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Die neue Welt · 1936-05-22 · Heft 563 (22.5.1936) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 563 (22.5.1936)
Date
1936-05-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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fiette tt ... DIE NEUE WELT :____ Nr. 563 yom 22. Mai iwJÖ Filme der Woche (Nachdrück nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Singende Jugend — Heut' ist der schönste Tag in meinem Leben. England: Die Dubarry. Frankreich: Blutsbrüder 1918 — Prinzessin Tam-Tam — Ksur — Schwarze Augen — Wenn ich Rothschild war*... Amerika: Polizeistation Chinesenviertel — Die Courtisane von Versailles — Mandaley — Hart an der Grenze — Der junge Arzt — Rendezvous — Die tolle Marietta — Schenk uns die Nacht — Zum Küssen geboren — Die Spielhölle an der Goldküste — Wehe den Besiegten — 20.000 Dollar Belohnung ~ Broadway - Melodie 1936 — Top Hat — Die Milchstraße — Liftboy 14 — Die Welt in 100 Jahren — Wir sind vom schottischen Infanterieregiment — Desire — Schuld und Sühne — Schwarze Fahnen über China — Oberarzt Dr. Monet — Anna Karenina — Die neue Zeit — Wuschelkopf — Captain Blood — Der schwarze Engel. Filme unter Arierparagiraph Die Schlacht am blauen Berge — Wenn Menschen reif zur Liebe werden — Die lustigen Weiber — Die weiße Hölle von Piz Palii — Der seitsame Gast — Der schüchterne Casanova. Der König lächelt, Paris lacht — Die letzte Gala- Vorstellung im Zirkus Barsony — Im Trommelfeuer der Westfrönt — Krach im Hinterhaus ■— Fährmann Maria — Der ahnungslose Engel — Die weiße Frau des Maharadscha — Heißes Blut — Michael Strogoff — Die Leuchter des Kaisers — Rendezvous in Wien. {Cafe Ruthmayi* I EINKELLNER-SYSTEM (ECKE KOLINGASSE - B 11ECHTENSTEINSTRASSE) > BILLIGE PREISE I Von neuen Filmen Joseph-Schmidt-Premiere ausverkauft. Die Festpremiere des neuen Wiener Joseph-Schmidt-Films „Heut' ist der schönste Tag in meinem Leben", die am Freitag um 9 Uhr abends im Busch-Kino stattfindet und der Joseph Schmidt sowie alle weiteren Darsteller — Otto Wallburg, Felix Bressart, Liesl Kinast, Lizzi Natzler u. a. — beiwohnen werden, ist bereits ausverkauft. Die von Joseph Schmidt an diesem Abend im Kino persönlich vorgetragenen Lieder werden von Radio Wien übertragen werden. Der Film ist am gleichen Tag noch in drei weiteren Kinos zu sehen, und zwar im Kruger-, Haydn- und Kolosseum-Kino. Vom Gangster zum Filmstar. Ein steckbrieflich verfolgter Gangster gerät plötzlich in den - Filmbetrieb Hollywoods, wo er als Darsteller für Gangster-Rollen unterzukommen sucht. Die Fümgewaltigen lehnen ihn als völlig ungeeignet und unbegabt ab. Als der Reklamechef dahinter kommt, welchen Fang er mit dem vermeintlichen Schauspieler gemacht hat, alarmiert er die Polizei, die aber ihn statt des Gangsters verhaftet, denn sie hält das Ganze für einen Reklametrick. Daraus entsteht eine Reihe heiterer Mißverständnisse. „Mädchen, Masken und Mörder", ein Sensationsfilm der RKO.-Radio-Film, gelangt demnächst zur Uraufführung. „Die Courtisane von Versailles." Man wird in diesem Film Dolores del Rio in der Rolle einer galanten. Dame des Rokoko sehen. Die Handlung schildert ihren Aufstieg von der kleinen Grisette bis zur allmächtigen Beherrscherin des Frankreichs der letzten Bourbonen. Die ganze Pracht dieser glanzvollen Hofhaltung wurde durch dieses Lustspiel zu neuem Leben erweckt, und die leichtlebige Zeit zieht in glanzvollen Bildern vorüber. Wilhelm Dieterle inszenierte dieses Werk der Warner Bros. Die Wiener Uraufführung demnächst. „Hart an der Grenze." Den Lebenslauf eines ehrgeizigen jungen Menschen, der sich vom Wagenwäscher bis zum Rechtsanwalt emporarbeitet, in dieser Stellung Schiffbruch erleidet und sich von Schankburschen bis zum Besitzer' eines großen Nachtlokals wieder emporringt, schildert dieser Film, der Paul Muni in der Hauptrolle bringt. Die Partnerin Munis ist Bette Davis, die eine Frau aus, dem geschilderten Milieu spielt. Premiere