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Die neue Welt · 1936-11-06 · Heft 606 (6.11.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 606 (6.11.1936)
Date
1936-11-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Vretog/ den 6» November r## Nr*606 V*b*fc* DIE NEUb Ca Zeitung vom Verleger versendet „Journal expeYUe par I'Mltenr^ ^v, e*$i % Sb*Ht °*h ek H e», LT REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 1.40, vierteljährig 8 4.—. gantjährtg 8 16.—{ Polen monatlich Zloty L80, vierteljährig Zloty 4.ß0$ Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—. vierteljährig Kc 18.—: Jngoslawien monatlich Dinar 14.-■, yter««l- Jährlg Dinar 40.—; Bumänien monaUlch Lei 40.—. vierteljahrig Lei 120.—; Deutschland monatMcb Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—: Bulgarien monatlich Lewa 80.—, vierteljährig Lewa 80.—: Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14.—; Sehwels und die Übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.60, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anselgen sind entgeltlich. . Redaktion it. Verwaltung: IX, Universitätsstr. 8,7el. A-20-2-78 - Erseheint Dienstag u. Freitag ORBIS POLEN Abfahrt: Jeden zweiten Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro „O R BIS" I. Körntnerstraflo 41, R*ai*s-78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro l. Friedrichstrane 7. B-ar-soo, i. Graben 30, u-m-o-is Ädfofung vor Wahlsdiwindel! Ein geplanter Betrug T Die „Union" läßt durch Emissäre das Gerücht verbreiten, daß sie ein Interview mit einem der Regierung nahestehenden Herrn besitzt, worin ausgesprochen wird, daß im Falle eines zionistischen Sieges die Kultusgemeinde aufgelöst würde. Nachdem die Herren bewiesen haben, daß sie zu allem fähig sind, wurden an zuständiger Stelle Informationen eingeholt, . weiche folgendes ergeben haben: . Herr Oberst Adam, Generalkommissär für den Heimatsdienst, hat dem Herrn Regierungsrat Doktor Oppenheim ein Interview gewährt, in welchem er folgendes erklärte: Derr Wirkungskreis-der .Kultusgemeinden isp,durch .Art/ 30,' Ab's; f2, 'bestimmt. "Eine Erweiterung ist in. der. Verfassung . vorgesehen .und auch Herr; Oberst Adam.,Mit sie für wünschenswert Allerdings dürfte sich diese Erweiterung nicht, auf das Gebiet der Politik erstrecken. Herr"Oberst Adam fügte hinzu, daß es sich nicht um die Wiedergabe der Ansicht 'einer Behörde oder Regierungsstelle handle, sondern daß dies seine private Meinung sei. Von-einer Auflösung der Gemeinde im Falle eines zionistischen Siegeswar natürlich nicht mit einem Worte die •Rede! . . / Wie die „Union" zu diesem Interview gekommen ist, wissen wir nicht. Daß sie es bis jetzt nicht' veröffentlicht hat, ist sehr verdächtig! Vielleicht plant sie, es in „veränderter" Form so knapp vor den Wahlen zu. verbreiten, daß eine Richtigstellung nicht mehr möglichist. Deshalb haben wir die Tatsachen festgestellt und fordern die Wähler auf, sich nicht düpieren zulassen. Noch einmal: Die Informationen, welche uns über das Interview erteilt wurden, sind authentisch und eindeutig. Jüdische Wähler! Lasset Euch nicht im letzten. Moment betrügen! Ecste Thronrede Konig Eduards VIII« ,. Aus London: König Eduard VIII. eröffnete am , Dienstag das erste Parlament seiner Regierungszeit mit einer Ansprache an die Mitglieder des Oberhauses und des .Unterhauses, in der er in knappen Sätzen , die englische .Innen-, und,Außenpolitik umriß. Der Palästina be- < treffende, Passus, lautet: , „Ich, bedaure tief die ernsten Ausschreitungen, die;sich in den letzten sechs Monaten in Palästina ereignet 'haben und die die Entsendung von Militärverstärkungen ✓nach Palästina notwendig machten. Ich begrüße die Wenrdung zum Besseren, die kürzlich in Palästina. eingetreten iisit Die Kgl. Kommission wird nooh in dieser Woche von 'England nach Palästina zur Untersuchung aller Ereignisse , abreisen. Ich hoffe aufrichtig, daß die Prüfung dieser schwierigen Angelegenheit, welche die Kommission vorfneh,men wird, zu einer.ger echten und dauernden - R e g e 1 un g führen wird." - .