Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 568 (12.6.1936)
- Date
- 1936-06-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite S DIE NEUE WELT Nr. 368 vom 12. Juni 1Ö36 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, L Bez., Seitenstettengasse 2, III Samstag XI» Zentraltriedhof, neb, d. 1. Tor. III geschlossen Sidu^-faaköw Das Weinbauzentnim des Schomron Von Jakob Josefsberg, Haifa (derzeit Wien) Zwischen Binjaraino und Athlith auf einem Berge, etwa 200 Meter über dem Mittelmeerspiegel, mit dem Blick nach Norden auf den Karmel, die Bucht von Haifa und Akko über Nakarial bis zum schneebedeckten Hermon, nach Süden — Caesarea, nach Osten — der Emek Jisreel mit dem Berge Gilboa und dem Berge Tabor, nach Westen — das blaue, stille und weite Mittelmeer, so liegt Sichron-Jaakow. Sichron-Jaakow (Andenken Jacobs) nach dem Vater des unlängst verstorbenen Baron Edmund Rothschild, der demnächst dort zur ewigen Ruhe bestattet wird, benannt, ist für Schomron das, was Rischon-le-Zion für Süd-Judäa ist. In Rischonle-Zion befinden sich die Weinkellereien, wohin die Weintrauben von ganz Süd-Judäa gebracht werden, in Sichron- Jaakow die Weinkellereien für die Weintrauben des Schomron. Beide Kellereien stammen aus der „Bilu- Epoche", haben daher auch die vielen Leiden der Pionierzeit gemein. In Sichron-Jaakow hat sich überdies der Heldenroman der Familie Ahronson abgespielt. Im Jahre 1882 kam eine Delegation der Gesellschaft „Haagudoth 1' maan Erez-Israel r Romania" (Vereinigung für Erez-Israel in Rumänien), deren Zentrale sich in Galatz befand und welche Jizchak Löbel führte, . nach Erez-Israel und erwarb vom französischen Konsul in Haifa einen Berg von 15.000 Dunam zu 3 Fr. per Dunam. Auf diesem steinigen Berge siedelten sich zehn Familien aus Baku, Jassy, Braila, Galatz und Bukarest an, u. a. die Familen Ephraim Fischel, Ahronsohn und Sternberg. Die Frauen und Kinder blieben in Haifa zurück, da sie in der Steinwüste ohne Wasser den größten Gefahren ausgesetzt waren. Die zehn Pioniere, die zunächst aus Rumänien von den Komitees hie und da Geld erhielten, begannen den Boden urbar zu machen, hatten aber keinen Erfolg. Im Jahre 1883 hörte die Unterstützung ganz auf. Ohne Wasser, von Krankheiten befallen, waren sie der Verzweiflung nahe. Im Jahre 1884 riefen die zehn unentwegten Pioniere das Ausland an. Der große Philanthrop Baron Hirsch ließ durch einen Beamten die Lage untersuchen; dieser riet, den Felsenberg zu räumen und nach Argentinien auszuwandern, denn er..sagte, hier seien „ein eiserner Boden und ein bleierner Himmel". Aber die Pioniere aus Rumänien lehnten die Räumung des Berges ab, indem sie erklärten: „Wir kamen nach Erez-Israel, um den wüsten Boden urbar zu machen und nicht, um Reichtümer aufzuhäufen." Diese Antwort rührte den. Beamten. Er gab ihnen etwas Geld und fuhr nach Paris zurück. Dort erfuhr der Oberrabbiner von Frankreich, Zadok Kahn, vom Leben der tapferen zehn Pioniere und interessierte den Baron Edmund Rothschild für sie. Der Baron entsandte einen Agronomen, der eine Apotheke einrichtete und einen Arzt dahin bestellte, er fuhr nach Rumänien und schickte von dort Holz für den Barackenbau und veranlaß te die Ansiedlung von weiteren 70 Familien in Sichron-Jaakow. Allmählich bedeckte sich doch der Steinberg