Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 569 (16.6.1936)
- Date
- 1936-06-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 569 vom 16. Juni 1936 Letzte Nachrichten Die neuen Zertifikate Das Elmvanderungsdepartement der Jewish Agency hat die ihm von der Regierung für das Halbjahr April- September 1936 zur Verfügung gestellten Zertifikate wie folgt verteilt: 1200 Sonderzertifikate wurden für deutsche Juden, Chahizim und Umgeschichtete, die mit Hilfe des vom Londoner Hilfsfonds zur Unterstützung deutscher Juden bereitgestellten Fonds von 150.000 Pfund angesiedelt werden sollen, reserviert. Von den übrigen Zertifikaten wurden 1400 für Chahizim mit landwirtschaftlicher Ausbildung, 475 für Angehörige palästinensischer Einwohner, 265 für Sephardim, 320 für Spezialisten, 40 für sogenannte „alto Zionisten", 300 für von Industrieunter nehmungen angefordert« Spezialisten, 163 für Agudisten bereitgestellt. Die Verteilung nach Ländern geschieht wie folgt: Deutschland 260 (außer den 1200 Sonderzertifikaten), Polen 1150, Rumänien 230, Litauen 115, Tschechoslowakei 95, Lettland 65, Wien 50, Saloniki 60. Der Rest fällt auf andere Länder. Kriegsmäßige Zensur eingeführt Aus Jerusalem (10. Juni). Man nimmt an, daß die Regierung mit der Verhängung des Standrechtes zuwarten will, bis die militärische Besatzung eine ausreichende Stärke erlangt hat. Amtlich wird bekanntgegeben, daß mit Eintreffen des 2. Bataillons des Cheshireregiments die Stärke der englischen Truppen in Palästina nunmehr sieben Bataillone beträgt. Die Zensur hat eine Ueberwachung aller Verbindungen mit dem Ausland wie in Kriegszeiten eingeführt. Nach einer Mitteilungdes High Commissioner Sir Arthur Wauchope ist die Benützung des Fernsprechers für Pressegespräche nach dem Ausland vollständig gesperrt worden. Ferngespräche dürfen bis auf weiteres nur von den Regierungsstellen, der Armee, den Konsuln, der Jewish Agency und den Banken geführt werden. (J. T. A.) Die jüdi§dien Koloni§ten Aus Jerusalem (12. Juni): Es verlautet, daß bei der Awehr der nächtlichen arabischen Angriffe auf die ■ jüdischen Kolonien im E m c k J e z r e c 1 die Kolonisten selbst eine große Rclle gespielt haben. Sie hielten die Angreifer so lange in Schach, bis britisches Militär herankam. Angegriffen wurden die große Arbeitersiedlung A i n Tel Joseph, wo Kolonisten und einige Polizisten einer starken Uebermacht von Angreifern lange standhalten konnten, und drei andere Siedlungen irn Emck. Nachdem die Araber, vom Militär mit Maschinengewehrfeuer angegriffen, fluchtartig ihre Positionen aufgaben, wurden sie durch ein Militärflugzeug mit Maschinengevvehrfeuer verfolgt und befanden sich bald in wilder Auflösung. Am 11. Juni spät abends wurden sämtliche telegraphischen Verbindungen mit Jerusalem durch Saboteure zerstört, so daß Jerusalem telegraphisch nicht erreichbar ist. An anderen Stellen des Landes wurden wiederum zahlreiche Tclephonleitungen durchschnitten. Dadurch ist der Postvcrwaltung ein Schaden von etwa 10.000 Pfund entstanden. Aus verschiedenen Stellen des Landes werden Brandstiftungen, Feuerüberfälle und Bombenwürfe gemeldet. (J. T. A.) Emir AbduüSah über den Araherstreak in Palästina „Daily Telegraph" vom 8. Juni veröffentlicht mit Ermächtigung des Emirs Abdullah von Transjordanien eine Erklärung, in der der Emir feststellt, daß die Araber Palästinas der Unterstützung aller Araber sicher seien. Der Emir gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß die palästinensischen