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Die neue Welt · 1936-09-01 · Heft 590 (1.9.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 590 (1.9.1936)
Date
1936-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis tOOfotthew fttftttMBAiAM.. JLaM 4.4: WffnnBg/ wvH »■» REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monaüich S IAO, vierteljährig 8 4.—, ganzjährig SJ.6.—^ Polen jnonatilcft Zlotj; L60, vierteljährig J " " ' " Jährig Dinar SehwefVtind fflVübrigen^änder monaüidi SÄwe1zw"lY5nciri760. vierteljährig"Schweizer Francs 4.G0. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung : IX, Universitätssir. 8, Tel A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitag ORBIS 5POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro „O R BIS" f. Kärntnerstrane 41, R-n-s-78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro l. FriedrlchstraOe 7, B.37.500, i. Graben 20, U*xt«o.3S Kommt die Ein wanderung§§perre? Aus London wird uns gemeldet: Die Frage der Ein-, wanderungssperre in Palästina ist bisher nicht geklärt. Was die aus Jerusalem .kommenden Meldungen anlangt, wonach die Verhandlungen des irakischen Ministers Nur! Pascha mit dem Arabischen Obersten Komitee günstig verlaufen seien, verlautet hier, daß es sich bloß um einen Vermittlungsvorschlag zwecks Einstellung des Streiks und Terrors gehandelt habe. Die Gespräche hätten sich Jn der Hauptsache auf panarabische Probleme bezogen. Aus politischen Kreisen erfährt man, daß sich Mittwoch, den 2, September, ' ein Ministerrat mit der gegenwärtigen Lage in Palästina befassen und eine zeitweilige Einwanderungssperre in Erwägung ziehen werde. Präsident Dr/Welz mäh n ist vor' SöWüß' ^r Züricher Aktionskomiteetagung hier eingetroffen, um gegebenenfalls politische Verhandlungen vor der Entscheidung der Begierung führen zu können. Drei bedeutsame Kundgebungen Washington (28. August), Die amerikanischen Senatoren William H. King aus Utah und David J. Walsh aus; Massachusetts, der Führer der Mehrheitsfraktion im Repräsentantenhaus John J. Ö'Connor und das Kongreßmitglied Isaac Bacharach aus New Jersey veröffentlichen einen gemeinsamen Appell an Großbritannien, sich angesichts des arabischen Terrors nicht schwach zu zeigen und die jüdische Einwanderung nach Palästina nicht einzustellen. Die Mandatarmacht wird aufgefordert, ihr Versprechen, bei der' Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in Palästina mitzuhelfen, zu erfüllen, * New York. (28. August.)' Zum erstenmal seit idem Ausbruch der Unruhen in Palästina hat die Zionistische Organisation Amerikas eine Erklärung zur Lage in-Palästina, veröffentlicht. In der Erklärung heißt es, daß die jetzigen Unruhen nicht nur für die Juden von höchster Bedeutung, sondern von gleicher Wichtigkeit auch für die gesamte Kulturwelt seien, deren Auffassungen von internationalem Recht und Internationaler Moral durch das Schicksal Palästinas berührt seien« * London (28. August:)] Für Montag, 7. September, Sst von der englischen Abteilung der J e w i s h Agency tot Palest ine eine außerordentliche Konferenz der Uudenheit Englands einberufen worden, die zu der Bedrohung der jüdischen Einwanderung nach Palästina Stellung nehmen soll. Die Eröffnungsrede wird Lord Melchett halten. Ein politisches Referat wird von Professor Selig Brodetsky erstattet werden, [worauf der Präsident des Board of Deputies, Neville Las kl, unterstützt durch den Vorsitzenden der Exekutive der Zionist Federation of Great Britain and Ire«. •Jand, Rev. J. K. GÖldbloom, entsprechende Resqlu-» tionen .vorlegen iwird. Wieder jüdisches Todesopfer Palcor meldet aus Jerusalem: Der 19jährige D a v i d Nishri, der sich vor zwei Tagen erst zum Ghafflr gelmeldet