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Die neue Welt · 1936-07-24 · Heft 579 (24.7.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 579 (24.7.1936)
Date
1936-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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P reis 20 Graschen ftefag, den 24* Juli 1Ö36 lahrgang Nr« 579 V« b* b* Zeitung vom,Verleger v.ewendet ...fnnm^l elrb&fe par l^dltettt" 186 Titl. Universitätsbibliothek Wien, I. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN t Oesterreich monatlich S 1.40, viertel Jährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.80, vierteljährig Zloty 4.50 s Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Bumänlen monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, viertel jährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und dla übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit E bezeichnet« Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitätssir. 8, Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag, u» Freitag Arabische Revolte — Zionistische Politik (Von unserem palästinensischen Korrespondenten) ORBIS POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro »O R BIS" I. Kärntnerstrane 41, R-ai-s-za Oesterreichisches Verkehrs-Büro l. Friedrlchstrane 7, B.27.500, 1. Graben 20, IM9.0.35 A**C«0$itzun<g am 25« August Wie wir bereits gemeldet haben, wurden die Mitglieder des A. C. und die zionistischen Landesverbände von der Exekutive verständigt, daß die ordentliche Tagung des A. C. am 25. August in Zürich beginnen wird. Königliche Kommission ernannt Aus London wird berichtet: Die Zusammensetzung der Kgl. Kommission, dio nach Palästina zur Entgegennahme der Beschwerden von «Juden und Arabern entsandt werden soll, ist soeben bekanntgegeben worden. Vorsitzender der Kommission wird der ehemalige Staatssekretär für Indien, Viscount Peel, sein. Außerdem werden ihr Feldmarschall Sir William Birdwood, der im Kriege kommandierender' V'Ö&icral auf Gallipoli und seinerzeit Oberkommandierender in Indien war (jetzt ist er Leiter des Peter House Collegue in Cambridge), der bekannte Diplomat Sir Horace , R u,m b o I d, früherer englischer Botschafter in Berlin und Madrid, High Comnüssioner und Botschafter in Konstantinopel und Bevollmächtigter Englands bei den Friedensverhandlungen in Lausanne sowie Mitglied der Sachverständigenkommission des Völkerbundrates, die die Pläne für die Neuregelung der Völkerbundhilfe für Flüchtlinge aus Deutschland ausarbeitete, und der Professor für Kolonialgeschichte an der Universität Oxford Reginald Coupland angehören. In London erwartet man, daß dio Kgl. Kommission Anfang September nach Palästina abgehen wird. Allgemein herrscht die Ueberzeugung vor, daß bis dahin die Lage eine weitgehende Entspannung erfahren haben wird. Dem Arbeitsplan der Kommission entsprechend, soll ihr Bericht Anfang Dezember fertiggestellt werden. * Ueber die Person des fünften Mitgliedes (nach der Ankündigung Ormsby-Gores soll die Kommission aus fünf Persönlichkeiten bestehen) bestehen noch Zweifel. Man nimmt an, daß es entweder Sir Edgar Bonham Carter oder ein Mitglied der Familie Asquith sein vVird. Beide habeii mehrere Jahre Dienst im Nahen Osten getan. (J. T. A.) Die Anklage gegen David Frankfurter Wie aus Chur berichtet wird, wird der Prozeß gegen David Frankfurter in der Oktober-Session des Graubündener Kantonsgerichtes zur Verhandlung kommen. Der Antrag der Anklagekammer lautet auf vorbedachten Mord. Frankfurter wird, wie bereits berichtet, von Rechtsanwalt Dr. Eugen C u r t i aus Zürich verteidigt werden. Der Gesundheitszustand Frankfurters, der weiter im Gefängnis „Sennhof" in Chur verweilt, ist den Umständen gemäß zufriedenstellend. (J. T. A.) Zum Jüdischen Weltkongreß Die österreichischen Delegierten Das vorbereitende Komitee für den jüdischen Weltkongreß, das von den nachfolgenden Gruppen beschickt wurde: Binjan Haarez, Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, Jüdischer Hochschulausschuß, Misrachi-Landesverband für Oesterreich, Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs, Verband radikaler