Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 630 (9.2.1937)
- Date
- 1937-02-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 1 DIE NEUE WELT Nr. 630 vom 9. Februar 1937 Araberterror in Palästina Aus Jerusalem: Auf der Chaussee Jaffa-Haifa ist am Dienstag Morgen der 30jährige Mendel Minz, der einen Lastkraftwagen steuerte, in der Nähe von Ewen Jehuda erschossen worden. Er hatte den Wagen anhalten müssen, da die Straße durch Fässer verbarrikadiert J war. Die arabischen Wegelagerer eröffneten dann sofort das Feuer. In einer belebten Straße in Haifa ist ein Araber von Terroristen erschossen worden. Die Täter sind entkommen. Bei Neß-Ziona wurde eine Gruppe jüdischer Arbeiter von arabischen Terroristen angegriffen, fünf Juden, darunter ein Mädchen, wurden verwundet. Sechs bewaffnete Araber in militärischen Uniformen überfielen vier Araber, die in der Nähe von Kirjat-Schmuel bei Tiberias Boden, der der jüdischen Siedlungsgesellschaft „PICA" gehört, pflügten. Die Angreifer überwältigten die Pflüger, fesselten sie und brachten sie zusammen mit den Pflugochsen in eine Höhle. Die Ochsen stachen sie nieder, den Pflügern drohten sie mit Tod, falls sie weiterhin jüdischen Boden pflügen. In Jaffa wurde gegen ein Kino eine Bombe geschleudert, die explodierte, Menschenleben sind nicht zu beklagen. Von der Stelle, wo der jüdische Chauffeur Mendel Minz ermordet wurde, nahm Polizei mit Spürhunden die Nachforschung auf, die Hunde folgten einer Spur, die in ein arabisches Dorf führte, dort verbellten sie zwei Araber, die unter dem Verdacht des Mordes verhaftet wurden. Gegen die Scheinehen Aus Jerusalem: Das Oberste Gericht hat in einer Rechtsentscheidung energisch gegen die Schließung von Scheinehen zwecks Erleichterung der Einwanderung von Frauen Stellung genommen, wobei das Vorgehen des Rabbinats in solchen Fällen scharf kritisiert wurde. Es wird vermutet, daß somit ein Präzedenzfall geschaffen worden ist, und daß in Zukunft Sc h e i n e h e n nicht anerkannt und die auf diese Weise illegal ins Land gekommenen Frauen ausgewiesen werden werden. Verb, d. Judenstaafszionssfen Oesterreichs Sektion Pruter, II., Erlafstraßc 5. Dienstag, den 9. d., halb 9 Uhr abends, Bibelvortragszyklus Rabbince Dr. N. Z ick er. — Freitag, den 18. d., 8 Uhr abends, Oncg Schabbat. Vortrag und Gesang. Sektion IX/XVIH, Semperstraße 19. Montag, den 15. d., halb 9 Uhr abends, Vortragsabend. Thema: »Die jüdische Situation in aller Welt." — Die Lage in Palästina* Redner: Dr. Sal. Wolf, Theodor Grubner. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32. Dienstag, den 9. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Aron Schwertfinger: „Die jüdische Situation." — Voranzeige! Samstag, den 20., Akademie und Tanz. Näheres In der nächsten Nummer der „Neuen Welt". Sektion Brigittenau, XX., Staudingergasse IG. Donnerstag, den 11. d.. halb 9 Uhr abends, Vortrag Ingenieur Franz Guttmann: „Jüdische Rasscnkundo und Schönheitsideal." Juden staatsjugend. Dienstag, den 9. d., halb 9 Uhr abends im Heim, II., Untere Augartenstraße 38, Plenarvcrsammlung, Vortrag Dr. Felix Klug: Nach der Kgl. Kommission. — Donnerstag, den 11. d., halb 9 Uhr abends, im Heim, II., Untere Augartenstraße 38, Leitungssitzung. ^«ga Weißwaren-Reste s SBäjdjesSBeben 74—80 cm, SRefte bis 6 m S —.79, —.65 ..........S—.59 garbiges 93ett3Wig 80 breit (SReftc 4—10 m)............S—.79 23ettü<fjer4Reite 2—6 m, 140 cm S 1.29, 120 cm S —.98 §o|engmbet=9Ujte 80 breit (2—8m) . . . S—.98 Waschstoff-Reste (bis 5 Meter) per Meter: JBotfe, glatten, Crepe, Httietmajje.....s —.50 Ärctonne, SBtaubtuife, ^anama, Ärepp . . . S —.59 3n&atttfjr., «Ki«s, SSelmtisfJanelt ... , . S—.69 ÄletbersStneebette, Sttetfcgrena), 80 cm . . S—.79 SßnjamaslßopeHn, 3>iwbls3e|rfj"e . . . . S —.95 Gegen den polnischen Antisemitismus Aus Radom: Der in Radom tagende Kongreß der polnischen sozialistischen Partei (P. P. S.) nahm eine Resolution an, in der die polnischen Arbeiter aufgefordert werden, gemeinsam mit allen demokratischen Elementen im Lande den Antisemitismus und seine Träger zu bekämpfen. Die nationaldemokratische Opposition und das Regierungslager, heißt es in der Resolution weiter, machen sich gegenseitig Konkurrenz im Antisemitismus. Die Arbeiterpartei aber wird es nicht zulassen, daß sich in Polen die Pogrommethoden des zaristischen Rußland einbürgern. Die auf dem Kongreß vertretene jüdische Arbeiterpartei „ßund" hatte sich bemüht, in die Resolution einen Passus hineinzubringen,. in welchem die Notwendigkeit der Bekämpfung des Zionism us, welcher „die Hirne der Arbeiter vernebelt", betont wird. Die Resolutionskommission des Kongresses aber lehnte dies ab. Eine Warnung an Polen Aus New York: Die große Tageszeitung „New York American" wendet sich in einem Leitartikel gegen „die erschreckende Hochflut eines blinden Antisemitismus in Polen". Das Blatt betont die von den Vereinigten Staaten bei der Gründung der polnischen Republik gespielte Rolle und fragt, ob Polen es sich leisten kann, sich die Sympathie Amerikas zu verscherzen, indem es sich einer „barbarischen Agitation" beugt. Die mexikanische Regierung unterdrückt die antijüdische Agitation Aus Mexico City: (J.T.A.) Auf Intervention der jüdischen Handelskammer in Mexiko gegen die vom Ausland hineingetragene antisemitische Agitation hat der Gouverneur der Provinz Modelia auf Weisung der Regierung die erforderlichen Schritte ergriffen. Gegen einen Teil der Mannschaft des Dampfers „Mexico", welcher jüdische Einwanderer aus Europa, die sich an Bord des Schiffes befanden, antisemitisch angepöbelt hat, wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet. Dabei ergab es sich, daß die Mannschaften vieler Seefahrtslinien das Objekt einer von dem deutschen Nationalsozialismus ausgehenden antisemitischen Propaganda sind. Um 6 Tage verlängert! Sfoäiualjl unb greife — hnc ttotf) niel Vorhang-Abteilung: Tupfbatiste weiß und färbig . . per Meter ab S —.36 Indanthren-Vorhangstoffe gestreift, 75 cm . . S —.65 Netz-Vorhangstoff, 150 cm breit......S 1.20 Batist-Doppelbettdecke m. Eins. u. Mot. S 9.50, S 7.80 Tisch- und Hauswäsche: Geschirru. Wischtücher 50/50 S —.39, Bodentücher .............. S —.27 Jacquard-Handtücher weiß p. Meter S —55, roh S —.39 Indanthren-Tischtücher il20/120 . S 2.90,80/80 . S 1.25 Jacquard-Tischtücher 120/120 S 2.75, 100/100 . S 1.98 Bettwaren: Tuchentbezüge glatt, 115/180 . . . . S 4.50, S Gestickte Wäsche-Garnitur (1 Tuchent, 2 Polst.) S Leintücher nahtlos, 140/200 S 2.75, 120/200 . . S Schlüpfer 120/180, S 4.75, Deckenkappen . . . S Wirtschafts-Steppdecke indanthrengeblumt . S Zu billigsten Preisen für Porzellan, Glas, Steingut, Geschirr, und Küchengeräte usw. usw. Damenkonfektion: 3:oft*Sd)oncn*SBlii|ctt (Äunftfetbe) . . . . S 2.90 COarmeufcs ober Äunitfetbenffctbcr . . . . 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V)l S 1.75 8.