Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 600 (16.10.1936)
- Date
- 1936-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 20 Groschen fteffag/ den 16» Oktober 1*36 16* Jahrgang Nf ♦ 600 v. b* b. DIE NEUEr Zeitung vom Verleger versendet »Journal expedte par redlten*" Titl. Universitätsbibliothek Wien, I. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER i BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—. ganzjährig S 16.—; Polen monatlieh Zloty 1.60, vierteljährig Zloty 4.60; Tschechoslowakei monatlich Ko 6.—, vierteljährig Kc 16.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.--; Bomlnlen monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig iai »uuuuiuai uiuuadlch Lei 40.—. vierteljährig Lei 120.—; Dentschland monatlich Mark 1.—, vierteUährif __________ j Bnlgsrlen monatlich Lewa 80.—, vierteljährig Lewa SO.—: Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14.—j Schweis und die übrigen Lander monatlieh Schweizer Franca 1.60, vierteljährig Schweizer Franca 4.60. Hit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitätssir. S, 7et. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag 1 Denket an Eure Brüder in Deutschland ■ Wählet am 8. November die Denket an die Zukunft Eurer Kinder I Zionistische Liste! ORBISSPOLEN Abfahrt: Jeden zweiten Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro „ORBIS" l. KärntnerstraQe 41, R-si*5-78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro I. Frlecfrlchstraße 7. B.27-500, i. Graben 20. U-29-0.35 Juden Wiens! Am 8. November werdet Ihr mit dem Stimmzettel die Entscheidung über die künftige Zusammensetzung des Vorstandes Eurer Gemeinde zu treffen haben. Eure Wahl wird sich im Zeichen des Kampfes vollziehen, der angesichts der systematischen und bewußten Verschärfung der Gegensätze durch die Union Österreichischer Juden unvermeidlich geworden ist. Iveset Ihre Wahlaufrufe, Flugzettel und .PropagandaschrJften, in denen wir außerhalb des vaterländischen österreichischen Judentums gestellt werden; in denen sie uns der Irreleitung der Jugend beschuldigen; lasset Euch über den Inhalt ihrer an die Behörde gerichteten Aufsichtsbeschwerde informieren und Ihr werdet verstehen, daß unser natürliches Ehrgefühl eine Einigung mit dieser Gruppe unmöglich gemacht hat. Wenn unter diesen Umständen der Wiener Juden* schalt der Wahlkampf nicht erspart werden konnte, so wollen wir wenigstens unseren Teil dazu beitragen, daß er in anständigen Formen geführt wird. Im Bewußtsein unserer zionistischen Geschlossenheit und Stärke, in der durch keinerlei Angriffe zu erschütternden Ueberzeugung, einer guten Sache zu dienen, lehnen wir Methoden des Kampfes ab, die wir für die Judenschaft als verderblich und entehrend halten. Wir werden die gegen uns geführten Angriffe nicht unerwidert lassen. Wir werden aber im Wahlkampf und in der Abwehr der Angriffe unserer Gegner. nicht auf ein Niveau herabsinken, das mit der Ehre und Würde des Judentums unvereinbar ist. Juden Wiens! Denket daran, daß der Wahltag vorübergeht und daß wir auch nachher den Kampf gegen den uns bedrohenden Antisemitismus zu führen haben werden. Lasset es nicht zu, daß die Judenschaft Wiens, geschwächt aus diesem Wahlkampf hervorgeht, daß der Vorstand Eurer Gemeinde, der einzigen gesetzlichen Repräsentanz öffentlichen Rechtes, die wir besitzen, durch Anhäufung von Haß und Feindschaft ein unbrauchbares und stumpfes Instrument im Kampfe für Eure Rechte wird. Helfet uns, in welchem