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Die neue Welt · 1936-09-01 · Heft 590 (1.9.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 590 (1.9.1936)
Date
1936-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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t Seite 3 DIE NEUE WELT Nr. 590 vom 1, September 1936 tiven Pläne; die arabische Frage; das Arbeitsproblem in Palästina; das Budget für das kommende Jahr, Da gibt es bereits keine Einhelligkeit mehr. Im Gegenteil, schwere Gegensätze. Einige halten dafür, daü die Kommission boykottiert werden müsse, weil sie eine —> „Frucht der Sünde'1 sei —, die erste Prämie für den arabischen Terror; andere wieder meinen, daß man, wenn die Einwanderung abgestellt wird, mit der Kommission kooperieren soll. Von dritter Seite wieder wird geltend gemacht, daß man unter allen Bedingungen die Tribüne ausnützen und vor die Welt mit seinen Anklagen und Forderungen heraustreten muß. Montag, den 24. August. In Triest angekommen. Auch der Triester Hafen ist fast leblos, wenig Schiffe. Wir verlassen den Dampfer, begeben uns zur Zollrevision. Man hört junge Stimmen, bekannte Klänge: hebräisch, jiddisch, polnisch, deutsch, englisch. Wer sind sie? Ein großer Transport Olim (Einwanderer) nach Palästina! Ruhig und heiter, wie Menschen, die eine .Vergnügungsreise unternehmen. Sie, die Einwanderer, strömen zum weißen Dampfer, der sie rasch ins Land des Terrors bringen wird. Aber „Ejn dawar" r-, „was liegt daran", wir schaffen es. Sie wissen, was sie tun — und wohin sie fahren. Sie kennen kein Zurück. Arabische Terrorakte Jerusalem: Aus einem arabischen Haus in Jaffa wurde auf einen mit jüdischen Arbeitern besetzten fahrenden Autobus eine Bombe geschleudert, die aber ihr Ziel verfehlte und einen arabischen Mann und eine arabische Frau verletzte. Im Gebiet zwischen Jaffa und Tel-Aviv wurden jüdische Passanten beschossen. Aus einer deutschen Plantage in Sarona, der deutschen Kolonie am Napoleon-Berg, beschossen Araber eine vorbeigehende Polizeipatrouille. Die Polizei erwiderte das Feuer, tötete einen und verletzte mehrere Araber. Während der gemeldeten Zusammenstöße zwischen Terroristen und Müitär bei Jenin bedienten sich die Terroristen eines Maschinengewehres, einige der Terroristen trugen Monturen englischer Soldaten. Die Maschinengewehrgruppe wurde gefangengenommen. Es stellte sich heraus, daß es sich um die gleiche Gruppe handelt, die vor kurzem badende englische Soldaten beschoß und sie ihrer Kleider und des Maschinengewehrs beraubte. Das damals geraubte Maschinengewehr wurde nun sichergestellt. Der Vizekommissar des Kreises Safed, Stafford, Wurde nach der Ermordung Alter JJngers und seiner Kinder nach Nazareth versetzt. Stafford hatte an dem Tag des üeberfalls die Polizeiwache aus dem jüdischen Viertel abgezogen und sich erst nach längeren Verhandlungen mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde zur Wiederentsendung glner Wache bewegen lassen. In der Zwischenzeit hatten die Araber den Mord an der Familie JJnger begangen. Höllenmaschinen an Juden in Tel'Aviv Aus Jerusalem: Dreißig junge Araber aus den vornehmsten Familien des Landes sind nach einer von englischem Müitär im Jaffaer Fußballklub durchgeführten Haussuchung verhaftet worden. Eine Anzahl von