Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 621 (8.1.1937)
- Date
- 1937-01-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 621 vom 8. Jänner ^937 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, III Samstag XL, Zenitalfriedhof, neb, d. 1. Tor. \\\ geschlossen Iü&*che§ Kulturtheafer Wien, I., Franz-Josefs-Kai 3, Tel. R-28-2-36 Täglich 20 Uhr: Scholem Alejchems Komödie „Schwer «ii sein ein Ju d"% deutsch von Jakob Rosenthal, in der Regie von E. Jubal. Sonn- und Feiertag, 15 Uhr 30, Nachmittagsvorstellung „D 1 e Grenz e", bei kleinen l'i-eisen. Josef Kamen am Vorlesepu!« Das Wiener Publikum hat selten Gelegenheit, einen jiddischen Rezitator vc-tn Range Josef Kamens am Vorlesepult zu sehen; einen Rezitator, der vom Theater herkommt und daher die dynamische Art der Stimme und Geste nach den Möglichkeiten der Bühne formt. Der erstklassige „Wilnaer", Gestalter so vieler interessanter Figuren wie Joschke („Sänger seiner Trauer"), Herscheie („Herscheie Ostropoler"), Rabbi („Tag und Nacht") u. a., hat an seinem letzten Wiener Abend, den er „Theater ohne Schminke" nannte, an die Galerie seiner Bühnenfiguren Dichtungen angereiht, welche fernab vom Theater liegen: Einen Dialog von Scholem Alechem, eine Groteske von Perez, ironische Skizzen von Nadir. Kameng Kunst gelingt es, die Vielfalt lebendig, die Zwischen- und Untertöne klingend zu machen, durch geniale Nuancierung Kontraste zu packender Wirkung zu bringen. Ein im Grunde mehr heiteres, dem Humor zugeneigtes Temperament, beherrscht Kamen das ganze Register eines echten Komödianten und eines echten Rezitators. Am Vorlesepult stellt Kamen eine seltene Spezialität dar. .; Man wurde nicht müde, ihn zu. hören. Der stürmische Erfolg war der Ausdruck von Anerkennung und Dankbarkeit für den genußreichen Abend. — ld. Sascha Fiderer Bei seinem am - Sonntag, den 10. d., statfindenden Liederabend (im Jüdischen Volkshcim, II., Untere Augartenstraße 38), bringt Sr Fiderer ein Programm von selten gehörten Liedern in bunter Reihenfolge. Dichtungen von Kästner, Wedekind, Awigdor, Hamelri, 31. L. Halpern usw. musikalisch neugeformt sowie chassidische Gesänge und heitere jiddische Volkslieder werden, nach den bisherigen Leistungen zn schließen, In Fiderer einen Interpreten von Qualität finden. Der Abend wird durch eine lebendige und dabei sachliche Conference des Sängers eingeleitet. Kurt Sonncnfelds Roman „Der Poseur". Der satirische Gegenwartsroman wird im Europäischen Verlag, Wien-Leipzig, erscheinen, in dem soeben das fünfte bi3 achte Tausend seines zeitkritischen Buches „Schopenhauer — heute" erschienen 'ist. Kammerspiele. „Backhendl" heißt das neueste Lustspiel des momentan sehr in Mode stehenden B u s-F e k e t e. Durch einen scheinbaren Irrtum des Matrikelbeamten wird eine junge Ehe wieder (aber auch nur scheinbar) ungültig und der junge Ehemann nicht das Ehejoch, sondern auch eine ausgiebige Schwiegermutter rasch wieder los. Durch Eifersucht aufgestachelt, kehrt er reuig wieder in die Arme seiner jungen Frau zurück. Zu alldem stellt sich heraus, daß die Ehe doch rechtskräftig war. Jedenfalls hat man Gelegenheit, sich zwei Stunden lang zu amüsieren. Wozu auch, die famose Besetzung sehr viel beiträgt: Man stelle sich vor: Gisela Werbezirk als Schwiegermutter, die