Lager Ihr auch steht, die eingerissene Verantwortungslosigkeit zu bekämpfen, die Atmosphäre des Wahlkampfes zu entgiften. Wir wollen den ehrlichen Kampf der Ueberzeugung! Wir wollen verhindern, daß der nichtjüdischen Umwelt ein den jüdischen Namen entehrendes Schauspiel geboten wird. Wir glauben, hiemit ausgesprochen zu haben, was die gesamte Judschaft — mit Ausnahme einer kleinen {Gruppe — als unerläßlich erachtet. Die Wahlleifung der „Zi'om'sti'sdien Liste" Unerklärliche Fußschmerzen, in den Knöcheln, resp. bis zum Kniegelenk und den Hüften, die meist beim' Stehen und bei den häuslichen Arbeiten auftreten, haben sehr oft beginnenden Senkfuß zur Ursache. Deshalb soll jeder, der viel auf den Füßen ist, vor allem Hausfrauen, vorbeugend eine erstklassige Einlage tragen. Wertvolle unverbindliche Beratung sowie jedem Einzelfalle sorgfältigst angepaßte (nach Maß oder fertig) Fußstützen bietet die bekannte Fachfirma Bandagen-Mikolasch (Taborstraße 22), deren berühmte Hausmarke „Pedifrit" eine der besten existierenden Senkfußeinlagen ist, hervorragend vor allem durch. Elastizität, Leichtigkeit, schmerzloses Tragen und höchste Wirksamkeit. Ein Volk wird beleidigt Seitdem das Hakenkreuz in Deutschland regiert, hat sich der Gegensatz der weltanschaulichen und politischen Meinungen zu noch nie beobachteter Schärfe verdichtet. Es bleibt nicht mehr bei theoretischen Auseinandersetzungen. Von verantwortlicher, führender Stelle werden Brandreden gegen andersgeartete Regimes gehalten, Einrichtungen und Traditionen beschimpft und in'den Kot gezerrt. Von der Propagandatribüne ertönen nicht bloß Darstellungen der eigenen Vorzüge und Absichten —: man scheut sich nicht, die Träger politischer, Systeme, Oberhäupter von Staaten mit Schmutz zu bewerfen. Ja, sogar Völker, die Gesamtheit aller,Bürger eines Staates, müssen herhalten. ... Die reichsd^utscjbi^ Presse ist über-einen Vorfall .erregt,,. dersich an Deutschlands Westgrenze, in Straßburg, abgespielt hat. Meldungen zufolge hat dort im Rahmen einer Versammlung der französische kommunistische Abgeordnete Thorez eine Rede gehalten, in der er den deutschen Reichskanzler und — das deutsche Volk in unerhörter Weise angegriffen, bzw. verunglimpft habe. Die deutsche Regierung hat diesertwegen in Paris Genugtuung verlangt; allerdings wird dieser Vorfall keinen Konflikt zur Folge haben. Mit erschreckender. Deutlichkeit wird klar, zu welch gefährlichen Spannungen solch ein Rede-Exzeß führen kann. Es geht hier nicht darum, zu untersuchen, wieweit die Berliner Demarche berechtigt ist, wieweit die Ausführungen des französischen Kommunisten verletzend wirken mußten. Jedenfalls erscheint eine Propagandamethode zur Anwendung gebracht,, deren Vorbild Deutschland nicht weit von sich zu suchen hat. Wer erinnert sich nicht an die Haßgesänge Hitlers und der anderen reichsdeutschen Verantwortlichen gegen die Juden, das Judentum, das jüdische Volk! Es gab keine.nationalsozialistische Kundgebung, bei der nicht seitens der führenden Männer des Dritten Reiches versucht worden wäre, das jüdische Volk in seiner Gesamtheit zu diffamieren. Eine unendliche Reihe von Schmähschriften wurde und wird in alle Welt verschickt, um den Vernichtungsfeldzug des Hakenkreuzes gegen „Juda" als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Das, was Hitler-Deutschland,gegen das Judentum unternimmt, geht weit hinaus über eine weltanschauliche Auseinandersetzung; denn hier werden nicht sachliche Argumente, sondern