Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 572 (26.6.1936)
- Date
- 1936-06-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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185 "Mtl. Vt"*v< "+ÄtsMbWotbek Preis 20 Groschen Freitag/ den 26* Jtrnl 19J* Jahrgang Nr* S7S V« b« b* Zeitung vom Verleger versendet „Journal exp6di6 pat t,6d!tetirM DIE NEUE YVELT Rmm mm mm BEZUGSBEroiNOUNO«N| Oesterreich monatlich .8 1.40, vierteljährig mm ■ ■ m^ vierteljährig Zloty 4,60} *Whecho«Iow»k«l monatlich, ICc 6.-, viertel^ ■JH mm I ■ jährig Dinar 40.-; Bomlnlen monatlich Lei 40.-, vierteljährig Lei m^ Wm mL-M Mark Bitf garten möiÄtllch Lewa Ä).—, vierteljährig Lewa 80.—: mm\ Wm mMmw 0JHI Schwel« und die ObrtgWXänder monatlich Schweizer Franca 1.50, v ^«ro Mit m hAt*<nVi*«t't a r*« i« a ♦ ««1 ♦ 11«t. HERAUSGEBER: RÖBERT STRICKER BEZU^BEDlNOUNOtlNJ Oesterreich monatlich .8 1.40, vierteljährig » 4.—, ganzjährig s 16.—: Polen monatlich Zloty 1.60. vierteljährig Zloty 4,60} tfMfaeehoslowakef monatlich, Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertel« ------------------J*- * ' " vierteljährig Lei 120.—; Dentschland monatlich Mark 1.-. vierteljährig ' — — Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—j vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit IQ bezeichnet** Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion ir. Verwaltung: IX, Universitätsstr, 8, Tel, A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitag ORBIS S POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro „ORBIS" l. Kärntnerstrao» 41, R-«M*t Oesterreichisches Verkehrs-Büro F. Friedrlchfttrao« 7, B.«7.soo, i. Graben 20, u.iv.o-35 Arabi'sdu englische Verhandlungen abgebrochen Aus London wird gemeldet: Die arabische Delegation aus Palästina, welche kürzlich in London eintraf, hatte eine Unterredung mit dem Ständigen Unterstaatssekretär im Kolonialamt. Dieser erklärte der Delegation dasselbe, was der Kolonienminister O r m s b y- Gore im Unterhaus bezüglich der englischen Politik und der Maßnahmen für Palästina erklärt hatte, daß nämlich die Mandatsmacht sich in keine Verhandlungen mit den Arabern einlassen werde, solange die Terrorakte andauern. Die Mitglieder der arabischen Delegation ihrerseits gaben die Erklärung ab, d^pj^a ei*1 Aufgeben des Widerstandes nicht gedacht werden'; könne, solange nicht die jüdische Einwänderung abgestellt sei. Darauf brach, das kolonialamt die Verhandlungen mit. der arabischen' Delegation1" ab. Die englische Presse kommentiert im allgemeinen die Haltung der englischen Regierung mit wohlwollendem Verständnis. "'" ' Jüdfediei* Welftkongreß Aus Paris: Das Zentralbüro des Comite" des Delägations Juives und des Jüdischen Weltkongresses teilt über die ersten durchgeführten, bzw. in Gang befindlichen Wahlen zum Jüdischen Weltkongreß mit: Amerika: In Washington fand am 13. und 14. Juni eine vom American Jewist Congress einberufene Konferenz statt, um die amerikanische Delegation zum Ersten Jüdischen Weltkongreß in Genf zu wählen. Anwesend waren 1361 Delegierte, die aus Wahlen von 3616 lokalen jüdischen Organisationen und 24 Landesorganisationen aus 99 Städten und 32 Bundesstaaten der USA. hervorgegangen waren. Die amerikanischen Juden werden etwa 70 Delegierte nach Genf entsenden, die mehr als 2 Millionen amerikanische Juden vertreten werden. In Jugoslawien haben, die Wahlen am 4. Juni stattgefunden; es wurden die folgenden drei Delegierten zum Weltkongreß gewählt: Großrabbiner von Jugoslawien Dr. Isak Alkalay, Präsident - der Zionistischen Organisation Jugoslawiens Dr. Alexander Licht, Präsident