sich sehr energisch in die junge Ehe einmischt, Oskar Karlweis als junger Ehemann, und zwischen beiden die entzückende Hortense Raky als kleine Frau. e. kr. Der Jüdisch-Akademische Philosophenverein veranstaltet am 10. d. seinen nächsten 5-Uhr-Tee im Verbandsheim der „Judäa", IX., Alserstraße 26, unter Mitwirkung von Ing. R. Müller, Paul Siegner, M. Menzel. Jazz . der zion. Bezirkssektion XVIII. Der humanitäre Verein der.Lemberger in "Wien, der seit 26 Jahren auf dem Gebiete der Fürsorge ganz besonderes geleistet hat, veranstaltet am 16. d. im Hotel Continental einen großen Abend, verbunden mit Akademie und Tanz, und ladet er die Freunde und Gönner ein, an diesem Abend zahlreich teilzunehmen. Karten im Caf<§, Franz-Josefs-Kai -15, Tel. U-25-303. Der Verein Greisenhilfe „Granbrüder«' (Obmann S. Altmann) veranstaltet am 16. d., 11 Uhr nachts, im H e 1 i o s - K i n o, II., Taborstraße 36. eine Wohltiitigkeitskinovorstellung, deren Reinerträgnis dem Fonds zur Unterstützung armer Greise zugeführt wird. Der Vorstand bittet, mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck der Veranstaltung, sich rege an diesem Abend zu beteiligen und durch den Besuch zu unterstützen. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß die diesjährige Winterhilfsaktion am Montag, den 25. d., 4 Uhr nachmittags, im Vereinslokal, im Cafe* Nizza, Wien, II., Taborstraße 60, stattfindet. Spenden wollen gütigst auf das Postsparkassen-Konto Nr. 117.707 Uberwiesen werden. Jugend für Winterhilfe. Der Jüdische K'ub der Jungen (J. K. J.) veranstaltet am Samstag, den 30. d., unter dem Titel „Jugend für Wint-rhilf e" eine Ballnacht im Ronacher, dessen Reinerträgnis zur Gänze dem Winterhilfsfonds der Israelitischen Kultusgemeinde zufließt. Das Protektorat Uber diese Veranstaltung hat das Präsidium der Kultusgemeinde übernommen. Das Programm der Veranstaltung sieht das komplette Ronacherprogramm der zweiten Hälfte Jänner vor, ferner eine Anzahl der besten jüdischen Künstler. Anschließend Tanz. Das genaue Programm wird veröffentlicht. Kinderbekleidungsrcst «1er „Brüderlichkeit". Letzten Sonntag fand im Mannorsaal des Hotel National die Bekleidungsfeier des seit dem Jahre 1923 im Rembrandt-Sprengel so segensreich wirkenden Jüdischen Wohltütigkeitsveveines „Brüderlichkeit" statt, bei welcher 72 Kinder bekleidet, bewirtet und mit Lebensmittelpaketen beteilt wurden. Der abwechslungsreiche künstlerische Teil des gelungenen Programms wurde durch die Kleinen selbst und durch die Chorknaben Oberkantors Fränkel bestritten, nachdem der zur 13. Jahreswende seiner Obmannsfunktion durch den Gründer des Vereines Herrn J. Morgenstern begrüßte Herr M. Grünwald dem Vorstande, dem Damenkomitee und allen Spendern und Gönnern des Vereines, mit den Herren Nathan Brodetzky und Joachim Deutsch an der Spitze, namens der beteilten Kinder und der erfreuten Eltern den innigsten Dank verdolmetschte. Der Erste Wiener Jüdische Tnrnverein Makkabi, Wien, IX., Liechtensteinstraße 20, veranstaltet Samstag, den 9. d., 8 Uhr abends, im Cafe „Altes Rathaus", Wien, I., Wipplingerstraße 24, ein Gosellschaftsabend mit Tanz. (Normale Konsumationspreise, bescheidener Regiebeitrag!) Gäste herzlichst willkommen! Histadruth Ivrith. Samstag, den 9. d., 8.30 Uhr abends, spricht im Vortragssaale des Caf6 „Central", IL, Taborstraße 8, Simon Bloch über: „Schcelath hajediah wehabechirah." Vorher, um 6.30 Uhr abends, Bibelseminar (Dr. Schächter), 7.30 Uhr, Literaturseminar (Auerbach). Hilferuf des Hilifsverhandes der jüdischen Blinden! Wien, II., Rembrainltstraße 18, Tel. A-47-2-77, Postsp.