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Die neue Welt · 1936-08-25 · Heft 588 (25.8.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 588 (25.8.1936)
Date
1936-08-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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f Me 4 DDE NEUE WELT Nr. 588 vom 25. August 1936 Wie sieht's um einen jüdischen Selbstschutz t Das Problem der Sicherheit steht zur Zeit in der Palästina-Politik obenan. Nach den Unruhen vom August 1929 veröffentlichte die englische Regierung ein Statement, das sogenannte — für die Juden durchaus ungünstige — Weißbuch des Kolonienministers P a s s f i e 1 d, worin die selbstverständliche Pflicht der Regierung, für den Schutz der Bürger zu sorgen, folgendermaßen zum Ausdruck kam: „Es ist die erste Pflicht der Regierung, Frieden und Ordnung in Palästina sicherzustellen. Die Königliche Regierung wünscht zu betonen, daß sie glaubt, bei der Zusammensetzung der Sicherheitskräfte müsse eine Garantie dafür geschaffen werdeen, daß die zur .Verwendung gelangenden Truppen die notwendige Eignung zur Durchführung ihrer Aufgaben besitzen, ohne sich dabei durch politische Erwägungen beeinflussen zu lassen." Diese Erklärung bezieht sich auf den 17. Artikel des Palästina-Mandats, worin es heißt, daß die Regierung das Recht hat, ihre eigenen Sicherheitstruppen durch Selbstschutzabteilungen jüdischer Freiwilliger zu ergänzen. Bereits im Jahre 1921 schrieb das Londoner Kolonialamt an die Zionistische Exekutive: „Die Regierung Sr. Majestät würdigt vollkommen die Notwendigkeit, den jüdischen Kolonien in Palästina entweder hinreichenden Schutz zu gewähren oder ihnen Mittel für den Selbstschutz zur Verfügung zu stellen." Es wurde damals ein Plan zur Selbstverteidigung ausgearbeitet, allerdings nicht ausgeführt. Seit dem Jahre 1926 wendete sich die Sache zum Schlechteren. Die Polizei bestand damals aus 1752 Mann, von denen nur 212 Juden und über 1300 Araber waren. Lord.Sneil, von dem die bekannten Vorbehalte zum Bericht der Shaw-Kommission (Herbst 1929) stammen, schrieb: „Ich glaube, die Palästina-Regierung sollte bestrebt sein, die Gewißheit zu schaffen, daß die Hauptverantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnungin Zeiten des Friedens schließlich auf den Anteil der imLandeselbstrekrutiertenPolizei fallen wird... Ich bin überzeugt, daß bei besseren Dienstbedingungen die einheimische Polizei, so wie es tatsächlich anderwärts möglich war, auch in Palästina in der Weise ausgebildet werden könnte, daß sie eine Truppe loyaler und verläßlicher Beamter der Regierung darstellen würde, selbst unter solchen Bedingungen, wo sie gegen ihre eigenen Religionsgenossen eingesetzt werden müßten" — ■— Sogar nach den Augustunruhen 1929 änderte sich nichts. Die Unentschlossenheit der britischen Oberkommiseäre war danach angetan, die" Unruhestifter zu ermuntern, zumal Militär und Polizei sich auch dort oft einer Zurückhaltung befleißigten, wo nur entschiedenes Durchgreifen am Platz gewesen wäre. Unter diesen Umständen wird das Drängen des jüdischen Jischuw nach Selbstschutz immer heftiger. Anfang Mai, 14 Tage nach den ersten Morden, forderte eine von Dizengoff geführte Abordnung vom Oberkommissär „legalen jüdischen Selbstschutz". Vergebens. Die hebräische Presse stellte die Forderung der Selbstverteidigung auf; sie verlangte, daß jedem zuverlässigen Juden im Lande die gesetzliche Möglichkeit gegeben werde, eine Waffe zu tragen — bisher ohne Erfolg. Aber diis Problem des Selbstschutzes muß jetzt gelöst werden. Ohne jüdischen Selbstschutz gibt es nach den Erfahrungen der letzten Monate keine Sicherheit für die Juden im Land. Zeitweilige Emwanderungssperre weder mutig noch logisch Aus London: Die „Times" widmen der Lage in Palästina eine ausführliche Betrachtung, die in der Feststellung gipfelt, daß eine zeitweilige Einwanderungssperre vor oder während der Arbeit der Kgl. Kommission die unerfreulichsten Folgen haben müßte. Eis wird darauf hingewiesen, daß die Führung des Streiks den Männern, die ursprünglich die Streikleitung gebildet