Araber den Streik sofort abbrechen werden, wenn die jüdische Einwanderung eingestellt wird. (!) Sie erklären, daß sie keinen Einwand dagegen erheben, daß die gegenwärtig in Palästina lebenden Juden dort bleiben, die einzig mögliche Lösung des Problems aber bestehe in der Einstellung der Einwanderung, die zu großen Umfang angenommen habe. (J. T. A.) Die Schomrim auf gefährdeten Posten Aus Jerusalem: Die Tötung des jüdischen Arbeiters und Schomcr (Wächter) Jisroel Ben Jehuda und die Verletzung der Schomrim Israel Hirschberg und Mosche M i s r a c h i durch englische Polizisten und Soldaten hat gezeigt, auf welch gefährdetem Vorposten die jüdischen Schomrim (Wächter) in Palästina stehen. Distriktkommissar Croabic hatte der hebräischen Presse verboten, über diese Fälle zu berichten. Die Beisetzung Jisrael Ben Jchudas, die Samstag nachts auf behördliche Anweisung hätte stattfinden sollen, erfolgte wegen eines Hindernisses erst am Sonntag um y2ö Uhr morgens. Trotz dieser ungewöhnlichen Stunde fand sich eine ungeheure Menschenmenge ein, um an der Beisetzungsfeier teilzunehmen, sie wurde aber von der Polizei zerstreut. Einzig Mitglieder des Stadtrats von Tel-Aviv, der Jewish Agency und des Rabbi nats durften der Beisetzung beiwohnen. Am offenen Grabe sprach zuerst der Oberrabbiner von Tel- Aviv, Amiel, der zum Schluß rief: „Unsere Geduld ist erschöpft! Wir können nicht länger ruhig bleiben! Wir werden uns bewaffnen müssen!" Der Chefredakteur des „Davar", Berl Katznelson, wies darauf hin, daß Ben Jehuda als ein Opfer derjenigen Kräfte gefallen sei, von denen man annehme, daß sie uns schützen. Es gibt, erklärte er weiter, eine Grenze auch für unsere Selbstbeherrschung, Niemand darf den Juden das Recht nehmen, sich zu bewaffnen." (J. T. A.) Jüdische Kulturstelle L, Franz-Josefs-Kai 3, R-28-5J-8G In der Jüdischen Kulturstelle (an die Oesterreichische Kunststelle angeschlossen) erhalten die Mitglieder Karten für sämtliche Privat-, Bundestheater und Konzerte zu ermäßigten Preisen. Neueintreten,de sind bis zum Ende des Kalenderjahres bezugsberechtigt. Jüdische Volkshochschule I., Franz-Josefs-Kai 8, R-28-2-36 Neuerscheinungen - J u d a i c a gegen geringe Leihgebühren (auch für Mitglieder der Kulturstelle) in der Bücherei der Jüdischen Volkshochschule entlehnbar. Jüdisches Kuiturthcatcr I., Franz-Josefs-Kai 3, R-28-2-36 Täglich, 20.45 Uhr, „Die Grenze". (Sonn- und feiertags, 17 Uhr: Nachmittagsvorstellung bei kleinen Preisen.) tkeuis SckwatUc iu Wm Wie bereits gemeldet, wird Morris S c h w a r t z, der berühmte Schauspieler und Direktor des Jüdischen Kunsttheaters in New York, im Verlauf seiner Welttournee nach Wien kommen und hier im Rahmen eines kurzen Gastspieles das Drama „Joschc Kalb" von J. J. Singer zur Aufführung bringen. So wie in Frankreich, England, Polen usw. werden auch in Wien die Aufführungen in großem Stil (eigene Dekorationen, Kostüme, Bcleuchtungseffekte usw.) erfolgen. Das Gastspiel dürfte Mitte nächster Woche beginnen. Alex Stein, das seinerzeitige führende Mitglied der Wilnaer Truppe, gegenwärtig ein prominenter Schauspieler im Morris-Schwartz-Ensemble, befindet sich bereits in Wien, um die nötigen künstlerischen und administrativen Vorbereitungen für das sensationelle Gastspiel zu treffen. Es ist der Konzertdirektion Dr. Hohenberg gelungen, Joseph Sdfim«d#; der in den nächsten Tagen nach Erfüllung seiner Filmverpflichtungen aus London nach Wien zurückkehrt, für ein Konzert zu gewinnen, welche Mitteilung in allen