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Die neue Welt · 1936-09-25 · Heft 596 (25.9.1936) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 596 (25.9.1936)
Date
1936-09-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 596 vom 25. September 1936 [Ohne Arzt Ocularium Wien I, Annagasse 1, Ecke Kärntnerstr. Untersuchung der Augen und Veroidnung genauer Augengläser kostenlos ganztägig Unter leltung des Augenarxte» Herrn Doktor POBORSKI (Telephon R-37-0.43) Brillen von 4 Schilling aufwärts ke/ Moritz Hermann Inhaber der Firma Bermann & Co., I, Hoher Markt 9, wünscht seinen Verwandten, Kunden und Freunden 31» nüi Politiscae Kommission, Selbstschutz-Institution, Einheitsfront. Ein enttäuschendes Resultat. Wahrlich: Dem zulieb lohnt es sich nicht, nach Zürich zu fahren. * Eine kleine Fraktion kämpfte mutig gegen die arge Behandlung der höchsten zionistischen Instanz. Schließlich war sie verbittert und enttäuscht. Sie war nicht bloß mit "kritischen Bemerkungen gekommen, sondern brachte konkrete Vorschläge und den Willen zur Mitarbeit. Die Judenstaatspartei glaubte, daß sie mehr als eine Opposition sei — der Sendbote aller jener, die aus irgend einem Grunde keinen aktiven Anteil an der zionistischen Organisation nehmen. Jetzt sei aber die Seit, alle Kräfte auszunützen. Aber für ihren Patriotismus wurde die Judenstaatspartei brutal und bös behandelt. Alle ihre Vorschläge wurden glatt abgelehnt. Noch eine solche Sitzung und die Opposition wird die Geduld verlieren. Die angesammelte Erbitterung kann reißen, wie die „Hawlaga", wenn män das Seil allzu straff spannt. Die offizielle Erklärung der ' Judenstaatspartei (siehe vorige Nummer der „Neuen Welt"), in welcher sie eine Darlegung der Züricher Tagung gibt, spricht mit Schmerz und Enttäuschung auch im Namen der tausenden unbekannten zionistischen Soldaten, welche in heiliger;Unruhe beben. Wird sie eine Wirkung haben? Wird der „Apparat" verstehen, daß er ohne Kontakt mit der Volksseele nur ein Apparat bleibt? Viels Regierungen haben bereut, daß sie den aufrichtigen Worten zur Einkehr nicht Gehör geschenkt haben. OberkanCor Jofef Feuer wünscht allen Verwandten, Freunden und Bekannten 31tS *1DJ Der Verband der Judensfaafszionisten Oesterreichs wünscht seinen Mitgliedern und Freunden '310 1DJ Dr* Felix und Dr, Mma Klug IX, Berggasse 7, wünschen allen Verwandten, Freunden und Gesinnungsgenossen 3iö noj Allen verehrten Gästen und Freunden wünscht 31tt 1DJ Cafe Weyprechfhofc (Samek & Pisk), XVI,. Ottakringerstreße 37 Mazzofhfabrik Vortrefflich _ Wien, 2. Bez., Obere Augartenstraße Nr. 52 bedankt sich für die aus Bekannten- und Kundenkreisen zahlreich eingelangten herzlichsten Wünsche und entbietet allen herzlichst 3 113 1 D 3! Nun auch in Frankreich Die Judenschaft des europäischen Westens und Amerikas fühlte sich bis vor kurzem vom organisierten Judenhaß verschont. Wenn sie zum Antisemitismus Stellung nahmen, so tat sie es für die „bedrängten" Brüder in Ost- und Mitteleuropa und in Afrika. Jetzt ist' sie aber in die harte Not versetzt, um der eigenen Ehre und Sicherheit willen, in den Kampf gegen den Antisemitismus einzutreten. Was sie noch vor kurzem für unmöglich gehalten hat, ist Tatsache geworden: Auch im Westen