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Die neue Welt · 1936-12-01 · Heft 613 (1.12.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 613 (1.12.1936)
Date
1936-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 613 vom 1. Dezember* 1936 meistens nur für das Ausland bestimmt sind, als bloße Augenauswischerei. Und die Juden? Wie verhält sich nun das jüdische Volk außerhalb Deutschlands zu dem Einbeziehen des ,Rassenstandpunktes' in die Musik, zu den Verunglimpfungen, der Diskreditierung und Ausschaltung von jüdischen Musikern, von Werken jüdischer Komponisten? Die meisten füllen ruhig in Scharen die Konzerte, Opern und Operngastspiele der verantwortlichen deutschen Musiker — als ob in diesen drei Jahren nicht das geringste geschehen wäre — und verharren weiter auf dem, unter anderen Umständen gmviß einwandfreien Standpunkt, daß Kunst mit Politik nichts zu tun hat. Diese .liberale' Einstellung gewisser Kraise stellt im gegenwärtigen Augenblick eine vollkommen verfehlte Auffassung dar und ist eine verhängnisvolle Selbsttäuschung. Der Kampf ist uns aufgezwungen, mit dem Messer in der Hand und einem Marterlager im Hintergrunde. Dies diktiert uns unser eigenes Handeln. Oder sollen wir noch weiter stille, duldsame .Beobachter aus der Ferne' bleiben? Aus Selbstachtung und in Wahrung der Würde unseres Volkes haben wir dem Vernichtungskampf, der gegen uns geführt wird, auf allen Gebietend mit Energie und fester Haltung: zu begegnen. In einer Zeit, da uns Juden derart scharf zugesetzt wird, ist die Verpflichtung der Gesamtheit gegenüber dem Einzelnen notwendigerweise ebenso groß und unerläßlich, wie die des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft. Wir sind am Schicksal der jüdischen Musiker heute in gleicher Weise beteiligt und müssen, über alle individuellen Meinungsverschiedenheiten hinweg, uns mit ihnen - solidarisch fühlen." ' letzte Nadiridifen aus Palästina Gemeinsame Aktion jüdischer und arabischer Lokomotivführer P a 1 c o r meldet aus. Jerusalem: Die bei der Palästina-Eisenbahn angestellten jüdischen und' arabischen Lokomotivführer haben beschlossen, einen gemeinsamen Protest gegen die Verlängerung ihrer Arbeitszeit von 48 auf 60 Stunden pro Woche einzureichen. t Emir Abdullah und die Araberführer Emir Abdullah, der sich gegenwärtig in Jerusalem aufhält, gab ein Diner, bei dem die Mitglieder des Arabischen Obersten Komitees zugegen waren. Die Abendmahlzeit nahm er im Hause von Auni Abdul Hadi ein, wobei die Frage des Boykotts der Kgl. Kommission das Gesprächsthema bildete, i Araber gegen eine elektrische Eisenbahn Tel-Aviv— Haifa „Al-Liwa" erklärt, daß die Durchführung des Planes einer elektrischen Eisenbahn zwischen Tel-Aviv und Haifa, die durch die jüdischen Siedlungen gehen würde, den Ruin, vom Jaffaer Hafen.bedeutet. Sarona gegen Einschluß in die Grenzen Tel-Avivs Die deutsche Kolonie Sarona hat beim High Commiesiener und beim deutschen Konsul Protest gegen die Einbeziehung Saronas in den Verwaltungsbezirk Tel-Avivs eingelegt. Kommunistische Propaganda palästinensischer Araber Aus Jerusalem: Aus Jaffa wird eine verstärkte kommunistische