nächste Woche. Deutsches Volkstheater. Das neue Lustspiel von Andr6 Birabeau „Mein Sohn — der Minister" ist eine politische Satire, die stark nach rechts und stark nach links ausschlägt, das Publikum aber höchst amüsiert. Da ist Hans Moser, der zuerst einen Ministeriums-Diener gibt, durch eine Ohrfeige, die er seinem Minister-Sohn verabfolgt, selbst die höchste Stufe der politischen Karriere erklimmt. Weil nämlich niemand weiß, daß dies sein Sohn ist und die Ohrfeige nicht seiner politischen Unfähigkeit, sondern einem durchaus privaten Seitensprung gilt. Neben der ausgezeichneten Leistung Mosers sind noch der feudale Minister Schafheitlins, die forsche Lotte Lang, Johanna Moissi-Terwin, Gusti Huber zu nennen. e. kr. KINO-PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: 4, 'A6, V»8, V*10 Monah Pery STAFA, VIS Mariahilf erstraße 120 Telephon B-83-0-68 Wochentags: 5, 7, 9 Uhr tolle Marietta mg mit McDonald SCH AFF E R VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 tieginn: VhH, Vi6, «A8, WO m. Jean Harlo w u. Franchot Tone VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 ■ Beginn: k, Vh6, 'AB, 'A10 tolle Marietta ii mit McDonald HEUOS-'CINO II,'Tab or Straße 36 Telephon R-41-3-50 Vom 22. bis 25. Mal 1936 Wenn ich Rothschild war' mit HARRY BAÜR!! Ab 4.Nai TuchhausTabak I, Salzgries 5 Orlg. engl, u. franr. Damen» und H t ira n steift!! Bevölkerungszunahme Palästinas im Jahre 1935 Jerusalem (Palnews): Das Statistische Büro der Regierung veröffentlicht zusammenfassende Ziffern über die Entwicklung der palästinensischen Geburten- und Sterberaten in den letzten Jahren, die für 1935 eine steigende Tendenz der natürlichen Bevölkerungsvermehrung ergeben. Im einzelnen weisen die letzten Jahre folgende Geburten- und Sterberaten nach den einzelnen Bevölkerungsgruppen auf: 1931 1932 1933 1934 1935 1931 1932 1933 1934 1935 Geburten 32,2 29,2 29,2 30,2 30,8 37,6 36,4 35,9 33,6 35,8 Todesfälle Geburtenüberschuß pro 1000 u d e n Geburten M 9,6 9,6 9,? 9,5 8,6 C h 1 15,1 15,9 13,9 16,3 14,0' 22,6 19,6 19,9 20,7 22,2 22,5 20,5 22,0 17,3 21,8 53,3 49,0 49,8 46,6 52,5 48,1 44,1 44,4 41,6 45,1 Todesfälle pro 1000 ohammeda 26,2 26,3 24,0 26,7 23,4 Geburtenüberschuß 26,1 22,7 25,8 19,9 29,1 Insgesamt (einschl. andere) 22.1 26,0 22.2 21,9 20,1 24,3 21,8 19,8 18,6 26,5 Im Jahre 1935 ergibt sich für alle Bevölkerungsgruppen eine erhöhte Geburten- und rückläufige Sterberate, so daß sich die Geburtenüberschüßrate der gesamten Bevölkerung um 6,7 auf 26,5 pro Tausend erhöht hat. Dieser Geburtenüberschuß ist ein international außerordentlich hoher. In der Steigerung des letzten Jahres drückt sich der wachsende Wohlstand des Landes im Zusammenhang mit der Prosperität aus. Die Geburtenrate der Juden liegt mit 30,8 pro Tausend weit unter derjenigen der Mohammedaner von 52,5, allerdings wird die niedrigere jüdische Geburtenrate durch die viel geringere Sterbe rate weitgehend ausgeglichen, so daß einem jüdischen Geburtenüberschuß. von 22,2 pro Tausend ein mohammedanischer von 29,1 gegenübersteht. Die natürliche Bevölkerungsvermehrung der Christen entspricht annähernd derjenigen der Juden, die Geburten- und Sterberaten der Christen sind etwas höher als diejenigen der Juden. Rechnet man für das Jahr 1935 mit einer seßhaften Bevölkerung von rund 1,2 Millionen, so ergibt sich bei einer Geburtenüberschußrate von 26,5 pro Tausend eine natürliche Zunahme von ungefähr 32.000 Menschen. Da sich der Wanderungsüberschuß des Jahres 1935 auf rund 66.000 Personen stellte, hat sich die palästinensische Bevölkerung (ohne Beduinen) im Jahre 1935 also um annähernd 10 0.0 00 Personen erhöht. Nahum Sokolow und Theodor tierzl Von Josef Frankel „Ein Weiser, ein Held, ein Führer, ein Künstler? All dies — ja noch mehr als dies — die Verkörperung einer Idee.'" — Sokolow in seiner „Geschichte des Zionismus" über Theodor Herzl. Nahum Sokolow, Ostjude, Träger hebräischer Kultur, Theodor Herzl, Westjude, erfiillt von europäischer Bildung. Beide