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Die neue Welt · 1936-07-28 · Heft 580 (28.7.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 580 (28.7.1936)
Date
1936-07-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 580 vom 28. Juli löSf ihm ein Arm gebrochen wurde; auch er wurde In das Hadassa-Hospital gebracht. Fast gleichzeitig wurde eine Bombe gegen das Regierungsgebäude in Jaffa geschleudert. Einige Minuten später explodierte eine dritte Bombe in der Nähe des Jaffaer Postgebäudes. Das Zentralkomitee des Verbandes hebräischer Lehrer sandte an das Londoner Colonial Office und an Dr. W e i z m a n n telegraphisch den Ausdruck des Protestes und des Zornes über den Anschlag auf das Leben von Kindern. * Aus Jerusalem: Zu Wochenende herrschte im ganzen Lande eine erneute Spannung infolge beunruhigender Gerüchte, daß die Araber die Feier des 100. Tages seit Verkündung des arabischen Generalstreiks 7ji „Ra^he"-Maßnahmen ausnutzen werden. Die Regierung hat erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um solche Pläne im Keim ersticken zu können. Der Regierung nahestehende Kreise versichern wieder einmal, sie halten diese 100-Tage-Feier der Araber für eine nicht allzu ernst zu nehmende Geste, es sei vielmehr mit einem raschen Zusammenbruch des Streiks zu rechnen. Die Empörung über den Bombenanschlag gegen die Talmud-Thora-Schule derjemenitischen Juden in Tel-Aviv hält an. Bürgermeister Meir Dizengoff erklärte in einem Aufruf: IE schüttert. Ich appelliere an dfc aufgeklärte, öffentliche Meinung in der Welt, ihrer Verurteilung und ihrem Abscheu über ein so gemeines Verbrechen Ausdruck zu geben. Ich fordere die für die jetzigen Gewaltakte verantwortlichen Personen Palästina und ihre Anhänger im Auslande auf, strichen in der Geschichte der Menschheit beispiellosen mörderischen Angriffen auf Kinder ein Ende zu machen. Alle anständigen Männer und Frauen werden einig sein in der Verurteilung solcher Verbrechen." In dem Protesttelegramm des Zentralausschusses des Hebräischen Lehrerverbandes an den High Commissioner heißt es „im Namen Zehntausender Kinder": Das gemeine Verbrechen wird uns nicht in Angst versetzen. Wir werden mit verdoppelter Energie in der konstruktiven Arbeit zum Aufbau Palästinas fortfahren. Der Verband sandte Kundgebungen außer an Dr. W e i zmann auch an den Speaker des englischen Unterhauses Und an die Führer aller englischen Parteien, auch an den Kommunisten Gallacher, schließlich an die englischen Lehrervepbände. Ein reidisdeulsdier Insfrukfor Aus Jerusalem wird gemeldet: In Jerusalem begann eine Gerichtsverhandlung, betreffend die Auslieferung an Syrien eines aus der französischen Fremdenlegion entwichenen Deutschen, der an der syrischen Grenze festgenommen wurde; er soll in Syrien einen Mord verübt haben. Der Mann sagte aus, daß er in Palästina als Instruktor von Freischärlern in den Bergen lebte und von diesen entlohntwurde. (Palcor.) Kein BankeifeMoratoimm in Palästina Aus Prag: In der letzten Zeit tauchen Meldungen auf, daß mit Rücksicht auf die jetzige Lage in Palästina ein Bankenmoratorium erlassen werde. Die Tschechoslowakisch-palästinensische Handelskammer in Prag teilt mit, daß diese Meldungen vollkommen unbegründet sind, im Gegenteil wird nach einer Mitteilung der Tschechoslowakisch-palästinensischen Handelskammer in Tel- Aviv, welche mit den Direktoren führender palästinensischer Banken Besprechungen gepflogen hatte, an eine Verkündung des Moratoriums nicht im geringsten gedacht, so daß die wirtschaftliche Lage keine Befürchtungen erweckt. (J. T. A.) Was sich arabische Regierang§0 beamte erlauben Aus London wird berichtet: Abg. Commander Fletcher wies in einer kürzlich stattgehabten Unterhausdebatte darauf hin, daß arabische Regierungsbeamte, unter ihnen Richter, ein Memorandum unterzeichnet haben, in dem die Palästina-Politik der englischen Regierung mißbilligt wird. Er fragte, ob die Einleitung eines Disziplinarverfahrens geplant sei und ob diese Beamten in den Diensten der Regierung, die sie kritisiert haben, verblieben sind. Minister Ormsby-Gore antwortete, er nabe vor kurzem durch den High Commissioner ein Memorandum erhalten, das diesem von arabischen Beamten der ersten Rangklasse der Zivilverwaltung in Palästina überreicht wurde. Das Memorandum behandelt die gegenwärtige allgemeine Lage im Lande. Es werde jetzt von ihm, dem Minister, geprüft; er sei noch nicht in der Lage, mitzuteilen, welche Antwort er erteilen werde. Der Abgeordnete fragte weiter, ob es mit der Beamtenpflicht vereinbar sei, eine solche Denkschrift über Ereignisse in Palästina vorzulegen. Der Minister antwortete, daß dies durch die Bestimmungen des englischen Verwaltungsdienstes geregelt sei. Was im vorgeschriebenen Dienstweg dem Minister durch, den High Commissioner vorgelegt wird, werde stets geprüft. KINO-PROGRAMME » stafa, vii Der Weg MariahiIferstraße 120 - ||Ä-.