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Die neue Welt · 1936-05-22 · Heft 563 (22.5.1936) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 563 (22.5.1936)
Date
1936-05-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 563 vom 22. Mai 1936 DDE NEUE TflELT Sielte f Palästina« WsHsdiaf» Die Industrieabteilung der Zionistischen Exekutive veröffentlicht folgend© Ziffern: Im Jahre 19SÖ gab es in Palästina 2688 jüdische Industrielle und gewerbliche Unternehmungen, in denen 3,363.000 Pfundinvestiert und 11.3 49 Arbeiter beschäftigt waren. Der Produktionswert dieser Unternehmungen betrug .2,119.000 Pfund. Im Jahre 1933 war die Zahl der Betriebe bereits auf 3388 angewachsen. Das investierte Kapital betrug 5,371.(100 Pfund, die Zahl der beschäftigten Arbeiter 19.595; die Jahrösproduk» tion hatte einen Wert von 5,352.000 Pfund. Anfang 1936 gab es in Palästina 4615 jüdische Industrieunternehmun« gen mit 3 2.8 80 Arbeitern und einem Kapital von 8,154.000 Pfund. Der Produktionswert im letzten Jahr betrug 8,593.000 Pfund, war also bereits höher als das investierte Kapital. Von Mitte 1933 bis Ende 1935 hat sich die Zahl der Industriebetriebe um 34, die der beschäftigten Arbeiter um 167 und die Höhe des investierten Kapitals um 51 Prozent vermehrt. Landwirtschaft In den Jahren 1934 und 1935 wurden in der palästinensischen Landwirtschaft bedeutende Fortschritte ersielt. In ihr Gebiet fallen heute nicht nur Acker- und Pflanzungsbau, Viehzucht und Milchwirtschaft, sondern auch Tabakbau und Forstwirtschaft. 1934 wurden aus Palästina für 30.000 Pfund Melonen exportiert. Im Jahre 1933 betrug der Wert dieses Exports 83.625 Pfund. Der Rückgang ist auf die dauernde Ausbreitung der höherwertigen Zitrusplantagen zurückzuführen. Andererseits ist der Weizenimport auf 127.000 Pfund zurückgegangen. Der Gemüseanbau wurde in den beiden letzten Jahren ausgedehnt. Insbesondere ist die Tomatenernte mengenmäßig um 100 Prozent, dem Werte nach um 200 Prozent gestiegen. Die Nachfrage nach Früchten hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Der Umfang der Weinpflanzungea ist auf 2500 Acres angewachsen. 1934 wurden 154.000 Oelbäume gepflanzt. In demselben Jahre gab es in Palästina. 135.500 Stück Rindvieh. 97.600 Pferde und Esel, 568.Ö0Ö Schafe und Ziegen und 1,500.000 Stück Geflügel. Außerordentlich entwickelt hat sich die Milchwirtschaft, die jetzt unter den palästinensischen Landwirtschaftszweigen an zweiter Stelle (nach Orangen) steht. In den jüdischen Siedlungen werden alle Arten von Milchprodukten hergestellt. Die Landwirtschaftsabteilung der Regierung ist sehr auf die Förderung der Seidenzucht bedacht. 400 Acres wurden mit Tabak bepflanzt. Die bewaldete Fläche beträgt 350.000 Acres. An der Aufforstungsaktion hat sich der Keren Kajemeth in hohem Maße beteiligt. Bei mancher'. Kulturarten hat sich die Ernte von 1934 bis 19ö5 um 8000 Prozent erhöht. Wasser und Erdöl Der Fachmann für Wasserforschung Dr. Stern hielt im Jerusalemer Verband der Ingenieure etilen Vortrag über die Wasservorräte und Erdölvorkommen in Palästina. Mit Hilfe der modernsten \md empfindlichsten Instrumentehat Dr. Stern in letzter Zeit ganz Palästina nach Wasservorräten gründlich untersucht und festgestellt, in welchen Mengen tmd in welcher Tiefe Wasser vorhanden ist. Der Vortragende kam zu dem Ergebnis, daß Palästina eines der wasserreichsten Länder sein könnte, wenn seine Wasservorräte, erschlossen werden. Manche Teile Palästinas seien sogar wasserreicher als im Durchschnitt Deutschland. Daß das Wasser sich in gewissen Gegenden erst in großer Tiefe vorfindet, mauche nichts aus, da die moderne Technik die Hebung auch aus größerer Tiefe ermöglicht. Bei den gegenwärtigen Wassorpreisen würden sich die Kosten dieser Tiefbohrungen sehr schnell wieder hereinbringen lassen. Bezüglich des Erdölvorkommens ist Dr. Stern der Ansicht, daß es in Palästina Mineralöle in großen Mengen gibt. Die Palästina-Regierung stehe aber allen For> schungsversuchen unfreundlich gegenüber. Sie selbst führe derartige Forschungen in allen Teilen des Landes durch, halte aber ihre Ergebnisse geheim. Immerhin habe man erfahren, daß große Mengen von Erdöl in der Gegend des Toten Meeres, im Gebiet von Beer Schewa, in