haben, völlig entglitten ist. Die letzten Untaten der Terroristen, die Morde in Safed und an den Krankenschwestern in Jaffa seien die Antwort der extremistischen Elemente auf die Einsetzung der Kgl. Kommission. Die Extremisten glauben, der Mandatarmacht durch Verstärkung ihrer Angriffe auf die Armee, die Polizei und die Juden Konzessionen abnötigen zu können, die einer Verleugnung der Mandats-, bestimmungen gleichkämen. Sie sind gegen jede jüdische Einwanderung und in ihrem Innersten sogar gegen den bloßen Anspruch der Juden auf Gleichstellung. In dem Artikel werden sodann die Gründe des bisherigen ungenügenden Erfolges der militärischen Säuberungsaktion erörtert. Die Hauptschwierigkeit bestehe darin, daß der Kriegszustand noch nicht verkündet worden ist. Sollte die Kgl. Kommission berichten, daß die jüdische Einwanderung die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas überschritten habe, und sollte sie ihre künftige Einschränkung oder zeitweilige Einstellung empfehlen, so könnten ihre Empfehlungen kaum außer acht gelassen werden. Aber eine zeitweilige Ein-, Wanderungssperre in der vagen Hoffnung zu verhängen, daß sie die arabischen Unzufriedenen irgendwie beruhige, würde weder mutig noch logisch erscheinen. (J. T. A.) _ Alle Hausfrauen sollen die phantastisch billigen Preise der morgen, 8 Uhr früh, beginnenden „Wirtschafta-Woche" bei Schiffmann ausnützen. Nur eine Woche dauert dieser behördlich gestattete Sonderverkauf in Glas, Porzellan, Geschirr, Küchengeräten, Wirtschafts-Kleidung etc. Es wäre schade, diese nur einmal im Jahre gegebene Kaufgelegenheit zu versäumen. Auch in den Kleider« und Wäsche-Abteilungen Sonderpreise < ■ * bei Schiffmann, II., Taborstraße 48. E pj| vm~ß^w II 11/ IM 3354" ^■^ito^L *k . . \ i ^« > ' »•v ^"V n W Von S 2 WochenraUn hallen Sie alle Gegenstände In gramer Auswahl und beeler Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggau« 122*124 Telephon Br32-2-24, B-35-6-55 Beschleunigte Abfertigung der Olim in Polen Aus Warschau: Im Hinblick auf die Gefahr einer Einstellung der Palästina-Einwanderung im Oktober wurden die Zertifikatebesitzer in Polen aufgefordert, spätestens Ende September nach Palästina abzureisen. Die Palästina-Aemter sind beauftragt worden, die Ali ja beschleunigt abzuwickeln, da man annimmt, daß eine etwaige Einwanderungssperre auch die Inhaber bereits ausgegebener Zertifikate betreffen würde. Der antisemitische Redifsextieitiismus in Rumänien Aus Bukarest wird gemeldet: Die Nationale Bauernpartei Rumäniens (Nationalzaranisten) hat ihre Kampagne zur Aufklärung der öffentlichen Meinung mit einer Rede des Generalsekretärs der Partei, des früheren Finanzministers, Virgil Madgearu, begonnen, die viel Aufsehen erregt hat. Madgearu beschuldigte die Regierung Tatarescu, die gleichen Methoden anzuwenden, welche 1927 zu den ungeheuerlichen Vorfällen von Oradea Mar e geführt haben. (Im Zusammenhang mit dem damaligen Studentenkongreß in Oradea Mare wurden viele jüdische Gemeinden in Transsylvanien furchtbar terrorisiert, jüdische Geschäftsläden und Wohnungen und auch Synagogen zerstört. Die Red.) Auch heute, sagte Madgearu, werden die Gesetze nicht respektiert. Uniformierte Garden treiben ungehindert ihr frevelhaftes Spiel. Bewaffnete Banden überfallen im Zentrum der Hauptstadt friedliche jüdische Bürger und werden nicht zur Verantwortung gezogen. Bei diesem vollkommenen Versagen der Autorität der Behörden ist es erklärlich, daß die Bestrebungen zur Vernichtung der Verfassung und zur Einführung der Diktatur zunehmen. Wer weiß es nicht, daß ein Staatsstreich vorbereitet wird? Madgearu sagte weiter: Die Regierung Tatarescu hat durch die Förderung der: rechtsextremistischen Gruppen, welche für eine außenpolitische Orientierung Rumäniens nach Berlin eintreten, das Vertrauen der Alliierten erschüttert. Die Tatsache, daß es in Rumänien vier Millionen Minderheiten gibt, von welchen fast eine Million Juden sind, welche einen Teil der Wirtschaft in den Städten und Marktplätzen in Händen halten, stellt einen organischen nationalen Defekt dar. Das