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Die neue Welt · 1936-11-10 · Heft 607 (10.11.1936) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 607 (10.11.1936)
Date
1936-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 607 vöm 10. November 1936 DIE NEUE WELT Seite 3 Kein Versprechen an die Araber Verband der Judenttaatsilonisten_ Samttag, d. 14. November 1936, im Festsaale des Hotel „Continental", Wien II, Taborstraße4 Gesellsdiaffsabend mil Akademien. Tanz Es wirken mit: Fritz CrUnbaum, Rügen Hoffmann. Otto Giossc Das heitere ,Flgaro-Quartelt' Conference: Ossi Lewin Erstklassige Ja» Karten ä S 1.50 in allen Sektionen und bei den Funktionären Palästina 1916 — ein Kulturbericht Der Vortrag, von dem wir unlängst die Einleitung wiedergegeben haben und später einzelne bedeutungsvolle Teile noch veröffentlichen wollen, war das erstemal ausverkauft, zahlreiche Besucher konnten keinen Einlaß mehr finden. Infolgedessen wiederholt Univ.-Prof. Dr. Max Eisler diesen Vortrag Donnerstag, den 20. November, im Großen Saal des Ingenieur- und Archtiktenvereines, I., Eschenbachgasse 9. Karten zu 2 und 8 S rechtzeitig bei der Jüdischen Kulturstelle (täglich, außer Samstag und Sonntag). Am aller Weif Am 26. Jänner 1937 wird in London eine große Ausstellung palästinensischer Zitrusfrüchte eröffnet werden. Die Palästina-Regierung fördert sehr die Vorbereitungen zur Ausstellung. Der frühere Direktor der Wiener Universitätsbibliothek und Mitglied des österreichischen Buntleskulturrates, Hofrat Prof. Dr. Salomon Prinikfur te r, (Ist anläßlich seines 80. Geburtstages Gegenstand großer Ehrungen seitens der jüdischen und nichijüdischen Kreise Wiens. Der Gelehrte entstammt väterlicherseits einer berühmten Kabbincrfamilie in Frankfurt und studierte an der Wiener Universität und am Rubbinerseminur. 1884 wurde er als Volontär an die Wiener Universitätsbibliothek aufgenommen, deren Leitung er 1919 übernahm. Frankfurter wurde als erster Jude im Ministerium für Kultus und Unterricht als Fachmann für jüdische Angelegenheiten angestellt. Diese Funktion versieht er bis zum heutigen Tage. •' Das englische Kabinett nahm in seiner Sitzung am 4. November abends den Gesetzentwurf für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung an und wird ihn sofort dem Parlament zuleiten, wo dessen Annahme infolge der Bereitschaft auch der Opposition, ihm zuzustimmen, als gesichert gelten kann. Der Entwurf sieht ein allgemeines Verbot des Tragens politischer Uniformen vor und enthält Maßnahmen zur Erweiterung der Polizeivollmachten im Falle politischer Kundgebungen, die zu Unruhen führen könnten. Anlaß zur Schaffung dieses Gesetzes gaben bekanntlich die wiederholten antisemitischen Ueberfälle der Faschisten auf Juden in den Ostvierteln von London, insbesondere der mißlungene Plan Sir Oswald Mosleys, an der Spitze der British Fascists durch Whitechapel zu ziehen. Dr. Nahum Gold mann, Mitglied der Zionistischen Exekutive und Vertreter der Jewish Agcncy in Genf, wurde vom Prinzregenten Paul In längerer Audienz empfangen. Der Prinzregent brachte Doktor Goldmann gegenüber seine starke Sympathie für die Ziele des Zionismus und das jüdische Aufbauwerk in Palästina zum Ausdruck. . » Die Wahl des Oberrabbiners der aschkenasischen Gemeinde von Palästina, die wegen der Unruhen verschoben werden mußte, ist nunmehr für den 1. Dezember angesetzt worden. Als Nachfolger des verstorbenen Raw Kuk kommen zwei Kandidaten in Betracht, und zwar Dr. Hertzög, Oberrabbiner von Irland, und Rabbi Jakob H a r 1 a p, Leiter der Jeschibah Merkas Harav in Jerusalem. (Palcor.) * New York, 6. November. (J. T. A.) Bei den Wahlen am 3. November sind zehn Juden in das amerikanische Repräsentantenhaus gewählt worden. Es sind dies die Repräsentanten H. P. Koppleman und L. Oit r on aus Connecticut, A. J. Sa bath aus Illinois, I. Bacharach aus New Yersey, S. Dickstein, E. O e 11 e r, Ellenbogen, W. I. S