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Die neue Welt · 1937-01-29 · Heft 627 (29.1.1937) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 627 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Freitag, den SM« Mattet mn tf* Jahrgang Nr* 627 V* b« b« 186 DIE NEUb Zeitung vom Verleger versendet -Journal expeoft par redlteofc" W«. Unive sitätsbiblioth« iek Wien, IT REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN{ Oestorrelch monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—} Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertel jährig Dlnlr 40.-; Buminien monatlich Lei 50.-. vierteljährig Lei 150.-; Deutschland monatlich Mark;!.—, yferteljährl« Mark 3.—; Balgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14^-j Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. ■ ,. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion U.Verwaltungt IX,Üniversitätsstr.8,Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u.Freitag PURIN««»PESSACH EREZ ISRAEL 25% ERMÄSSIGUNG auf Hin- und Rückfahrkarten vom 17. Februar bis 20. März von Triest und Genua nach Haifa mit den vorzüglichen Dampfern ,Marco Polo«, ,Esperia<, ,Galilea(, ,Gerusalemme< Auskünfte: ADRIATICA S.A. - LLOYD TRIESTINO GENERALAGENTUR Wien I, Kärntnerring 6, Tel. U-47-5-60, und Reisebüros AktDonskomBfeesSitzuiig am 13* April in Jerusalem - Aus London wird; berichtet: Die Exekutive der Zionistischen Organisation und der jewish Agency beschloß, die nächste Vollsitzung des Zionistische^ .Aktionskomitees für den 13. April d. J. nach Jerusalem einzuberufen. Der Aktionskomitee-Session sollen Beratungen des Administrative Committee der Jewish Agency folgen.* (J. T. A.) Halbmond und Hakenkreuz; Ein interview im Völkäschen Beobachter" Aus Berlin meldet die J. TV A.: Der „Völkische Beobachter" vom 23. Jänner bringt ein Interview mit dem Generalsekretär des Obersten Arabischen Ausschusses in Palästina Auni Bey Abdul H a d i. Dieser erzählte, er habe -in dem Konzentrationslager Sarafend, wo ihn die Engländer längere Zeit interniert hielten, die englische Ausgabe von Hitlers „M ein Kampf" („My Struggle") gründlich gelesen. Er fügte hinzu: „Wir Araber bewundern den Mut und die Kraft Adolf Hitlers, der die Ketten zerrißt mit denen Habgier und Sadismus das deutsche Volk fesselten. Unsere nationale arabische Bewegung hat viele Parallelen mit der deutschen." ....... Auf die Frage des Deutschen, ob sich die Sympathie der Araber auch in einer regeren Handels- Verbindung mit Deutschland auswirken werde, beteuerte Auni Bey: „Unbedingt! Gerade jetzt, wo wir alle von Juden angebotenen oder hergestellten Waren boykottieren, können sich die Deutschen ein Absatzgebiet in iVorderasien erobern, das sich lohnt, systematisch studiert zu werden." Auf die Frage, ob « eine befriedigende Lösung der Palästina-Frage erhofft werden könne, erklärte Auni Bey: „Möglich. Doch muß die Einwanderung der Juden abgestoppt und den zionistischen Expansions- "bestrebungen in Vorderasien ein Riegel . vorgeschoben werden, damit w i r es nicht zu tun brauchen. Das ist ,Punkt: I! Punkt II: Ein Verbot für Landverkauf an bilden. Punkt III: Ein nationales Parlament. Auf die Frage des Berichterstatters des „V. B.": s,Und was macht bei Ihnen der Bolschewismus?