mit blühenden" Weingärten und im Jahre 1872 wurden bereits Weinkellereien errichtet. Beim Ausbruch des Weltkrieges wohnten in Sichron-Jaakow ungefähr 10O0 Seelen. Der Weltkrieg brachte für Sichron-Jaakow trübe Tage. Das Martyrium der Kolonisten unter den Offizieren des berüchtigten Generals Djemal Pascha — unschuldige Kolonisten wurden gehenkt — und die Hoffnung, daß die Engländer Frieden und Ruhe bringen und Erez-Israel zum Jüdischen Nationalheim erklären werden, veranlaßte im Jahre 1915 den Agronomen Aron Ahronsohn, gemeinsam mit seiner Schwester Sara, dem Dichter Fajnberg und einigen treuen Freunden einen Nachrichtendienst zu Gunsten der am Suez-Kanal operierenden Engländer zu organisieren. Im September 1917 wurde Sara Ahronsohn in Sichron-Jaakow von den Türken verhaftet und den schwersten Folterungen unterzogen. In einem unbeobachteten Augenblick erschoß sie sich. Ihr Vater, der damals 70jährige Greis Ephraim Fischel Ahronsohn, wurde in Ketten nach dem Gefängnis in Nazareth gebracht, wo er ebenfalls gefoltert wurde. Da die Peiniger glaubten, der Greis sei tot, ließen sie von ihm ab — diesem Umstand verdankte er seine Rettung. Sein Sohn Aron, der Bruder der heldenhaften Sara, stürzte im Mai 1919 mit einem englischen Militärflugzeug auf seiner Reise von London nach Paris Uber dem Canal La Manche ab und ist bis heute verschollen. Der Dichter Abraham Fajnberg wurde in der Sinai-Wüste von Beduinen ermordet, sein Freund Lischansky von den Türken gehenkt. Durch die Tätigkeit der Geschwister Ahronsohn wurde dem Marschall Allenby die Eroberung Erez-Israels wesentlich erleichtert. Der Einzug der Engländer im Sommer 1918 brachte dem schwergeprüften Sichron-Jaakow die Erlösung. Die Opfer waren nicht umsonst. Die Kolonie atmete auf und entwickelte sich stetig. Im heutigen Sichron-Jaakow leben auf 50.000 Dunam 1400 Seelen. Der Hauptzweig ist die Weintraubenzucht. In der Ebene gibt es auch Orangenplantagen, ferner Oliven und Getreide. Es besteht bereits eine Oel- und Marmeladefabrik, eine Schlosserei, eine Schmiede und eine Tischlerei. In Sichron-Jaakow gibt es eine Spar- und Kreditkasse, ein Postamt, eine Volkskrankenkasse und zwei Aerzte; außer der vom „Baron" erbauten großen Synagoge zwei jemenitische und eine sephardische Synagoge. Für die Erziehung und das geistige Leben sorgen eine achtklassige Volksschule mit 170 Kindern und acht Lehrern, ein Kindergarten mit 60 Kindern, eine Bibliothek — außerdem ist die berühmte Bibliothek des Agronomen Aron Ahronsohn von mehreren tausend Bänden in verschiedenen Sprachen vorhanden —, eine Talmud-Thora der Jemeniten mit 35 Kindern und ein Beth-Am. Sichron-Jaakow ist seines herrlichen und seines guten Wassers wegen — es liegt hoch, ist von Wald umgeben und bietet einen freien Ausblick auf das Meer — für einen Luftkurort prädestiniert. Schon werden Sanatorien gebaut, der Waldreichtum gibt die Möglichkeit eines wunderbaren, gesunden Klimas. Austritte aus dem J&s<alen4um Meier geb. Deutsch Gertrude, geb. 11. Dezember 1905 Wien, verh., VII., Neubaugasse 77. — Pezan, geb. Schubert Margit, geb. 9. März 1913 Wien, verh., XVIII., Lacknergasse 304. — Freund Armin, geb. 13. April 1907 Wien, ledig, XIII., Hernstorferstraße 13. — Pollak Rudolf, geb. 25. Dezember 1912 Wien, ledig, XV., Märzstraße 9. — Schwarz