Berlin und trat in die Redaktion der Ullstein-Blätter ein, wo er an hervorragender Stelle politisch arbeitete. Nach dem Hitler-Umsturz hörten seine Beziehungen zu reichsdeutschen Zeitungen auf. Anm. d. Red.: Arthur Koestler war zur Zeit seines Aufenthalte« in Palästina Mitarbeiter drsr „Neuen Welt". Er war damals Revisionist. Später tri '. er aus der Zionistischen Organisation aus und schloß sich der Internationale an. Gegen Ausschluß der jüdisdien Advokaten Aus Czernowitz: Die Bukowinaer Advokatenkammer befaßte sich in ihrer in Czernowitz abgehaltenen Generalversammlung mit dem ihr zugegangenen Text einer Resolution des Verbandes der Advokatenkammern, in dem die Nichtaufnahme von Juden iri die'Advokaten kammern gefordert wird. Der Dekan der Bukowinaer Advokatenkammer, Prof. Dr. Rad u 1 e s c u, lehnte in scharfen Worten diese Resolution als prinzipiell haltlos ab und erklärte, solche Instruktionen des Verbandes können für die Advokatenkammern nicht bindend sein. Innerhalb des Barreaus in Czernowitz ist das rumänische Element von 9 Prozent im Jahre 1919 auf 25,3 Prozent im Jahre 1936, somit um 16,3 Prozent gestiegen, während die Anzahl der Juden in dem gleichen Zeitraum von 84,8 auf 62,3, somit um 22,5 Prozent gesunken ist. 70 Prozent aller Advokaten Rumäniens sind Rumänen und nur 30 Prozent gehören den Minderheiten an. Mit 400 gegen 13 Stimmen lehnte die Bukowinaer Advokatenkammer das Prinzip des Numerus proportionalis für Juden ab. AnffeeifiBtismus im Sport Erklärung des Schwimmklubs „Hakoah" I)er Präsident des jüdischen Schwimmklubs, Doktor H a r n i k, hat angesichts der antisemitischen Haltung der Verbandsvereine folgende Erklärung abgegeben: „Als Bevollmächtigter des Schwimmklubs Hakoah habe ich im Auftrage meines Vereines zur Frage der Feststellung der Zahl der Stimmberechtigten folgende Erklärung abzugeben: Der Schwimmklub Hakoah hat beim letzten Verbandstag und bei den beiden Gautagen des Gaue« I die Erfahrung machen müssen, daß seinen Mitgliedern wegen ihrerZugehörigkeit zur jüdischen. Rasse vom überwiegenden Teil der Verbandsvereine die in der österreichischen Verfassung verankerte Gleichberechtigung nicht zuerkannt wird, indem seine Mitglieder bei Wahlen ständig und syatematischübergangenwerdeh. Obwohl der Schwimmklub Hakoah sowohl der Zahl seiner Mitglieder wie seinen sportlichen Leistungen nach zu den größten österreichischen Schwimmvereinen gehört, hat er niemals Anspruch darauf erhoben, Mitglieder in den Schwimmverband zu entsenden. Er muß aber gegen die demonstrative und grundsätzliche Ausschließung von diesen Aemtern, die ihn und seine Mitglieder degradieren soll, hiemit feierlichen und schärfsten Protest einlegen und erklärt, solange ihm die Gleichberechtigung nicht zuerkannt wird, sich an den Beratungen und Abstimmungen der Vorbände nicht mehr zu beteiligen. Seine Arbeit für den österreichischen Sport wird er jedoch, unberührt von der politischen Einstellung des Schwimmverbandes, nach Kräften wieder leisten. Die heute hier anwesenden Vertreter des Schwimmklubs Hakoah werden als Zuhörer der Versammlung beiwohnen; die ihnen vom Schwimmklub Hakoah erteilte Vollmacht, hier zu sprechen oder abzustimmen, erlischt jedoch mit der Abgabe dieser Erklärung, um deren wörtliche Niederschrift im Protokoll Wix Brauchen," Die Statistische Abteilung der Zionistischen Exekutive in Jerusalem hat jetzt eine Uebersicht über die jüdische Bevölkerung Palästinas veröffentlicht, welcher wir folgende Abschnitte entnehmen: Zahl der Juden Palästinas Die Schätzung stützt sich auf die offiziellen Ziffern der Palästina-Regierung, das heißt, auf die Ergebnisse der im Jahre 1931 vorgenommenen Volkszählung sowie auf die offiziellen Ziffern über die Bevölkerungsbewegung in den Jahren nach dieser Zählung, das heißt auf den natürlichen Zuwachs (Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle) und die Nettoeinwanderung (den Ueberschuß der ins Land Eingewanderten über die Ausgewanderten). Hinzugerechnet sind die Einwanderer, die in dem Zeitabschnitt seit der Zählung ins