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Die neue Welt · 1936-07-03 · Heft 573 (3.7.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 573 (3.7.1936)
Date
1936-07-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Freitag, den 3* Juli 1936 186 * ■«kvoatiQ Nw. 573 V« b* b* Titl Universitätsbibliothek Zeitung vom Verleger versendet?6dl6 par redlteut« R EVU E BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig 8 4.—. ganzjährig S 16.—: Polen monatlieh Zto{y 1.60, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlieh Dinar 14.—, viertel* jährig Dinar 40.—: Bnmünlen monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Marie 1.-*, vierteljährig Mark 3.—: Bulgarien monatlich Lewa 30.—. vierteljährig Lewa 80.—; Italien ' monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweiler Franca 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlieh. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitätsstr. 8,7et. A-20-2-78 - Erseheint Dienstag u. Freitag ORBIS POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Poln. ReisebUro „O R BI $" l. KHrntnentrane 41, R-ti-5-78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro l. Frledrlchstraßo 7, B.tr-soo, i. Graben 90, iMt-o-u Theodor Herzls Vermächtnis Gerade in den Stunden der Gefahr tut die Besinnung auf Theodor Herzl not. Wenn alles gut geht, das Land gedeiht, die Dinge sich nach Wunsch entwickeln, dann prüft man nicht die Situation, gibt sich keine Rechenschaft über das, was geschieht. Ein paar Jähre „prosperity", ein paar Jahre breiterer Einwanderung machen optimistisch. Und plötzlich... Palästina wird heimgesucht. Araber revoltieren. Die palästinensische Administration des Oberkommissärs Sir Arthur Wauchope sucht verlegen nach einem Ausweg. Und wir? Wir Juden? Wir Zionisten? Wir, Element des Wiederaufbaues, wie reagieren wir auf die schrecklichen Geschehnisse? \ Es ist wahr: der jüdische Jischuw ist fest. Er kennt kein Wanken. Die Grundlagen des jüdischen Palästina sind unerschüttert geblieben. Ist aber damit alles in Ordnung? Können wir, ohne unsere Position (unsere materielle und moralische) zu gefährden, so Weiterwirtschaften wie bisher? Gerade heute, da die ganze Welt ihre Blicke auf das heimgesuchte Palästina lenkt, ist es notwendig, wieder einmal im Sinne der zionistischen Konzeption Herzls den Völkern klarzumachen, was wir in Palästina wollen und wie wir es wollen. „Wir werden uns nicht einschleichen können", sagte Herzl, „sondern offen vor aller Welt müssen wir in das Land unserer Väter zurückkehren. Wir müssen diese offene Rückkehr fordern, für uns und für die, welche wir in der Galutli verlassen." Um solcher Forderung Nachdruck zu verleihen, müssen wir einig sein. Nach innen Und nach außen. Der Zionistischen Exekutive, unseren Vertretern in allen zionistischen Dingen, obliegt die doppelte Aufgabe: nach innen die Einigkeit herbeizuführen, nach außen den Kampf um unser Recht auf Palästina zu führen. Wahrlich, eine hohe Aufgabe, aber auch eine solche, die unternommen werden muß im Zeichen Theodor. Berals, •; - .^••••^••--v-^ Die Spannung läßt nach Aus Jerusalem: In den Kreisen der Palästina- Regierung stellt man eine zunehmende Streikmüdigkeit unter den Arabern fest. Die Vertreter der ausländischen Telegraphen-Agenturen wurden aus englischen Kreisen dahin informiert, daß man mit einem Zusammenbruch der Streikbewegung der Araber Anfang Juli rechnet; die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel seien nahezu erschöpft. Aus Tel-Aviv: Die Kaffeehäuser in der Herzl- Straße in Tel-Aviv sind zum erstenmal seit dem Ausbruch der Unruhen wieder von arabischen Gästen besucht worden. Im allgemeinen ist in J a f f ä zu merken, daß der Streik von Tag zu Tag abbröckelt. Die arabischen Kaufleute öffnen nach und,nach die Läden. In Tel-Aviv haben sich bereits wieder arabische Straße n h ä n d 1 e r gezeigt. Auf dem Jaffaer Bahnhof haben sämtliche arabischen Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen. Man hat den Eindruck, daß der Streik in Jaffa seinem Ende entgegengeht. Touristen v e r k:e h r s b ü o .