des Jüdischen Gemeindeverbandes Jugoslawiens Dr. Friedrich Pops; efrner drei Ersatzdelegierte. In Spanien wurde der Präsident der Zionisti-, sehen Organisation Spaniens und der Madrider jüdischen Gemeinde Ignacio Bauer-Landauer als Delegierter der Juden Spaniens zum - Jüdischen. Weltkongreß gewählt. In Portugal fanden .die Wahlen am 17. Mai statt. Zum Delegierten wurde der Präsident der Isr. Gemeinde in Lissabon, Professor Dr. Amzalak, gewählt. In Italien, England, Finnland, Estland, Argentinien und Uruguay, werden die Wahlen von Delegierten zum Jüdischen Weltkongreß im Verlauf des Monats Juni, in Frankreich, Belgien, Tschechoslowakei, Oesterreich, Griechenland, Brasilien, Chile, Rumänien und Polen Mitte Juli stattfinden.! Der Präsident des American Jewish Congress Dr. Stephen S. Wise traf am 21. Juni in London ein; er wird an der am 28. Juni stattfindenden Londoner Kon-. ferenz, in der die englischen Delegierten zum Jüdischen Weltkongreß gewählt werden, als Hauptsprecher teilnehmen. ePerserteppiche zu staunend eiligen Nachsaisonpreisen Herrliche Qualitätsware zu jedem annehmbaren Preis! PERSER- UND ORIENTTEPPICHE B.R.KANZAH §» PARKRING 12 Einsang Wcihburggane Gartenbau-Objekte VERBAND PER JUPENSTAATSZ1ÖN1STEN OESTERREICHS am KonsfantinhOgel, Prater Hauptallee 17 (Sommerkleidung) Samstag, 27. Juni 1936, halb 9 Uhr abends. Entree S 1.50, Neu angelegtes Tanzparkett im Freien. 2 erstklassige Jazzkapelle^ SOMMER-FEST filößß Ulf8fI8[|ß" flttlHiß! dem .Lloyd Triestino« nach Palastina gewinnen?Lose gratis ■ Eugen. Hoffmann (Feraina), Otto Grosse (SimpU, Dolly Nachbar, Dr Ossi Teller, Viktor Schlesinger mit ganz neuem Repertoire. Paul Thiemann (Tenor). Karten sind in a'len Sekttonen und bei allen Mitgliedern erhältlich. Bei Regen findet die Veranstaltung am nächsten Tage, Sonntag, den 28. Juni, bei jedem Wetter statt. Jlftdere glücklich machen In Betrachtung der arabischen .Revolte in Palästina schreibt die „Neue Zürcher Zeitung": „Manche jüdische Kreise scheinen auch heute noch zu glauben, daß der offensichtliche Vorteil der jüdischen Einwanderung für die arabische Wirtschaft eine Annäherung bewirken müßte. Das mag in einzelnen individuellen Fällen vorkom- 2(1$ 3uf»»8 31t SOcin n {dj t f ü n ft l tdjc.SBof f e rffoitber« fseblauer Sauc^iiintimen.- Die arabische'. Nätto^^ew^fijiittirif' idie '.';ü£e Jugendorganisation , nach Europäischem Muster sturmtruppenartig aufmarschierenläßt, empfindet für die Leistungen des jüdischen. Aufbauwerkes ebensoviel Dank wie die Herrscher des Dritten Reich es für die früheren Leistungen der deutschen Juden im Dienste der. deutschen «Weltgeltung. Für sie ist der, jüdische Aufbau eine Stütze europäischer Fremdherrschaft, die mit allen Mitteln der Demagogie bekämpft wird." Jeden Sonntag - billige Sonderfahrten mit „FHAMCOPOL" nach POLEN und Czernowifz Nächste Abfahrt: 5. Juli früh „Francopol", Hl, Schwarzenbergplatz 7, Tel.U-16-4-90 „Cedok", 1, Kärntnersträße 32, Telephon R-23-4-88 Gerngroß, VII. Mariahilfcrsfraße 42, Tel. B-38-2-68 Das Schweizer Blatt trifft damit einen wunden Punkt der allgemein-jüdischen und, der zionistischen Politik (nach Theodor Herzl). Die fatale Tendenz, andere glücklich zu machen — ob sie wollen oder nicht —, und die mit ihr verbundene Illusion, daß . die ,',glücklich Gemachten" sich dankbar zeigen werden, hat den Juden immer nur ein Mehr an Haß eingebracht. Und das ist ganz natürlich, ist die unangenehme Art von Emporkömmlingen, daß sie die Menschen, in deren Kreis zu dringen ihnen eben gelungen ist, mit nichtgewünschten Wohltaten zu überhäufen trachten und