gibt es eine Judenfrage. In Amerika tauchte sie schon unmittelbar nach dem Sieg des Hakenkreuzes auf. In England hat sich, wie in diesem Blatt gemeldet wurde, vor einigen Wochen eine jüdische Abwehrorganisation gebildet. Und jetzt hat Frankreich das Beispiel notgedrungen befolgt. Aus Paris wird gemeldet: Das Zentralkonsistorium der französischen Juden und das: Paris er Konsistorium geben die Schaffung einer Zentralstelle für Abwehr des Antisemitismus bekannt. In der Kundgebung wird ausgeführt: „Erschüttert durch die Fortschritte des Antisemitismus in Frankreich, haben wir uns entschlossen, ein Zentrum der ^Wachsamkeit zu schaffen. Denn obwohl nach dem Gesetz vom 19. Dezember 1905 über die Trennung von Kirche und Staat den Konsistorien lediglich die Obsorge über Ausübung und Unterhaltung des jüdischen Kultus obliegt, halten sich die Mitglieder des Verwaltungsrates des Konsistoriums gemäß dem von ihren Glaubensgenossen ihnen anvertrauten Mandats für berechtigt, die Interessen des Judentums über das streng religiöse Gebiet hinaus wahrzunehmen. Die neugeschaffene Zentralstelle wird alle das Judentum betreffenden Fragen studieren und dem Konsistorium entsprechende Entscheidungen vorschlagen. Seine Tätigkeit wird sich auf Frankreich und die Kolonien erstrecken." verband ein Schreiben gerichtet, in dem er erklärte, daß er sich aus dem Ring zurückziehe. Die Gründe, schreibt Spakov, die mich,hiezu veranlaßt haben, sind, so seltsam dies für einen Boxer scheinen mag, rein gefühlsmäßiger Art.. Ich, der ich mit ganzem Herzen bei Boxkämpfen in Frankreich, Polen und anderen Ländern für Rumänien ge fochten habe, werde in meinem eigönen Vaterland gehaßt Dagegen kann ich nicht länger kämpfen. Schließlich teilte Motie Spakov mit, daß er nach Palästina auswandere Der Boxverband hat die Demission Spakovs zur Kenntnis genommen und dem Champion in Anerkennung seiner Verdienste eine goldene Medaille verliehen. Rumänien geht Hitlers Weg Der jüdische Boxmeister geht Der jüdische Boxer Motie Spakov, der vor kurzem zum elften Mal den Amateurmeistertitel Rumäniens im Schwergewicht errang, hat mit Rücksicht auf antisemitische Kundgebungen von unglaublicher Roheit, die sich während des letzten Meisterschaftskampfes ereigneten, auf den Meistertitel verzichtet und sich vom Boxsport zurückgezogen. Als während des Kampfes die linke Augenhöhle Spakovs durch einen Hieb seines Gegners Serbanescu geöffnet wurde, wurden die zum größten Teil den radikal-antisemitischen Gruppen angehörenden Zuschauer von einem wahren Blutrausch ergriffen. Man rief im Chor: „Wir wollen Blut des Juden sehen, bis er keines mehr hat!" Spakov kämpfte mit heroischer Anstrengung weiter, obwohl das strömende Blut ihn blendete, imd-erfochte den Sieg. Jetzt hat Motie Spakov m den rum£nj«h.en. Bog, Ein Jude vertritt Irak im Völkerbund Aus Jerusalem (J. T. A.): Wie „Falestine" aus Bagdad meldet, hat die Regierung des Irak den bekannten jüdischen Advokaten Joseph Alkabir in Bag dad zu ihrem Vertreter in der Kommission des Völkerbundes, die über eine Reform des Völkerbundstatuts berät, ernannt. Alkabir hat sich bereits nach Genf begeben. Von der Klagemauer Aus Jerusalem: Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) hat der J. T. A. folgenden