■" schnappte Auni Bey sofort ein: „Auch den verdanken wir 'den Juden. Doch kann er unter den Arabern nicht recht Fuß fassen.' Er. würde ja eine Zusammenarbeit mit den Juden bedingen, die die Träger dieser Seuche sind." Hier machte sich Auni Bey einer d i r e k t e n L ü g e schuldig. Es ist bekannt, daß die kommunistische Bewegung scharf antizionistisch eingestellt ist und vornehmlich von Arabern gestützt wird. Anläßlich der Unruhen 1029 wurde von englischer Seite eine direkte Verbindung zwischen Moskau und den arabischen Führern aufgedeckt. Auch bei den jüngsten arabischen Unruhen war die Verbindung zwischen arabischen Nationalisten und, Kommunisten offenkundig« {Anm, & Red.), Die Kgl. Kommission — ohne Judenstaatler! Der Umstand, daß gerade die Vertreter des Judenstaats-Zionismus, die Sprecher der Judenstaatspartei, vor der zur Prüfung der Unruhen nach Palästina entsandten Königlichen Kommission nicht erschienen sind, hat zu verschiedenen Gerüchten Anlaß gegeben. Insbesondere die Meldung der Jüdischen Telegraphen-Agentur, daß die* Zionistische Exekutive der Judenstaatspartei das Erscheinen vor der Kommission unter Berufung auf die „Disziplin" verboten hat und diese sich dem Verbot gefügt habe, hat großes Aufsehen erregt. Das Exekutivkomitee der Judenstaatspartei in Tel-Aviv sendet uns nunmehr nachstehende Darstellung: T e 1 - A v i v, 22. Jänner: Das Exekutivkomitee der Judenstaatspartei hatte Schritte unternommen, die es ihm ermöglichen sollten, vor der Königlichen Kommission zu erscheinen. Wir taten es in der Ueberzeugung, daß gerade unter den gegenwärtigen antijüdischen und anti -zionistischen Verhältnissen in Palästina und außerhalb, die Stimme des Großzionismus gehört werden müßte. Die bisherigen unbefriedigenden Aussagen der offiziellen zionistischen Vertreter, die in keiner Weise den elementaren Erwartungen des jüdischen Volkes gerecht zu werden vermochten, haben uns iri dieser Ueberzeugung nur noch bestärkt. Wir haben deshalb beschlössen, der Zionistischen Leitung zu melden, daß das Exekutivkomitee der Judenstaatspartei seine nationale Pflicht tun und vor der Königlichen Kommission erscheinen werde. . Gleichzeitig wandte sich das Exekutivkomitee an die. Koni gliche'. K.o mm i s.S. i ö n und teilte ihr mit, daß. wir' mdeh..'aüIT.d|7 Tagesordnung siehenden kardinalen politischen Fragen verhört zu werden wünschen, da dieselben bisher vom großzioriistischen4 Standpunkte unbeleuchtet geblieben seien. Wir haben' der Kommission unsere Ansichten nicht vorenthalten' wollen und haben ihr offen, gemeldet, daß unsere1 Vertreter folgende Fragen in ihren Aussagen besonders' berücksichtigen würden: ". 1. Die direkten und indirekten Ursachen der Unruhen in Palästina und die Passivitä t der Regierung im Anfangs- und Schlußstadium der Unruhen. . '. 2. Die Beschwerden der Judenstaatspartei bezüglich der von der Regierung eingenommenen Haltung in Fragen, welche die Ausführung der M a ndatsvorpflichtungen betreffen. 3. Die Kritik der Begierungspolitik gegenüber dem sogenannten „Höchsten Arabischen K o m i t e e", dessen bloße Existenz eine permanente und schwerwiegende Gefahr für die Sicherheit und das Leben aller friedlichen und loyalen Bürger Palästinas darstellt. 4. Die Vorschläge des Exekutivkomitees der Judenstaatspartei bezüglich einer kardinalen Reform der Regierungspolitik, die allein imstande ist, das Land zukunftshin vor Pogromausbrüchen zu bewahren. Wir haben unsere Absichten der Z i o n i s t ischen Exekutive mitgeteilt, und es wurde uns aus den anfänglichen Gesprächen mit den Exekutivvertretern klar, daß dieselben nichts gegen unser Erscheinen vor der Königlichen Kommission eüizuwenden haben würden. Es stellte sich aber bald heraus, daß unser Eindruck falsch war, denn schon Ende Dezember wurde uns offiziell mitgeteilt, daß die Zionistische Exekutive beschlossen hätte, uns das Erscheinen in der Königlichen Kommission zu verbieten, da sie