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Die neue Welt · 1936-08-14 · Heft 585 (14.8.1936) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 585 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr.- 585 vom 14. August 1936 DIE NEUE WELT Seite 7 Aus aller Welt (Meldungen der J. T. A.) Die Juden in Griechenland Die Einsetzung einer autoritären Regierung in Griechenland, die Auflösung des Parlaments und die Verkündung des Kriegsrechtes berühren nach der Ueberzeugurig der maßgebenden jüdischen Kreise in keiner Weise die Stellung der griechischen Juden als gleichberechtigte Bürger. Antisemitismus in Spanisch-Marokko Die spanischen Faschisten In Marokko haben der jüdischen Gemeinde in Tetuan eine Abgabe von «0.000 Dollar auferlegt. Zur Siclicrstellung der Zahlung haben mehrere Juden Tetuans ihr Eigentum verpfändet. Das Vorgehen der spanischen Faschisten ist vielfach mit .judenfeindlicher Propaganda verbunden. Antisemitische Aufrufe an die Bevölkerung wurden erlassen. Die. massenhafte Unterbringung marokkanischer Juden in Konzentrationslagern wird fortgesetzt. Tod des Bojaner Am Freitag, den 7. d., ist in Wien der berühmte Chassidim-Rabbi von B o j a n, Großrabbiner Nahum Friedraann, ein Angehöriger der bekannten Dynastie Friedmann aus Sadagora, Urenkel des „Ruziner", im 69. Lebensjahre gestorben. Er hatte sich vor vierzehn Tagen aus Czernowitz, wo er seit einigen Jahren dauernd seßhaft war, in das Wiener Rothschild- Spital begeben, wo er sich Heilung von einem schweren Nierenleiden erhoffte. Die Krankheit war aber viel zu sehr fortgeschritten, so daß alle Kunst der Acrzte das Leben des Rabbi nicht mehr retten konnte. An der am Sonntag stattgefundenen „Lewa je" nahm eine ungeheure Menschenmenge teil, unter ihr die in Wien anwesenden Großrabbiner von Kopeczynze, Czortkow und Wiznitz, tausende Chassidim,' der Präsident der Wiener Kultusgemeinde, der Amtsdirektor der Gemeinde und der gesamte Kultusvorstand. Ein Lob Roosevelts 'Präsident Franklin D. Roosevelt hat für ein von dem United Palestine Appeal herausgegebenem Jahrbuch über die jüdischen Leistungen in Pa 1 s t i n a ein . Geleitwort geschrieben, in dem er ausführt, den Juden sei das Recht auf Wicderansiedlung im Laude ihrer Väter, Palästina, völkerrechtlich zuerkannt worden; in dem Lande, in dem ihre Religion entstand, und dem die moderne Kultur so viel verdankt.. Das jüdische Volk — so schließt Präsident Roosevelt — hat wie jedes Volk ein unerschütterliches Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück. Zahnärztliches Institut in Palästina Anläßlich der Tagung de3 Neunten Internationalen Zahnärztekongresses fand in Wien unter dem Vorsitz des Jerusälemer Arzte3 Dr. Lewin-Epstein eine Versammlung der' jüdischen Kongreßteilnehmer statt, in derfolgende Resolution angenommen wurde: ,:Die anläßlich des Nefuflften Internationalen Zahnärstfikongresses aus allen Ländern in Wien versammelten Zähnärzte begrüßen die Gründling des Jüdischen Zahnärztlichen Fortbildungsinstituts in Palästina. Sie versprechen und verpflichten sich, in ihren Ländern "dauernd für "dieses Institut zu wirken und zu arbeiten. Jedes Land schafft für sich die Organisation, die für dieses die geeignete ist. Die Versammlung hält es für zweckmäßig, daß in Palästina eine Zentrale geschaffen werde, an die regelmäßig Berichte zu senden sein werden. Diese Zentrale wird Dr. Lewin-Epsteln in Jerusalem leiten. Die europäische Zentrale befindet sich in Wien, IX., Türkenstraße 15 (bei Dr. Ernst Kellne r)." Von der Berliner Olympiade Alle drei Siegerinnen im Damenflorcttfechten sind Jüdinnen: Die Ungarin Elek-Schachner (Goldene Medaille), die Deutsche Helene Mayer (Silberne Medaille) und die Wcltmeisterin im Florettfechten, die Öesterroicherin Ellen Preis (Bronzene Medaille). Bei dem Fußballspiel Deutschland gegen Norwegen, dem 45.000 Besucher beiwohnten, ging Norwegen als Sieger hervor; das entscheidende siegreiche Tor schoß I s a a c s o n, ein Jude. Bibel und Nürnberger Gesetze Die vom Liga-Verlag (Luzern) herausgegebene Korrespondenz „Deutsche Briefe" berichtet über das Martyrium eines Pfarrers, der von der Leitung eines kirchlichen Heims in einem deutschen Orte' durch .die staatliche Stelle nur deswegen enthoben wurde, weil er in einer von ihm herausgegebenen Zeitschrift in rein religiösem und völlig unpolitischem Sinn das Alte Testament verteidigt hat. Irgend ein Deutschgläubiger empörte sich darüber und sandte an den „Völkischen Beobachter" einen Artikel, in dem die Verteidigung des Alten Testaments als ein Bekenntnis zum „Gotte des Talmud" und als eine „Verhöhnung der Nürnberger Gesetze" hingestellt wurde. Dieser Artikel hatte das prompte Eingreifen der an sich nicht kompetenten staatlichen Stelle zur Folge. Der Führer der aralias dien Terroristen Aus Jerusalem: „Haarez" veröffentlicht Einzelheiten über den Führer der. arabischen Terroristen, der sein Hauptquartier in den Bergen von Jenin hat. Er heißt Fabri Efendi Ab du Ha di, ist 70 Jahre alt, doch noch sehr rüstig, und entstammt einer angesehenen Familie des Landes. Schon als junger Mann betätigte er sich als Banditenhäüptling in den Bergen zwischen Nablus und Jenin. Mehrmals wurde er von den türkischen Gerichten zu längeren Festungsstrafen verurteilt, einmal sogar zu 15 und einmal zu 20 Jahren Festung, es gelang ihm aber immer wieder, zu fliehen und sich in den Höhlen von Jenin verborgen zu halten. 50 Prozent der Terroristen sind religiöse; .Eiferer, 20 Prozent sind städtische Arbeiter, 10 Prozent sind abgestrafte Verbrecher, 10 Prozent sind Eingewanderte aus Syrien und Transjordanie n, 10 Prozent setzen sich aus arabischen Christen aus der Gegend von Jerusalem zusammen. Jeder Terrorist muß schwören, daß er, falls er unverwundet oder verwundet in Gefangenschaft gerät, seine Kameraden nicht verrät; andernfalls droht ihm der Tod. Bei •Beginn des Aufstandes verfügten die Terroristen nur über sehr wenige Gewehre. Aber schon nach wenigen Wochen hatten sie Ueberfluß an Gewehren, von denen 60 Prozent englische? und 40 Prozent deutscher Provenienz flintU Erhöhte Bankeinlagen Aus Jerusalem: Die Einlagen der A n g 1 o- Palestine-Bank, der wichtigsten Großbank in Palästina, sind in den ersten fünf Monaten des Jahres 1936 um 1 Million auf rund 7 Millionen Pfund gestiegen. In der hebräischen Presse wird diese Tatsache als ein Beweis dafür gewertet, daß trotz Unruhen und Wirtschaftskrise keine Kapitalflucht aus Palästina eingesetzt hat. In Wirtschaftskreisen wird die Erhöhung der Bankeinlagen auch als Zeichen für eine mangelnde Investitionslust angesehen und als eine Folge davon, daß die Kreditgewährung stark eingeschränkt worden ist und die Banken das Bestreben haben, nach den Erfahrungen des Vorjahres, sich möglichst flüssig zu erhalten. Es sei jedoch damit zu rechnen, daß nach Wiederherstellung normaler. Verhältnisse und nach eint-r,. gewissen Zeit der Beruhigung die Investitionstätigkeit verstärkt wieder einsetzen wird, und' daß dann die-gegenwärtig brachliegenden Kapitalien wie-, der in die Wirtschaft zurückfließen werden. (J. T. A.) , Der ^eldumBaul in PaSaisSasia Aua Jerusalem: Amtlich wird bekanntgegeben, daß Ende April 1936 in Palästina Münzen und Noten im Gesamtbetrag von 6,211.135 Pfund im Umlauf waren. ©er föütersa in $ dalag m den paSa^BnensssdBen Hälfen ' Aus Jerusalem: Im ersten Vierteljähr 1936' wurden im Jaffaer Hafen die Ladungen vbn 163 Schiffen mit 86.693. Tonnen gelöscht. Nacli , H ai.f a brachten 514 Schiffe 162.406'Tonnen Waren. Im gleichen Zeitraum des vergangenen ' Jahres wurden in Jaffa: 325. Schiffsladungen mit 55.695 Tonnen und in HaifH' 536 Schiffsladungen mit 305.248 Tonnen gelöscht.. (J. T..A.);-, Palästinensische §kife nach. Sinafapur'« Ans Haifa: Die Oel- und Setfenfabrik „S h e m e n" . in Haifa hat einen Auftrag auf Lieferung von 72.000" Stück Toiletteseifc nach S i n;g a'p ,.u, r. (Malakka, Hinterindien) erhalten. (J, T. A.) Em neues Krankenhaus förflnffelktioonskranke Aus Jerusalem: . Einer seit' langen! erhobenen Forderung der Stadt Tel -Aviv entsprechend, hat