Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 581 (31.7.1936)
- Date
- 1936-07-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 581 vom 31. Juli 1936 DIE NEUE WELT Seite 7 fetustUalaiiht Frei nach Ben A m i t a i Jeruschalajim, Tröstungen will ich dir sagen! Singen will ich von der Pracht vergangener Tage Und dir künden die kommenden . . . Jeruschalajim, Hier zwischen den Bergen des Galil, An den Ufern des Kinereth, des Jordanflusses, Hier, meinem Pfluge nachgehend, Denk ich dein, träum ich von dir, Jeruschalajim. In der Ackerfurche, zwischen den Erdschollen, Immer seh' ich dich vor mir, Du Traum aller Träume, Jeruschalajim. Jeruschalajim, Tröstungen will ich dir künden! Von allen Wegen Strömen sie einher, Ziehen mit Tänzen aus, Fest umschlungen Hand und Hüfte, Schulter reiht sich an Schulter Wie eine aufrechte Mauer. Jeruschalajim, Tröstungen will ich dir sagen! Herolde künden von Dorf zu Dorf Festtag in deinen Tälern; Jubel wird deine Mauern füllen, Jauchzen die Straßen deiner Städte. Und also spricht der Freund zum Freunde, Und also antwortet er dem Fragenden: Wenn du ein Samenkorn gesät, Vertraue! Einen Baum hast du gepflanzt, Nicht dem Tode. Vertraue! Baue auf dein Leben, Auf deine Kraft baue! Jeruschalajim, Künden will mein Mund die Pracht vergangener, Nein, kommender Tage. (Jehuda EhrenkranZj der bekannte Rezitator und Schauspieler, der zur Zeit in Palästina wirkt, hat uns die von. ihm angefertigte Uebersetzung freundlichst zur Verfügung gestellt.) Die Judenheitf in Wumämen Aus Bukarest: Die jüngsten politischen Entwicklungen in Rumänien haben eine kritische Zuspitzung der Lage der dortigen jüdischen Bevölkerung mit sich gebracht. Während bis vor kurzem die Bildung einer Regierungsmehrheit aus den verschiedenen antisemitischen Parteien und Gruppen als ziemlich unwahrscheinlich angesehen und von offiziellen Stellen aus als unmöglich bezeichnet wurde, da diese Gruppen zueinander selbst in scharfem Gegensatz standen und die demokratische Nationale Bauernpartei (Nationalzaranisten) unter den Oppositionsparteien die weitaus stärkste ist, sind jetzt Verhandlungen zur Bildung eines einheitlichen Wahlblocks der Rechtsparteien aufgenommen worden. An diesen Verhandlungen nehmen die Vertreter der von Prof. A. C. C u z a und dem früheren Innenminister Octavian G o g a geführten Christlich-Nationalen Partei, der „Rumänischen Front" des früheren Ministerpräsidenten Dr. Alexander Vaida-Voevod, der Anhänger des früheren Finanzministers Angetoianu, der formell zwar verbotenen, aber als Partei „Totul pentru Tsara" (alles fürs Vaterland) unter der Führung des Generals Cantacuzino-Graniceru getarnten „Eisernen Garde" des berüchtigten Codreanu teil. Der ehemalige Leiter des Unterstaatssekretariats für Presse und Propaganda beim Ministerratspräsidium, Viorel Tilea, einer der Gründer der „Rumänischen Front" und die rechte Hand Vaida-Voevods, erklärte in einem Gesprächt mit dem J. T. A.-Vertreter, der Rechtsblock habe zwar alle Aussichten, das kommende Kabinett zu bilden, doch werde das antisemitische Programm gewisser Mitglieder der Koalition abgeschwächt und durch die Formel des „Numerus proportionalis" ersetzt werden. KINO*PROGRAMME STAFA, VII Mariahilf erstraBe 120 Telephon B-88-0-68 Wochentags: 5, 7, 9 Uhi II LETZTE HACHT Barbara Stanwyk, Otto Krüger SCH'AFFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 beginn: ^4, V26, V*8, ftio "ES; Verrufene Gassen AbX'; Maria Draga mit Pola Negri VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: k, %6, %8 ttIO Ii lEICTE NACHT Barbara Stanwyk, Ralph Bellamy Diese Formel zielt nicht äuf vollständigen Ausschluß der Juden aus der Wirtschaft und den freien Berufen ab, sieht aber ihre Zulassung „entsprechend ihrem zahlenmäßigen Verhältnis zu der derit Blute nach rumänischen Bevölkerung" vor; das heißt, daß von hundert Angestellten einer Unternehmung achtzig Rumänen sein müssen, während acht Ungarn, vier Deutsche, vier Juden und vier Angehörige anderer in Rumänien lebenden Minderheiten sein können. Keineswegs ist aber andererseits ein Anspruch der Minderheiten auf proportionelle Vertretung in denjenigen Berufszweigen vorgesehen, in denen sie schwächer, als ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht, vertreten sind. Da die Juden im Gegensatz zur übrigen Bevölkerung fast durchweg Städter sind und jüdische Bestrebungen zum Uebergang zur Landwirtschaft aus „nationalen Gründen" stets bekämpft wurden, würde auch die Einführung des sogenannten „Numerus proportionalis" zur wirtschaftlichen Vernichtung der rumänischen Judenheit führen. Opposition gegen Streicher Aus Berlin wird geschrieben: Gegen die Ausrottung der Juden macht sich zunehmend eine starke Strömung im Volke bemerkbar, das manchenorts die amtliche Hetze abzulehnen beginnt und insgeheim mit den Unterdrückten sympathisiert. Wie stark diese Oppositionsströmung bereits ist, zeigten die neuen Nummern des „Stürme r". Während dort bis in die letzte Zeit hinein in erster Linie Einzelpersonen wegen Sympathie mit Juden „angeprangert" wurden, werden jetzt fast durchwegs ganze Ortschaften wegen dieses „Verbrechens" denunziert. In einer einzigen Julinummer des „Stürmer" werden aus mehreren Orten Berichte über Massensympathie mit der jüdischen Bevölkerung gebracht: G ö r 1 i t z-Meys, wo der evangelische Kirchenausschuß sich mit seinem Organisten solidarisch erklärt, der auch in der Synagoge spielt; Hagenbuch (Mittelfranken), wo eine ganze Reihe von Erbhofbauern trotz aller Streicher-Hetze mit Juden Geschäfte macht; Bundorf (Mainfranken): „Viele Bundorfer Bauern machen ausschließlich mit Juden Geschäfte... Parteigenossen und Frauenschaftsmitglieder verkehren freundschaftlichst mit den Nachkommen der Christusmörder. Wenn man sie zur Rede stellt, dann sagen sie: Auch der Jude ist ein Mensch und will leben!" — In diesem Ort ist die Stimmung so stark auf seiten der von den Nazis Unterdrückten, daß der „Stürmer"-Berichterstatter sagt, es gebe hier nur wenige „aufrechte deutsche Volksgenossen". Abschiedsabend Mot ri§ Sdtwarlz Heute, Freitag, den 31. Juli, halb 9 Uhr abends, beschließt Morris S c h w a r t z sein Wiener Gastspiel. Er wird sich an seinem Abschiedsabend nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Interpret der klassischen jiddischen Dichtung zeigen. Auf dem Programm stehen Szenen aus Perez' „Goldene Kette", Berkowios' „Landslcute" und Rosenfelds „Konkurrenten". Im zweiten Teil des Abends bringt Morris Schwartz Rezitationen, darunter Scholem Alechem und Nadir sowie eigenes Repertoire. Der Abend verspricht, ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges zu werden. Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Heut' ist der schönste Tag in meinem Leben. — Schulter an Schulter. England: Die Dubarry. Frankreich: Wenn ich Rothschild wär' — Liebe. — Leidenschaft. Amerika: Die Courtisane von Versailles — Mandaley — Hart an der Grenze -r Der junge Arzt r— Rendezvous — Die tolle Marietta — Schenk uns die Nacht — Zum Küssen geboren — Broadway-Melodie 1936 — Top Hat — Desire — Schwarze Fahnen über China — Die neue Zeit — Wuschelkopf — Der schwarze Engel — General Sutter — Lerne lieben, ohne zu weinen — Musik um Mitternacht — Mädchen von heute — Ich lebe mein Leben — Der unsichtbare Strahl — Habe die Ehre — Ich bin eine anständige Frau — Das gelbe Gift — Wir leben für Liebe — Liebeskadetten — Reiche Herren bevorzugt — Unter der Peitsche — Ketten — Das Rätsel von Zimmer 309 — Die Schreckensinsel im Pazifik — Fräulein Wirbelwind — Schlafwagen Paris—Toulon — Der größte Gauner des Jahrhunderts — Seitensprünge — Tom Mix räumt auf — Coriandoli in 1000 Farben — Staatsanwalt unter Mordanklage — Männer ohne Namen — Der Weg ins Ungewisse — Rex, der König von Arizona — Schuldige Hände — Ihre letzte Nacht — Das Gericht der Totengräber — Der Dämon des Himalaja. Filme unter Arierparagraph Wenn Menschen reif zur Liebe werden — Die lustigen Weiber — Die weiße Hölle vom Piz Palü — Der seitsame Gast — Der schüchterne Casanova — Der müde Theodor — Der König lächelt, Paris lacht — Die letzte Galavorstellung im Zirkus Barsony — Im Trommelfeuer der Westfront — Krach im Hinterhaus — Fährmann Maria — Rendezvous in Wien — -Liebes-Intermezzq — Flitterwochen — Durch die Wüste — Der Außenseiter — Jana — Wenn der Hahn kräht — Dir Freund, .der Heiratsvermittler — Raub der Sabinerinnen — Die letzte Fahrt der „Santa Margareta" — Mädchenmarkt, -y- Die Fahrt ins Blaue — Boccaccio — Der Holzschnitzer vom Erzgebirge — Befehl ist Befehl — Mister X. @rf)tff»nasm's GommeTsSettfaHon ift bereits ftmdjroörtltd) bekannt burd) Me abnorm MKtgen greife in fämfiic^en Abteilungen 5» matten SÖutiöerprcifctt geboten wirb, war noeb mdjt ba t SRüfceneie Die <5ommer=6enfatu>n aus — eS ift bie einige 53aujgelegenj)ett bes3afn?e$# Kleider und Dirndln KindeivKleicler oder ^Dirndln Größe 4b bis 50.......jetzt Groschen Dirndl*Blusen welü, mit eidenschnur und Quaste . . . 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