Bericht übergeben: In der linken Ecke neben der klagemauer, wo sich bisher eine Holztür befand, ist diese Tür entfernt und an ihre Stelle eine eiserne Tür mit arabischer Aufschrift eingesetzt worden. Wegen dieser Veränderung hat der Waad Leumi dem Distriktskommissär von Jerusalem einen entsprechenden Protest überreicht. Der Waad Leumi hat gefordert, die Regierung wegen dieser Angelegenheit zu interpellieren, ersucht jedoch, die Entwicklung ruhig zu verfolgen, um der arabischen Presse keinen Anlaß zur Hetze zu geben. 14 jüdische Kommunisten aus Palästina nach Polen deportiert Aus Warschau (J. T. A.): 14 jüdische Kommunisten in Palästina, die aus Polen stammen, wurden von der Palästina-Regierung nach Verbüßung ihrer Strafen wegen kommunistischer Betätigung an die polnische Grenze deportiert, wo sie von der polnischen Polizei übernommen wurden. * Fünf jüdische Arbeiterführer, unter ihnen Meir Holzman, Rubin Zuckermann und der Bundist Josef Gottheirner, wurden in das Konzentrationslager Kartusz- Bereza verbannt. — Die jüdische Freidenker-Gesellschaft, in Warschau wurde verboten. Achten Sie doch einmal darauf, wieviel Menschen die Zahnpflege noch vernachlässigen. Dann werden Sie sehen, wie angenehm ein1 frischer Mund mit gepflegten weißen Zähnen auffallen kann. Wählen Sie Chlorodont schläumend oder, nichtschäumend — beide Qualitäten fiiad g&cjh gut, Film und Boykofi 70 Prozent Bückgang Die J. T. A. meldet aus Berlin: Die reichsdeutsche Presse veröffentlicht jetzt Ziffern über den deutschen Filmexport. Es wird der Mißerfolg des deutschen Films in den letzten Jahren ziemlich unverblümt zugegeben. Der jährliche Substanzverlust der Branche wird mit 6 bis 8 Millionen Reichsmark beziffert („Essener Nationalzeitung"). Der Auslandsumsatz ist um volle 70 Prozent gefallen. Daa bedeutet einen Zusammenbruch des Fdlmexports, denn die letzten 30 Prozent beziehen sich ausschließlich au/ deutschsprachige Auslandsgebiete, die aus sprachlicher» Gründen unter allen Umständen deutsche Filme abneh-» men müssen. Als Grund geben die „Düsseldorfer Nachrichten" in erster Linie den Boykott an, in zweite!» Linie das Aufschießen selbständiger Produktionen aucl\ in kleineren Ländern, die sich dem Diktat des Berliner Propaganda-Ministeriums entziehen wollen. „Während vormals 20 bis 25 Prozent der Produktionskosten durch Auslandsverkauf amortisiert wurden, rechnet man heute mit 5 Prozent." Dazu sind die Produktionskosten seit zwei Jahren um mehr als 100 Prozent gestiegen. Die Hauptursache ist, nach reichsdeutschen Blättern, die Ausschaltung der nichtarischen Filmschaffenden, die die Gagen auch mittlerer „arischer", halbwegs attraktiver Kräfte in phantastische Höhe schnellen ließ. Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Fräulein Lilli. Frankreich: Helene. Amerika: Staatsanwalt unter Mordanklage — Männer ohne Namen — Der Weg ins Ungewisse — Rex, der König von Arizona — Schuldige Hände — Ihre letzte Nacht — Das Gericht der Totengräber — Rätsel um eine Frau — Desperados — Liebe vor dem Frühstück — Rosemarie — Metropolitan — Sie heiratet ihren Chef — Singing Kid — Luna-Park (Strike the Pink) — Chicago Gangster — Der Schürzenjäger — Der Amateur- Gentleman — Die Botschaft an Garcia — Der