Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 597 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 5D7 vom 30. September 1936 Strebenden Bolschewismus den sterbenden Konservativismus gegenüberstellte. Wir sind nicht konservativ. Wir sind mindestens so revolutionär wie die Kommunisten. Auch wir wollen eine soziale Veränderung, aber anstatt alle Menschen 2u Proletariern zu machen, wollen wir alle Proletarier zu Menschen machen. Nur der Konservativismus kann so töricht sein, anzunehmen, daß eine neue Epoche mit ihren Fortschritten auf technischem Gebiet in sozialer Hinsicht stillstehen kann. Wir glauben das nicht. Wir gehen mit der Entwicklung mit. Aber wir berücksichtigen den lebenden Menschen." „Sie predigen also eigentlich die Revolution des kleinen Bürgerstandes?*' fragt ihn der Korrespondent. „Ja, ich predige sie im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich bin ein Gegner der Gewalt." „Und doch nennt man Sie einen Faschisten, Herr Degrelle." „Was ist ein Faschist? Mussolini ist ein Faschist, und auch Hitler. Man nennt sie zum mindesten beide so, aber ich kann die Uebereinstimmung nicht entdecken. Oder wollen Sie alles, was die Ruhe und Ordnung eines Landes betrifft, faschistisch nennen? Gut, dann bin ich Faschist." „Wen halten Sie für Europas größten Staatsmann?" „Für Europas größte Staatsmänner halte ich Mussolini, Hitler und mich selbst. Sie finden das wahrscheinlich größenwahnsinnig. Aber glauben Sie mir: Allein aus der glühenden, überzeugenden Kraft eines Menschen kann sich eine Bewegung wie die unsrige fortentwickeln, die alle Hindernisse niederreißt." „Stellen Sie Hitler über Mussolini?" „Wenn ich zwischen beiden wählen muß, wähle ich Mussolini. Das Römische liegt uns mehr." „Stehen Sie auf dem Rassenstandpunkt?" „Nein. Unsere Bewegung war ursprünglich katholisch. ... Das trennt uns schon von allen R a's s e n t h e o r i e n. Einen jüdischen Staat im Staate würden, wir natürlich nicht dulden, aber, wir nehmen jeden auf, der guten Willens ist und zu uns als Mitglied kommt, ohne Unterschied der Klasse, des Glaubens oder dt Sprache." „Und Ihre Zukunftspläne?" „In sechs Monaten übernehme ich die Macht in dem Staat — darauf gebe ich Ihnen mein Wort!" Schriftsteller Dr. Z. F. Finkelstein hat die Leitung der. österreichischen Expositur der Jewish Telegraphic Agency in London übernommen. Palästinensisch-ostjüdischer Liederabend, Samstag, 3. Oktober d. J., y^d Uhr abends, Konzertsaal des Hotel „Post", L, Fleischmarkt 24, des jüdisch-hebräischen Konzert- und Radiosänger J. Sega 1-Rosenbach (Tenor). Am Klavier: Lili Riegler. Mitwirkend: Gesamtchor des Jüdischen Gesangvereines. Dirigent: Dr. Kurt Pahlen. Am Klavier: Kapellmeister Rudolf Beck. Programm: Palästina-Lieder, hebräischjemenitische Volkslieder, jiddische Lieder, Lieder aus dem palästinensischen Tonfilm „Land der Verheißung", „Dies ist das Land" (Emek-Lied „Schir adamah"). Neue, in Wien noch nicht gehörte Gesänge. Ost jüdische Volkslieder. Karten von 80 g bis S 2.— bei der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz-Josefs-Kai 3, und an der Abendkasse. Jüdische Kulturstelle — Photo-Sektion, I., Franz-Josefs- Kal 3, R-28-2-36. Führung: Sonntag, den 4. Oktober. 