Zionisten, Zionistischer Landesverband für Oesterreich, hat einstimmig beschlossen, von Wahlen Abstand zu nehmen, und einigte sich auf eine gemeinsame Liste. Die österreichische Delegation zum V Jüdischen Weltkongreß in Genf setzt sich zusammen aus den Delegierten: Oberbaurat Ing. Robert Stricker (Verband der Judenstaatszionisten), Dr. Moritz Harnjk (Zion. Landesverband), Dr. Israel Waldmann (Verband radikaler Zionisten), Dr. Josef Rosner (Misrachi), Dr. Saul Sokal (Binjan Haarez), Dipl. Kaufmann Ernst. Stiaßny (B. J. F.), Josef Fraenkel (Jüdischer Hochschulausschuß) und den Ersatzdelegierten: Oskar Burian (B. J. F.), Dr. Rudolf Glanz (Binjan Haarez), Theodor Grubner (Verbd. d. Judenstaatszion.), Dr. Otto Liftschitz (Zion. Landesverbd.), Jakob Landau (Jüd. Hochschulausschuß), Dr. Schalom Lilienfeld (Misrachi), Dr. Julius Mannheim (Verbd. radikaler Zion.), Dr. Srul Osterer (Verbd. d. radikalen Zion.), Dr.-Ing. F. Pickholz (Zion. Landesverband), Alexander Teich (Jüdischer Hochschulausschuß), Dr. Artur Weitzmann ttfB, J, F..).» Jerusalem, 19. Juli 1936. Die Lage in Palästina ist trotz der beruhigenden Berichte der jüdischen Presse noch immer sehr ernst. Jeden Tag haben die Polizei und das Militär sehr viel zu tun, um der Vernichtungsarbeit der arabischen Mörderbanden entgegenzuwirken. Man kann nicht behaupten, daß die Regierungstruppen und die Polizei Bedeutendes erreicht hätten, obwohl sie letztens zweifelsohne energischere Maßnahmen ergriffen haben. Die arabischen bewaffneten Banden, die bisher gesondert handelten, vereinigten nunmehr ihre Kräfte und arbeiten im ganzen Lande laut einem bestimmten, zentralen Kampfplan. Wie weit die Ereignisse gediehen sind, ist daraus zu ersehen, daß jetzt, nachdem die Streikkasse der Araber leer wurde, ganze Bevölkerungsschichten unter Todesdrohung zur Abgabe von größeren Summen zugunsten der „Aufständischen" gezwungen werden. Die Regierung hat hier zwar teilweise eingegriffen, ohne jedoch dieser beklagenswerten Erscheinung ein Ende zu setzen. Wir erfahren, daß vorige Woche in Jaffa eine geheime Versammlung von mehreren arabischen Student e.n u n d Jugendlichen stattfanden der beschlossen wurde, unter keinen Umständen mit dem Terror aufzuhören, sondern umgekehrt denselben so lange zu treiben, „bis die arabischen Forderungen befriedigt werden", mag es auch gegen die Absichten der arabischen Führer gerichtet sein. Diese Stimmungen, die für einen breiteren Kreis der arabischen Jugend charakteristisch sind, sind ein Beweis dafür, daß die offizielle arabische Führerschaft sich heute in einer Sackgasse befindet, aus der sie keinen Ausweg sieht. Sie ist weder in der Lage, ohne irgend welche Resultate erreicht zu haben, den Streik zu beenden, weil sie dadurch ihre Stellung bei den Arabern selbst verlieren müßte, noch vermag sie den Streik angesichts des Mangels an Mitteln und der allgemeinen arabischen Müdigkeit fortzusetzen. Aus dieser tragischen Situation heraus sucht nun die „privat e" arabische Delegation in London einen halbwegs ehrenhaften Ausgang und, wie man uns aus London berichtet, würde sie bereits gern auch einen Scheinerfolg (provisorische Sistierung Die Entwicklungsreihe der jüdischen Bevölkerung läßt sich etwa vom Jahre 1800 ab verfolgen. Für dieses Jahr darf man — nach dem Urteil der bekannten Statistiker, darunter des Dr. Erwin Rawicz (Berlin) — eine Zahl von 2,5 Millionen Juden ansetzen, die ihre Heimat in Europa und in den Randstaaten des nichteuropäischen Mittelmeerbeckens (Nordafrika, Aegypten, Kleinasien, Syrien, Palästina) haben. Daneben gibt es nur verschwinden kleine Gruppen. 