i r o v i c h, Th. P e y s e r und Joe Bloom aus New York. Im Staate New York sind 44 Juden zu Mitgliedern der Staatsversammlung und sieben zu Mitgliedern des Staatssenats gewählt worden. In das Hauptgericht von New York City (Court of General Sessions) wurden Saul Streit und Richter Morris Koenig gewählt. * Die Zahl der jüdischen Aerzte in Deutschland hat im Jahre 1933 rund 7500 betragen. Dr. Fritz Aron (Berlin) schätzt in einem Aufsatz die Zahl der durch Auswanderung, Berufsaufgabe und Tod bedingten Abgänge auf 4000, so daß heute noch in Deutschland 3500 jüdische Aerzte leben. Durch eine Umfrage bei den jüdischen Gemeinden, seien Anfang 1936 noch 3921 jüdische Aerzte festgestellt worden, davon 2145 in Berlin. Nach Schätzung des Verfassers beträgt die Zahl der jüdischen Aerzte in Berlin zur Zeit zwischen 1500 und 1600. Der Hundertsatz der jüdischen Aerzte innerhalb der Berliner Aerzteschaft würde daher jetzt um 25 liegen. Danach wäre also innerhalb von drei Jahren die Anzahl der jüdischen Aerzte in Berlin um die Hälfte gesunken. Im gesamten Reich beträgt der Rückgang über 50 Prozent. Einstein für den Jüdischen Weltkongreß Professor Albert Einstein hat aus Princeton (New Jersey) das folgende Schreiben an den Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Stephen S. Wise, gerichtet: „Lieber Stepheu Wise! Ich fühle das aufrichtige Bedürfnis, mein Bedauern über meine frühere negative Haltung dem Jüdischen Weltkongreß gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Ich sehe jetzt ein, daß meine diesbezüglichen Befürchtungen imbegründet waren, und daß mein Gefühl mich hier nicht richtig geleitet hatte. Der Bericht, der mir ttberbracht wurde, macht auf mich einen ausgezeichneten Eindruck. Es ist zu hoffen, daß sich allmählich der Kongreß zu einer politischen Repräsentanz und zum Sprachrohr der Mehrheit des Weltjudentums entwickeln wird. Ich glaube, daß ein solches Organ des Weltjudentums mehr Vorzüge als Nachtelle aufweist. Schon die Tatsache, daß dieser erste Jüdische Weltkongreß mehr oder weniger wirksam war, daß er mit WUrde und ohne jeglichen bedauerlichen Zwischenfall tagen konnte, zeigt die Möglichkeit;, dieses Work, das glückllcheweise mit anderen Organisationen nicht rivalisieren will, fortzusetzen. Man darf daher hoffen, daß das jüdische Volk, soweit es diesen Namen verdient, sich allmählich daran gewöhnen wird, diese Institution als sein politisches, repräsentatives Organ zu betrachten. Es ist Ihr Verdienst, lieber Dr. Wise, gewagt zu haben, diese große Aufgabe, au der ich anfangs zweifelte, in Angriff zu nehmen. Mit den herzlichsten Grüßen A. Einstein. Aus London wird gemeldet: Minister Ormsby- G o r e erklärte im Unterhaus auf verschiedene von den Abgeordneten an ihn gerichtete Fragen: Weder der High Commissioner für Palästina noch die englische Regierung haben an einen arabischen Herrscher oder sonst an auswärtige Araber ein Ersuchen um Rat oder Beistand bei Lösung des Palästina- Konflikts gerichtet. Gewisse arabische Herrscher haben jedoch auf diplomatischem Wege der Regierung Sr. Majestät auf eigenen Antrieb ihre Bereitschaft mitgeteilt, im Interesse des Friedens ihren Einfluß auf die Araber Palästinas geltend zu machen. Auf Anfragen über die WeazmanBi über das fädssdizOTtölfeBsdhe Problem Die ESedeuSun^ der BaIfour*DeklaratioH Aus London wird berichtet; Das englische Zentralorgan der Zionistischen Organisation, „J e w Jude a", veröffentlicht eine Aeußerung des Präsidenten Dr. Chaim Weizmann zu aktuellen zionistischen Problemen. Dr. Weizmann schildert die Stimmungen und Verhältnisse der Jahre 1917/18, vor und nach Verkündung der Balfour-Deklaration. Es habe damals die Tendenz bestanden, die Rechte der kleinen unterdrückten Völker anzuerkennen und damit auch eine Lösung für die dringende und schmerzliche Judenfrage zu finden. Die gleichen Gründe, aus denen man das Recht der Juden auf Palästina 1917 und 1918 