//In dem .der Innenpolitik gewidmeten Abschnitt ■heißt es u. a.: Die heutigen Gesetze werden so abgeändert? iwerden müssen, daß gegen Personen oder Organisationen,, welche zu einer Störung der öffentlichen Ordnung auf» fordern . oder .sie selbst verschulden, wirksamer eingeschritten werden kann. Dem Parlament wird ein Entwurf zur Verschärfung derGesetze in dieser Richtung vorliegt werden, ohne daß dabei die gesetzliche Redesind Versammlungsfreiheit berührt würde, Die Denunziation dreimal verurteilt Binidesgeridifghof hat gegen //Union" entschieden Das oberste Gericht Oesterreichs, der Bundesgerichtshof, hat in letzter Instanz die gegen die zionistK sehe Majorität der Judengemeinde gerichtete Auf Sichtsbeschwerde der „Union österreichischer Juden" als völlig grundlos abgewiesen. Hiedurch erscheinen die Führer der Union endgültig als Verleumder und rücksichtslose Denunzianten gebrandmarkt. Die Geschichte dieses — erfreulicherweise ohne Beispiel dastehenden — Verbrechens an der jüdischen Ehre und Solidarität sei rekapituliert: Im Februar haben die unionistischen Mitglieder des Kultusvorstandes ihre Mandate niedergelegt. Zu gleicher Zeit haben die Herren Dr. Herrmann Oppenheim, Präsident der „Union", und Dr. Josef T i c h o, vordem unionistischer Vizepräsident der Kultusgemeinde, namens der „Union" eine Beschwerde an die Aufsichtsbehörde erster. Instanz (Wiener Bürgermeisteramt - Besonderes Stadtamt) gerichtet, in welcher die Auflösung, des Kultusvorstandes und die Einsetzung eüies R^jgierungsk o mmissärs gefordert wurden. Dr. Oppenheim und Dr. Ticho beschränkten sich nicht darauf, die .zionistische Majorität einer dem Statut^ widersprechenden Geschäftsführung zu beschuldigen, 'sondert auf'y daß die, Kultusgemeinde von „Ffemdeii" und vöh"'un p at fiptischen und staatsbürgerlich unzuverlässigen Elementen beherrscht werde. Das „Besondere Stadtamt" hat die Beschwerde als völlig unbegründet abgewiesen. Die sachlichen Vorbringungen hat es Punkt für Punkt widerlegt. Insbesondere den Vorwurf, daß die zionistische Majorität nicht für die Befriedigung . der religiös e n B ed ü r f n i s s e sorgt. Die Denunziation betreffend die staatsbürgerliche Unzuverlä s si g k ei t wurde kurz und verächtlich abgetan. Dr. Oppenheim und Dr. Ticho gaben sich nicht damit zufrieden und richteten die gleiche Beschwerde an die zweite Instanz, an die Magistratsabteilung H. Auch hier wurde sie verworfen. ■ Nun versuchten Dr. Oppenheim und Dr. Ticho das letzte Mittel. Sie wandten sich an den Bundesger i c h t s h o f, d. h. an das höchste Gericht Oesterreichs, und denunzierten auch hier die Majorität des Kultusvorstandes, also dieMajoritätderWiener Juden schaft als un patriotische und unzuverlässige Staatsbürger. Jetzt hat auch der Bundesgerichtshof gegen die Verleumdung entschieden und die Beschwerde der Denunzianten abgewiesen. * Als die Kunde von der ersten Beschwerde bekannt wurde, und sich ein Entrüstungssturm gegen die Denunzianten erhob, suchten einige „Unionisten" etwas zu beschwichtigen, indem sie erklärten, Doktor Oppenheim und Dr. Ticho hätten'in „erster Wut" und ohne Wissen der anderen Unionisten diesen bedauerlichen Schritt beim Bürgermeister unternommen. Wie man aber sieht, ist diese Ausrede ganzfaul. Nicht einmal, sondern dreimal wurde ja der gleiche verbrecherische Streich gegen das österreichische Judentum geführt! Und Doktor Oppenheim und Dr. Ticho sind nicht nur Präsidenten der „Union" geblieben, sondern wurden jetzt von den „ahnungslosen" Unionisten an , die Spitze ihrer Kandidatenliste gestellt! Der höchste Gerichtshof Oesterreichs hat das Ürteü über, die „Union" gefällt. Am 8. November wird es der jüdische Wähler, vollziehen. Und sie denunzieren weiter! Es scheint,, daß 'die Führer der „Union", Doktor O.pp e n h e im und Dr. Tich o, unter dem Eindruck ihrer vielen Niederlagen toll geworden sind. Ihr Blatt, die „Wahrheit", vom 3. November, schreibt auf der ersten Seite fett gedruckt und vom Listenführer Dr. Oppenheim gezeichnet: „Auf.dem Umw ege über das aktive Wahlrecht der nichtösterreichischen Juden ist der jüdischnationale Zionist Dr. Desider Friedmann und der. jüdischnationale Zionist Dr. Jakob Ehrlich zum österreichischen Staatsrat, bzw. zum Rat der Stadt Wien vom Bundespräsidenten bestellt worden." „Auf diesem Wege ist es den nichtösterreichischen Juden gelungen, einen Einfluß auf die österreichische Innenpolitik zu gewinnen ..." Eine niedliche Schurkerei! Erinnert das nicht an die Fälschung der „Weisen von Zion"? Der Staatsstreich im Irak Antijüdische Agitation Aus Jerusalem wird gemeldet: Es fehlt heute noch ein klarer Ueberblick über die Lage im Irak nach dem militärischen Staatsstreich, der zur Verjagung der bisherigen Regierung und zur Einsetzung der neuen Regierung Hikmat Sulejman geführt hat. Es scheint festzustehen, daß sich das neue Regime faschistisch orientiert. Das Parlament wurde aufgelöst und wird, wenn überhaupt in absehbarer Zeit, nicht mehr auf Grund demokratischer Wahlen, sondern in einer den faschistischen Staaten entlehnten Form zusammentreten; Die letzten aus Bagdad in Jerusalem eingetroffenen Nachrichten schildern die Lage der Juden unter dem neuen Regime als bedrohlicher noch denn . früher. Hinter diesem Regime scheinen die gleichen Kreise zu stehen, die schön unter der früheren Regierung mit Hilfe der aus Palästina eingetroffenen Agitatoren eine hemmungslose antijüdische Agitation betrieben, die bekanntlich zu einer Reihe von Morden an Juden geführt hat. An der Agitation gegen die Juden beteiligen sich hochstehende Regierungsbeamte, soz. B. der Gouverneur des Distrikts Basra, der ein Bankett zugunsten der Araber Palästinas arrangierte. Einen Tag nach dem Staatsstreich und der Instal-« lierung des neuen Regimes in Bagdad trafen in Jerusalem alarmierende Meldungen über eine neue Welle von Pogromen auf Juden im Irak ein. Die Meldungen über, die Judenpogrome in Bagdad wurden auch den Sender K a i r o verbreitet. Palästinensische jüdische Führer setzten sich mit Bagdad in Verbindung. Sie wurden dahin informiert, daß die neue Regierung erklärt hat, daß in Bagdad und im ganzen Lande Ruhe herrsche und daß Juden weder getötet und noch angegriffen wurden. Der Großrauiti rührt sich Der Großmufti sandte an den General Beker S i d k i B e y, der an der Spitze der Verschwörung stand, ein Begrüßungstelegramm, welches die Bitte enthielt, die I n t e ressen der Palästina-Araber wenigstens in dem EXCELSIOR CAFE-RESTAURANT IiiiVUMVIvll Wien I, Rotenturmsfraße Nr. 24 nach Entwürfen Arch. Stephan FAYANS modemit renoviert WIEDER ERÖFFNET! SENSATION: DER MARCH EN BRUNN EN

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