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Die neue Welt · 1937-01-15 · Heft 623 (15.1.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 623 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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r. bis vom 15. Jänner 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 MaftacaU BacscUatU B&, femia 46 „Das Wort, da« der Herr zu dem Propheten geredet hat, als Nebukadnezar, Kön>.; von Babel, hinzog, um Aegypten zu erobern. Verkündet in Aegypten und ruft an» in Mlgdal, ruft auch aus in Nof und in TacH" panehes, sprecht: Stelle dich auf und richte dich zum Verteidigungskampf, denn das Schwert frißt um dich her. Warum ist deine Heldenschar gestürzt? Sie hielt nicht stand, denn der Herr Warf sie nieder/ Viele sttlrzeii, einer füllt über den anderen, und sie sprechen: Auf, lasset uns zurückkehren zu unserem Volke und in unsere Heimat vor dem grausigen Schwerte. Seitdem nennt man Pharao, den König von Aegypten, Prahler, denn er hat stets die Zelt Versäumt. So wahr Ich lebe, spricht der König, Herr Zebaoth ist sein Name, daß Pharao etwa wie der Tabor unter die Berge und wie Karmel in das Meer heranziehen wird. Bereite die Geräte zur Auswanderung, o Einwohnerschaft von Aegypten; denn Memphis wird öde werden» verwüstet und seiner Einwohner beraubt. Der allerscliönste irarse Aegypten, vom Norden her wird dir das Joch auferlegt werden. Auch den Söldlingen, die bei ihm sind» ergeht es wie Mastkälbern; auch sie wenden sich und fliehen alle, sie halten nicht stand; denn der Tag ihres Sturzes kommt über sie, die Zeit, wo es an ihnen geahndet wird. Ihre Stimme gleicht dem Wimmern einer Schlange, denn mit Kriegsmaoht ziehen sie heran und mit Aexten kommen die Feinde über sie wie Holzhauer. Sie hauen ihren Wald um, sei er auch undurchdringlich; obgleich nie zahlreicher als Heuschrecken, obgleich sie zahllos sind. Zuschanden geworden ist die ägyptische Nation, sie ist in die Hand des nordischen Volkes gegeben..." „Es spricht der Herr Zebaoth: Ich ahnde an Amon von No, an Pharo und an Aegypten, an ihren Göttern und ihren Königen, an Pharao, und an allen, die auf ihn vertrauen. Ich gebe sie in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten, in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel» *und seiner Diener..." ,,Du aber fürchte nicht, mein Diener Jakob, zage nicht, o Israel; denn ich errette dich in der Ferne und deine Nachkommen im Lande ihrer Gefangenschaft. Jakob wird zurückkehren und ruhig bleiben und sorgenlos, niemand soll ihn stören." »Fürchte nicht, mein Diener Jakob, denn ich bin mit dir. Wenn ich auch alle Völker, unter die ich dich verstoßen habe, vernichte, dich vernichte ich nicht." Die Juden in Finnland In der Züricher „Jüdischen Pressezentrale" schreibt der ' öberrabbiner von Finnland, Dr. Simon F* e d e rbusch, Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees: In Finnland, das bis zürn Jahre 1808 zu Schweden gehörte und dann von Rußland erobert wurde, bestand früher ein Verbot der Ansiedlung von Juden. So kommt es, daß bis zum Jahre 1827 in Finnland keine Juden lebten. Aaron Isaak, der erste Jude, der in Schweden lebte, hinterließ in deutscher Sprache die sehr bekannt gewordenen Memoiren, in denen er berichtet, daß er während des russisch-schwedischen Krieges im Jahre 1808 häufig in Finnland weilte, aber dort keine J u d e n antraf. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erließ dann Zar Nikolaus I. eine Verordnung, wonach jede jUdische Gemeinde eine Anzahl Kinder im Alter von neun Jahren für militärische Zwecke zur Verfügung zu stellen hatte. Diese Kinder würden dann nach Sibirien verschickt, wo sie unter Bauern verteilt und auf diese Weise dem Judentum entfremdet wurden. Im Alter von 18 Jahren kamen dann diese Jugendlichen, die . zur Taufe gezwungen wurden, zur Armee und hatten eine Dienstzeit von 25 Jahren zu absolvieren! Auf diese Weise wurden etwa 70,000 jüdische Kinder unter seelischen und physischen Qualen zu „Kantonisten" oder , ,,N i k o 1 a i - S o 1 d a t e n" gemacht. Trotz dieser Marter zogen es Tausende von jüdischen Kindern vor, den Tod statt der Taufe zu wählen. Der russische Schriftsteller Herz schildert die herzergreifenden Szenen von der gaueamea Behandlung dieser Kinder. Auf diese Weise, durch solche Maßnahmen, glaubte Zar Nikolaus, das Judentum in Rußland ausrotten zu können. Eine beträchtliche Zahl dieser Soldaten, die ihrem Glauben treugeblieban waren, dienten in der Garnison - von Helsingfors. Es wurde dann ein Gesetz erlassen, wonach die ausgedienten jüdischen Soldaten in Finnland WohnroQht erlangten. Das waren die ersten Juden, die sieh in diesem Lande ansiedelten, und sie wurden die Gründer der jüdischen Geraeinschaft von Finnland. In Finnland leben jetzt rund 2000 Juden, davon 1200 in Helsingfors. Die wichtigsten jüdischen Zentren Finnlands sind neben Helsingfors, das 1200 Juden zählt, Abo und Wiborg, die auch dem Oberräbbinat unterstellt sind. In diesen Gemeinden blüht jüdisches Leben. Die Juden Finnlands sind vorwiegend zionistisch eingestellt und zeichnen siel» durch Freigebigkeit für nationale und karitative Zwecke aus. Besondere Aufmerksamkeit wird der jüdischen Bildung zugewandt. Bs besteben in Helsingfors beispielsweise eine hebräisch-finnische Volks- und eine Mi11elschule, die fast von 90 Prozent aller jüdischen Kinder frequentiert werden.' Die einzige zionistische Monatsschrift, die f.Hatlswah»,! erscheint in. schwedischer Sprache, Hie wieäet w'Men zehntausende jüdische Familien in Wien und in der österreichischen Provinz zu PESSACH irgend eine andere in-oder ausländische Sorte Mazzoth, Mazzolh- Gries öder Mazzoth Farvel als die seif mehr alt 40 Jahren so beliebten SCHMIDLMAZZOTH »SchmidltMasxoth« sind eine wunderbare Delikatesse von besonderem Wohlgeschmack. »Schmidl*Mazxofh« werden aus nur allerfeinstem Weizenmehl erzeugt. »Schmidt'Maroth« werden in peinlichst sauberen modernsten Fabriksräumen erzeugt. »SehmidbMazzoth« sind verläßlich streng kosdter Zentrale: . N. 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Maestro Toscanini hat den Beschluß gefaßt, im November zu uns zurückzukehren, und das ist ein Ehrengeschenk nicht nur für das Orchester, sondern auch für den ganzen Jischuw. Jeder, von uns darf darauf stolz sein, daß er durch seine; erhabene Begeisterung zu dem glänzenden Erfolg des Orchesters beigetragen hat, die Mitarbeit. des größten Dirigenten der Welt auch für die Zukunft.zu erreichen. Hierdurch hat mir der Jischuw den größten Lohn, den ich mir nur wünschen konrite, > gewährt und mir die. Möglichkeit gegeben, meine Bemühungen für. die weitere Entwicklung des palästinensischen Orchesters fortzusetzen. Ich möchte meine besondere Anerkennung der Arbeiterschaft des Landes aussprechen, die ein Maß von Musikverständnis bewiesen hat, wie ich es noch in keinem Lande der ganzen Welt vorgefunden habe. Ich hoffe, daß der geistige Genuß an unseren Konzerten ihnen das Joch ihrer schweren Tagesarbeit erleichtern wird. Ich möchte allen danken, die mir dabei geholfen haben, das Orchester zu schaffen, insbesondere dem Orchesterverband in allen Städten Palästinas. Die Mitgliederzahl