*G.'MotiQot, 90 cm, WlatUXa\U6<i)ottc\v . S 1.98 Ä.sSctbcnsSttftscitc, bas Sßeuefte, per STCeter S 2.50 ©repc*9nongols3mptimc, 90 cm Breit, p. 2Ji. S 2.50 ^iefclcrepc Gitc, matt, 90 cm breit, per löicter S 2.90 „QonnenQoWf%mptimcf ibeaf umfepar, p. 39?. S 2.90 ludisdie Wafeen Bundes* als Gäste sin Zirkus Busch Zu jedem Programmwechsel hat die Direktion des Zirkus Busch, der zur Zeit im Wiener Zirkus-Renz- Gebäude in der Zirkusgasse mit außergewöhnlich großem Erfolg gastiert, die jüdischen Waisenkinder eingeladen. Und jedesmal, wenn diese Einladung im Waisenhaus eintrifft, gibt es natürlich ganz große Freude. Nun ist die Einladung zum Februarprogramm eingelangt, und da diesmal ganz besondere Attraktionen die Kinder erwarten (denn nicht weniger als 20 Weltnummern, wie: Fritzi Bartoni als „Heldin der Luft"; Cavallini, die Clowns der Welt; Truzzi, Rasteiiis Nachfolger; Berbsini-Radkunst am Hochseil; fünf Bennos-Exzentrik wie noch nie; Little Zachini, musikalische Wunderkinder; Carlos-Trapezbalance und neue „Hohe Schule", Löwen-, Bären-, Elefantengruppen usw., werden gezeigt), wird die Vorstellung für die armen jüdischen Waisenkinder ein wirklich festliches Ereignis sein. Empfang luv Hubetman Aus London: Im Hause von Israel M. Sleff fand ein Empfang zu Ehren von Bronislaw Huber man statt, dem führende Persönlichkeiten der englischen Gesellschaft beiwohnten. Dr. Weizmann hob in einer kurzen Ansprache Hubermans großes Verdienst um die Musik in Palästina hervor. Er bemerkte, es sei verständlich, daß der Eindruck entstanden sei, daß das jüdische Nationalheimberelts bestehe, denn die 400.000 Juden in Palästina besitzen ein Symphonieorchester, das von einem Künstler von Hubermans Rang geschaffen und von To sc a n i n i dirigiert wurde., In seiner Antwort sagte Huberman, daß er anläßlich seines ersten Besuches In Palästina vor sieben Jahren von der großen Kultur- und Musikbegeisterung der Bevölkerung hingerissen worden sei; auf diese Weise sei bei ihm der Gedanke entstanden, ein Orchester ins Leben zu rufen. Er dankte Herrn und Frau Sieff für ihre großzügige Hilfe bei der Verwirklichung dieses Gedankens. Huberman erklärte, daß er nirgends in der Welt soviel echte und opferfreudige Begeisterung für die Musik gefunden habe, wie im jUdischen Palästina. Vortrag Kurt Sonnenfeld über „Schopenhauer — heute". Auf Einladung des „Europäischen Jugendbündnisses in Wien" spricht Dr. Kurt Sonnenfeld am Donnerstag, den 11. Februar, um 8 Uhr abends im Saal des Ingenieur -und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, über „Schopenhauer — heute" (nach seinem gleichnamigen Buch). Eine Auseinandersetzung mit Gegenwartsproblemen. Einleitende Worte: Walter Steuer. Vorverkauf beim „Europäischen Jugendbündnis in Wien", I., Augustinerstraße 8 (von 3 bis 6 Uhr), und bei den Stadtkartenbüros. Jüdische Kiinstlerspiele, II., Praterstraße 34.- Trotz des großen Erfolges der Revue-Legende „Kol Nidrc im Galuth" wurde für Freitag, den 12. Februar, eine Premiere angesetzt. Zur Auffülu-ung gelangt eine in Wien noch nicht gesehene Komödie mit Seidermann-Lerner in den Hauptrollen. Dr. Nahum (iolüimmu in Wien. Auf Einladung des Rings der Alt-Herren-Verbände der Zionistischen Verbindungen hält Dr. Nahum Goldmann (Genf), Mitglied der Zionistischen Exekutive und Delegierter der Jewish Agency for Palästina vor dem Völkerbund, einen einzigen Vortrag in Wien unter dem Titel „Schicksalsfragen des jüdischen Volke s". Der Vortrag findet Donnerstag, den 11. Februar 1. J., pünktlich halb 9 Uhr abends im Festsaale des Hotel Continental, Wien, II., Taborstraße, statt. Karten ab S 1.— bei der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz-Josefs-Kai 3, und Buchhandlung- Rath, II., Taborstraße 20 a. Jüdischer Verein „Nord-Ost". Zum zehnjährigen Bestandsjubiläum Mittwoch, den 10. d., in den „Jüdischen Künstlerspielen", II., Praterstraße 34, die Legende „Kol Nidre im Galuth" von A. Meiseis in der Premieren-« Bigeatünaer, Verleger. Hejausgebfi* uaa »ESRtÄfiltliSbeS?R»Wst«Wf! Oberbaurat Robert Stricker. Druck 5 PrwpUerel-. und Verlags-A^G, Jguaa Steinmanii, beide Wien. XXBlxerflttfttsstEaßs «^8,