• d er R i u n i one A d r i a t ica diSicurtä Wien 1, Tegetthoffstraße 7 . Telephon R - 20 - 5 -90 ^_ lliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Während die franzöisische Presseagentur Havas, die seit Beginn der Unruhen übertriebene und pessimistisch klingende Berichte ausgibt, auch jetzt noch feststellt/ daß die Situation in Palästina „keinerlei Anzeichen einer Besserung" aufweise, geben die maßgebenden englischen Kreise in Jerusalem der Meinung Ausdruck, daß die Spannung im Lande nachläßt und bald normale Zustände wiederkehren. Trotz verschiedener kleinerer Zwischenfälle stellen die britischen militärischen Kreise in den letzten Tagen eine zunehmende Kampfmüdigkeit oev den arabischen Freischärlern fest, die nicht zuletzt auch damit zusammenhängt, daß in den militärischen Operationen um das vergangene Wochenende - herum 64; arabische. Aufruhrer ihr Leben lassen mußten. Im Hafen von Half a befinden sich jetzt 13 englische Kriegsschiffe. Um weitere Angriffe auf die Eisenbahnen zu verhindern, wurde über alle Eisenbahnlinien der Au snahmezustand verhängt. Von f Uhr' abends bis 4.30 Uhr morgens darf sich niemand einer Bahnlinie". auf weniger als 500 Meter nähern. Nur die Linie Afule— Beisan, sowie die Teile der Eisenbahnlinien, die auf Städte und Dörfer entfallen, sind von dieser Regelung 'ausgenommen. Die Eisenbahnstation Ly dda darf nur mit besonderem Erlaubnisschein betreten werden., Auf der Linie Haifa—Semach wurde eine. neue EisenbaJmstatiön; Kfar Hajärden, für Dagenia, Kineret und die benachbarten Kpltmien. eröffnet. / :.>--i,/: ji. Wie die hebräische Presse meldet, nehmen die Gegensätze zwischen den Anhängern des Muf ti und der N a s h a s h i b i - P a r t e i von Tag zu Tag zur. DJe Anhänger der Nashashibi-Partei verlangen, daß der Mufti und der Bürgermeister Khalidi sich dem Araberstreik formell anschließen. Khalidi soll geantwortet haben, er könne sich dem Streik nicht anschließen, weil die Führung der Stadt Jerusalem' sonst von den Juden übernommen werden würde. (J. T. A.) Mit jüdischer Ehre unvereinbar Die jüdischen Sportler Oesterreichs lehnen die Teilnahme an der Berliner Olympiade ab Der Kreisvorstand des Jüdischen Turn- und Sportverbandes Oesterreich (im Makkabi-Weltverband) hat in der Vollsitzung am 22. Juni 1936 e i n s t i m m i g folgende Resolution beschlossen: In dem Bekenntnis zum österreichischen Vaterland und zur stets hochgehaltenen Verpflichtung, für die Farben Oesterreichs überall treu einzutreten; Jeden Sonntag - billige Sonderfahrten mit ff FRANC0P0L und Czernowitz ii nach POLEN Nächste Abfahrt: 5. Juli früh „Francopol", III, Schwarzenbergplatz 7, Tel. U-16-4-90 „Cedok", I, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-88 Gerngroß, VII, Mariahilferstraße 42, Tel. B-38-2-68 in dem Bekenntnis zur olympischen Idee; in der Erwägung, daß Sport v und Ehre untrennbare Begriffe sind und der Sport nebst der körperlichen'auch der geistigen und sittlichen Ertüchtigung zu dienen hat; in der Erwägung, daß in Deutschland die Juden in ihrer,Gesamtheit der Diffamierung und schimpflichen Behandlung von Staats wegen :.aus-..' gesetzt sind; « in der Erwägung, daß, in Deutschland den Juden' das Baden in den Schwimmanstalten, die Benützung. Öffentlicher Sporteinrichtungen und der sportliche Wett-v kämpf mit Nichtjuden verboten ist; IRUT-Ferienreise am 12. Juli 1936 nach Polen »> Czernowitz i,IRUT", WUn I, Kartsplatz 1, Telephon U-44-5-79 in der Erwägung, daß schon aus rein menschlichen Gründen jüdischen Sportlern und Sportlerinnen nicht zugemutet werden kann, in einem Lande zu starten, in dem die Juden zu Angehörigen einer minderwertigen Rasse herabgewürdigt werden, deren Vernichtung angestrebt wird;., in der Erwägung, daß unter diesen Umständen Höchstleistungen jüdischer Sportler und Sportlerinnen in Deutschland unmöglich wären, beschließt der Jüdisch* : Turn- und Sportverband Oesterreichs: „Die Teilnahme österreichischer Makkabim an den in Berlin stattfindenden Olympischen Spielen 1936 ist mit. dem Begriff von jüdischer Ehre unvereinbar." * Mit diesem Beschluß, der mit den Stimmen der Vertreter aller jüdischen Sportvereinigungen gefaßt wurde und für alle jüdisch organisierten Sportler güt, ist die Frage bezüglich des Verhaltens des jüdischen Sports zur Berliner Olympiade erledigt. Die verantwortliche Leitung des jüdischen Sportwesens' Oesterreichs hat — wie zu erwarten war — die jüdischen Sportler davor bewahrt, das beschämende Gefühl, eine das jüdische Volk •in seiner Ehre-verletzende Handlung vollzogen zu haben, ein Leben lang zu tragen. Die Olympiade — Auftakt zur völligen Vernichtung der Juden in Deutschland Aus London: Die angesehene Zeitschrift „Star" zitiert die Erklärung von Minister Görings Organ '■'"■"^L"" 'j . 1 ' ■ " 1 ' J . I' "1 1 ■ Persertepplche zu staunend m ^^billigen Nachsalsonprelsen H Herrliche Qualitätsware r zu jedem annehmbaren Preis! PERSER-UND ORIENTTEPPICHE ß.R.KANZAH If PARKRING 12 Einsang Weihbursga«« Gartenbau-Objekte

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