musikalischen Kreisen Wiens größtes Interesse hervorgerufen hat. Der Künstler hat für dieses Konzert ein besonders schönes und umfangreiches Programm gewählt. Er wird eine große Reihe seiner beliebtesten Arien, sowie eine Anzahl italienischer Gesänge zu Gehöhr bringen. Begleitung Professor Erich Melier. In dem Konzert wirkt die Pianistin Klara Jolles mit. Karten sind an der Konzertkasse Dr. Hohenberg, L, Operngebäude (Operngasse) und an der Musikvereinskasse erhältlich. E Verb« d* Judensfaafszioiusfen Oesterreichs Sektion Prater, IL, Erlafstraße 5. Donnerstag, den 18. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Kultusvorsteher Ing. Eugen Buchbinder: Die Kultusgemeinde im "Mittelpunkt des jüdischen Interesses. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32. Mittwoch, den 17. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Aron Schwertf ing er: Aktuelle jüdische Probleme. 4 Sektion X, Herndlgassc 23. Montag, den 22. Juni, halb 9 Uhr abends. Vortrag Dr. Salomon Wolf. Sektion IX/XVIII, Semperstraße 19. Dienstag, den 16. d.( halb 9 Uhr abends, AUsschußsitzung. — Donnerstag, den 18. d., halb 9 Uhr' abends, Speisehaus Helfer, III., Kolonitzgasse '3, wichtige Mitgliederversammlung. Der Brith Hakanaim veranstaltet Sonntag, den 21. d., halb 11 Uhr vormittags, im Schubert-Kino, IX., Währingerstraße 50, eine Sondervorstellung des grandiosen Films „Onkel Sidney". Reichhaltiges Beiprogramm. Karten bei den Funktionären und an der Kasse. Voranzeige. Am 27. Juni findet im Etablissement Konstantinhügel, II., Prater Hauptallee, ein großes Sommerfest, veranstaltet von der Sektion Prater und der Judenstaatsjugend, statt. ■ Sdhekelversammlungen Dienstag, den 16. Juni 1. J., um halb 9 Uhr abends Zionistische Bezirkssektion, XX., Jägerstraße 30, Herr Theodor Grubner. Mittwoch, 17. Juni 1. J., um halb 9 Uhr abends Zionistische Bezirkssektion, X., Pernerstorferstraße 25, Herr Theodor Grubner. Jüdisch-kultureller Elternbund, I., Seitenstettengasse 2. Dienstag, den 16. Juni, 8 Uhr abends, im Klublokal des Cafe" „Lovrana", III., Löwengasse 36, Elternversammlung. Redner: Dr. Emil Lehmann, Professor Leo Kulka, Frau Dr. Johanna Ellner über: „Probleme der Berufsberatung", Kultusvorsteher Dr. Isidor Klaber, Richard Stössel. m Von S 2 Wochenraten er> hallen Sie alle Gegenstände In größtar Autwahl und bester Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 122*124 Telephon B-32-2-24, B-aö-D^W Ehrung des Primararztes Dr» Borak Der Primararzt des Rothschild-Krankenhauses der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Dr. J. Boräk ist zum Ehrenmitglied der griechischen Röntgengeseilschaft ernannt worden. Dr. Borak hat vor kurzem in Athen als Gast der griechischen Röntgengesellschaft Vorträge über Röntgentherapie gehalten. Die Einladung zu diesen Vorträgen erhielt Dr. Borak in T e 1 - A v i v, wo er am Weltkongreß der jüdischen Aerzte teilnahm. Vom Herzl-Grabgang. Auch heuer lag wieder der Ordnerdienst wie in den vergangenen Jahren in den Händen des Jüdischen Sport- und Schützenvereines Haganah, IX., Hörigasse 14, der der ihm übertragenen ehrenvollen Aufgabe in bewährter Weise gerecht wurde. Von der Samariterinnengruppe der Haganah wurden zwei Erste-Hilfe-Stationen bereitgestellt. Jüdischer Hochschulausschuß. Am Dienstag, den 16. Iuni, um 8 Uhr abends, liest im Zentralheim, Wien, IX., Alserstraße 26, der bekannte Schriftsteller Friedrich Torberg (Autor der Werke „Der Schüler Gerber hat absolviert", „Die Mannschaft") aus eigenen