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Die neue Welt · 1936-10-13 · Heft 599 (13.10.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 599 (13.10.1936)
Date
1936-10-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite '4 DIE NEUE WELT Nr. 599 Vom 13. Oktober 1936 Nutzen Sie die Gelegenheit aus — ab Montag, 8 Uhr — in den modern renovierten Verkaufshallen HüktHUtkS Uatästika-OttUestet Wir haben über, den Plan des berühmten jüdischen Musikers Bronislav Huberman ausführlich berichtet. Die ganze Welt hat hierin eine große Tat gesehen und mit Spannung die. Durchführung des Projekts begleitet. Im .,Iar. Familienblatt" (Berlin) gibt S. B. Lewert o f f, der Organisationsleiter des Palästina- Orchesters, ein Bild des gegenwärtigen Standes. Wie geben die informativen Ausführungen Lewertoffs gekürzt wieder: Wer Palästina und seine kulturellen Einrichtungen kennt, weiß, daß auch der Musik seit vielen Jahren hier schon eine reiche Wirkungsstätte gegeben war. Künstler von hohem Rang besuchten von Zeit zu Zeit das Land, eine wachsende Zahl von ausführenden Musikern ließ sich hier nieder. Es entstanden kleinere Ensembles, Chor- und Opernvereinigungen, ein Berufs-Orchester, mehrere musikalische Gesellschaften und Musikschulen, so daß man schon von einem regelrechten palästinensischen Musikleben sprechen konnte. Hinzn kamen die Arrangements der in den Städten ansässigen Konzertunternehmer, die teils der Heranziehung europäischer und amerikanischer Solisten, teils der Durchführung lokaler Veranstaltungen dienten. Mit der zunehmenden Entwicklung des jüdischen Palästina konnten diese Einrichtungen nicht mehr genügen. Die letzte Alijah brachte Menschenmassen nach Erez Israel, die in ihren früheren Heimatländern an einem geregelten Musikleben stark beteiligt, waren. Es mußte also Größeres und Durchgreifenderes für Palästina geschaffen werden, um ein inzwischen vorhandenes Konzertpublikum zu interessieren. So ist es nicht zu verwundern, daß Bronislav Huberman, der Protagonist der großen Idee vom Aufbau eines fruchtbaren und größzügigen Musiklebens in Palästina, schon vor Jahren — nachdem er selbst als Ausübender die starke Resonanz eines für alle künstlerischen Aeußerungen besonders. aufnahmebereiton Publikums erleben konnte — spontan seinen Entschluß faßte, hier musikalische und organisatorische Kräfte einzusetzen; ihm schwebte das Ziel vor, in Erez Israel eine weithin leuchtende Stätte höchster, musikalischer Kunst zu schaffen und sie aktiv in den allgemeinen Aufbau des jüdischen Landes einzuspannen. Die erste Etappe auf diesem Wage hieß: Planung des Pal ästina-Orchesters. Die Zuspitzung der Judenfrage kam dem inzwischen immer mehr Form annehmenden Orchesterplan Hubermans zu Hilfe. Neben der Tatsache vergrößerter Publikümsschichten in Palästina war es die unsichere Lage vieler jüdischer. Musiker in europäischen Ländern, die mit als Motiv für die Gründung des Orchesters galt; Die Verpflanzung solcher Künstler nach Palästina wird gleichzeitig einen Gewinn für dieses Land und eine Rettung der durch die politische Situation in mehreren Ländern gefährdeten Existenzen bedeuten. Die organisatorischen Arbeiten wurden bereits vor Monaten aufgenommen. Es galt vielfach, in Neuland vorzustoßen, da mit dem Erscheinen des Huberman-Orchesters zum erstenmal nicht nur wie bisher die Städte, sondern auch eine größere Anzahl weiterer wichtiger Punkte des Landes in das Netjz eines geregelten palästinensischen Musiklebens einbezogen werden sollen. Palästina mit seiner eigenartigen Bevölkerungsstruktur bietet auch dem Konzertveranstalter Probleme, wie sie nicht alltäglich sind. Hier kann man eine Stadt oder eine Kolonie nicht einfach nach ihrer Einwohnerzahl in einen Konzertplan einsetzen, sondern ganz andere Voraussetzungen bilden die sogenannte „K a 1 k u 1 a t i ö n s~ b a s i s". Jerusalem, eine Stadt mit 100.000/Einwohnern, verlangt grundlegend andere Maßnahmen als Tel -Aviv, das mit seinen etwa 150:000 Einwohnern fast, die Ansprüche) einer Millionenstadt stellt. In ausgedehnten Inspektionsreisen wurden eingehende Untersuchungen auf diesem Gebiet vorgenommen. Jetzt Ist diese interne-Arbeit so weit abgeschlossen, daß die ö f f e n 11 i c h e P r o p agan da in Palästina mit allem Nachdruck ihren Anfang nehmen konnte. Der gesamte Apparat — Orchester und Hilfsorganisationen —r ergibt folgendes Bild: Huberman selbst ist der Vorsitzende des Werkes, er steht an der Spitze Dunkelblaue Mäntel Herrenfasson, mit Sattelfutier ........S tganz seltittert s 24.