-Kto. 133.213 Jüdische Frauen und Männer! Nahezu 150 jüdische Blinde sind heute mehr denn je auf Ihre gütige Hilfe angewiesen. Der Winter mit allen seinen Härten verschärft das ohnehin schon schwere Los der Bedauernswerten um ein Bedeutendes; die Lage ist trostlos. Um die Aermsten der Armen unseres Volkes vor der äußersten Verzweiflung zu schützen, erlaubt sich die gefertigte Vereinslcitung um Geld- und Klcidcrspendeii ganz ergebenst zu bitten. Tüchtige Musiklehrer, Klavierstimmer, Sessclflechter und Bürstenmacher sind auch unter unseren Blinden, welche um Arbeit bitten! Im Namen der Humanität bitten wir, diesen Zeilen ganz besondere Beachtung zu schenken. SkgvFiilk. m m Allen . . . . dieser elegante, moderne Boxcalf-Herrenschuh mit Crouponsohle um Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 8. Jänner 1937, werden bei den um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: V., Siebenbrunnengasse 1 a, Rabbiner Dr. M. G. Mehrer; VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; IX., Müllnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIII., Eitelbergergasse 22, Rabbiner Dr. M. Lewin; XV., Turnergasse 22, Doz. Dr. H. J. Zimmels; XVI., Huhergasse 8, Rabbiner D. J. M. Bach; XLX., Dollmergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. Samstag, den 9. Jänner 1937 beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärungen: XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienste: 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (innen). Samstag, den 9. Jänner 1937, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2., 9. < und 20. Bezirk. Samstag, den 9. Jänner 1937, um i/45 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen, LX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Das Gemeindeblatt schreibt über Marion Koegel unter anderem: ... Es war eine Freude, wahrzunehmen, wie wahres Genie sich Bahn bricht . .,. Das Haus war voll und wollte dauernd Zugaben, bis dann endlich das „Kaddisch" alle Seelen von neuem mit Vergessen und Vision erfüllte. Platte Nr. 1110, a) A jiddische Mamme (Yellen und Pollack), b) Awrumale Melamed (Volkslied). Platte Nr. 1111, Kaddisch (Robitschek und Stransky), L'kowed dem heiligen Schabbes (Volkslied). Diese und alle anderen jüdischen und hebräischen Schallplatten sind im Grammophon- und Radiohaus „Excelsior", Wien, I, Franz- Josefs-Kai 15, lagernd. Katalog gratis. Uesimmd BilM ßestrenommierie Küche REICHHALTIGE MENÜSäS 1.90 UND 2.60 SCHWECHAIE8 BRÄU ll,Hammer-Purgstall-Gasse 3 (nädist SalzIorbrDdte) •TbU-41-D-?.1 WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5697 Jänner »ap-ro» - rsnn Tebetb-Schebath Freitag 8 25 Sabbateingang 4.15 Samstag 9 26 Sabbatausgang 5.10 Sonntag 10 27 Montag 11 28 Dienstag 12 29 Mittwoch 13 1 »in w»n Donnerstag 14 2 EMPFEHLENSWERTE FÜR MEIN Restaurants, Cafes etc. Cafe Abbazia, IL, Ausstellungsstraße 1, Tel. R-44-5-58. Warme und kalte Küche. Bier vom Faß. Klubzimmer. Samstag u. Sonntag Konzert. Musikschutz