die, Regierung in der Nähe von Bne'Brak (zwischen Petach Tikvaund Tel-Aviv), ein Krankenhaus für Infektionskrankheiten unter der Leitung von Dr. Reitler, der bisher am Regierungskrankenhaus in Jaffa tätig war, eröffnet. Acrzte und Personal des neuen Krankenhauses sind jüdisch. Die bisher im Tel-Aviver Hadassa-Krankenhaus untergebrachten Infcktionskranken wurden in das neue Krankenhaus, das auch zur Versorgung der umliegenden Kolonien bestimmt ist, gebracht. (J. T. A.) Vom &s*beBgsiinarkft in Maifa Aus .Jerusalem: In einem Bericht der jüdischen Gewerkschaften von Haifa wird festgestellt, daß der dortige jüdische Arbeitsmarkt durch den Araberstreik nicht wesentlich beeinträchtigt wurde. Die Zahl der bei den Gewerkschaften vorgemerkten Arbeitslosen betrug anfangs April rund 700. Es sind Aussichten vorhanden, daß diese Arbeitslosen bei geplanten öffentlichen Arbeiten Beschäftigung finden werden. Ursprünglich sollte auch eine verstärkte Bautätigkeit in Haifa aufgenommen werden.. Bis Ende Mai, das heißt eineinhalb Monate nach Ausbruch der Unruhen, hatte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht verschlechtert; in einzelnen Arbeitszweigen war sogar eine Wendung zum Besseren eingetreten. im Passagicrdantnfet sollen vor TeUAviv ankern Aua Tel-Aviv wird gemeidet: Die Pläne zum Ausbau, des Hafens von Tel-Aviv werden weiter verfolgt. Wenn entsprechende Baggerversuche erfolgreich sein werd.n, soll eine Möglichkeit für das gleichzeitige Anlegen von sechs Leichtern an der Landungsbrücke geschaffen werden, während gegenwärtig nur drei zugleich anlegen können. Der Lloyd Tricsti-no soll, wie es heißt, bei der Mandatsregierung um die Erlaubnis eingekommen sein, seine Passagierdampfer vor Tel-Aviv ankern zu lassen. Gegenwärtig werden im Durchschnitt am Tage 300 Tonnen Waren gelöscht oder geladen, (j. T. A.) Einst MeeressSreifen vor TefcAviv trocken gelegt Aus Tel-Aviv: Die Regierungskommission für städtische Planung bestätigte das Projekt,- einen Meeresstreifen vor Tel-Aviv im Flächenumfang von 250 Dunam mit einem Kostenaufwand von 100.000 Pfiind trockenzulegen. Die gewonnene Fläche wird der Stadt Tel-Aviv gehören. (J. T. A.) ■ (Nachdruck nur mit Genehmigung des Bialtes) Frankreich: Schlafwagen Paris—Toulon. Amerika: Staatsanwalt unter Mordanklage —., Männer ohne Namen — Der Weg ins Ungewisse — Rex,. der König von Arizona — Schuldige Hände —-Ihre letzte Nacht — Das Gericht der Totengräber — Rätsel um eine Frau — Desperados — Liebe vor dem .Frühstück." Filme unter Arierßas'agraph Raub der Sabinerinnen — Die letzte - Fahrt der., „Santa Margareta" — Mädchenmarkt — Die.;.Fahrt ins Blaue — Boccaccio — Der Holzschnitzer vom Erzgebirge" — Befehl ist Befehl — Mister X. — Der Dämon vom Himalaya — Puppsnfee — Die Drei um Christine —. Arzt aus Leidenschaft Der Hundefänger — Weiberregiment. : Heutet „Dfle Ense! der HaiHsdie" Der Fox-Füm mit Warner Baxter in der "Hauptrolle,, der die Geschichte des amerikanischen „Falles Dreyfus" ( darstellt, gelangt heute im Burg-, Imperial-, Stafa- und' I Votivpark-Kino zur Urauführung. EEHS83S Mariahi If erstraße 120 Telephon B-33-0-68 Wochentags: 5, 7, 9 Uti? 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ORefte 3 bis 7 m), p. m S 1.50, Ä.^Seiben^ame u. gaUle b'(5ciaire (Siefte oon 1 bis 3 m) p. m S 1.50, Jt.^SetbensUKongols 9lefte (90 br.), p. m S 1.98. Sommerytoffe: Stleiber=5Boile, (Stamine,. in Supf unb 5taro, p. m S —.59, Snbant^ren^fepoff, beige, 80 br., p. m S —.65, Quabrifles unb Pepitas, gewebte 3nbautI)ren|to|fe^ 70 br. p. m S —.98, aJtobesiieincns^coppe, 70 br., für Äoftüme unb Äleiber, p. m S 1.50, 5t.sSeiben--(£repe;ynsor;sJlai]e, in Schönen ^afteUfarben, p. m S 2.90, 5tsS.s(Srepe*l£pingte\ 3)e[f. 1936, 85 br., p. m S 2.90, it.sSeibeu=yjfprtgol= 3mprim^, neue Dcffins eingelangt, 90 br., p.mS3.25. 6rt)ul)s®d)laget:- $unberte 9leftpaare 5)amenfd)*u^e, $8öjcalf ober Sämijcf), S 7.90, Damen^JlauhlebersSchuhe,, mit OTobeueraieruiig, alle färben. 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