Bomben, sowie mehrere Höllenmaschinen, die zur Versendung bestimmt und so eingerichtet waren, daß sie bei Entfernung der Verpackung explodieren mußten, wurden gefunden. Höllenmaschinen gleichen Typs wurden am selben Abend auf der Tel-Aviver Bahnstation durch Kriminalpolizei beschlagnahmt. Die sorgfältig verpackten Maschinen waren an Juden in Tel-Aviv adressiert. Die Polizei hat soeben durch den Rundfunk eine Warnung vor Oeffnung von Paketen unbekantter Herkunft erlassen. Man müsse damit rechnen, daß solche Pakete Höllenmaschinen enthalten. (J. T. A.), Audi Aguda klagt PaIäslina*Regi'erung an Aus Warschau wird gemeldet: Die orthodoxjüdische Organisation Agudas Jisroel veröffentlicht jetzt einen Aufruf an die Judenheit, der schonungslose Angriffe gegen die englische Administration in Palästina enthält. ' Der heilige Boden unseres Landes wird täglich mit jüdischem Blut getränkt, jüdisches Hab und Gut wird mit teuflischem Sadismus vernichtet. Die Regierung hat von Anfang an die Mörder mit Müde behandelt, der größte Teil ihrer Beamten hilft im Stillen den Terroristen un« Saboteuren. Jetzt heißt es gar, die Mandatarmacht werde — unbeschadet ihrer bisherigen Zusicherungen — die jüdische Einwanderung nach Erez Israel einstellen oder zumindest stark einschränken; dies würde als eine unmißverständliche Belohnung für Mord und Gewalt gedeutet werden. Was haben wir Juden jetzt zu tun? Was sollen wir auf den Notschrei des Jischuw antworten? Die Zionisten haben es unterlassen, sich vor ihren Protestaktionen mit allen - jüdischen Richtungen zu einigen, um in dieser schweren Stunde eine Einheitsfront des ganzen jüdischen Volkes zu schaffen. Das in der Agudas Jisroel organisierte religiöse Judentum sieht in der neuen Prüfung den „Finger Gottes". Gewiß müssen wir auch rufen und protestieren, vorher aber müssen wir die jüdischen Massen auf ihren historisch erprobten Weg zu Gott zurückführen. (J, T. A.)._______ Di'e antisemitische Welle in Polen Aus Warschau wird gemeldet: Neben der großen und sehr aktiven antisemitischen Front der oppositionellen Nationaldemokraten besteht nunmehr auch eine antisemitische Regierungsfront. Unter der Führung von Oberst K o c hat sich soeben eine regierungstreue Organisation „Sluszba Narodowa" (Nationader Dienst) gebildet, die in ihrem Programm antisemitische Losungen enthält, u. a. die: „Befreiung Pplfm von jüdischem Einfluß'* und „Polonisierung des Handels". Zwei jüdische Tageszeitungen, „Moment" und „Dos Wort"» wurden wegen Kritisierung des Programms der neuen Regierungspartei konfisziert. Die nationaldemokratische Presse, voran das Hauptorgan der Nationaldemokratie „Warszawskl m ■ V'-'.^-r1*? .',/!«•. ./T*?. m Von S 2 Wochanraten erhalten Sie alle Gegenstände In gröüter Auswahl und better Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 122*124 Telephon B-32-2-24, B-35-6-55 Dziennik Narodowi", befürchtet als Rückwirkung der Palästina-Ereignisse eine Massenrückwanderung polnischer Juden aus Palästina und fordert die Regierung auf, die nach Palästina ausgewanderten Juden auszubürgern, um ihnen so den Rückweg nach Polen zu versperren. Bei P r z y t i k wurden wiederum Juden von Huligans überfallen und blutig geschlagen. Schwer verletzt wurde der Gärtner Meir Gutman. Die Wohnung von Owadja Lengo wurde