Problem kann aber nicht durch Gewalt gelöst werden. Die Umwandlung kann nur evolutionär erfolgen. Wir besitzen ein wohlausgearbeitetes. Programm für die Romanisierung des gesamten Wirtschaftslebens. Herr Cuza hingegen möchte die Juden in'Madagaskar kolonisieren. Sollen wir die Juden vertreiben?' Wer nimmt sie auf? Wenn wir 100.000 Juden ausweisen* werden dann die Rumänen glücklicher sein? Es bleiben; noch immer 3,900.000 Minderheitenangehörige im Lande. . . , ,. In jüdischen Kreisen hat es einen etwas 'deprimierenden Eindruck gemacht, daß Madgearu in' seiner mutigen Rede glaubte, den Extremisten eine Konzession machen zu müssen, und ein Romanisierungsprogramm seiner Partei ankündigte. Die Bedeutung der Juden als wirtschaftliche Macht — so wird ausgeführt — wird von Madgearu stark überschätzt; die Paüperisierung der Juden Rumäniens schreitet fort. Im übrigen hat die schon bisher betriebene Romanisierüngspolitik hauptsächlich der arbeitenden Klasse im Judentum geschadet, indem viele jüdische Angestellte aus ihren Stellungen verdrängt wurden. (J. T. A.) 101* VORBETER streng orthodox, mit klangvoller Stimme, für die hohen Feiertage für größeren Saal gesucht. Geübte Bewerber sprechen bei Restaurant Glatter, Wien VI, Schmalzhofgasse 12, vor. Ohne Referenzen zwecktos. Billige Sommerreisen nach Polen'finden nach wie vor an jedem Sonntag statt. Es empfiehlt sich/ schon rjetzt Plätze für die Reisen nach Polen und Czerhowitz zu den Jom-Towim zu reservieren. Nähere Auskünfte bei Dr. S. Tocker (Reisebüro „In die >Velt")i IX., Liechtensteinstraße 2, Tel. A-14-504. 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Strapaz-Steppdecken, mit K.-Seiden-Spiegel . . Etamin-Doppelbettdecken, mit Handarbeit-Motiv K.-Seiden-Steppdccken, mit weißer Wattafüllung Weben, Gradel, Spitzen; Webe, 120 cm S 0.98, 80 cm S 0.59, 74 cm . , » Farbiger Wäsche-Batist, 78 cm breit . . i « H Atlas-Gradel, für Bettwäsche, 80 cm S 0.98 , % M Inlett n. echtfärb. Bettzeug, 80 cm . ..»»». Bettuchu. Deckenkappen-Webe, 140 cm » ■ Haus-, Tisch- und Bettwäsche Strapaz-Handtücher, p. Mtr. S 0.55, 0.49 . ■ i « Frottler-Handtücher, p. Stück S 0.98, 0,79 . » , Indanthren-Tischtücher 125/125 S 2.45, 80/80 * „ Jacquard-Tischtücher 120/120 S 2.90, 100/100 . ■ Bettwäsche-Garnitur (1 Tuch., 2 Polst.)* S 7.50 * Deckenkappen, Rundausschn. S 5.90, m. Knöpfen Leintücher, nahtlos 140/200 S 2.40, 120/200 , , , Küchen- und Hauswäsche: Halbschürzen oder Trägerschürzen, Blaudruck a Kretonne-Wirtschafts-Kleider, praktische Muster Kretonne-Tupf -Schlaf r, S 2.50, Kretonne-Dirndl Weiße Arbeits-Mäntel, Gradel ,S 5.90, Webe * » Servler-Kleid m. Schürze, Cloth S 6.90, Kretonne, 0.39 0.75 0.89 0.98 2.40 S . 3,75 S 7.50 S 7.90 S 13.90 S 17.90 S 0.59 S 0.85 S 0:89 S 0.89 S 1.25 Spitzen, Deckerl, Zwirne: Zwirnspitzen und Einsätze, bis 10 cm breit < » * S Klöppelspitoen f. Vorhg. u. Bettwäsche, bis 20 cny S Vorgedruckte Polster S 0.59, Tassen-Deckerl ■ ■ S Zwirne, Markenware, per. 100Q Yard « H » i ■ S Bürsten und Besens Reibbürste, gestanzt S 0.29, Waschbürste « , , S Kleiderbürste oder Parkettbürste mit Gurt i * ■ S Kehrbesen, 6reihig, mit Stiel S 1.90, ohne. ■ ■ ■ S -Damenkonfektion — K.-Selden-FlamteoI-KIeid, schöne Streifmuster S 8.90 Wollstoff-Kleid, aus engl, gemust; Sportstoff'i S 12,90 Dunkelblauer Mantel, breite Herrenfasson » * S 19.-^- Smoking-Kostüm, Jacke ■ ganz K.-Seide geflitt. S 24.~ Flschgrät-Mantel, Herrenfass. g. Mongol gef, S 89^- Bouclö-Mantel, mit Fuchslamm-Schalkragen , S 39.— Itauhleder-Schuhe f. Herren S 9.90, f, Damen S 8.90 0.39 0.58 1.39 108 5.90 3.90 1.98 0.89 1.79 1.98 3.90 4.90 0.05 oio 0.35 0.75 ö.lfr 0.69 1.19. Alles auch für starke Frauen. SCHIFFMANN II. TABORSTRASSE 48 '"■'.'' '.' ""....."" ' ". ' ' , -.. ' ' ' I Iffiy'!!'!»)"» ........in i.iii . ... | „I ......iiWi,M'uM».......im BJjrwtUajer, Verleger, «esftusge.be?. und femimfti&W I^a&Ms.y*! Obwbaurat Robjrt, Spieker. Dnicjf: Pß*#ereJ* und Verlags-A,-G, Ignaa Stetomaiw, heida mm *2?i UnlyerflKatflfltEftQe 6—8, w -*

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