Tätigkeit arabischer Extremisten gemeldet. Kommunistische Agitatoren werden über das ganze Land ausgesandt, um die arabischen Arbeiter gegen die Juden zu organisieren. (J. T. A.) Tel-Avivcr Anleihe zurückgezahlt Aus Tel-Aviv: Die Stadtgemeinde Tel-Aviv hat vor einigen Tagen die letzte Rückzahlung auf die ihr 1929 von der Barclays Bank gewährte Anleihe von 41.500 Pfund geleistet. (J. T. A.) Ein halbes Jahr Hafen Tel-Aviv Aus Tel-Aviv: Der Hafen von Tel-Aviv besteht nunmehr bereits ein halbes Jahr. Ein jugoslawisches Schiff hat als erstes am 19. Mai seine Ladung im Hafen von Tel-Aviv gelöscht. Damals verfügten die jüdischen Bootsleute nur Uber einen Leichter und ein kleines Motorboot, das sie entliehen hatten. Im Laufe dieses ersten halben Jahres ankerten vor der Reede von Tel-Aviv 69 Fracht- und Personendampfer und 20 Segelboote. 25.193 Tonnen Ladung wurde in diesem Zeitraum gelöscht. Heute arbeiten im Hafen von Tel-Aviv 120 Bootsleute, 70 Packer, 110 Träger, 40 verschiedene Facharbeiter und 80 Chauffeure, außerdem zahlreiche Beamte des Hafens und der Schiffsagentur, per Gesellschaft, die das Verladen und Ausladen im Hafen besorgt, stehen heute 24 große Boote und 3 Motorboote zur Verfügung. Demnächst aollen noch 18 Boote mit 25 Tonnen Fassungskraft und 3 starke Motorboote in Dienst gestellt werden. (J. T. A.) ju SCHIFFMANN ^A&iietv Waschstoffe, Samte: Sport-Flanelle, stropazfähig, per m..... S —.59 Kretonne, Blaudrucke, Wäsche-Flanelle uni . . S —.?9 Schottenu. Streif-FIanello f. Blusen u. Pyjamas S —.98 Trachten-Dlrndl-Krctonne, Markenware, p. m . . S —.98 Vcloursfianelle, zarte Blumenmuster f. Kleider S 1.18 Winterdirndl-Stoffe, lebhafte, gewebte Schotten S 1.50 Schwerer Noppen-Tweed, f. Kleider, Markenware S 1.50 Boucte-FIanelle, Blumendessins, 80 breit . . . S 1.75 Mode-Diagonal, zarte Dessins, kleine Fehler . . S 1.75 Blumen-Double-Velourc, schwere Winterqualität S 1.98 Köpei'-Kleider-Samt, S 3.90, Waschsamt-Imprime S 1.50 Qrttttfttttffifftltftft *flrlfcr obcr ßfl*f»ß"flcn, um Q flUWCn'glfllUfC fleftq6tfife,.oüe (Mfeeu . S ü* Seidenstoffe: Wäsche-K.-Seide, in vielen Farben, p. m . . , S 1.25 Kunstseiden-Tafft, schöne Streifdessins, 90 breit S . 1.50 Kunstseiden-Mooscrepu, knitterfest . . .'S 2.25 K.-Seiden-Satin-Lame, große Farbenauswahl . . S 1.75 K.-Seiden-Flamisol, schöne Kleiderware . . . S 2.50 K.-Seiden-Matt-Taffet fleurs, Schottendessins . . S 2.50 K.-Seiden-Crepe-Mirabella f. Abendkleider, 90 cm S 2.90 Crepe-Mongol-Imprime (K.-Seide), herrliche Dessins, 90 cm .......... . S 2.90 Mode-Seal-Imitation, 110 breit.......S 5.50 r'elactrt. »eibr.. -f O aef., @r. 70 S ItfV WolBstoffe: Reinwoll-Tvveed, für Kleider, per Meter . . . . S 1.90 Kleider-Fresco, reine Wolle, 100 breit.....S 2.90 Moos-Crepe, schmiegs. Gew.;. reine Wolle, 300 cm S 3.50 Reüuvoll Mel6-Tweed, schöne Kleiderfarb., 130 cm S 3.90 Crepe Travers, ModekleiderSt., r. Wolle, 130 cm S 4.50 Mantel-Boucle oder Shetland, 140 cm . . . .S 4.90 Reinwoll-Schotten, mod. Färbstellüngen, 130 cm S , 5.90 Keinwoll-Mantel-Flausch, - blau oder genoppt, 140 cm.............. S 6.90 Fischgrat, Strapaz-Qualität, 140 cm' . . . . S 7.90 $atnen°9!o|)fttt<Wtaot)er SS 3. Damen-Konfektion: Hubertus-Mäntel - f Ihr Damen und Herren .. . . . . . . . S Dunkelblaue Mäntel : Herrenfasson, ganz gefüttert . . . . . . S Boucle-Mäntel mit Schalkragen •aus Fuchslamm, ganz K.