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Die neue Welt · 1936-07-21 · Heft 578 (21.7.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 578 (21.7.1936)
Date
1936-07-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 10 Groschen Dienstag/ den 21« Infi IMG Vom Verleget versendet "** «ar l'editeur'1 DIE NEUE »tir REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig 8 4.--, ganzjährig 3 16.—} Polen monatlich Zloty vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, ^ertel- .______.______ ____ ____ ______________ikci inunavueu ab d.—• vierieijauns j.o.—, uugosiawien luuiittuiuu x^iuur x».—# vierte** jährig Dinar 40.—; Bomänien monatlich Lei 40.—. vierteljährig Lei 130.—; Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Marl: 3.—j: Balj?arlen# monatlich Lewa|_a0.~»^^^J^^a-^—1.^JLl^l1^^.J"5?^i9?_^ ^E?- _5*-7.„vlertelJährlg Lire 14.—,; Schwei« und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u.VerwaUung: IX,Universitätsstr.8t Tel. A-20-2~78 — Erscheint Dienstag u.Freitag ORBIS " POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag 'Anmeldungen: Poln. Reisebüro „ORBIS" I. Korntnorstrane 41, R-Ji-s.78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro ' I. Friedrichstraoo 7, B.sr-ioo, i. Graben 20, u-jt-o-n A* €♦ am 25* Juli in Zürich * Aus London wird gemeldet: Die Zionistische Exekutive hat beschlossen, die diesjährige Session des Aktionskomitees nach Zürich einzuberufen. Die Eröffnung wird^am 25. August stattfinden. Den Vorsitz wird M. M. Ussischkin führen. Die gesamte Londoner Exekutive mit Dr. Weizmann an der Spitze und einige Mitglieder der Palästina-Exekutive werden den Sitzungen beiwohnen. Man erwartet die Teilnahme von etwa 80 A.-C.-Mitgliedern. . Wie die J. T. A. erfährt, fand am Donnerstagin London, eine Sitzung dö&; 55 j o,n i s t i s c heu . E x ekutive statt, in der der ' Vorsitzende der Palästina-, Exekutive, David B eh;G u rio n/über die Lage in Palästina... berichtet. Es wurde über die: politische Gesamtiage beraten. ...;„. .... .. .■ Ein jüdischer jS<3lbslsdiii^ in Palästina Aus London Wird gemeldet: Die große Londoner Zeitung „News Chi-onicle" bringt einen sensationell aufgemachten Bericht ihres aus Jerusalem zurückgekehrten Korrespondenten über das Bestehen einer jti dls chen Verteidig u ngsmacht in Palästina. Derselben gehören nicht weniger als 50.000 Mann ah, sie verfügt über eine Kette gut gedeckter Festungen,, über mehrere JRadiostationen mit einem genau ausgearbeiteten Signal-Kodex. Die Truppen sind mit Maschinengewehren, Handwaffen, Bomben, Granaten und reichlicher Munition ausgerüstet; den Gesundheitsdienst besorgt eine eigene Sanitätstruppe. Die Verteidigungsmacht ist nach einem Z.e 11 e nsy s fem organisiert? jeder Zelle gehören sieben Mann an. Ein geheimer Ausschuß, dem Vertreter aller jüdischen Gruppierungen angehören, kontrolliert die. Verteidigungsmacht. Hunderte im jüdischen Landwirtschaftsbetrieb tätige Traktoren sind so gebaut, daß sie im Bedarfsfall in Panzerautos umgewandelt werden können. Der 'Korrespondent erklärt, daß der britischen Regierung das: Bestehen, dieser Verteidigungsmacht bekannt sei. (J. T. A.) . Schusse auf TehAvi'v In der Nacht zum 18. Juli war auch die jüdische Stadt Tel - A v i v das Ziel der Angriffe arabischer Banden. Von, der Nordseite her wurden Schüsse gegen die Stadt abgegeben, die In der Nähe des Messegeländes einschlugen, auch einige Messegebäude wurden getroffen. Die jüdische Polizei vertrieb die Schützen mit Maschinengewehrfeuer. _ Judischcarabasdie Verständigung? v