zerstört. In den Kolonialwarenladen von Erwin Reich in Kattowitz wurde eine Bombe geschleudert, die den Laden verwüstete und einen Teil des Hauses demolierte. Die Attentäter, die im Auto flüchteten, wurden später verhaftet; es sind Nationaldemokraten. (J. T. A.) Gerüchte über die Juden Deutschlands Aus Prag wird berichtet: Der nach Beendigung der Berliner Olympiade neu eingesetzte antijüdische Feldzug in Presse und Versammlungen in Deutschland gibt im Auslande zu verschiedenartigen Gerüchten Anlaß. Londoner Zeitungen verzeichnen das Gerücht, daß der nächste Parteitag der NSDAP, in Nürnberg neue Judengesetze verkünden wird, deren Autor Julius Streicher sei. Die Gesetze sollen die Höhe der jüdischen Vermögen begrenzen und ein jüdisches Wirtschaftsghetto schaffen. Der „Prager Mittag" bringt die Mitteilung eines Berliner Gewährsmannes, wonach gegenwärtig eine Schätzung der jüdischen Vermögen in Gang ist, die als Auftakt für den Erlaß von vermögensrechtlichen Sonderabgaben der Juden angesehen wird. In Nazikreisen wird der Gedanke ausgedrückt, die Juden müßten eine Sondersteuer zahlen, da sie nicht zum Militärdienst herangezogen werden, jedoch wie alle deutschen Staatsbürger den Schutz der Heimat durch das deutsche Heer genießen. Jüdische Kreise befürchten auch, daß auf dem Nürnberger Parteitag bestimmte Maßnahmen in der Richtung der Schaffung eines Ghetto beschlossen werden. In Berliner Partei- und Privatkreisen — meldet ein zweiter Berliner Gewährsmann des „Prager Mittag" — versteift sich das Gerücht, > . daß man in Neu-Westend zu Berlin das Ghetto errichten wird und daß die Baupläne für diese Judensiedlung schon längst fertig sind. Geplant sei eine hochmoderne Neubauten-Kolonie von sehr großen Ausmaßen, da immerhin an hunderttausend Menschen hier angesiedelt werden sollen. Alle Geschäfte müssen dort in jüdischen Händen sein, ebenso müssen alle Handwerker Juden sein. Eine Polizeistation und ein parteiamtliches Ueberwachungsbüro mit einem Patrouillendienst wird errichtet werden. Schulen, Theater und Kinos, Sportplätze und Hallen werden der Jüdischen Gemeinde unterstellt. Arier sollen die Siedlung nur in dringlichsten Fällen betreten dürfen. Die Redaktion des „Prager Mittag" glaubt nicht, daß ihr zweiter Berliner Gewährsmann mit diesen konkreten Einzelheiten recht hat. Es sei jedoch bezeichnend, daß in Berlin solche Gerüchte verbreitet werden, Heule — Premiere im Ronadier Heute, Dienstag, eröffnet das Ronacher-Variete" die neue Varietö-Spielzeit mit einem glanzvollen Programm unter der Devise „Olympia des Varietes". Zehn international berühmte Sterne des Värietghimmels werden erstmalig in Wien zu sehen sein, so Gizi Royko, die charmante und hervorragende ungarische Geigerin, mit ihren 12 Pusztamädels, die Hollywooder Film-Schimpansen Judge, der aus dem gleichnamigen Film her bekannte Meisterakrobat King Kong, Rulyans Wunder-Marionetten usw. Im Ronacher finden an Wochentagen zwei Vorstellungen statt, um 4 Uhr und um 8 Uhr (auch am*Premierentag), an allen Sonn- und Feiertagen drei Vorstellungen, um 2, 5 und 8 Uhr. Kartenvorverkauf stets sieben Tage im voraus an den Kassen im Ronacher, Telephon R-24-2-2U; und Stadtkasse. Kartenzentrale, I., Graben 28. Verband der Türkischen Israeliten (Sephardlm) zu Wien, II., Zirkusgasse 