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Die neue Welt · 1936-07-14 · Heft 576 (14.7.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 576 (14.7.1936)
Date
1936-07-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 576 Vom 14. Juli 1936 i Werkzeug in der Hand von Ausländern Mohammedaner und Juden in Algerien Aus Algier: Der Führer der Delegation des Departements Oran, Scheich Zahiri, der gegenwärtig mit den französischen Behörden Verhandlungen über dieZuerkennung des Wahlrechts an die Eingeborenen führt, äußerte sich in einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter Uber die Beziehungen zwischen Juden und Mohammedanern in Algerien. Der Scheich verurteilte entschieden die judenfeindlichen Ausschreitungen, zu denen es in letzter Zeit wieder in Oran und anderen algerischen Städten gekommen ist. Die mohammedanischen Organisationen des Landes, erklärte er, hätten einen Aufruf an alle Mohammedaner erlassen, sich von den judenfeindlichen Agitatoren fernzuhalten, die aus persönlichen Motiven ein zweites „Massaker von Constantine" herbeiführen wollen. Die Araber, erklärte er, wollen keinen Rassenkampf. Dagegen lehnte der Scheich es ab, einer Auslieferung der an denv Massaker in Constintlne Schuldigen, die noch immer in Freiheit sind, an die Behörden zuzustimmen. Diese Menschen, sagte er, seien Armselige, Verleitete und nur das Werkzeug in der Hand von Ausländern gewesen. Sie seien bloß infolge ihrer Armut besonders reizbar. •Auf die Frage, wie die algerischen Mohammedaner die gegenwärtige Lage in Palästina beurteilen, antwortete der Scheich, an den Reibungen zwischen Arabern und Juden sei der englische Imperialismus schuld. Wir werden fordern, sagte er, daß Frankreich beim Völkerbund die Einsetzung einer Untersuchungskommission verlange, die nach Palästina geschickt werden soll. Ferner soll durch den Völkerbund erreicht werden, .daß der Friede im Lande wiederhergestellt werde durch ein A b k o m m e n zwischen Juden und Arabern über eine Begrenzung der jüdischen Einwanderung, die, wenn sie in dem jetzigen Tempo weitergeht, zur Vorherrschaft der Juden führen würde. Warum geben, die Engländer den Juden nicht einen Teil' ihrer ungeheuren Besitzungen, wo die Juden absolute Herren sein könnten? Als der Scheich zum Schluß darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Juden in Palästina das ihnen von Gott verheißene Land sehen, und ihm. die Frage gestellt wurde, ob er sich einer göttlichen Verheißung entgegenstellen wolle, antwortete er: Die Wege Gottes sind unerforschlich; wir sind bloß menschliche Wesen. (iegen Einstellung der jüdischen Einwanderung Aus Jerusalem: Verschiedene Symptome der letzten Zeit bestärken die Besorgnis der jüdischen Kreise Palästinas, daß es noch vor Eintreffen der königlichen Untersuchungskommission in Palästina zu einer E i nstellung der jüdischen Einwanderung kommen könne. Sämtliche jüdische Gruppen sind entschlossen, sich einer auch nur vorübergehenden Einstellung der Einwanderung mit aller Energie zu widersetzen. Eine Einstellung der Einwanderung, so wird geltend gemacht, würde nicht allein einen Bruch der Mandatsbestimmungen bedeuten, sondern auch einen Bruch der von der englischen Regierung in der - letzten Zeit niederholt im Parlament gegebenen Er- ' Klärung, daß es im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Unruhen keinesfalls, zu einer Einstellung oder auch nur Einschränkung der jüdischen Einwanderung kommen werde. ■. - " ' Andererseits hat der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. K h a 1 i d i, Vertretern der Presse im Namen des Obersten