hatte, wurde gestern nacht bei Motza schwer verwundet, als auf ihn und einen zweiten Ghafflr Schüsse abgegeben wurden; sein Begleiter wurde leicht verletzt, Beide wurden ins Hadassah-Spital in Jerusalem eingeliefert, wo Nishri heute früh um 6 Uhr seinen Ver* letzungen erlag. Nishri war gebürtiger Palästinenser, der Sohn eines Gymnastiklehrers aus Tel-Aviv, und studierte «m der, Hebräischen Universität, Schaffet die zionistische Einheitsfront! Aus Jerusalem wird gemeldet: Der Verband der Allgemeinen Zionisten Palästinas, der Misrachi, die Judenstaatspartei, die Bne Benjamin (Verband in Palästina geborener Kolonistensöhne), der Handwerker, verband, die Vereinigung der Landwirte und der Verband der jemenitischen Juden haben an das in Zürich tagende Aküonskomitee telegraphisch den Appell zur Schaffung einer Einheitsfront aller jüdischen Gruppen zum Schutze der jüdischen Rechte in Palästina gerichtet. Das Telegramm wurde dem Vorsitzenden des Aktionskomitees M. M. Ussischkin und anderen Teilnehmern der Tagung zugesandt. In dem Appell wird das Aktionskomitee aufgefordert, den V oll Zionismus kompromißlos zu verteidigen, die Revisionisten einzuladen, in die Zionistische Organisation zurückzukehren und den Anschluß der AgudasJisroel an eine po litische Einheitsfront zu sichern. Ferner fordert der Appell die Mobilisierung der Judenheit in der ganzen Welt zur Rettung des Nationalheims. Es wird die Warnung ausgesprochen, daß jedes Kompromiß sich künftighin katastrophal auswirken müsse. Zur Rettung des Aufbauwerkes Von unserem Schweizer Korrespondenten Zürich, 30. August. Auf der Sitzung des zionistischen A. C. lastet eine (ungeheure Spannung^ Die: Nachrichten laus Palästina und London, wonach ein Frieden mit den Arabern auf Kosten der Juden geschlossen werden soll, erzeugen eine aüfgeregte^ttmmuh^^ ' durch: -Meldungen,! daß noch nichts Definitives erfolgt ist, nur wenig: geniilderj; wird. Als feststehend' wird gemeldet; daß die definitive Entscheidung in.einer Mittwoch, den 2. September, tagenden Kabinettssitzuhg der englischen Regierung fallen soll. Dies ist auch der Grund, womit die vorzeitige Abreise Weizmanns nach London motiviert wird. Regelmäßiger Reisedienst der „Czern. Allg. Ztg. nad. POLEN und CZERNOWITZ Nächste Abfahrt: 11. September 1936 Anmeldungen amichii * B lieh im Reisebüro „Marlenbrttcke"v <» Rotenturmstr. 26, R-24-2-86/87 Reservieret jetzt schon Plätze für die Reisen zu den höhen Feiertagen l Die einzige Oppositionspartei, die Judehstaatl"e r, welche durch Großmann, Stricker und Machover vertreten sind, haben die Initiative ergriffen und sind mit drei Anträgen hervorgetreten, welche sich auf den politischen Kampf gegen jeden Versuch, das Aufbauwerk zu zerstören oder zu behindern, auf den Schutz von Leben und Eigentum durch Jüdische Kraft und auf die Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte im Abwehrkampf, auch der revisionistischen und agudis tischen Gruppen, beziehen. Die Anträge lauten: Ablehnung der Kgl. Kommission Die antizionistische Haltung der gegenwärtigen englischen Regierung, insbesondere der von ihr eingesetzten Palästina-Regierung, hat in diesen Tagen unverkennbaren Ausdruck gefunden. Die Palästina-Regierung hat nicht die nötigen Maßnahmen ergriffen, um den Terror im Keim zu ersticken. Im Gegenteil! Sie hat mit den Führern des Terrors unterhandelt, statt, wie es ihre primitive Pflicht war, die Stifter von Unruhe, Mord und Mordbrennerei unschädlich zu machen. Kein einziger der Mörder wurde bisher verurteilt. Dafür wurden notorische Hetzer aus der Schutzhaft entlassen. Schließlich hat die englische Regierung, entgegen allen ihren im Parlament f eierlich abgegebenen Versprechungen, während des Terrors