anerkannt hat, hätten noch mehr Gewicht in der heutigen Zeit. „Sollte irgend ein Versuch gemacht werden, diese Gründe zu revidieren, sei es durch die Kgl. Kommission oder irgend ein anderes Tribunal, so werden wir erklären: Wenn ihr 1917 die Gründe anerkannt habt, um derentwillen ihr uns die Balfour-Deklaration gegeben habt, dann müßt ihr sie 1936 bestimmt noch besser würdigen." Dr. Weizmann geht zu einer Analyse der arabischen Beschwerden über. Es gebe Araber, die einen gewissen Sinn für Gerechtigkeit besitzen und sich .den . N^utzen_nicht, .verhehlen^ den_die jüdische Einwanderung den Arabern gebracht hat.' Sie machen aber folgende Argumente geltend: Palästina ist ein kleines Land, und die Juden wollen in einer Zahl von 50.000, 60.000, ja, sogar 70.000 jährlich hereinkommen. Die Aufnahmefähigkeit des Landes ist sehr elastisch, aber schließlich muß die andauernd steigende Konjunktur aufhören. Das zweite arabische Argument lautet: Vorläufig wollt ihr mit uns in Frieden leben. Es gibt aber Juden, welche sagen, daß sie die Mehrheit im Lande werden wollen, und das wollen wir im Interesse unserer Kinder und Enkel verhüten, solange wir noch in der Mehrheit sind. Wir erklären den Arabern unter voller Verantwortung für unsere Worte: Was immer aber in Palästina geschehen mag, wir wollen nicht herrschen und nicht beherrscht werden, wir wollen Gleichgestellte bleiben. Wir stehen mit höchstem Respekt eurer Sprache, eurer Religion, euren heiligen Stätten gegenüber. Wir fordern aber von euch, daß ihr unsere Religion, unsere Sprache, unsere Arbeit und unser Leben respektiert. Es gibt in Palästina Platz für beide Völker, und auf dieser Grundlage können wir in Frieden leben. Wir sind bereit, das Land gemeinsam mit euch aufzubauen, wir können die Aufnahmefähigkeit des Landes sechs-, sieben- und zehnfach vergrößern. Das ist die einzige Antwort, die wir euch geben können und die die Welt verstehen wird, besonders die britische Welt. Wir müssen unsere eigene Lösung finden, und ich hoffe, daß wir in den nächsten zehn Jahren eine solche Lösung finden werden. Dann wird in Palästina Friede herrschen. Von der Königlichen Kommission Aus Jerusalem wird gemeldet; Am Mittwoch, den 11. November, trifft die Kommission in Jerusalem ein. Ihre erste Sitzung wird am Donnerstag, den 12. November, vormittags abgehalten, xjqt Verlauf dieser Sitzung, die in einem feierlichen Rahmen stattfinden wird, soll durch den Rundfunk übertragen werden. Nach der ersten Sitzung wird die Kommission eine Woche dazu benützen, mehrere Städte und wahrscheinlich auch jüdische Siedlungen zu besuchen. Sodann begibt sie sich nach Jerusalem zurück, um ihre weiteren Beratungen, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich gehen werden, aufzunehmen. Präsident Dr. Chaim Weizmann wird am Durch ein ScheIhammer«Los — Reichtum und GÄückJ Schon am Dienstag, den 10. November, und Donnerstag, den 19. November d. J., beginnt die neue Klassenlotterie. 9J4 Millionen Schilling kommen innerhalb eines Halbjahres zur Verlosung. Wer will da nicht dabei sein? Unbedingte Notwendigkeit, Besitz eines Loses! Im Haupttrefferbankhaus Schelhammer & Schattera, Wien, I., Stephansplatz 11, oder seiner Filiale in Hietzing, Hadikgasse 60 a, wo bei der vergangenen Lotterie außer den Haupttreffern von S 200.000.—, S 60.000.—, S 40.000.— und 2 ö. 30.000.— noch viele große Treffer gewonnen und ausbezahlt wurden, werden Losbestellungen aus Wien und den Bundesländern entgegengenommen und umgehend zur Erledigung gebracht. Lospreise: i/8 S 6.—, % S 12.—, % S 24.—, Vi S 48.—. Das Spiel kann auch schon mit dem halben Einsatz von S 3.