Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 568 (12.6.1936)
- Date
- 1936-06-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Tit: Preis 20 Groschen Freitag/ den 12* Jonf 1036 fit* Jahrgang Nr* 568 V.b.b* Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedlö par l'fediteur" REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 1.40. vierteljahrig ö 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich, Zloty 1JQ, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.--, vierteljährig Dinar 40.—: Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vlerteljähri« Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14.—4 Schweis und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50, Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u.Verwaltung: IX, Universitäisstr.8, Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u, Freitag ORBIS POLEN Abfahrt: 14.Juni (vorm.) und 27. Juni (abends) Anmeldungen: Reisebüro „ORBI S" I. Kärntnerstraße 41, R-at.J.78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro I. Friedrichstrane 7. B.ar-500, i. Graben 20, ü-29-0-35 Palästina vor der Mandatskommission Aus Genf wird berichtet: Die Ständige Mandatskommission hat am 1. Juni mit der Prüfung des Jahresberichtes der Mandatarmacht für Palästina und Transjordanien für das Jahr 1935 im Beisein von Mr. H. H. Trusted (Generalstaatsanwalt der Palästina-Regierung), Mr. A. S. Kirkbride, stellvertretendem englischem Residenten in Transjordanien, und Mr. C. T. Evans vom Palästina-Sekretariat als akkreditiertem Vertreter der Mandatarmacht, begonnen. Mr. Trusted gab in Ergänzung zu dem Bericht eine Erklärung ab, in der er auf einige durch Befürchtungen wegen politischer Störungen in Europa hervorgerufene wirtschaftliche und fiskalische Schwierigkeiten Bezug nahm. Bezüglich der Unruhen in Palästina sprach Mr. Trusted sein Bedauern (T) darüber aus, daß sie noch nicht aufgehört haben. Die Wiederherstellung der Ordnung sei nach Ansicht der Regierung eine, Aufgabe von allererster-Wichtigkeit.. .......____...... v^:-j-v.-: Trusted schloß seine Erklärung mit dem Hinweis .auf die Ankündigung des Staatssekretärs für die Kolonien' yom 18. Mai 1936, daß eine Untersuchung an Ort und Stelle durchgeführt und nach Wiederherstellung der Ordnung eine Kgl. Kommission eingesetzt werden würde. Trusted in Verlegenheit Der offizielle Bericht des Völkerbundes verschweigt, daß die Art, wie der englische Bevollmächtigte Trusted auf die Fragen verschiedener Mitglieder der Mandatskommission betreffend die jüngsten Ereignisse in Palästina einging, tiefe Unzufriedenheit geweckt hat. Generalstaatsanwalt Trusted verweigerte die Antwort auf solche Fragen und erklärte, ■ er sei vorläufig nicht in der Lage, über die letzten Ereignisse mehr zu sagen, als was bereits in seiner \ einleitenden Erklärung enthalten war. Der zur Behandlung stehende Bericht botreffe das Jahr 1935, er sei nicht ermächtigt, über Ereignisse, die in das Jahr 1936 fallen, Auskünfto zu geben. Die Mandatskommission setzte daraufhin die Beratungen bis zum Abend aus. In der Abendsitzung wurde ein Mehrheitsbeschluß herbeigeführt, wonach die Palästina-Debatte für beendet erklärt wird und dem Völkerbundsrat ein Bericht zu erstatten sei, in welchem dargelegt wird, daß die Mandatarmacht keine erschöpfenden Auskünfte gegeben habe. Dieser Beschluß wurde zurückgezogen, als Trusted erklärte, er wolle sich inerhalb 24 Stunden mit seiner Regierung in London in Verbindung setzen, um sich weitere Instruktionen zu holen. Beratung wird fortgesetzt Die Mandatskommission des Völkerbundes hat nach einer Beratung mit H. H. Trusted beschlossen, die Beratungen über den Bericht der Mandatarmacht