Werken. Gäste willkommen! Jüdisches Volksbildungsheim „Bialik", Wien, VII., Kaiserstraße 30. Donnerstag, am 18. Juni, um ^9 Uhr abennds findet im Jüdischen Volksbildungsheim „Bialik", VII., Kaiserstraße 30, eine Traureandacht anläßlich des 30. Trauertages (Schlojschim) von Nahum Sokolow s. A. Programm: 1. Begrüßung (Obmann Schwarz); 2. El Mule Rachmim (Oberkantor Margolies); 3. Andachtsrede (Dr. Chaim Tartakower). Mitglieder und Gesinnungsgenossen werdenersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Filme der Woche. In unserer Ausgabe vom Freitag, den 12. Juni, finden sich die Filme „Leise kommt das Glück" und „Die Schlacht am blauen Berge" infolge eines technischen Versehens in der Rubrik „Filme unter Arierparagraph". Wir machen darauf aufmerksam, daß die genannten Filme amerikanischer Herkunft sind. KINO-PROGRAMME STAFA, VII Mariahilf erstraßo 120 Telephon B-S3-0-68 Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Ich lelie mein kehen mit Joan Crawferd SCH'AFFER VI, Marlahilferstraße 37 Telephon B-20-203 Beginn: »A*, Vit, 'AB, «A10 FootliSht-Pnraife 1000 Takte Liebe James Cagnay und Joan Blondell VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 4, %6, V«8, 'A10 Ich 1* mi Leben mit Joan Crawford UebcrrofdiunosSBorhe! SBort attontag, ben 15., bis Samstag, bert 20. b., bringen mir in allen Abteilungen für Sommertoareu befonbere Ucberraf((jungen in Qualität unb $reis. llcberaeugen Sie firf) burdj einen unoerbinbtietjen SBefucf) oon uuferer beifpicllofen Achtung! $oto;!Dameni Stufen S 1.40, 23atifts$Blufeu mit Seibenquafte S 1.80, ^austreibet S 1.98, 3cp^^5)irnbln, moberne ftaro* beffins S 3.60, ftarosGrjarmeufesSBhtfcn S 3.90, engt, gemuft. SBitfctfrfjofjcn S 3.90,!sfl3afd)feibes!3inprime* Äleiber mit ^tiffec^abot S 6.90, Salöburger Dirnbtn mit SBatiftsElufe unb Scbürae S 7.90, Ä. S. aTCongot* 3mprime*ÄIeiber in 9Jtobes231umenmuftern S 12.—, ÜRegenmäntel aus gummiertem Seinen S 11.50, Paletots aus 5L S. XKongof ober SBoflftoff S 13.50, Xiroler fto* ftüme mit grünen 2tpptifationen S 18.—, Sportfoftüme aus fresfoarttgen 9ttobeftoffen S 29—, SBafdjs unb Setben jt off e, u n n nri)a I) m tirh bittig: Äaro*Dirnbk3epf)ire, umfcfjecbt, per SJfcter 98 ©rofdjen, öfterr. Xracr)tenftoffe — bie SBettmobc — 98 ©rofdjen, Jt.sSeibeu^mprime, £upfs üub 23tumenbeffins S 1.50, 5000 9Jleter „23cmBctg"s2:oUc be fote, njotsügs litftc Qualität für 2Böfrf)c unb Stufen, jeht S 1.50, WeinfeibcnsSmprimcs, 93 3im. breit, jefct S 1.75, Gvepc Jßtjospljora (5t=Seibc), rei^enb getuebte Äarobeffins für elegante Xrotteurfteiber, Inittet« fcft, 90 3tm. breit, jefct S 3.Ö0. gilt »ab unb Slusflug: 2)amen=Sct)afiuüUs33abean3Ügc, rücfenfrei, S 2.90, „ScampotiAStranbblufeu S 1.50, ©ummis$8abes hauben ab 50 ©rofdjeu, ßcineu;$Babcfd)ur)c bis ©rö^e 46 S —.98, 2ißafct)feibcn=Damen--Strümpfe, taug über Änie, genest ober ^latt, mit flehten geljlem, 98 (Srofdjen, 3ftf)ler SameusSBeften S 1.98, 2)aineiu£cbcr-$anbtafü)eu mit ßcberfutter, SKobcfaffon, 20 3tm. tang S 3.50. güt b c n $ e 11 n; Somi.ncrftoff^ofeu S 9.80, ßoben^oppen mit grünen Stpptifationen S 11.90, 3iegcnIeber-£ofen S 16.90, (SummUStippcr S 16.90, ^(qjarmeufe^em* ben S 4.90 ufto. Sßerfäumen Sie nirfjt,' biefc eiuaigartig günftige Äaufgetegentjeit... kommen Sie ju @traftettbatytt: 0,V,C 6d)iffmann,, Saborftrafee 48 Eigentümer, yerleger, Herausgeber und verantwoctltcher. Redakteur: .Oberbaurat Robert Stricker. , IX., umverdtatMtriSt Druck; Druckerei- und Verlags-A,-G, Jgnaz Stelnmann, beide .Wioftj