— für das i/s-Los begonnen werden, E Haltung der Regierung Sr. Majestät in dieser Sache wurde ihnen mitgeteilt, daß die Regierung Sr. Majestät keinen Einwand dagegen erheben würde, daß die arabischen Herrscher an die Araber Palästinas einen Aufruf zur Beendigung des Streiks und der Gewaltaktion richten, vorausgesetzt, daß dieser Aufruf an keinerlei Bedingungen gebunden ist. Es wurden von der Regierung Sr. Majestät keine Zusagen oder Versprechungen gemacht und es wurde den betreffenden HeiTschern klargelegt, daß die Regierung Sr. Majestät nicht bereit ist, irgend eine Verpflichtung einzugehen. (J. T. A.) 14. November seine Reise nach Palästina antreten, wo er als einer der wichtigsten jüdischen Zeugen vor der Kgl. Kommission Erklärungen abgebe« wird. Die arabische Tageszeitung „F a 1 a s t i n" appelliert an die arabische Presse, im Interesse der Würde des arabischen nationalen Kampfes sich während der Anwesenheit der Kgl. Kommission in Palästina einer-allzu scharfen Hetze gegen die Juden zu enthalten. (J. T. A.>; Beschluß des Obersten Arabischen Ausschusses Aus Jerusalem: Der Oberste Arabische Ausschuß hat nach Bekanntwerden der letzten Erklärung des britischen Kolonienministers Ormsby- Gore im Unterhaus zur Frage der Einwanderung in Palästina beschlossen, die Kgl. Uhtersuchungskommission zu boykottieren. Der Ausschuß erließ einen Aufruf an alle Araber, sich jeder Zusammenarbeit mit der Kgl. Kommission zu enthalten. Als Hauptgrund für dieses Verhalten wird «angeeben, daß die britische Regierung die arabische Forderung nach Sperre der jüdischen Einwanderung in Palästina abgelehnt habe. Das Prinzip der Parität Zu der Diskussion, die vor kurzem im Kleinen Aktionskomitee über das Prinzip der politischen Parität von Juden und Arabern in Palästina stattgefunden hat, wird der J. T. A. von der Presseabteilung der Judenstaatspartei in Polen mitgeteilt: Im Verlauf der Beratungen des Kleinen Aktionskomitees hat der Vertreter der Zionistischen Exekutive die Annahme eines zustimmenden Beschlusses zur Frage der politischen Parität gefordert, damit sollte der Resolution des Prager Kongresses, welche besagt, daß die Juden in Palästina nicht herrschen, aber auch nicht beherrscht sein wollen, eine klare und deutliche Definition gegeben werden. Die politische Parität müsse die klare Antwort auf die Frage sein, wie sich die Juden das künftige Regime in Palästina vorstellen. Nach dem Referat gaben die Vertreter der verschiedenen Fraktionen ihre Erklärungen zu diesem Vorschlag ab. Die Arbeitergruppe sprach sich für politische Parität aus. M. M. Ussischkin, der Misrachi, die Allgemeinen Zionisten der Gruppe B und die Judenstaatspartei bekämpften den Vorschlag heftig, Bei den Allgemeinen Zionisten der Gruppe A hat sich die Mehrheit nach leidenschaftlicher Debatte gegen die Parität ausgesprochen. Zum Schluß haben die Allgemeinen Zionisten der Gruppe A ihren Vertretern im Aktionskomitee freie Hand für die Abstimmung gelassen. Der Vorschlag der Exekutive wurde im Kleinen Aktionskomitee mit einer aus den Vertretern des Misrachi, der Gruppe B der Allgemeinen Zionisten und den Herren M. M. Ussischkin, M. Großman und Zuchowitzky bestehenden Mehrheit abgelehnt. Zum Umsturz im Irak Aus London: In der Sitzung des englischen Unterhauses am 4. November gab Minister des Auswärtigen Anthony Eden eine Erklärung über den militärischen Staatsstreich im Irak ab und sagte dabei: Als ich von den Ereignissen des 29. Oktober erfuhr, habe ich unserem Gesandten sofort Instruktionen gegeben, den neuen Ministerpräsidenten darauf aufmerksam zu machen, daß eines der Hauptprinzipien, nach denen die neue Regierung außerhalb des Irak werde beurteilt werden, die vom Irak seinen Minderheiten gegenüber bekundete Humanität sein werde. Minister Eden fügte hinzu: Gegenwärtig sind keine Anzeichen vorhanden, daß die Sicherheit der iraklsohon Juden, der Assyrier oder irgend einer anderen irakischen Minderheit bedroht sei. * Aus Jerusalem: Wie die arabische Tageszeitung „El Llwaa" meldet, hat der Vorsitzende des Au Interessenten wird DIE NEUE WELT ~ probeweise1 einen Monat lang gratis versendet. Bekanntgabe von Adressen au die Adm. d. BL

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