Land gekommen und offiziell noch nicht legalisiert worden sind. Die jüdische Bevölkerung in Palästina im Jahre 1936 zeigt folgendes Bild: Als Einwanderer kamen im genannten Jahre ins Land 27.903 Juden und 1811 Juden kamen als Touristen und erhielten die Erlaubnis, sich im Lande niederzulassen. Insgesamt also sind auf Grund von Einwanderung 2 9.7 1 4 Juden hinzugekommen. Der natürliche Bevölkerungszuwachs der Juden Palästinas betrug im Jahre 1936 7729 Personen bei einer Geburtenziffer von 11.029 und Das Gluck bei Sdhelhamnter! Bei der am 11. d. M. stattgefundenen A-Ziehung der 4. Klasse der österr. Klassenlotterie wurde der Haupttreffer von acht glücklichen Kunden des Bankhauses SdhelhafflBmer & §diatiera Wien h §teph«ansp!afx 11 wo das allbekannte Haupttrefferglück immer und immer wieder Einkehr hält, mit Los-Nr. 49.322 gewonnen. * E einer Sterbefälleziefer von 3300. Insgesamt hat sich also die jüdische Bevölkerung im Jahre 1936 um 37.443 Seelen vergrößert. Bei der Berechnung der Zahl der Juden, die im Laufe des Jahres als Touristen ins Land gekommen sind und das Land wieder verlassen haben, sowie des Verkehrs der ständigen Bewohner Palästinas nach und vom Auslande kommt die Statistische Abteilung zu dem Ergebnis, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas am Ende 1936 404.000 Seelen gezählt hat. Gesamtbevölkerung und Prozentsatz der luden Die letzten Ziffern der palästinensischen Regierung über die Bevölkerung des Landes beziehen sich auf, die Lage Ende September 1936. Nach diesen Ziffern zählte die-jüdische Bevölkerung damals 376.786 Seelen, die christliche Bevölkerung (ohne das im Lande befindliche englische Militär) 106.595 Seelen, die Mohammedaner 796.029' Seelen (ohne Berücksichtigung der Beduinen)'. Nach diesen Ziffern machte also der Prozentsatz der Juden in Palästina damals 29,4 Prozent und unter Berücksichtgung der 66.600 Beduinen, die sich in der genannten Zeit innerhalb der Grenzen Palästinas aufhielten, 28,4 Prozent aus. Die Ziffern der Regierungsstatistik über die jüdische Bevölkerung sind niedriger als die Ziffern der Statistischen Abteilung der Zionistischen Exekutive: Erstens bezieht sich die Regierungsstatistik auf das Ende des Monats September 1936, die Statistik der Exekutive dagegen — auf das Ende des Jahres. Zweitens umfassen die Regierungsziffern nicht den Zuwachs' der jüdischen Bevölkerung, der nicht von den offiziellen Meldestellen der Regierung registriert ist. Die jüdische Bevölkerung bildet tatsächlich heute 30,8 Prozent der Gesamtbevölkerung Palästinas. Zunahme seit dem Weltkrieg Im Jahre 1914 betrug die jüdische Bevölkerung Palästinas 8 5.0 0 0 S e e 1 e n. Während des Weltkrieges ging die jüdische Bevölkerung infolge der Vertreibung von Juden durch die türkische Regierung und auf Grund der großen Sterblichkeit zahlenmäßig stark zurück und zählte am 1. Juli 1919 höchstens 5 7.0 0 0 Seelen oder 9,7 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Im September 1922 bei der ersten allgemeinen Volkszählung zählte die jüdische Bevölkerung 83.000 Seelen oder 12,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im November 1931 bei der zweiten offiziellen Volkszählung hatten die Juden 174.000 Seelen oder 18 Prozent der Gesamtbevölkerung. Heute zählt die jüdische Bevölkerung nach der Schätzung der Statistischen Abteilung der Jewish Agency 404.000 Seelen oder 3 0,8 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Die jtidisdie Bevölkerung nach Altersgruppen Bereits im Jahre 1931 wies die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung nach Altersgruppen, wie die Ergebnisse der damaligen Volkszählung erkennen lassen, einen besonders hohen Prozentsatz von Personen im Alter von 15 bis 45 Jahren auf; sie bildeten 51,6 Prozent. Dieser hohe Prozentsatz von Personen in jugendlichem Alter hat für das Wachstum eines Volkes sehr große Bedeutung, weil es seine Fähigkeit zeigt; eine neue Generation hervorzubringen, und in bedeutendem Maße die Bevölkerungssterblichkeit herabsetzt. Die große Einwanderung von 185.000 Juden, die