22. Der Eintritt in die Synagoge (IL, Zirkusgasse 22) ist an den hohen jüdischen Feiertagen auch den Nichtmitgliedern, gegen vorherige Lösung von Karten möglich. KINOffPROGRAMME Porzellan, Steingut und Glas: Porzellan-Dcssert-Teller, dek., Binzelstk. S 0.29, S 0.19 Porzellan-Zuckerdosen od. Milchkannen, Einzelstk. S 0.29 Porzellan-Teller, Dekor, flach, Einzelstücke . . , S 0.39 Porzellan-Schale mit Tasse, Goldrand S 0.49, weiß S 0.39 Steingut-Gasthaus-Teller, gerippt, tief u. flach » S 0.39 Schüssel-Garnitur, Steingut, öteilig , „ , , » S 1.98 Steingut-Speise-Garnitur für 6 Personen, 24 Teile S 8.60 Porzellan-Kuchcn-Garnitur, 7teilig, Obst-Dekore , S 2.70 Porzellan-Kaffee-Service für 6 Personen . . * » S 6.90 Japan-Service, 15 Teile, Kaffee S 9.80, Mokka . > S 6.90 Krügelglas S 0.49, SeidelgaS S 0.42, Wasserglas , S 0.19 Geschirr und Küchengeräte: Aluminium-Frühstücksdose mit Gummidichtung . S 0.98 Alum.-Back-Kasserolle od. Bratpfanne m. Deckel S 2.90 Alumin.-Garnitur, bordürt, 3 Töpfe (1—21/2 Lit.) oder 3 Kasserollen (% bis Lit.) . » , . ■ S 8.90 Blaue Email-Töpfe oder IteUt. 1 Lit._%LH. Kasserollen, Kommerzware . , . S 0.79 S 0.59 S 0.49 Email-Eimer, 28 cm S 2.90, Email-Lavoir, 36 cm . S 1.90 Email-Weitling, 30 cm 2.90, Em.-Schüssel, 24 cm S 1.89 Nudelwalker oder Fleischhammer mit Beschlag . 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Einsatz » 1 S 7.50 Strapaz-Steppdecken, mit K.-Seiden-Spiegel » « S 7.90 zu verblüffend niedrigen Preisen l Blaue Uebergangs-Mäntel, Herrenfasso», halb K.-Seide gefüttert , » * . » * » - S Velourine-Mäntel mit breiten Revers* halb ■ K.-Seide gefüttert . » * . » . ». « » » S Reizende Herbst-Mäntel, Fischgrätmuster oder einfarbig, ganz K.-Seide gefüttert . u 1 * S Schwarze Winter-Mäntel, ganz gefüttert, mit Alaskalamm-Schalkragen , * ■* % « * ■» S Pelzverbrämte Boucle-Mäntel (Schalkragen), ganz K.-Seide gefüttert *»...<. * % S Neuartige Cape-Mäntel mit 'Alaskalamm oder Seallamm verbrämt, Mongol gefüttert * u S K.-S.-Mongol-Imprime-Kleider In reizenden Blumenmustern »«»■»»»« «■»B, Jugendliche Wollstoff-Kleider, in Modefarben, mit langen Aermeln a » « * » 1 1 ■ 1 * 3 Steirer-KoBtümo mit grünen Blatt-Applikat,. S Elegante Herbst-Complets (Paletot und Schoß), neueste Fasson », »mi«»«*S Freskoartige Kostüme, Jacke ganz K.-Seida ge- ' füttert, gute Herrenschneider-Arbeit, » ■ « S 19- 24- 29- 29- 39- 59- 7'90 g-80 19- 24- 29- , Raulileder-Dainen-Schuho ß 8.90 Für starke Frauen (Alles bis Hüftwette 150 cm) STAFA, VII Mariahilf erstraße 120 Telephon B-33-0-68 Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Lunapark Eddie Cantor SCHÄFFER v# , . VI, Marlahilferstraße 37 KaiSCf JOIICS Telephon B-20.203 ■ mlt paul Robeson üeginn: 1A9, %10 VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 4, %6, V28 ttio Lunapark Eddie Cantor Reinselden-Foulard-Imprlmß-Kleldet * 1 g ■ * K.-Selden-Mongol-Kleidor, dunkle Farben , , , Uebergangs-Mäntel, ganz K.-Seide gefüttert » a Pelzverbrämte Boucle-Mäntel, ganz K,«SeWe gef* S 5.90 S 9.Ö0 S 29.--» S SM» II., TABORSTRASSE 48 •T Eigentümer, Kerleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. Druck: Druckerei- und yerlags-A,-G, Ignaz Steinmann, beide. Wien, . IX., üulveraltatflstraße 6—8<

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