befürchtete, daß die Aussagen unserer Vertreter diejenigen der offiziellen zionistischen Vertreter durchkreuzen würden. Dieser Beschluß der Zionistischen Exekutive war aber nichtimstande, uns zur Aenderung unseres Beschlusses zu veranlassen und dies aus zwei Gründen: 1. Wir hatten bereits am 18. Dezember 1936 die Königliche Kommission offiziell um das Verhör unserer Vertreter ersucht und 2. erachteten wir unser Erscheinen vor der Kommission als v i e 1 z u w i c h t i g, als daß wir uns dies durch Statutrücksichten, die hier nicht am Platze waren, nehmen lassen könnten. Das Exekutivkomitee wurde üi dieser Ueberzeugung durch viele telegraphische Aufforderungen bestärkt, die es aus verschiedenen Ländern und von verschiedenen Parteien, darunter von leitenden Stellen der Allgemeinen ZiQnisten. md des Misraebi, er-yelt. Wir sind infolgedessen nach Erhalt des Verbots seitens der Zionistischen Exekutive an "den Kömmissionsvorsitzenden Lord Peel mit dem Ersuchen herangetreten, uns den Termin unseres Erscheinens angeben zu wollen. Wir erhielten darauf die telegraphische Antwort, daß nach einer Beratung der Kommissionsmitglieder beschlossen wurde, der; Judenstaatspartei die mündliche Aussage zu verweigern, und uns nur das bloße Recht zu lassen, ein schriftliches Memorandum, das aufmerksam studiert werden würde, einzureichen. . Das E.-K. hat aber nach reiflicher Ueberlegung einstimmig beschlossen, diesen Vorschlag der Kommission mit Dank zurückzuweIsen, da es nicht unsere Absicht war, das Dokumentenarchiv der Kommission, das nie das Licht der Welt erblicken wird, noch zu bereichern. Daraus ist zu ersehen, daß das seinerzeitige J.-T.-A.-Telegra.mm bezüglich der angeblichen Unterwerfung unserer-Parteiexekutive unter das unzulässige V e r.b o t der Zionistischen Leitung den Tatsachen, nicht , entsprochen hat. * ' - ' Im Zusammenhang damit hat das E.-K. ein. Kommunique an die palästinensische Presse versandt, in welchem es nach Darlegung des Sachverhaltes u. a. heißt: „Am 15. Jänner 1937 lief die Antwort des Sekretariats der Königlichen Kommission ein, daß die Kommission bereit wäre, ein schriftliches Memorandum der Judenstaatspartei entgegenzunehmen, aber nicht in der Lage sei, die Zeugen mündlich zu verhören " Das Exekutivkomitee der Judenstaatspartei. hat nicht die Absicht, diese Antwort, die von einer klaren Einseitigkeit Zeugnis ablegt, auf ihre Bedeutung zu prüfen. Wir müssen aber betonen,, daß. zu unserem größten Erstaunen auch die Zionistische Exe« kutive einen sehr zweifelhaft enWeggew ä h 11 h a t, der geyeignet ist, die Zionistische Organisation zu schwächen und den Kontakt zwischen ihr und der jüdischen Oeffentlichkeit noch mehr zu lösen. Di© jüdische Oeffentlichkeit in Palästina und außerhalb war an der separaten Aussage der staatszionis t i s c*h e n O p p o s i t i o n in Fragen, die den Zionismus und, den Jischuw betreffen, und zwar: bezüglich des in Palästina herrschenden Regimes, der zionistischen Endziele, jüdischer Legion, usw., höchst interessiert. Daraus folgt, daß sowohl die Königliche Kommission als auch die Zionistische Exekutive in gleicher Weise darauf hingearbeitet haben, die zionistische Opposition ihres Rechtes, vor der Peel-Kommission den Protest der jüdischen Oeffentlichkeit gegen die palästinensische Administration und gegen die antizionistische Reglerungspolitik vorzubringen, zu berauben." ■!.; SyCifoZ-:nr*.?---'s-r Sn^ee^ $idn e y YftfTcy "EttlTZ f iü: ¥. PER AtlFRECENMU FHM SEIT JÄHREN WAtf^Agl^ BRUCE <A&OTJmK WALTER BkE«JriM4 ■fliÜ'Tf ... :© OPERN..

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