in den letzten fünf Jahren ins Land gekommen sind und im wesentlichen aus Personen im genannten Alter (zwischen 15 und 45 Jahren) bestanden, hat das jugendliche Element in der jüdischen Bevölkerung noch erhöht. :; Aus der Statistik der Verteilung der jüdischen Bevölkerung auf Altersgruppen ist zu ersehen, daß. die Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren bei der Zählung im Jahre 1931 39,4 Prozent bildeten, während in der Einwanderung der letzten fünf Jahre die Personen in diesem Alter 48,2 Prozent ausmachten. Die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung nach Altersgruppen bietet Ende 1936 folgendes Bild: Kinder im Alter bis zu 5 Jahren 45.000 oder 11,1 Prozent; im Alter von 5 bis 10 Jahren 36.000 Seelen oder 8,9 Prozent; im Alter von 10 bis 15 Jahren 34.000 oder 8,4 Prozent; im Alter von 11,4 Prozent; im Alter von 13,1 Prozent; ' im Alter von 30 bis 35 Jahren 47.000 oder 11,6 Prozent; im Alter von 8,2 Prozent; im Alter von 5 Prozent; im Alter von 45 bis 50 Jahren 15.000 oder 3,8 Prozent; im Alter von . 11,1 Prozent. Die Zahl der Personen im Alter von 20 bis 45 Jahren betrug also Ende 1936 49,3 Prozent, während sie bei der Volkszählung im Jahre 1931 43,9 Prozent ausmachte. Die Bedeutung dieser Ziffern wird ganz deutlich, wenn man sie mit der Zusammensetzung an* derer Völker nach Altersgruppen vergleicht. Wenn von Jugendlichen im Alter bis zu 15 Jahren die Rede ist, so bilden sie in der jüdischen Bevölkerung Palästinas 28,4 Prozent, während sie bei der nichtjüdischen Bevölkerung Palästinas 40,8 Prozent ausmachen. In Holland bilden sie 31 Prozent der Gesamtbevölkerung, in' den Vereinigten Staaten von Amerika 29 Prozent und in England 24 Prozent. (Portsetzung folgt.) 15 bis 20 Jahren 46.000 oder 25 bis 30 Jahren 53.000 oder 35 bis 40 Jahren 33.000 oder 40 bis 45 Jahren 20.000 oder über. 50 Jahren 45.000 oder Ausgaben iüw Verteidigung Palästinas Aus London: Auf eine Anfrage des Abgeordneten Strickland erklärte Kolonienmihister Ormsby Gere im Unterhaus, die Beschleunigung des Ausbaues der Straße Jaffa—Haifa hänge von der allgemeinen Finanzlage des Landes und den anderweitigen Beanspruchungen der Regierungsmittel ab. Der Minister fügte auf eine weiter© Frage hinzu, daß Arbeitskräfte und Geld in Palästina in erster Reihe für den Sicherheitsdienst zur Verfügung gestellt werden müssen. Mit Rücksicht auf die Lage sei Ausgaben für die Landesverteidigung der Vorrang zu geben. Verb« d. JtadenstaaSsxionisten Oesterreichs Sektion Prater, II., Erlatstraße 5. Dienstag, den 16. d., halb 9 Uhr abends, Bibelvortragszyklus Itabb. Dr. N. Zicker: „Prophet Arnos". — Freitag, den 19. d., 8 Uhr abends, Omeg Schabbat. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 82. Dienstag, den 16. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Theodor Grubuer; „Die jüdische Situation." — Samstag, den 20. Februar, im Festsaal des Ottakringer Bräu, XHI„ Auhofstraße 1, Akademie mit Tanz. Reichhaltiges Programm. Sektion Brlgittenau, XX., Staudinger« gasse 16. Donnerstag, den 18. d., halb 9 Uhr,abend», Vortrag Emil Huttror; „Die Araber und wir Juden". Judenstaatsjugend. Dienstag, den 16. d., halb 9 Uhr abends, im Helm, H., Untere Augartenstraße 88. Vortrat: M. S. Brafmann: „Don Quichotte des 20. Jahrhunderts." Brlth Hakanalm Plugah Ahron, X. Herndlgasse 28. Sonntag, den 21. d., 8 Uhr nachmittags, im Heim, Herndlgasse 28, Werbe-Neschef. Spielwettbewerb« (Plng-Pong, Gesand usw.). Zahlreiche Preise. Jüdische Jugendliche herzlich willkommen. Eintritt frei! Der Verband der Judenstaatszlonisten und Sek* tion IX/XVHI des Verbandes kondolieren Ihrem Parteiratsmitglied Herrn Alfred Stelner, zu dem schworen Verlust, den er durch das Ableben seiner Mutter, Frau Gisela Stelner, erlitten hat. Todesfall. Dr. Leon Koppel, der verdienstvolle Führer des Berit Trumpeldor, wurde vor kurzem durch den Tod seines Vaters, Herrn Berthold Köppel, von einem schweren Verlust betroffen. Dr. Köppel wendet sich die allgemeine Teilnahme au.

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