Aus London wird gemeldet: In gewissen politischen Kreisen wird jetzt der Frage einer jüdisch-arabischen „JtQund-Table"-Konferenz Beachtung geschenkt. Diese Konferenz soll den Zweck haben, einen Aus« weg>aus der jetzigen polltischen Krisls in Palästina zu finden. Wie die J. T. A. erfährt, werden in dieser Richtung Bemühungen in P a l ä s 11 n a gemacht. Inzwischen wird , die!Angelegenheit in ganz allgemein gehaltenen Linien, behandelt. Vorläufig ist ein genauer Plan bezüglich dieser lerenz noch nicht ausgearbeitet worden. Streik und Kleinkrieg verloren Aus Prag wird gemeidet; Der Vorsitzende der Exekutive in Jerusalem, David Ben Gurion, hat bei seine* Ankunft in London mitgeteilt, daß der arabische Streik' in Palästina am Zusammenbrechen sei und in den letzten Wochen nur noch durch die „ermutigenden" Berichte der in London, weilenden inoffiziellen arabischen Delegation aufrechterhalten werden konnte. Nunmehr wird:: gleichzeitig von verschiedenen Quellen mitgeteilt, daß, der Streik vor dem Ende stehe. Aus. einem Bericht 4er V(DeutwheB Allgemeinen Zeitung" aiw Jerusalem Judenfrage—Palästina! rage —Weltf rage Schon dreizehn Wochen lang wird die Welt mit Nachrichten vom „unruhigen Palästina" irritiert. „Die Revolte in Palästina" ist eine ständige Rubrik der Presse, angefüllt mit Meldungen von Bombenattentaten, Schießereien, Ueberfällen, Brandstiftungen und Ausrodungen. Man bekommt den Eindruck, daß in Palästina etwas nicht in Ordnung ist, etwas, was außerhalb des britischen Machtkomplexes liegt und woran ein Teil der Bevölkerung die . Schuld tragt. Dieser Tei! sind aber nicht etwa die revoltierenden Araber, sondern die ruhehaltenden Juden. Welche grausame Verkehrtheit! Der britische Zeitungsleser stößt jeden Tag auf die Exzesse der Araber, welche angeblich nicht lockerlassen wollen, solange ihre Forderungen unerfüllt geblieben sind, und hat nur den einen Wunsch, es möchte Ruhe im Nahen Osten eintreten, wo es so wichtige Positionen zu verteidigen gibt. Ihm geht es um die Sicherung der britischen Interessen — gleichgültig, wer hiebei zu kurz kommt: die Juden oder; die Araber. Daran änderri^mchts die Debatten im Unterhaus und die Erklärungen des Kolonienmmisters, die eher zugunsten der Juden ausgefallen sind. England wird auf keinen Fall eine eindeutig e Entscheidung^ treffen, sondern. nroh . .. ' gewohnter Art, d. i. nach längerem Hin- und Herpendeln, zu einer Kompromißlösung greifen, die zweifellos mit der mißlichen Lage der Juden in der; Welt nicht im Einklang stehen dürfte. Heute schon macht man in London der Mandatarmacht Vorwürfe, daß sie sich wegen der rund 400jOOO, Juden Palästinas in einen Konflikt mit den Mülionen Arabern einlassen wolle, als ob bloß diese 400.000 Juden und nicht die 16 Millionen Juden der Welt. Vertragspartner Englands wären. Die englische Politik wird sich — das müssen wir verstehen — nicht von sentimentalen Erwägungen leiten lassen; andererseits aber — auch das müssen wir verstehen —- dürfen wir . die Wirkung, die wir bei energischem Betonen unserer Forderung und unserer Lage auf England machen, nicht unterschätzen. Wir dürfen nicht zulassen, daß das palästinensische Geschehen unter dem Gesichtswinkel der „arabischen Notwendigkeiten" betrachtet werde.; Die Männer, welche zu Raub", Mord, Sabotage hetzen, sollen von der Mandatarmacht favorisiert 'werden? Den Arabern —- es sind ihrer einige tausend Gewalttäter, Mörder und Terroristen — bzw. ihren Führern soll das Schicksal des Landes anvertraut werden? Mit diesen Männern soll überhaupt