10 Uhr 30. durch die Ausstellung Helmar Lerski „Der Mensch", unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.. Max E i s 1 e r. Treffpunkt: L, Bräunerstraße 11. Jüdische Kutistslelle I, Franz-Josefs4Cai 3, R-28-2-36 Neuanmeldungen für die diesjährige Spielsaison werden ganztägig entgegengenommen. Die Mitglieder erhalten ermäßigte Karten für sämtliche Privat-Bundestheater und Konzerte. Leihbibliothek I., Franz-Josefs-Kai 3 Neuerscheinungen der schönen Literatur und Judaika gegen geringe Leihgebühren in der Leihbibliothek der Jüdischen Volkshochschule. (Auch für Kunststelle« Mitglieder.) Jüdisches KuSturth< ater I., Franz-Josefs-Kai 3, R-28-2-36 Täglich 20 Uhr „Die Grenze" von Cederlund und Dahlberg, deutsch von Albert Ganzert, Regie: Walter Steiner. Hilferuf des Hilfsvercines der Jüdischen Blindeil (Wien, II.. Rembrandtstraße 18, Tel. A-47-2-77, Postspark. A 133.213). Jüdische Männer und Frauen! Der Hilfsverein der jüdischen Blinden, der auf eine dreißigjährige segensreiche Tätigkeit fUr die notleidenden jüdischen Blinden zurückblickt, ist infolge der wirtschaftlichen Krise der letzten Jahre und infolge der großen Zahl der seine Unterstützung in Anspruch nehmenden, in Not geratenen Blinden aller Barmittel entblößt. In Anbetracht dieser traurigen Lage ist es uns leider nicht möglich, den Aermsten unseres Volkes, den jüdischen Blinden, auch nur das Allernotwendigste zu gewähren. Um nicht die Lichtlosen ihrem Elend preiszugeben, sind wir gezwungen, eine Sammelaktion durchzuführen. Wir erlauben uns daher, jeden edlen Leser dieser Zeilen inständigst zu bitten, uns mit einer Spende gütigst zu berücksichtigen. Tüchtige Musiklehrer, Klavierstimmer, Sesselflechte r, Bürstenbinder sind auch unter unseren Blinden, welche um Arbelt bitten! Aufruf der Vereinigten jüdischen Volksküchen „Seudat- Babat", Wien, II., Krummbaumgasse 8, Postsparkassenkonto B 150.891. Wir wenden uns an die jüdischen Mitbürger mit der Bitte, durch Spenden die Aufrechterhaltung des edlen Hilfswerkes der unentgeltlichen Ausspeisung vieler hunderter armer jüdischer Brüder zu ermöglichen. Auch eine sehr große Zahl einst wohlhabender Menschen sind heute auf unsere Hilfe angewiesen. Wir haben zu diesem Zwecke eine Mittelstandsküche ins Leben gerufen, wo bei gedeckten Tischen und für wenig Geld gvites und nahrhaftes Essen geboten wird. Besuchen Sie unsere Ausspeisungshallen zu Mittag oder, am Abend und überzeugen Sie sich persönlich von dem segensreichen Wirken unserer Institution. Jüdischer Hochschulausschuß. Bewährte Hofmeister, Häuslehrer für alle Mittelschultypeft, mit Kenntnissen fremder Sprachen sowie Uebersetzer für Hebräisch, Englisch, Französisch, Russisch, - Polnisch, vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hohcschulausschuß, Wien, IX. Alserstraße 26, A-25-2-28. Hel'et den iudisdaen Studenten Die Mensa academica judaica ohne Geldmittel Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Studenten in der Mensa academica judaica ein Mittagessen — oft die einzige Mahlzelt des Studentenohne jedes oder nur um ein sehr geringes, an die tatsächlichen Gestehungskosten nicht heranreichendes Entgelt zu bieten, ist zu? Beginn des1 neuen Schuljahres piler Geldmittel bar. Um doch die Mensa, academica judaica, in der hunderte jüdische Studenten ausgespelst werden, wieder eröffnen zu können, sieht sich der genannte Verein gezwungen, die Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit auf diese, für die jüdische Studentenschaft .lebenswichtige Institution zu lenken und zur raschen und ausgiebigen Hilfe aufzurufen. Adressen für Geldsendungen: V e r e i h z u r E r h a 1tung und Förderung der M e n s a academica judaica, IX., Lazarettgasse 6, Postsparkassehkcmlo JD 30.372. Praktisches Knglisch für Auswanderer. Die Volkshochschule Wien Volksheim, II., Zirkuggasse 48, hat im vergangenen Schuljahr einen englischen Sprachkurs' für "Auswanderer in. ihren Lehrplan aufgenommen. Die von der Kursleiterin Eügenie Feldmann den praktischen Bedürfnissen angepaßte. Lehrmethode hat sich bestens bewährt. Der Kurs wird heuer fortgesetzt und findet jeden Mittwoch von 19 bis 21 Uhr an der Volkshochschule Leopoldstadt, II., Zirkusgasse 48, statt. ■ . .'