-Seide gefüttert . . S Capeartige Boucle-Mäntel m. Silberfuchslamm-Verbr./K.-S.-Mongol gef. S flparte Cape-Mäntel, aus gutem Boucl<§, mit 2 Reihen Pelzverbrämung und ausgearbeitetem Kopf, .• ganz K.-S.-Mongol gefüttert S Einfarbige Wollstolf-Kleider mit Bubikragen oder. Herrenfasson . . . . S GeblurAbte Flanell-Schlafröcke oder Tweed-Kleider in zarten Dessins . . . S 13 90 38 49 59 12 4 90 90 ftinftet=2mininB8(tmu9 2.99 Für die Wohnung: Wäschq-Webe, 120 cm, S ^—.98, 80 eni . . . Frottier-Handtücher, per Stück . . S 1.49, 1.25, Bettuch-Webe, 140 cm, S 1.25, 120 cm . . . . Farbige Bettzeuge und Inlette, 80 cm . . S 1.25, Indanthren-Tischtücher, 120/120, S 2.45, 80/80 . . Indanthren-Vorhang-Netzstoffe, 130 cm, p. m Jacquard-Flanelldccken, 120/180 S 4.90, glatte . . Fensterschl'itzer, tambouriert, alle Farben, 110/130 cm............. 3 teil. Batist-Vorhänge, mit Eins. u. Spitzen . . Bettwäsche-Garnitur (1 Tuchent, 2 Polster) S 7.90, Kaffec-Tlschgedeck (1 Tischtuch, 6 Servietten) Speise-Gedeck für 6 Personen, Damast S 14.90, Jacquard............., Batist-Doppel-Bettdecken (gestickt S 12.90) . . Steppdecken, beiderseits Cloth, .130X175 cm . . Julius Streichers neue Methode Aua Nürnberg: Der Gauleiter Julius Streicher befahl sämtliche Steüereinschätzungsbeamten und Exekutoren des Bezirkes Franken zu einer Versammlung, in der er ihnen Instruktionen gab, wie man sich der Juden mit Hilfe der administrativen Maschine entledigen könne. Man müsse die Steuerschraube gegen die Juden mit äußerster Rücksichtslosigkeit ansetzen, um möglichst viele Millionen Mark Deutschland wieder zu retten. Die Steuereinschätzungsbeamten wurden von Streicher ersucht, bei Einschätzungen von Juden den höchsten Maßstab anzusetzen. Jeder Jude in Franken muß außerdem 25 Prozent seines Kapitals als Reichsfluchtsteuer zur s —.65 s -^.79 s —.98 s —.98 s 1.39 s 1.50 s 8.75 s 4.70 s 4.90 s 5.90 s 5.90 s 9.80 s 7.90 S 12.50 Verfügung halten, gleichviel, ob er das Reich zu verlassen beabsichtigt oder nicht. Es sei vernünftiger, sagte Streicher, sich des jüdischen Vermögens zu bemäch t i g e n, bevor der Jude das Reich verläßt, als daß man später einen Steckbrief wegen nichtgeleisteter Reichsfluchtsteuer hinter ihm herschickt. Mit Hilfe der den Juden abzunehmenden „ergaunerten Millionen" wird der Lebensstandard des deutschen Volkes gehoben werden können. Die Juden von Whitcchapel Aus London: In einer Ansprache bei einem Dinner des Devonshire Club kam der Bischof von London auch auf die antisemitisch-faschistische Bewegung zu sprechen und äußerte sich über die von dem Faschismus angegriffenen Juden im Ostteil von London wie folgt: Wohl sind die Juden unter der Bevölkerung von London East nicht populär, aber es ist gerade ihre Tugend, die sie unpopulär macht. Sie geben ein großes Beispiel der Elternliebe, Sparsamkeit und Nüchternheit. Ich erkläre, daß ich während meiner 47jährigen Tätigkeit in