Verhandelt werden? Jetzt endlich müßten die Engländer erkennen, mit wem sie es zu tun haben. Denn es geht nicht an, daß sich die „arabischen Führer", mögen sie der radikalen oder der gemäßigten Gruppe angehören, von den Terroristen distanzieren. Der Gesetzgebende Rat ist gefallen. Gefallen unter;.J" o mmeh* VERKAUF MBfSÄ GELZ% UTAT FABEl .LlGEi E1MU fßPm* ^^^paBGsaasBasEa_ WIEN K P/LGRf)mGß5SEM dem Druck des zionistischen Widerstandes und der englischen öffentlichen Meinung. Soli jetzt, nachdem so viel Blut geflossen, so viel Leid über Palästina gekommen ist, die arabische Vorherrschaft unter einer anderen Form installiert werden? Und sollen gar noch, wenn jetzt gewisse arabische Forderungen der Terroristen erfüllt werden, weitere Forderungen durch eine neue Revolte erpreßt werden? Nein. So kann das palästinensische Problem, die Frage des Nebeneinanderlebens zweier Völker auf einem kleinen Raum, nicht gelöst werden. Wir müssen eiserne Nerven besitzen. Wir müssen der Hartnäckigkeit der arabischen Banditen unsere' moralische Kraft und die Kraft der völkerrechtlichen Grundlage unserer Forderungen entgegensetzen. Wir müssen ohne Nervosität und ohne Hysterie der Welt klarmachen, daß die „vermaledeite" Judenfrage ohne jüdisches Palästina nicht beseitigt werden kann. die deutsche Presse zeigte sich während der Unruhen besonders gut über die Verhältnisse im arabischen Lager informiert — geht hervor, daß der arabische Streik aussichtslos und in Liquidation begriffen sei. Es sei für die Araber. natürlich. schwer, den Abbruch des Streiks zu verkünden, alle Umstände aber' drängen zu seiner Aufgäbe, Man dürfe schon heute sagen, daß die Araber , den Streik und den Kleinkrieg verloren haben. Die Niederlage, so schließt der, Bericht, wird angesichts der Kräfte und des Prestiges, die In das Unternehmen hineingesteckt waren, vor allem auch gemessen an der relativ günstigen arabischen Stellung vor den Unruhen, sehr groß sein. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß zwei Großbanken gegen arabische Wechselschuldner, die In der Wirtschaft Palästinas eine bedeutende Stellung einnehmen, Konkur san träge gestellt haben. Seit einem Vierteljahr haben die Araber Wechsel unbezahlt gelassen, die Insgesamt einen hohen Betrag ausmachen und deren Masseneintreibung nach dem Ende der Unruhen bevorsteht, Falls nicht Uebergangsbestimmungen getroffen werden, stehen Massenzusammenbrüche Ini arabischen Wirt&haftskörper bevor, Neue jüdische Opfer In einem Regierungs-Kommunique wird mitgeteilt, daß der aus Rumänien stammende 22jährige jüdische Arbeiter Amschel Kimchi in der Nähe von Chedera durch Schüsse getötet wurde, die arabsche Marodeure auf ein von drei jüdischen Arbeitern besetztes Auto; abgegeben haben. Kimchi ist der siebenundvlerzigtse Jüdische Tote. Der 40jährige bucharische Jude Jakob I s r a 11 o f f, der bei einem arabischen Ueberfall auf von der Arbelt Im Steinbruch in der Nähe von Moza helmkehrende jüdische Arbeiter lebensgefährlich verletzt wurde, ist heute in Jerusalem seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Witwe und sieben Kinder. Er ist das achtundvierzigste jüdsche Opfer seit Beginn der Unruhen. Der aus Riga, Lettland, eingewanderte Jude Menachem Strelitz wurde von einer in einem brennenden Holzstoß explodierten Bombe aus der Türkenzeit getroffen und getötet, Billige und bequeme IRUT-Sonderreisen ach Polen u. Czemowitz am 86. Juli und S. August 1936 MIRUT", Wl«n I, Karlsplcttx 1. Telephon U-44-5-79

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