1800 Jahre nach der Zerstörung des Jüdischen Reiches, 1800 Jahre Golus: Zerstreuung, Wohnen unter fremden Völkern, ohne eigene Staatlichkeit, ohne eigene Sprache, zusammengehalten durch eine furchtbare Schicksalsgemeinschaft... In den nächsten fünfzig Jahren vermehrt sich die Bevölkerung Europas und Amerikas in gigantischer Weise. In den Kulturetaaten beginnen auch die Juden, der Freiheit teilhaftig zu werden. Für das Jahr 1850 ergibt sich eine Gesamtzahl von 3,250.000 Juden in Europa, auf dem ganzen Erdball etwa eine Zahl von 4,2 Millionen, da jetzt auch Amerika als Siedlungsland auftaucht. Der wirtschaftliche Aufstieg, die fortschreitende Gleichstellung der l der Einwanderung usw.) als genügenden Grund zur Beendigung der unglücklichen arabischen Affäre in Palästina akzeptieren. Der Jischuw ist aber der Ansicht, daß man ein für allemal dieser Führerschaft und den von ihr repräsentierten Terroristen eine entscheidende und offenkundige Niederlage bereiten sollte, um die arabische Bewegung Palästinas zum Nachdenken zu zwingen. Verhandlungen in London Aus führenden Kreisen der Arbeiterpartei erfahre ich, daß in London bereits einige Zusammenkünfte zwischen den dort zurzeit weilenden arabischen Führern und einzelnen zionistischen Persönlichkeiten stattgefunden haben. Wie es scheint, haben diese Zusammenkünfte vorläufig zu keinerlei positiven Resultaten geführt. Es gibt Gruppen in Palästina, welche der Ansicht sind, daß in einem Augenblick, wo hier jüdisches Blut vergossen wird, ein Zusammentreffen von jüdischen Persönlichkeiten mit arabischen Politikern unzweckmäßig, ja verletzend ist. Dieselben Gruppen finden es merkwürdig, daß die zionistischen Führer, welche auf die jüdische Situation mindestens soviel Rücksicht nehmen sollten wie die Engländer, scheinbar eine größere Verhandlungsbereitschaft mit den Wortführern der arabischen Terroristen an den Tag legen als die offiziellen britischen Stellen. San Kompromiß? Nach Mitteilungen von gut unterrichteter Seite hat das Kolonialamt der Jewish Agency die Anregung gegeben, auf die im Oktober fällige Zertifikatenquote zu verzichten. Auch wird berichtet, daß der Jewish Agency der Vorschlag unterbreitet wurde, die Einwanderungsfrage so zu regulieren, daß im Laufe der nächsten Jahre nur ein Bruchteil der bisher jährlich nach Palästina neueinwandernden Juden nunmehr die Immigrationserlaubnis erhält. Aus der gleichen Quelle erfahren wir, daß sich die zionistischen Instanzen mit der Behandlung dieses Vorschlages beschäftigen und daß daran gearbeitet wird, innerhalb der zionistischen Exekutive betreffs der Einwanderungsfrage eine gemeinsame Front herzustellen. Die Richtlinien der allgemeinen zionistischen Politik in bezug auf die Lösung der gegenwärtigen, durch die arabische Revolte hervorgerufenen Krise sind noch nicht deutlich herausgearbeitet, so daß noch mit längeren Beratungen in London gerechnet werden muß. Vorläufig hat innerhalb der zionistischen Instanzen diejenige Richtung die Oberhand, welche mit der britischen Regierung verhandeln und den Weg des Kompromisses gehen will. Juden, die Verbesserung der volksgesundheitlichen Verhältnisse trugen zur progressiven Erhöhung der Zahl der Juden bei. Wie Dr. Rawicz ausführt, lag im Jahre 1880 die Zahl bei nahe sechs Millionen, 1900 bei zehn Millionen. Das erste Drittel des 20. Jahrhunderts bringt eine weitere Steigerung um weit mehr als 50 Prozent bis zu der Gegenwartszahl von knapp 16,25 Millionen jüdischer Menschen auf dem ganzen Erdball. Im Laufe von 135 Jahren hat sich die Zahl der jüdischen Menschen um das Sechsfache erhöht. Um da3 Jahr 1800 waren unter 1000 Menschen auf der Erde etwa drei Juden. In der Gegenwart leben 2,03 Milliarden Menschen auf der Erde, die Zahl der Juden liegt nahe bei 16'V-i Millionen. Die Relation ergibt, daß in der Gegenwart unter 1000 Menschen des Erdballs etwa acht Juden sind, ein Anteil, der im Vergleich mit der Blüteperiode eines eigenen jüdischen Staatswesens im Altertum niedrig erscheint. 8 Juden stehen etwa 870 Christen und 622 Nicht*- Christen auf dem Erdball gegenüber. Das ist dos religiöse Bild der Menschheit iu der CtogeawArt« 4** Francop©! nach Polen Jeden Sonntag — billige Sonderfahrten mit Und CZQPIIOWiftZ Nächsie Abfahrt: 26. Juli früh „Francopol", III, Schwarzenbergplatz 7, Telephon U-16-4-90 „Cedok", I, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-88 Gerngroß, VII, Mariahilferstraße 42, Telephon B-3S-2-6S »^^■•i^'^m^m^^mm^^^^^mmmm^^mmmmmm^mmm^m^^^^l^^^^^^^m^^^^^^^^>^mi^^i^m^^mmmmmmmmmm^mmmmma^^mmm^ In der Zerstreuung lieber 16 Millionen Juden in der Well

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