eine königliehe Kommission ernannt. Sie ist noch weiter gegangen und unterhandelt, wiederum gegen alle Versprechungen, mit den für'den Terror verantwortlichen arabischen Führern Uber Einstellung der jüdischen Einwanderung. Sie läßt es zu, daß außärpalästiniensiflohe Mächte in die Ihneren Angelegenheiten des Mandatsgebietes eingreifen. All das hat das Vertrauen des jüdischen Volkes zu einer unter solchen Umständen gebildeten Kommission erschüttert. - Diese Kommission, welche unter dem Druck des arabischen Terrors und der antizionistischen Palästina- Regierung zu arbeiten genötigt sein wird, muß zum Instrument für die Vernichtung des jüdischen Werkes werden. Das A. 0., welches der Gerechtigkeit des englischen Volkes na.cn wie vor vertraut und Iii enger Zusammenarbeit mit dem britischen Reich für seine Zukunft arbeiten will, erklärt mit Bedauern, die Zusammenarbeit mit dieser Kommission ablehnen zu müssen. Schutz durch jüdische Kraft ' - -\\^Bie;-'vletzten'^Ereignisse - haben neuerlich, bewiesen, daß jüdisches Leben und Eigentum in Palästina nicht gesichert sind, solange ihr Schutz ausschließlich in nichtjüdischen Händen liegt. Die Juden Palästinas wollen und dürfen nicht nur auf die Verteidigung durch fremde Kräfte angewiesen sein. Das jüdische Volk erkennt dankbar die Opfer der britischen Schutzkräfte an, welche unter den schwersten Bedingungen ihre Pflicht erfüllt haben, aber seine Würde erfordert, daß es selbst diese Opfer auf sich nimmt. Es ist die Aufgabe der Zionistischen Weltorganisation und der Instanzen des jüdischen Palästina, alle dem Schutze dienenden jüdischen Kräfte im Lande zu organisiere^ zu vereinheitlichen und in Bereitschaft zu halten« m , Daher beschließt das A. C. die Schaffung einer Sonderabteilung der Exekutive, welche, mit einem entsprechenden Budget und Vollmacht ausgestattet, für den Schutz von Leben, Vermögen und Wirtschaft im jüdischen Palästina zu sorgen hat. Dieser Abteilung soll ein von) allen Schichten des jüdischen Palästina beschickter Rat zur Seite, stehen. Außerordentliche politische Kommission Die kritische politische Situation, in welche der Zionismus geraten ist, und die Gefahren, welche die Fundamente des jüdischen Nationalheims jetzt bedrohen, erfordern unverzüglich die Vereinheitlichung aller nationalen Kräfte und ihre Einsetzung in den Abwehrkampf. Daher beschließt das A. C. die Schaffung einer politischen Kommission, welche mit besonderen, der Lage angepaßten Vollmachten auszustatten ist. Die zionistische Exekutive bleibt nach wie vor das einzige dem Kongreß und dem A. G. verantwortliche Organ. Die Kommission soll im Einverständnis mit der Exekutive die. Grundlinien der politischen Arbelt bestimmen und die Abwehraktion führen. Die Kommission soll Vertreter aller zionistischen Richtungen umfassen und das Recht und die Aufgabe haben, alle Schiebten des jüdischen Palästina, wie auch jene zionistischen Organisationen, welche außerhalb d©r Zionistischen Weltorganisation bestehen, zur politischen Mitarbeit heranzuziehen. Nur auf diese Weise kann die nationale Disziplin sowohl in Palästina als auch in der Galuth aufrechterhalten bleiben. Um diese Anträge, welche seitens der Judenstaatler gestellt wurden, wird hart gekämpft. Gegen diese Anträge stellen sich die Kreise um die Exekutive (Linke und A-Zionisten mit einigen Ausnahmen), für die Anträge zu stimmen, zeigen sich Misrachi und B-Zionistea geneigt. Wie die Entscheidung ausfallen wird, ist zur Stunde nicht klar. Alles aber ist sich dessen bewußt* daß der Kampf um diese Anträge für die Zukunft des jüdischen Nationalhelms und der Zionistischen Weltorga« nisation von größter Bedeutung ist, *

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