für Palästina noch in dieser Session fortzusetzen, da von der englichen Regierung mitgeteilt worden war, es könne der Zeitpunkt nicht angegeben werden, bis zu welchem die von der Kommission gewünschten weiteren Aufklärungen im Zusammenhang mit den letzten Vorfällen in Palästina würden gegeben werden können. (J. T. A.) Die ersten Zertifikate Aus Jerusalem (5. Juni): Die Palästina-Regierung hat von der neuen Schedule der Jewish Agency 2UÜ0 Zertifikate ausgefolgt. Nach den Weisungen der Palästina- Regierung sind von diesen Zertifikaten 1500 für Oha- Jfuzim, 300 für Angehörige von Palästina-Einwohnern, 125 für Facharbeiter und 75 für Handwerker bestimmt. Da von der Palästina-Regierung 500 Zertifikate bekanntlich für die Legalisierung des Aufenthalts illegaler Einwanderer zurückbehalten werden, bleiben von der neuen Schedule noch 2000 Zertifikate übrig. Die Ausgabe dieser Zertifikate soll nicht vor Mitte Juli erfolgen. (J. T. A.) ePerserteppiche zu staunend billigen Nachsaisonpreisen Herrliche Qualitätsware zu jedem annehmbaren Preis! PERSER- UND ORIENTTEPPICHE B.R.KANZAH Ii PARKRING 12 fclngana Wclhbursa«*« Gartenbau-Objekte Wer finanziert die Araber*Revolte? Aus Jerusalem meldet Tel.-Comp. unter dem 9. Juni: Der Oberkommissar Sir Arthur .Wauchope hat eine Verordnung erlassen, wonach der gesamte Telephonverkehr /wischen Palästina und dem Ausland unter Zensur gestellt wird. In englischen Kreisen wird diese Maßnahme als Beweis dafür angesehen, daß die Mandatskommission der Ueberzeugung ist, daß die Unruhen von außen her arrangiert und finanziert werden. Hiezu erfährt Palcor : In Regierungskreisen besteht kein Zweifel darüber, daß der arabische Streik aus dem A u s 1 a n d e finanziert wird. Dies ist aus der Tatsache ersichtlich, daß die in Palästina vorgenommenen Sammlungen bisher laut den in der arabischen Presse veröffentlichten Listen nur 4000 Pfund ergeben haben, während das Streikkomitee fast jeden zweiten Tag einen gleichen Betrag zwecks Verteilung" an Streikteilnehmer aufbringen muß. In Jerusalem allein erhalten 17.000 Personen Streikunterstützung, wie die arabische Presse berich« tet. Laut offiziellen Informationen bestehen im Lande 20 Aüszahlungsämter. Es ist bekannt, daß das Oberste Komitee den Hafenarbeitern in Haifa die Zahlung eines Betrages, welcher ihrem Lohn gleichkommt, sowie eines Sonderzuschusses angeboten hat, um sie zum Streiken zu bewegen; den Regierungsbeamten, welche man zum Streiken aufzuwiegeln versucht, wurde die Zahlung ihrer Gehälter versprochen. Es ist offenbar, daß nur ein unbedeutender Teil der vom Streikkomitee ausgezahlten Gelder in Palästina selbst aufgebracht werden konnte. jedem Einzelfall wissenschaftlich angepaßt, absolut beschwerdefrei auch in den schwersten Fällen Fachfirma BandösBn""ii!iaiasib WIEN, TABORSTR. 22 Lage noch immer unruhig Aus Jerusalem wird unter dem 9. d. gemeldet: Zu Beginn der achten Unruhewoche ist in Palästina noch keine Aenderung zum Guten zu verzeichnen. Die arabischen Anschläge gegen, die Öffentlichen Einrichtungen und die Brandstiftungsversuche haben keine Unterbrechung erfahren. Zu einer verhängnisvollen Schießerei kam es in der Nacht zum Freitag in der „Schechunat Schapiro" an der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa. Bei der Abwehr eines heimtückischen Feuerüberfalles aus einer seim feurigen ucrlaufle aum SBetn fljreblauer Sauerüruttti arabischen Pflanzung gab die Polizei Schüsse in der Finsternis ab. Von den Kugeln wurden zwei Wächter jüdischer Pflanzungen, der 72jährige Schmuel Hirschberg und der 26jährige Jisrael Ben-Jehuda, getroffen. Ben-Jehuda, der Bauchschüsse erhielt, wurde in das Tel-Aviver Hadassa-Hospital gebracht, wo er am Freitag Abend an den Folgen der Verletzungen verstarb. Er hinterließ eine Frau und ein Kind. Der Zustand des greisen Hirschberg, der Verletzungen am Fuße erhielt, ist nicht bedenklich. An Sonntagen - Sonderfahrten mit ff FRANC0P0L" nach POLEN nach und Czernowiti Polnisches Visum zu den Krakauer Festtagen (14. bis 24. Juni) gratis Wien - Krakau - Wien.........S 52.