Liebling der Frauen — Luxuskabine 50 B — Ein Schrei in der Nacht — Mr. Deeds — Schwester Florence — Peter Ibbetson — Der König der Frauen — Der kleine Rebell — Der chinesische Spürhund — KUß' nicht im Kino! Filme unter Arierpara^raph Raub der Sabinerinnen — Die letzte Fahrt der „Santa Margareta" — Mädchenmarkt — Die Fahrt ins Blaue — I7occaccio — Der Holzschnitzer vom Erzgebirge « — Befehl ist Befehl — Mister X. — Der Dämon vom Himalaya — Puppenfee — Die Drei um Christine — Arzt aus Leidenschaft — Der Hundefänger — Weiberregiment — Opernring — Der Schlaumeier .— Mädchenpensionat — Confetti — Engel mit kleinen Fehlern — Wer ist wer? — Prater — Der Wildfang— Waldwinter — Kaiser von Kalifornien — Männer vor der Ehe — Allotria — Friesennot — Verräter. KREUZ-KINO Der chinesische I, Wollzeile 17 Telephon H-24-2-16 Vorstellungen: 4, *A6, V»8, Y*10 WARNER OLAND STAFA, Mari ahilf erstraße 120 ., BW 110! Telephon B-33-0-68 wochentags: 3,7,9 Uhr Franz Lederer, Ida Lupino VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 4, *>>&, VaO, V*10 II IM D! Franz Lederer, Ida Lupino Heute: Apollo-Premiere „Fräulein Ulli" mit Franziska Gaal. Heute gelangt im Apollo der neue Franzißka- Gaal-Film „Fräulein Lilli'« zur Welturaufführung. Schauplatz der Begebnisse ist die italienische und französische Riviera. Die männliche Hauptrolle verkörpert Hans Jaray, daa komische Fach vertritt Szöke Szakall; in weiteren Rollen: Karl Ehmann, Richard Eibner, Karl Paryla vom Theater in der Josefstadt. Regie: Rqbert Wohlmut. Die Außenaufnahmen wurden in Wien, Genua, Ventimiglia, Mentone, Monte-Carlo und Nizza gedreht. Heute: „Küß' nicht im Kino!" Welche Folgen ein Kuß im Kino hat, den allerdings eine Unbekannte empfängt, wie die Moral von Paris durch eine Gerichtsverhandlung gerettet werden muß, der Kuß im Kino sich schließlich aber als Heiratsvermittler erweist, schildert das Lustspiel „Küß' nicht im Kino" (One rainy afternoon), das mit Frances Lederer und Ida Lupino in den Hauptrollen heute im Burg-, Imperial-, Stafa- und Votivpark-Kino in Originalfassung zur Uraufführung gelangt. Dienstag: „Taras Bulba." Dienstag, den 23. d. M., findet im Schweden-Kino die Uraufführung des Großfilms „Taras Bulba" statt, der nach dem gleichnamigen Sloman Gogols von Alexis Granowsky inszeniert wurde. Den alten Reiterführer Terras Bulba spielt Harry Baur. . In weiteren Rollen sind Danielle Darrieux, Jeanine Crispin und Jean Pierre Aumont beschäftigt. Der Film erscheint in der ungekürzten Originalfassung. Scala. „Spionage" von Walter Hackett spielt im Schlafwagen, der unter vielen anderen einen besonders interessanten Passagier führt: einen, der in seiner Aktentasche den Plan für immerwährenden Frieden trägt. Um dieses Dokument zu ergattern, wird gestohlen, spioniert, gemordet. Die glänzende Besetzung wird von Schauspielern der Josefstadt bestritten. Regle führt Johannes Reich, der faszinierende szenische Einfälle hat und die Rollen in die besten Hände legte. Ganz besonders hervorzuheben sind Adrienne G e ß n e r, Hans T h i m i g, Fritz Schulz, Agnes Eszterhazy und Hella Pitt. Das Publikum ließ sich von den packenden Vorgängen fesseln jmd sparte nicht mit Beifall, e, kr.

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