Verleumdung, Uebertreibung und Erfindung ins Treffen geführt. Gerade diese Woche wieder wurde in Bayern ein amtlicher Erlaß veröffentlicht, dessen erste Zeilen lauten: „Vom 6. bis 11. Oktober 1936 nimmt die gesamte Bevölkerung der Stadt München einmütig an dem Protest der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei gegen den jüdischen Weltbolschewismus und seinen Vernichtungswillen teil." Wer solch eine in der ganzen Welt organisierte Verleumdungskampagne inszeniert, darf sich nicht wundern, daß bisweilen auch gegen ihn selbst Angriffe erfolgen. Es ist leicht und bezeugt nicht gerade Mut und Heldentum, ein wehrloses Volk zu beleidigen. Das jüdische Volk kann dem Hakenkreuzlertum nicht mit ähnlichen Waffen begegnen. Es kann nur die schändlichen Verunglimpfungen zurückweisen und sich auf die Beweise der Freundschaft stützen, die ihm seitens des Gerechtigkeitssinnes der großen Kulturstaaten entgegengebracht wird. o. r. Palästina regenerier! das jüdfedie Volk Aus Kopenhagen wird gemeldet: Im Rahmen eines von der Zionistischen Organisation veranstalteten Vortragsabends berichteten der Gymnastikinspektor K. A. K n u d s e n, die Aerztin Dr. Johanne Christiansen und die Schriftstellerin Frau Ella Melbye darüber, was sie in Palästina „gesehen, gehört und erlebt" haben. Inspektor Knudsen hat im Laufe von zwei Jahrzehnten mehreren jüdischen Lehrern aus Palästina Unterricht in Gymnastik gegeben. Seine Reise nach Palästina hatte das Studium der Struktur der Rückenform der jüdischen Jugend zum Zweck. Er hat in europäischen Ländern über 30.000 Rücken von Jugendlichen untersucht und dabei im Durchschnitt nur 50 Prozent als normal entwickelt gefunden. Dagegen wichen in Palästina bei 8100 Untersuchungen nur 25 Prozent von normaler, gesunder Struktur ab. Knudsen schreibt diese gesunde Struktur der . palästinensischen Jugend der Einwirkung der Sonnenstrahlen zu, denen die jüdischen Kinder dort so viel ausgesetzt sind. Besonders begeistert ist er von der Rückenstruktur der in armen Verhältnissen lebenden j e m e n it lachen Kinder. Am aUerschlechtesten ist die Rückenform der reichen englischen Kinder gebaut, die er in den vornehmsten Schulinternaten in England untersucht hat. Frau Dr. Christiansen ergänzte die Mitteilungen Knudsens durch Mitteilung der Ergebnisse ihrer Studien über.die Zahngesundheit der palästinensischen Kinder. Ganz gesunde Zähne haben 30 Prozent der jüdischen Kinder. Dieses Ergebnis findet Frau Doktor Christiansen ganz hervorragend, nachdem z» B. in Dänemark bei Untersuchungen in den Schulen nur bei *Ä Prozent der schulpflichtigen Jugend ganz fehlerfreie Zähne festgestellt wurden. Frau Dr. Christiansen, die eine Einzige Jüdische Handelsschule für Knaben und Mädchen. Unterricht laut Nor mallehr plan für Handelsschulen. Abendkurse: Für kaufmännische Fächer. Sprachen usw. Wien II, Taborstraße 39. Tel. A-45-6-57, Prospekt gratis! Spezialistin auf dem Gebiete der Ernährung ist, hat sich übrigens sehr zugunsten der koscheren Küche ausgesprochen; sie findet die jüdische Ernährungsweise viel gesünder als die christliche. Wenn man, schloß die Rednerin, mit einem gewissen Recht von der rassischen Degeneration der Juden in Europa spricht, so findet jedenfalls in Palästina eine Regeneration des jüdischen Volkes statt. (J. T. A.) KOHLE KoKS ANTHRACIT Alleinige Lieferantin der „Asca", Bund jüdischer Frontsoldaten, Keren Kajemeth, der Judischen Kulturstalle BÄSCH IV, ARGENTINIERSTRASSE 22 - TEL. U-47-5-40