arabischen Ausschusses erklärt, die Araber würden den Streik nicht aufgeben und einer bloß vorübergehenden Einstellung der jüdischen Einwanderung nicht' ■zustimmen. Sie würden Uberhaupt kein Kompromiß: schließen, bevor nicht die arabischen- Forderungen'' er-: füllt sind. ■ ' ' -; ■' ■ Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, be- _ gibt sich der Vorsitzende der Palästina-Exekutive „der Jewish Agency, David Ben G u r i o n,' in diesen Tagen abermals nach London. (J. T. A.) ' / Trauerandacht für Herrn Oberrabblner Dr. David Fewchtwang. Mittwoch, den 15. Juli 1936, findet, präzise halb 8 Uhr abends, im Bethausverein Mikdosch meat, IL, Ffänz-Hochedlinger-Gasse 8, eine Trauerandacht für Herrn Oberrabbiner Dr. Feuchtwang statt. Sprechen werden Vizepräsident der Isr. Kultüsgemeinde, Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich und Rabbiner Moses Siech. Die Weltexekutive der Judcnstaatspartci und der Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs sprechen ihrem Gg. Herrn Dir. Philipp Rosenstein, Präsidenten der Judenstaatspartei Rumäniens, anläßlich des Ablebens seines Vaters Herrn J. L. Rosenstein ihr tiefgefühltes Beileid aus. _ Jerusalem, die Geschichte eines Landes, ist der Titel eines neuen Buches, an dem Josef Kastein soeben arbeitet und das Ende des Sommers im Verlag R. Löwit, Wien-Jerusalem, herauskommt. Zum ersten Male in der Literatur erscheint hier ein Buch, das die Ideengeschichte eines Landes darstellt. Die Beziehungen zwischen Palästina und dem jüdischen Volk, von der ersten Zeit bis in die aktuellste Gegenwart, werden hier als vergangene und gegenwärtige Geschichte in größter Lebendigkeit und Eindringlichkeit dargestellt. Das Buch ist zugleich Historie, Kritik und Aufruf zu einer neuen Sinngebung des Landes und des Geschehens in ihm. -_ Kinder können in Polen umsonst auf der Eisenbahn fahren. Durch einen Erlaß des poln. Eisenbahn-Min, können Kinder bis zum Alter von 14 Jahren ab 13. Juli durch „Francopol" auf allen Linien, mit allen Zügen der poln. Staatsbahn umsonst fahren. Dieselbe Begünstl- . gung gilt auch für Flugzeuge, Autobusse, Triebwagen etc. Jeder Erwachsene kann vier Kinder mitnehmen und mit ihnen kreuz und quer vom Meer bis zum Gebirge, kurz — Überallhin durch Polen gratis reisen. Auch im vergangenen Jahre haben die polnischen Bahnen diese Aktion durchgeführt und so über 700.000 Kinder gratis befördert. Alle Auskünfte beim polnischen Verkehrsbüro „Francopol",, Wien,' III., •'Schwarzenbergpiatz 7. E Verlanget überall - »Die Neue Well« iimwm»'-............in.............. v ',..... . V "■ W»U1«Wiwwi.i ■■ t rc#cfj s üf)V frity, U$lnnt ha§ gröffte &etfattf$*g*eiöni$ — bie $t9pe Stauf&te6tn*-$ @enfatton§"-«Bödßc fytit be3 Saures — <2>«$tffmatttt$ fceriitymte ©ettfafi0tt3*®0c$eV^ — unerliöttj ftwre au göttttber^mfetu (Um Wenige ©^IKin^e fButten ©ie pc& je^i fron &oi>f to$ gufj neu bleiben!) 2ßer früher Ummtf totyiU btesr&ifen 6cf>la$er* 3ta&auf-.folange 95otrat« «Uet au 6#§ffro<mn, ftawnet — laufet, je$f iffc SiKeS ' ttn»ea*eifit$*UWöl jetzt S jeizt S jelztfS jetzt« |.98 2.50 J50 1 1 2 3 J40 J.TO Für stark© Frauen: Heusu. Gartenkleider dunkle Muster.......Jetzt S Zephir-Dirndl moderne Karo-Muster . jetzt S Reinseiden-Foulard-Imprlme- Kleider ..... . . jetzt s K.-Seiden-Crepe-Georgetteod. Mongol-Kleider V . . jetzt s Reinseiden-Crepe-de-Chine- Imprimä-Kleider.....jotzt s 2.90 3W 1 Gumml-Wirtschafts-Schürze. gemustert . . . . jetzt S Damen-StrohrHüte.. \ mit Band lEinzelstucke) . .jetzt S Waschseiden-Kniestrümpfe ' glatt oder genetzt; 2. 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