— „Francopol", III, Schwarzenbergplatz 7, Tel.U-16-4-90 „Cedok", I, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-88 Gerngroß, VII, Mariahilferstraße 42, Tel. B-38-2-68 Ein betrunkener englischer Soldat gab ohne jede Motivierung auf den jüdischen Wächter Mosche Miarachi aus Rischon-Le-Zion, der in ihn in entgegenkommender Weise zu den Baracken in Sarafend bei Jaffa geleitete, einen Schuß ab; durch das Geschoß wurde Misrachi am Bauche getroffen und schwer verletzt. Der betrunkene Soldat flüchtete mit einem ebenfalls betrunkenen Begleiter. Beide konnten bald festgestellt und verhaftet werden. * In Haifa ist die Lage weiterhin gespannt. Auf Polizei und Truppen werden mehrfach aus Verstecken Schüsse abgegeben, die Truppen erwidern in der Regel das Feuer. Ueber die Zahl der Toten und Verletzten liegen noch keine Angaben vor. Auf eine Polizeistation in Haifa wurde wiederum eine Bombe geworfen. Die dort postierten Soldaten feuerten, wobei ein Araber getötet und ein anderer schwer verletzt wurde. Arabische Aufrührer. versuchten, das Ppstgebäude von Nablus zu stürmen und mußten daran von der Polizei durch scharfe Salven gehindert werden. Trotzdem gelang es den Arabern, zwei Bomben im Postgebände zur Explosion zu bringen. Eine Eisenbahnbrücke auf der Strecke Haifa — Ludd wurde gesprengt. Ein von Tel-Aviv nach Haifa fahrender Zug wurde durch die Aufmerksamkeit des Zugführers im letzten Augenblick vor Entgleisung bewahrt. Die Palästina-Regierung hat der Zionistischen Exekutive mitgeteilt, daß die Vorbereitungen zur Verhängung des Belagerungszustandes über Palästina, bzw. der Verkündung des Standrechtes, nunmehr abgeschlossen seien. Die Regierung fragte bei der Jewish Agency an, ob eine solche Maßnahme in ihrem Sinne sei. Die Jewish Agency erklärte in ihrer Antwort, sie sei grundsätzlich gegen den Belagerungszustand, werde aber gegen die Verkündung des Standrechtes in gewissen Gebieten keinen Einspruch erheben, falls die Regierung eine solche Maßnahme für erforderlich halte. Die Stärke der palästinensischen Truppen beträgt gegenwärtig fünf Bataillone mit ungefähr 4700 Soldaten- Die Luftstreitkräfte und die Bemannung der Tanks und Panzerwagen sind hiebei nicht inbegriffen. Gut informierte Wirtschaftsfachleute schätzen die von dem arabischen Streikkomitee zur Unterstützung der Streikenden bisher ausgezahlte Summe auf rund 100.000 Pfund. In diesem Betrag ist die Honorierung von Wechseln streikender Kaufleute inbegriffen. Die Wechsel wurden zum größten Teil rechtzeitig eingelöst, obwohl die Läden seit sieben Wochen geschlossen sind. Die revisionistische Tageszeitung „Hajarden" ist mit einer ganzen weißen Seite erschienen, da die Zensur die Wiedergabe der Reden der Rabbiner Usiel und Amiel auf dem Blau-weißen Tag. der Levante-Messe verboten hat. * Ring§ um die Araber^RevoUe Wie die J. T. A. erfährt, befaßt sich der Kolonienminister Ormsby-Gore gegenwärtig sehr intensiv mit den letzten Entwicklungen der Situation in Palästina. Er studiert eifrig die im Colonial Office einlaufenden t&g» liehen Palästina-Nachrichten. Seiner für den 9. Juni an- Unsere tieliebten Ferienreisen nach „IRUT Polen und Czernowitz beginnen am 23. Juni und 5. lull. Aufenthalt beliebig bis inklusive September. Wir bitten um Ihre Teilnahme. „IRUT" &SSSH Karlsplatz 1 i