des Verbandes hat eine Höhe erreicht, die im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer ihresgleichen nicht hat in irgend einem anderen Lande. Ich hoffe, daß diese Anteilnahme von Jahr zu Jahr steigen wird. Zu meinem Bedauern ist der Augenblick gekommen, in dem ich das Land verlassen muß, um meinen künstlerischen Verpflichtungen in anderen Teilen, der Welt nachzukommen und weitere Freunde für mein Lieblingskind, das palästinensische Symphonieorchester, zu finden. Für die Zelt meiner Abwesenheit lasse ich mein Werk der palästinensischen Oeffentlichkeit zurück, in der Ueberzeugung und im Vertrauen, daß sie es hüten, nicht vernachlässigen und nicht.ohne Hilfe und Schutz lassen wird. Mit dem Ausdruck meines Dankes nehme ich von allen Abschied und sehe schon jetzt sehnsüchitg dem Tage meiner Rückkehr entgegen, die noch in diesem Jahr erfolgen wird." Sitzung der neuen Repräsentanten- Versammlung in Berlin Aus Berlin: Die neugebildete Repräsentantenversammlungr der ' Jü d is c h en Gemeinde Berlin hielt am 10. Jänner d. J. ihre erste Sitzung ab. Direktor Heinrich Ötahl eröffnete in seiner Eigenschaft als kommissarischer Wahlleiter die Sitzung. Von den 41 Repräsentanten waren 36 anwesend. An der Spitze der Religiös-liberalen Fraktion saß deren neuer Vorsitzender Wilhelm Marcus. Die Fraktionen auf der zionistischen Seite des Hauses waren noch nicht gebildet, an ihrer Spitze saßen die Herren Dr. Klee und Rechtsanwalt Kozower. In der Mitte zwischen beiden Flügeln haben die Vertreter des konservativen Judentums, Professor Eugen Mittwoch und Adolf Schoyer, Platz genommen. Heinrich Stahl eröffnete die Sitzung mit einer programmatischen Ansprache. Durch Akklamation wurde das Präsidium der Versammlung in der bisherigen Zusammensetzung (Vorsitzender Rechtsanwalt Heinrich Stern, erster stellvertretender Vorsitzender Rechtsanwalt Philipp Kozower, zweiter stellvertretender Vorsitzender Doktor London; Schriftführer Dr. Guttmann und Doktor Sadger) gewählt. Heinrich Stern gedachte der Verstorbenen und verlas die lange Liste der durch Auswanderung ausgeschiedenen Gemoindevertreter. Von den 36 anwesenden Repräsentanten gaben 35 ihre Stimmzettel für Direktor Heinrich Stahl ab, ein Zettel war unbeschrieben. Damit ist der bisherige Gemeindevorsitzende (der unbeschriebene Stimmzettel war wohl sein eigener) wieder gewählt. Nacheinander wurden darauf Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Adolf Schoyer, Moritz R o s e nt h a 1, Direktor Georg K a r e s k i, Karl Fuchs und Dr. S u 1 z b e r g e r als Gemeindevorsteher mit großer Mehrheit wieder gewählt. Damit ist der Vorstand der Gemeinde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt worden. (J. T. A.) „JU G E N D FÜR WINTERHILFE HO NACH ER Samstag. 30. Jänner, 23 Uhr «I Veranstalter: PROGRAMM: Die Ronacher-Sensationen der zweiten Jännerhälfte, ferner: Rita G'.org Sonja Uwkowa Fritz Grünbaum Max Brod Karl Farkas Fritz Strehlen Martin Niller Conference: Josef Paar Barstülperl Ueberrasohungen Tanz 3 Melo-Parodisten 8 Makkabi boys The 14 musical boys ifjttaitclter Klub der lungert" (J. K. J.) unter dam PioteMorat das Präsidiums dar Kuitusoememde •& .....Das aeinertragn!» Klent zur Qöme dein wlnt«r|HiMfon«s der isr. Kuitusgemeinde xu KärUn von 8 äuf*Hrtit Jüdlsoh^i KUltürstÄlW, I., yranz-Josefs^Cal 3 <R*28-3-86), Zionistischer Landesverband. I.. Marc- AureJ-atraße S <U-23*M1). Kartensentrale. I.. Graben »8. KonzertDirektion Bernard, I., ßohwarzenbergpiatx i (u-17-2^3), und J. K. .T.. I.. Goiasehmlodgasse 0. * .

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