frei. A. Barschak, H., Große Schiffgasse 8. Streng ">»a Vorzügliche Küche. Billige Preise; Cafe Beethoven, I., Universitätsstraße 11, Tel. B-43-508. Erstrangiges Bendezvous gutbürgerlicher Kreise. Kaffee-Bestaurant „De France". I., Schottenring 3, Tele« phon A-16-3-74. Erstklassige Küche. Billige Preise, Saal und Klubzimmer zu vergeben. KrystaU-Cafe, I., Aspernplatz 1. Tel. ü-14-5-50, 0-14-5-51. Elegantes, billiges Großcafe. Warme Speisen. Cafe Edison, VIII., Alserstraße 9 (Käthe Seidmann), Tel. B-43-0-47. Kalte und warme Küche. Bier vom Faß. Billige Preise. Saal und Klubzjmmer abzugaben. Caf6-Bestaurant Espresso, i., Rotenturmstraße 1. Inter« nationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Hotel Cafe-Bestaurant Excelsior, 1„ Rotenturmstraße 24. Ganztägiger Restaurationsbetrieb. Bier vom Faß. Elsen, Feinwurst und Selchwaren UM, I., Schwedenplatz l, II.. Praterstraße 33, Prater-Hauptallee, VII., Neubau« gasse 15, Baden bei Wien. Cafe" Fürstenhof, IL, Praterstraße 25, Tel. R-48-2-B8 (Leo Meixner). Erstklassige Abendmenüs von S 1.— aufwärts. Cafe-Konditorei Weumann, II.. Gredlerstraße 2 (Telephon A-42-3-81), III., Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Neugröschl, II., Lillenbrunngasse 12, Telephon Nr. A-48-5-86. Renommierte Küche jüdischer Spezialitäten. Cafe" National, II., Taborstraße 18. Caf6 Nizza, II., Taborstraße SO (Alfred und Gustav Faschkes), Tel. R-40-5-76. Bürgerliches Famillencafö. Nizza-Menü und Nizza-Platten. Zivile Preise. Cafe Rotunde, II,, Ausstellungsstraße 23, Tel. R-45-3-65. Bester Melnl-Kaffee. Caf6 Schottentor, 1., JDr. Karl-Luegerring 10. Telephon U-26-5-90. vls«ä-vls der Universität Caf6 Hotel Silier, I., Schwedenplatz 3. Bester Schlagoberskaffee, Spezialitäten in Gefrorenem. Bestaarant „Spritzer", früher „Rotel National", Jetzt IL, Hammer-Purgstallgasse 7. Vorzügliche Wiener und internationale Küche, Tel. A-45-5-42. Schweden-Caf«, I., Schwedenplatz 1, Tel. U-23-5-75. Alle In« und ausländischen Zeitungen. Moderne Billards,'Bridgesalon. Hotel-Bestaurant „Stephanie", IL, Taborstraße 12. Vor* zügllche Wiener Küche. Speisen am Rost Menü ab 8 1.60. Täg. Heb frische Fische. Cafß Johann Strauß (ehemals Residenz), I., Franz-Josefs- Kai 31. Kalte und warme Küche. Erstklassige Weine, Bier vom Faß. Bridgesalon, Schachzimmer, Blllardsalon. Asphaltkegelbahn und Klubräume. „Vejsetaxla" Cafe-Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, IL, Obere Donaustraße 89 a, Telephon A-48-8-71. „Wlenea" Restaurant, IL, Ob. Donaustraße 91, Telephon Nr. A-41-4-78. Jüdische Spezialitäten und vegetarische Speisen. Maria-Thereslen-Stfiberl, L, Maria-Thereslen-Str. 4. Küche des Hotel de France. Täglich ab 20 Uhr Musik und Gesang. Heilanstalten, Bäder etc. Hellanstalt „Thermia", 1., Franz-Josefs-Kal 1, Telephon Nr. R-29-1-37. Behandlung von Ischias, Gicht, Rheumatismus, alle physikalischen Prozeduren. Tschias-Schnellkuren. BrUnnlbad, IX., Borschkegasse 4 (Lazarettgasse 20/22), Tel. A-20-0-53. Heißluft-, Wannen- und Schwimmbäder. Erstklassiger Schwimmunterricht. Ganze Woche geöffnet. Bekleidung, Stoffe, Seide, Textil, Hüte Josef Saul Chajes, IL, Hollandstraßo 11, im Hofe, Telephon A-48-4-57. Reichhaltiges Sortiment in Woll-, Seiden- und Waschstoffen. 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