. Verein Tiferes Bachnrlm. In einer 'Versammlung: am 20. September erstattete der Vorstand den Vertretern der Bethäuser Wiens einen Bericht Uber die' mit großem 'Erfolg, am Schabbath Parschath Bamidbar und am. Schwuoth durchgeführte Hilfsaktion „Rettet die j ü d i s.c h e Jugend". Aus dem Bericht geht hervor, daß diese Aktion, die unter dem Protektorat des verewigten Herrn Oberrabbiner Dr. D. F e u c h t: w ä n g s. A. und der Herren Rabbiner S. Fürst, Großrabbiner Ahraham He sc hei und Rabbiner Josef Babad veranstaltet wurde, weitestgehendes Verständnis in allen jüdischen Kreisen Oesterreichs, ohne Unterschied der Partei, gefunden hat. Es wurde be- G RABSTEINE b RibOLÄN DbR « OtÜ16Ch . ien, i. Bet., äeiienstettengosse 2, III Samstag Xl., ZenttaHrwahot, neb, a. 1. Tor. ||| geschlossen schlössen, nunmehr eine großzügige geistige Propagandaaktion für den Besuch der Thor a lehr Stätten einzuleiten und dahinzuwlrken, daß aus jedem Bethaus Wiens mindestens ein Bachur sich dem Thorastudium in einer Jeschlwah widmet. Jedes Bethaus soll auch verpflichtet sein, mindestens die Kosten für die Erhaltung eines Bachurs (S 28.— monatlich) aufzubringen. — Die Versammlung wurde schließlich mit einem herzlichen Dank an alle Spender und Mitarbeiter geschlossen. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen am LanbhUttcnfeste. Am Vorabend und am ersten Hauptfeiertage des diesjährigen Laubhüttenfestes werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: Am Mittwoch, den 3 0. September 1 9 3 6 (Beginn des Gottesdienstes 5 Uhr 30 abend3): III., Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer; IX., Müllnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. — Am Donnerstag, den 1. Oktober 1936 (Beginn des Gottesdienstes 8 Uhr früh): I., Seitenstettengasse 4, Rabbiner Dr. J. M. Bach; II., Tempelgasse 5, Oberrabbiner Dr. I. Taglicht; V., Siebenbrunnengasse la, Rabbiner Dr. M. G. Mehrer: VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudeggcrgasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; X., Humboldtgasse 27, Rabbiner Dr. A. Weiner; XIII.. Eitelbergergasse 22, Rabbiner Dr. M. Lewin; XV., Turnergasse 22. Doz. Dr. H. J. Zlmmels; XVI., Hubergasse 8, Rabbinatskandidat A. Badler; XVIII.. Schopenhauerstraße 39. Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 10. Oktober d. J. (Schabbas-B'reschis) um 3 Uhr nachmittags wird in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen der erste Jugendgottesdienst des Schuljahres 1936/37 für die Schüler und Schülerinnen der Volks-, Haupt- und Mittelschulen abgehalten (im XI. Bezirk am Freitag abenda gemeinsam mit dem der Erwachsenen). Die besonderen Jugendgottesdienste für die Unterklassen der Mittelschulen im II., IX. und XX. Bezirk finden in den Synagogen, II., Tempelgasse 3, IX., Müllnergasse Nr. 21, und XX., Kluckygasse 11, um J^5Uhr nachmittags statt. Der feierliche Jugendgottesdienst ist mit „Ma tauwo" zu eröffnen; nach dem Gebet für das Wohl des Vaterlandes ist die erste Strophe der Bundeshymne zu singen. In der oben angeführten Einteilung finden die Jugendgottesdienste sodann allsabbatlich statt. 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