Ä10B„Ä Telephon B.33-0-68 IIIS UdSGWISSG Wochentags: s, 7, 9 Uht Rieh. BerthelmeB__• votivpark Der Weg *Ä?Ä2 ins Ungewisse Beginn: «, </»8 'Aio Rieh. BerthelmeB tHoccis Schwächt: M^cUiedmache Der überraschend große Erfolg von „Tcwje, der Milchiger" hat erwiesen, daß das jüdische Publikum Wiens innigen Kontakt mit der Kunst von Morrirs Schwartz und seinem Ensemble gefunden hat. Es ist gelungen, Morris Schwartz zu einer Verlängerung seines Gastspieler, zu bewegen, <io daß nunmehr die Vorstellungen in der Rolandbühne bis inklusive Freitag, den 31. d., dauern werden. Heute, Dienstag, findet die letzte Vorstellung des Dramas „Gott, Mensch und Teufel" statt. Als Schlußpremiere hat Morris Schwartz Scholem Alechems Lustsniel yS c h w e r zu s o i n a J i d" für Mittwoch, den 20., und Donnerstag, den SO. Juli, angesetzt, Freitag, den 31. Juli, verabschiedet sich Morris Schwartz vom Wiener Publikum. Dieser Abend Morris Schwartz als Interpreten der klassischen jüdischen Dichtung zeigen. lllinillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHilllMIIIIIIII« Brief Lord Meidheils an Itidith Deutsch Der Ehrenpräsident des Weltmakkabi Lord Melchett richtete an die Hakoah-Schwimmeisterin Judith Deutsch das folgende Schreiben: „Fräulein Judith Deutsch, Sportklub Hakoah, liebe Macoabioth und Maccabim! Ich habe mit viel Freude von Ihrem Entschluß gehört, in Uebereinstimmung mit der Entscheidung des österreichischen Maccabi zu handeln, wonach „die Teilnahme österreichischer Maccabim an den in Berlin stattfindenden Olympischen Spielen 1936 mit der jüdischen Ehre unvereinbar ist. Die ganze Kulturwelt wird Ihnen darin zustimmen, daß nicht die Juden — die in Deutschland von Sportplätzen und Bädern ausgeschlossen, aus Klubs und Vereinen ausgestoßen und zum Training oder Wettbewerb mit deutschen Ariern nicht zugelassen werden —, sondern das gegenwärtige deutsche Regime die Politik in den Sport getragen und den Geist des Sports mit Haß und Erniedrigung vergiftet hat. Ich verstehe, daß Sie zur Ehre Ihres Landes und für das Ideal der Olympischen Spiele Ihre großen Fähigkeiten zu zeigen wünschten; aber es gibt da Grenzen, und die Ehre geht vor. Ich zweifle nicht, daß die sportlichen Autoritäten Oesterreichs Ihre Beweggründe voll verstehen werden. Mit den herzlichsten Maccabi-Grüßen, Ihr aufrichtiger Melchett." Auch von vielen nichtjüdischen Persönlichkeiten gingen Judith Deutsch Beglückwünschungen wegen ihres Verhaltens zu. * Die zweite disqualifizierte Hakoahnerin Ruth Langer hat erst am vorigen' Sonntag bei den Staatsmeisterschaften in Baden in den Konkurrenzen über 100 Von «P A Wochencafsn erhalten Sie alle Gegenstände In größter Auswahl und baster Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, ßurggasse 122*124 Telephon B-32-2-24, B-35-6-55 und 400 Meter Freistil den österreichischen Meistertitel erobert. Als Ersatzschwimmerinnen für Ruth Langer kommen die Hakoahnerinnen Pick und Goldnep in Betracht. Da auch diese nicht in Berlin starten werden,) ist mit weiteren Disqualifikationen zu rechnen. Jüdische Starter Wie mitgeteilt wird, werden sich der Ringer P i n c z u s, der Läufer König, der Stemmer Fein, der Fechter L i o n an der Berliner Olympiade beteiligen. Weiters verlautet, daß der ehemalige Hakoahner Alfred Guth (der gewesene österreichische Strommeister) auf eigene Kosten nach Berlin fährt. Die Leichtathletin Grete N e u m a n n hat sich über ihre Teilnahme an der Berliner Olympiade bisher nicht geäußert. Der Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs Judäa veranstaltet am 1. August eine Reise nach Makarska an der Adria. Auskünfte und Anmeldungen im Sekretariat des Jüd. Hochschulausschusses, IX., Alserstraße 26, täglich von 1 bis 3. Tel. A-25-2-28. „Wieso ist es möglich, daß gerade bei Schiffmann alles wirklich so enorm billig ist?" Diesen Ausspruch hören Sie immer wieder vor den Schaufenstern und im Lokal des berühmten „Warenhauses des. Sparsamen". Was aber jetzt alles geboten wird, war noch nicht da. Wir verraten Ihnen das Geheimnis: Jetzt ist Sommer-Sensation bei Schiff mann. Was das bedeutet, wissen alle alten Stammkunden. Aber auch Sie sollen es erfahren. 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