-) IV Velourine-Mäntel moderne Fasson. K.-S.- 9A. - Mougol gefütteit . . S «**t Pelzverbrämie Mäntel (Boucle) mit Sclialkia- ' gen, ganz K.-t1. gefüttert ^Q.— und wattieit.....S <99 Winter-Mäntel mit reicher, capenrtiger Silberluchslamm-Verbrämung, ganz Mongol gefüttert........S *99 Unser Cape-Mantel aus gutem Bouce mit abnehmbarem . Pelz-Cape (Alaskalamm), ganz K.- S.-Mongol gefüttert und CA.- wattiert ..... .' : S «JZ* (mit echtem Fuchs-Cape S 79.- ) Steirer-Kostüme mit grünen Applikatio- 4Q — nen (Wickelschoß). . S 19 Smoking-Kostüme gestreift oder einfärbig, Jacke K.-S.-Mongol gefüttert, Schneiderarbeit S <99 Complets Paletot u. Schott, Nop- AA - penstoffeengl scher ArtS *? Flanell-Schlafröcke J.90 Hosenröcke dunkle Dessins nach engl. Art......S Wollstoff-Kleider , moderne Fasson, in allen 41% .90 Modefarben . .-. . . S ■<£ Kasak-Xleider?8 24- Fischgrät-Mäntel mit breiter Dragoneisoange, ganz K.-Seide An - gefüttert.......S«9 'ebluint od. Tweed-Kleiler mit langen Aermeln S 9 .80 Mode- Wollstoffe, Samtaufputz . . . Für das Kind: Mädchen-Mantel pelzatiig verbrämt, ganz gefüttert, oder Boy- Mantel, Gr. 63 . . . S Samt-Kleidchen , schöne Tupfmusler mit K.-S.-Oarnitur, Gr. (30 S Schulstiefel Mädchen oder Knaben Nr. 31-33 Nr. 28 3" 19 S9.9U S 8.90 Nr. 26-27 S .90 r.po .25 FUr den Herrn: Winter-Mantel in Dunkei-Fischgrät, auf jffk.— K.. Seidel...... .S «tSf Sport-Anzüge Mode - Wollstoffe, mo- - derne Rückenpartie . . S <99 Boxcalf-Schuhe ir90 mit Cronponsohle . . S l«l Wasch-, Woll- und Seidenstoffe: Boucl§-Tweedette für Kleider und Blusen. 80 cm...... . , S Winterdirndl-Stoffe gewebte Schotten, Österreichische MarkenwaieS Reinwoll-Epingle* für das moderne Kasak- * kleid, 100 cm . . . .. . i> « Mantel-Boucle" in Schwarz, Braun und / Blau, MO cm.....S 1 K.-Seiden-Duchesse In schönen Futterfarben K.-S.-Cr§pe-Soir für das elegante Tanz- und Teekleid, PO cm . S .50 .50 1.90 1 .90 .50 des größten lebenden Dirigenten mit Spannung und Dankbarkeit entgegen. Auch die Namen der übrigen, hier zum erstenmal erscheinenden Dirigenten Steinberg (der auch die gesamte erste Probenarbeit bis zum Eintreffen Toscaninis leitet) und Dobrowen begegnen dem starken Interesse des Publikums, und Taube hat auf Grund seiner mehrjährigen Tätigkeit im Lande schon seinen eigenen Kreis von Anhängern einzusetzen. Unabhängig von der politischen Situation Palästinas, konnte deshalb unter solchen künstlerischen Voraussetzungen die öffentliche organisatorische Arbeit mit Erfolg begonnen werden, und es ist heute so, daß das Publikum danach drängt, sich seine Plätze für die kommende Saison zu sichern. Nur noch weniger Wochen trennen uns von dem Zeitpunkt, an dem sämtliche Mitglieder des Orchesters hier sein werden, um die Probenarbeit aufzunehmen, und noch ehe das Jahr 1936 beendet ist, wird das Palästina- Orchester Wirklichkeit geworden sein, zur Ehre des Landes und des jüdischen Volkes. Bronislaw Huberman gibt sein diesjähriges Wiener Konzert am 3. November im Großen Musikvereinssaal. Am Klavier Jakob Gimpel. In den „Jüdischen Künstler spiele n", IL, Praterstraße 34, setzen David Seidermann und Chanä Lerner ihr erfolgreiches Gastspiel fort. Bis inkl. Donnerstag, den 15. d., „Salmen P j e w s c h i k". Freitag, den 16. d., große Premiere der lustigen Komödie mit Musik „Der Radiosänge r", mit David Seiderraann in der Titelrolle und dem kompletten Ensemble. — In der nächsten Zeit trifft der bekannte Charakterkomiker Dolly Nachbar in Wien ein, um das Gastensemble der „Jüdischen Künstlerspiele" zu ergänzen. Alles auch für.starke Frauen! —^^^MMMHHM»annpan des Palestine Orchestra Trust und hat die oberste Entscheidungskraft in allen , künstlerischen und organiston« sehen-Fragen. Der Trust ist in sämtlichen Verträgsangelegenheiten, die für das Orchester und mit seihen einzelnen Gliedern eingegangen werden; maßgebend; um