Transjordanien und an anderen Stellen gefunden wurden. Gesetz über Wasserversorgung Aus Jerusalem (J. T. A.): Die Palastina- Regierung veröffentlicht in der „Official Gazette" den Entwirf eines Gesetzes, das den Schutz öffentlicher Wasserversorgungsanlagen vor Störungen durch Privatpersonen bezweckt. Wasservorsörgungsanlagen werden in Palästina im allgemeinen aus Quellen hergeleitet. Das neue Gesetz ermächtigt den High Commissioner, Gelände, die Grundwasser enthalten, als Gebiete der öffentlichen Wasserversorgimg zu erklären. Dies hat zur Folge, daß die Anlegung neuer oder Erweiterung vorhandener Brunnen nur mit Genehmigung des Distriktskommissärs zulässig ist. Der Gesetzentwurf bezieht sich In erster Linie auf Wasserversorgungsanlagen, die bereits im Besitz der öffentlichen Hand sind. Der High Commissioner kann jedoch auch andere Anlagen zu Gebieten öffentlicher Wasserversorgung bestimmen. »NeuVermessung Palästina« Aus Jerusalem (J. T. A.): Demnächst wird mit der'Neu Vermessung des palästinensischen Landes begönnen. Sie wird voraussichtlich sieben Jahre dauern. Sie wird durchgeführt vom Palestine Exploration Fund und von der British Archaeoiogical School. Die letzte Vermessung erfolgte im Jahre 1871 und nahm sechs Jahre in Anspruch.. An ihr, nahm im Auftrage des englischen Kriegsministeriums der damals noch junge Leutnant Kitchen 6 r/der später berühmt gewordene Heerführer, der beim Untergang eines englischen Kreuzers im Weitkrieg den Tod fand, teil. 20 Nobelpreisträger aifimung Die Nobelstiftung in Stockholm veröffentlicht eine Zusammenstellung der Nobelpreisträger von 1901 bis 1935, also der ersten 35 Jahre, seitdem der Nobelpreis verteilt wird. Unter den 183 Erwählten befinden sich folgende 20 Nobelpreisträger jüdischer Abstammung': Adolph von Bayer (Professor ah der Universität München; Nobelpreis für Chemie des Jahres 1905). Albert Abraham M i c h e 1 s o n (Professor an der Universität Chikägo;- Nobelpreis für' Physik des Jahres 1907). Paul Ehrlich (Professor, Geheimer Obermedizina,lrat, Frankfurt a. M.; Nobelpreis für Physiologie und Medizin des Jahres 1908). Gabriel Ltppmann (Professor an der Universität Parl3; Nobelpreis für Physik des Jahres 1908). Iliya Metschnikow (Direktor am Institut Pasteur, Paris; Nobelpreis für Physiologie und Medizin des Jahres 1908). Paul Heyse (Deutschland; Nobelpreis für Literatur des Jahres 1910). Otto Wallach (Professor an der Universität Göttingen; Nobelpreis für Chemie des Jahres 1910). Tobias Michael Carel Asscr und Alfred Hermarm Fried (Friedens- Nobelpreis des Jahres 1911). Robert Bar an y (Wien; Nobelpreis für Pysiologie. und Medizin des Jahres; 1914). Richard Willstätter (Professor an der Universität München; Nobelpreis für Chemie des Jahres 1915). Albert Einstein (Deutschland; Nobelpreis für Physik de3 Jahres 1921). Niels Bohr (Professor an der Universität Kopenhagen; Nobelpreis für Physik des Jahres 1922). Otto Meyerhof (Professor an der Universität Kiel; Nobelpreis für Physiologie und Medizin des Jahres 1922), James Franck (Professor 3n der Universität Göttingen) und Gustav Hertz (Halle a. S.; Nobelpreis für Physik des Jahres 1925). Henri Bergson (Mitglied der Französischen Akademie. Paris; Nobelpreis für Literatur des Jahres 192Y). Karl Landsteiner (Wien, New York; Nobelpreis für Physiologie und Medizin des Jahres 1930). Otto F. Warburg (Deutschland; Nobelpreis für Physiologie und Medizin des Jahres 1931). Von den 20 Nobelpreisträger jüdischer Abstammung erhielten also 6 Preisträger den Nobelpreis für Physik (Michelson, Lippmann, Einstein, Bohr, Franck, Hertz); 6 Preisträger den Nobelpreis für Physiologie und Medizin (Ehrlich, Metschnikow, Barany, Meyerhof, Landsteiner, Warburg); 4 Preisträger den Nobelpreis für Chemie (von Bayer, Wallach. Willstätter, Haber); 2 Preisträger den Friedensnobelpreis (Asser, Fried); 2 Preisträger den Nobelpreis für Literatur (Heyse, Bergson). WOCHEN.KALENDER FÜR DAS JAHR 56% Mal ]VD v»snn Siwan Freitag 22 1 Sabbateingang 7.40 Samstag 23 2 Sabbatausgang 8.80 Sonntag 24 3 Montag 25 4 Dienstag 26 5 Mittwoch 27 6 nu'sen •»» Donnerstag 28 7 <m»s>: vsitt) nipaitn '3 Verlan« fei » überall Bie h leue Well« m, TABOR ST RASSE Ji8

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