London nichts so Niederträchtiges erlebt habe wie die Angriffe gegen die Juden im Osten von London. (J. T. A.)' Frau Sieff darf in Deutschland nicht sprechen Aus Berlin: Die Geheime Staatspolizei (Gestapo)l verbot der bekannten Führerin der zionistischen Frauen (Wizo), Frau Israel M. Sieff, in zionistischen Versammlungen in Berlin, Frankfurt a. M. und anderen Städten englisch zu sprechen; die für Frau Sieff überall angesagten Vortragsabende mußten abgesagt werden, Frau Sieff kehrte nach England zurück. Frau Sieff hat auf der Berliner Palästina-Konferenz am 16. November eine Ansprache in Englisch gehalten. Am folgenden Abend sollte sie in einer Berliner zionistischen Versammlung sprechen,, allein die anwesenden Gestapo-Beamten bestanden darauf, daß die Gastrednerin deutsch spreche. Obwohl die Beamten darüber aufgeklärt wurden, daß Frau Sieff britische Staatsangehörige und Englisch ihre Muttersprache sei, ferner daß ihre Ansprache gleich nachher für die des Englischen unkundigen Zuhörer ins Deutsche übertragen werden würde, blieben die Beamten unerbittlich. Frau Sieff durfte weder an diesem Abend noch an folgenden Abenden in Berlin und der Provinz das Wort ergreifen. An Interessenten wird DIE NEUE WELT probeweise einen Monat lang gratis versendet. Bekanntgabe von Adressen an die Adm. d. Bl. Jüdische Künstlorspiele, II., Praterstraße 84. Mittwoch, den 2. Dezember, als Werbevorstellung die musikalische Komödie „A herz vvus bengt". Freitag, den 5. Dezember, Erstaufführung des sensationellen Oporettenlustspiels „B e t k c von B o i b e r i k" mit David Seidermann und Chana Lerner in den Hauptrollen. Schwimmklub Hakoah. Mittwoch, den 2. Dezember 1936, 7 Uhr abends, findet im Klubheim, I., Wiesingerstraße 11, die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Zehnjähriges Trainerjubiläum Zsigo Wertheimer. Zu Ehren des bekannten Sportlehrers und Schwimmtrainers Zsigo Wertheimer wird von einem Komitee seiner Freunde am 7. Dezember 1936 (Vortag des Feiertags), 8 Uhr abends, im Theater an der Wien eine Festaufführung der erfolgreichen Operette „Axel an der Himmels tür" in der Premierenbesetzung mit Max Hansen und Zarah Leander veranstaltet. In Einlagen während der Akte wirken hervorragende Künstler, wie das Paar Leopoldi-Milskaja, Armin Berg, Franz Engel und Fritz Wiesenthal, mit. Karten von S 1.— bis 10.— sind an der Tageskassa des Theaters an der Wien, im Kartenbüro Gronner, Wien, I., Graben Nr. 28, und bei Zsigo Wertheimer im Dianabad erhältlich. KINO--PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzelle 1? Telephon K-24-2-16 Vorstellungen : k, 'kt, Vs8, 'A10 STAFA, Vit Mari ahllf erstrade 120 Telephon B-83-0-08 vVocheiuafii» >, 7. v uin Franchot Tone, Madge Evans Revolver ~— oder Rouletts Edward O. Robinson VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Uegtnn: k, ¥*6, Vt9, V*10 Revolver oder Roulette Edward O. Robinson Eigentümer, .Verleger, Herausgeber und yerjuitÄ9rtlte&ex Redakteur; .Oberbaurat Robert Stricker. —, Druofc; Druckerei- und Verlags-A,-G. Ignaz Steinmann, beide Wien. t&i Universitätsatraße 0—8.

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