ihn herum bilden sich die Freundeskreise des Orchesters, zusammengefaßt in der Palestine As'soc'ia t,i o n mit drei Zweigstellen in Tel-Aviv, Jerusalem und Haifa. Daß höchster künstlerischer Qualitätsständ ' von Anfang an Voraussetzung für die musikalische Arbeit war, ist durch den Namen Huberman gewährleistet; Die Tatsache, daß Toscanini sich spontan bereit erklärte, die Eröffnungskonzerte in den drei Städten (und im Anschluß daran in Aegypten) zu dirigieren, ist der beste Beweis für die hohe Richtung. Seine Zusage hat in der ganzen jüdischen Welt Begeisterung hervorgerufen, und in Palästina selbst sieht man dieser Freundschaftsgeste Heute Gary Cooper in „China-Gold". Heute, den 13. d. M., findet die 'Wiener Uraufführung des neuen, großen Abenteurerfilms der Paramount „China-Gold" („Chinese Gold"), den Lewis Milestone inszenierte, statt. Die beiden Hauptrollen, einen jungen Amerikaner, der auf Abenteuer in . das revolutionäre China auszieht, spielt Gary Cooper, seine Gegenspielerin, die als Spionin der revoltierenden Banditten zuerst den jungen Mann in Lebensgefahr bringt, die sich aber dann auf selno Seite schlägt und den Wirbel toller und aufregender Ereignisse als seine Verbündete mitmacht, spielt Madeleine . Carroll. Der Film erscheint in Wien in seiner Originalfassung. Ein Mann gegen die Unterwelt. Die Geschichte vom Detektiv, der das Fürchten lernen wollte, könnte man den neuen Gangsterfilm der R. K. O.-Radio-Films „Keine Gnade" nennen, der Freitag im Kreuz-Kino zur Uraufführung gelangt. Shaw beglückwünscht die Bergner zu ihrem neuen Film. Der neue Bergner-Film nach Shakespeares „Wio es euch gefällt" wurde von der 20th Century Fox vor ' kurzem mit Elisabeth Bergner in der Hauptrolle in London herausgebracht. Unter den Ehrengästen befand sich auch Bernard Shaw, der nach Beendigung der Vorführung auf Elisabeth Bergner und ihren Gatten und Regisseur, Dr. Paul Czinner, zuging und sagte: „Ich bin fest überzeugt, daß Ihr Film die Macht besitzt, Shake- .speares ewige Welt dem modernen, der Maschine versklavten Menschen näherzubringen!" Los der „Glüdcstelle Stein ' an der „Hohen Brücke" Nr* 59*313 gewinnt eine Million Der Chef der „Glückstelle Stein", Herr Generalkonsul Komerzialrat Josef Stein, hatte die Liebenswürdigkeit, einen unserer Mitarbeiter zu empfangen und einige interessante Mitteilungen hinsichtlich der soeben abgeschlossenen 35. Klassenlotterie zu machen. Herr Generalkonsul Stein, der mit Arbeit überlastet ist, da wieder der Millionen-Haupttreffer mit einem Los seines Hauses gezogen wurde, erklärte folgendes: Im Jahre 1934 wurde der Haupttreffer der österreichischen Klassenlotterie mit 1 Million Schilling festgesetzt und seither in jedem Jahre, 1934, 1935, 1936, mit einem Los gewonnen, das durch die „G 1 ü c k s t e 11 e Stein" verkauft wurde. Diesmal mit dem Los Nr. 59.313. Das Los wurde in acht Achteln verkauft und die Gewinner sind durchwegs einfache Leute, die oft nur durch große Opfer und durch ihren Glauben an die „G 1 ü c k s t e 11 e Stein" das Los erneuern konnten: Söhne eines kleinen Gewerbetreibenden, Angestellte, ein .arbeitsloser Student, und soweit man aus den Adressen, ersehen kann, bändelt es sich um Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen leben und bisher vom Glück nicht besonders begünstigt waren. Zum Schlüsse erklärt Herr Generalkonsul Stein, ,daß sich die zweifache Abänderung der -österreichischen Klassenlotterie bestens bewahrt hat, deshalb, weil sie im Interesse der Spieler vorgenommen wurde, sowohl die im Jahre 1934 vorgenommene' Erhöhung des Haupttreffers auf eine'M i 11 io n als auch die Einführung, daß die Zahlungen für die Lose in zwei Teilen geleistet werden können. Man sieht Herrn Generalkonsul Stein förmlich die Freude an, daß durch sein Haus, die „Glückstelle Stein" an der Hohen Brcke, wieder eine Reihe minderbegüterter Menschen es zu Reichtum und Glück; brachte. TT Eigentümer, Verleger, Herausgebe«' unG yetantszortllcli?r Red^Weur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei« und Verlags-A,-G, Ignaa Steinmann, beide Wien, :v .... ßg., univeraitätsstraße 6-~8, 7 ..... ' '

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