ihnen nichtgewünschte Dienste aufdrängen. Die Menschen aber empfinden das fatal und reagieren darauf nichts weniger als dankbar, sondern mit Abneigung, die sich bis zur Wut steigert. Der nichtgerufene Wohltäter wird den Menschen mit normalen Empfinden ein Greuel, und den Völkern auch. Die Politik der nach der Emanzipation aus. dem Ghetto kommenden Juden bewegte sich in dieser Richtung. Für sich sorgen? Oh, nein! Für die anderen muß man sorgen. Und so schlössen sich die Juden den verschiedenen nationalen Bewegungen an und kämpften in erster Reihe — für die anderen. Als diese Wegen des Moifag^Feiertages erscheint unsere nächste Ausgabe Freitag, den 3. Juli 1936 in vergrößertem Umfang Anbiederung zufolge des Ansteigens des Antisemitismus ihr natürliches Ende fand, wechselte man den Kurs. Wenn sich die anderen auf nationalem Gebiete nicht glücklich machen lassen wollen, wird man sie eben auf sozialem Gebiet „versorgen". Die Führer der Juden schwenkten ins Lager der mehr oder minder radikalen sozialistischen Parteien und taten dort gäh» vorne mit. Nicht etwa für sich! Oh, nein! Die" andere n muß man glücklich machen. Aber das Resultat der Anbiederung auf sozialem Gebiete ist das gleiche wie dasjenige auf nationalem Gebiete: Ein gewaltiges Mehr an Haß. "'?."!' Theodor Herzl hat mit der Politik, die anderen glücklich mächen zu wollen, gebrochen. Er hat ein politisches System und ein politisches Programm geschaffen, mit dem klar bestimmten Ziel, die jüdische Frage zu lösen, den Juden zu helfen, die Juden glücklich zu machen. Er'hat einen Staat für die Juden verlangt. Er hat wohl erklärt, daß auch den anderen mit einer vernünftigen Lösung der Judenfrage, mit einem Judenstaat gut gedient sein wird. Aber er hat nie das Glück der anderen als Ziel des Zionismus ausgegeben. Er war jüdischer Politiker und ist es geblieben und hat sich nie den anderen als ungerufener Wohltäter aufgedrängt. Das Resultat dieser jüdischen Politik war: Zustimmung und Sympathie in weiten nichtjüdischen Kreisen, hier und dort Zweifel an der Möglichkeit, nirgends Haß oder Verachtung. Die Führer der Zionistischen Organisation sind immer weiter vom. geradlinigen, für alle Welt verständlichen Herzischen Judenstaatszionismus abgeirrt. Die schwierige Lage, in welche heute das jüdische Palästina geraten ist, ist eine notwendige Folge dieser Wendung. Man hat die Zielsetzung des Zionismus verschleiert, so weit, daß man dabei ins Fahrwasser der alten, bankrotten Ideologie des Assimilationsjudenturas geraten ist. Man hat begonnen, den Zionismus so darzustellen, als sei er da, um die anderen glücklich zu machen. Prägnanten Ausdruck hat diese Tendenz in einer Erklärung gefunden, welche der Präsident der Zionistischen Organisation, Professor Weidmann, auf dem Baseler Kongreß 1931 abgegeben hat. Zur Forderung der Judentstaatler nach klarer Zielsetzung sagte er: „Ich bin gegen die Forderung nach einer jüdischen Majorität in Palästina. Um im Orient Zivilisation zu verbreiten, braucht man keine jüdische Majorität in Palästina." Also: Der Zionismus sei nicht dazu da, um für die Juden ein Heim zu schaffen, in welchem sie sicher und selbständig leben. Er sei vor allem dazu da, um den Völkern des Orients die Segnungen der Zivilisation zu bringen, um die anderen glücklich zu machen! Damit war der Zionismus dort angelangt, wo die Assimilation aufgehört hat. Bei der un* seligen Glücklichmacherei, welche keine Dankbarkeit, Melden Sie sich noch zur Sonderfahrt nach Polen und Czernowitz am 5. Ju |i Reisebüro „IRUT" Rückfahrt b«fi«big (Ref. Rosenkranz), J, Karlsplatz 1, XM4*ö.-7f