geb. Nigl Helene, geb. 4. Dezember 1914 Wien, verh., XX., Hannovergasse 8/43. — Grabkowicz Dr. Josef, geb. 22. August 1893 Wien, verh., IV., Suttnerplatz 1. — Unger Anna, Hilfsarbeiterin, geb. 5. April 1896 Ebensee, Siebenhirten. — Apper Gerda, geb. 29. September 1907 Wien, ledig, IX., Grünetorgasse 15. — Maurer geb. Deutsch Blanka, geb. 12! September 1895 Wien, verh., XTEL, Hietzinger Kai 199/17. — Schäffer geb. Engel Olga, geb. 15. April 1899 Wien, ger. getr., III., Hauptstraße 147. — Balling geb. Vortrefflich Maria, geb. 22. August 1899 Vöslau, verh., XIX., Hungerbergstraße 9. — Fränkel Robert, Schauspieler, geb. 28. Mai 1907 Wien, ledig, VI., Mägdalenenstraße 19. — Fischer Leo, Schauspieler, geb. 18. November 1902 Wien, ledig, VI., Wallgasse 39. — Lenk Walter, Eisendrehergehilfe, geb. 25. November 1914 Wien, ledig, XVI., Haberlgasse 21. — Benger Berta, Mittelschülerin, geb. 12. Mai 1922 Wien, ledig, VH„ Burggasse Nr. 37. — Felsner Lili, Studentin, geb. 8. Mai 1907 Preßburg, ledig, I., Wallnerstraße 9. — Zismann Antonie, Schneidergehilfin, geb. 21. April 1916 Wien, ledig, XX., Jägerstraße 30. — Brunner Hans, Kaufmann, geb. 6. Mai 1911 Wien, verh., XIX., Sieveringerstraße 30 a. — Eckstein Ilse Emilie, wissenschaftliche Hilfskraft, geb. 3. September 1911 Wien, ledig, XIX., Billrothstraße 39. — Simetschck geb. Steinhardt Rosa, geb. 17. August 1881 Wien, Graz. — Kam Emil, Invalide, geb. 9. August 1891 Wien, verh., III., Dianagasse 8. — Balint de Joke geb. Kürschner verw. Stein Franziska, geb. 29. September 1882 Brünn, verh., III., Jacquingasse 23. — Freiberger Charlotte, Handarbeiterin, geb. 24. April 1893 Wien, ledig, IV., Starhemberggasse 2 b. — Eisler geb. Fleischer Anna, geb. 24. Mai 1911 Czernowitz, ger. gesch., IV., Blechturmgasse Nr. 18. — Karezag Dezsö, Handelsagent, geb 28. Februar 1904 Ersekujvar, ledig, VI., Köstlergasse 5. — Schönblüh geb. Perina Anna Elisabeth, Konfektionsgeschäftsinhaberin, geb. 14. Juni 1897 Wien, verh., XVII., Rosensteingasse Nr. 80. — Müller geb. Dunkelblau Rosa, geb. 25. September 1903 Wien, gesch., II., Weintraubengasse 8. — Treumann Louis, Schauspieler, geb. 3. Dezember 1872 Wien, verh., II., Praterstraße 19. — Schenker Katharina, ModMengehilfln, geb. 17. Juli 1910 Wien, ledig, II., Pillersdorfgasse 6. — Kratochwil geb. Tragholz Else, Kassierin, geb. 21. Juli 1891 Wien, getr., II., Freilagergasse 5/10. — Gutfcmann Friedrich, Papierwarenhändler, geb. 13. Dezember 1868, ledig, II., Hammer-Purgstall-Gasse 3. Resimmd Bittet UfiO ßestrenommierie Küche ypj REICHHALTIGE MENGSäS 1.90 UNO 2.60 öCHWECHATER BRÄU . II.Hammer-Purgstalt-Gasse 3 (näthst Salitoibröfta) •Tel. M1-0-25 Äii!8p!& ",' «■'»■■' '■' •'; f^kS '•.••v;i-:-.-,iY--' '••■'.(SH -l^fk\ It.- -l*t/ vT ■ÄfeteSr Von S 2 Wochenraten er« halten Sie alle Gegenstände In größter Auswahl und baster Qualität bis 20 Monate Kredit SINGER VII, Burggasse 122-124 Telephon B-32-2-24, B-35-WS5 WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5696 Juni }VD Vinn Siwan Freitag 12 22 Sabbateingang 8.00 ' Samstag 13 23 Sabbatausgang 9.50 Sonntag 14 24 Montag 15 25 Dienstag 16 27 Mittwoch 17 28 Donnerstag 18 29 M Restaurants, Cafes etc. Cafe Abbazia, II., usstellungsstraße 1, Tel. R-44-5-58. Warrae und kalte Küche. 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