Journalisten, Herzl, ein Schriftsteller von internationaler Bedeutung, und Sokolöw, mit 22 Jahren Redakteur der ,JIazefirah", geistiger Führer der Ostjuden. Beide waren Meister des Essays. Als Herzl im Februar 1896 den „Judenstaat" veröffentlicht hatte, erschienen in der ,JIazefirah" Artikel von Sokolow schärfster Art, gegen Herzl und seine Idee gerichtet. Prof. M. Berkowitz übersetzte sie und legte sie Herzl vor. Der Schöpfer des „Judenstaates" wurde erbittert, tief getroffen. Herzl erinnerte bei dieser Gelegenheit an Lewysohn, der ihm gesagt hatte, die Juden, denen er helfen wolle, würden ihn ans Kreuz schlagen. Herzl diktierte Berkowitz eine scharfe Berichtigung für die ,JIazefirah", die Sokolow auch brachte. Herzl war politischer Zionist, Sokolow ein Chowewe-Zionist, dem die Wiederbelebung der hebräischen Sprache als Höchstes galt und Palästina nur als ein geistiges Zentrum erstrebte. Als Herzl den Ersten Zionistenkongreß einberief, erschienen wieder Artikel von Sokolow in der ,JIazefirah" und im „Israelita", in welchen er heftig gegen die Abhaltung des Kongresses Stellung nahm. Ein Kongreß kann Aergernis beim Sultan, beim, Herrn Palästinas, hervorrufen und Unheil über die Kolonisation . bringen. Die Cfiowewe-Zionisten waren nicht abgeneigt, bei einer „Konferenz zur Förderung der Kolonisation in Palästina" mitzutun, aber nicht bei einem Zionistenkongreß, der Politik und Diplomatie mit Palästina verbindet. Herzl war darüber besonders aufgebracht. Trotzdem lud er, auf Drängen von Rabbiner Ehrenpreis und Dr. D. Farbstein, Sokolow zum Ersten Zionistenkongreß ein. Sokolow erschien in Basel, als Journalist, um in der „Hazeflrah" den Kampf gegen Herzl und den politischen Zionismus weiter zu führen. Aber in Basel kam die Wandlung. Der Chowewe-Zionist Sokolow wurde von der einzigartigen Persönlichkeit Herzls überwältigt und sein eifrigster Anhänger. Seine Berichte an die „Hazefirah" waren von Begeisterung für den Kongreß, für Herzl, für den politischen Zionismus erfüllt. Von da ab widmete Nahum Sokolow seine Begabung, seine Rhetorik, seine bewundernswerte Ausdauer und Energie dem Her zischen Zionismus, Noch auf dem Ersten Zionistenkongreß nahm er die Wahl in die Kulturkommission an. Auf dem Zweiten Zionistenkongreß war er bereits Delegierter und spielte von da ab auf den Kongressen eine führende Rolle. Auf dem Vierten Zionistenkongreß oblag es ihm, Herzl für unermüdliche Arbeit im Dienste des jüdischen Volkes namens des Kongresses zu danken, Er sagte: „..,Ich fühle das Unzulängliche, wenn ich den Mann/der unser Stolz, unser Programm ist, unseren Präsidenten nenne. Herzl ist unser Führer, ist der Schöpfer des Zionismus,.." AI» Herzl im Jahre 1902 seinen Roman „Alt-Neuland" herausgab, betraute er seinen Freund Sokolow mit der. Aufgab^ diesen Tendennroman im Hebräische zu übersetzen. Nahum- Sokolow übersetzte ,^Llt-Neuland" mit „Tel-Aviv"... Herzl übertrug ihm fortab die wich' tigsten und vertraulichsten Arbeiten und bedeutsame Re* ferate auf dem Kongreß. So lernte Sokolow Herzl immer: mehr kennen und seine Bewunderung für ihn stieg aufs höchste. In Briefen und Gesprächen strebte Herzl, Sokolow ganz an sich zu fesseln. Als es auf dem Sechsten Zionistenkongreß im Falle „Uganda" zum Konflikt zwischen Herzl und den „Neinsagern" kam, enthielt sich Sokolow, der eigentlich zu den „Neinsagern" gehörte, der Abstimmung. Verehrung für den Meister und Führer Herzl ließ ihn erklären, er habe sich in dieser Frage noch keine Meinung gebildet... Sokolow gehörte zu den wenigen, die gleich nach dem Tode Herzls dessen „Tagebücher" studieren durften. Sokolow, voll Bewunderung, schrieb damals; „... Die Tagebücher Herzls werden eine wahre Fundgrube sein für den Historiker und für den Politiker, ich meine für den jüdischen Politiker, den Herzl erst geschaffen hat." Deutsche Juden und Südafrika Die „Frankfurter Zeitung" meldet: Das Parlament der Südafrikanischen .Union beschäftigte sich mit der Frage der wachsenden Einwanderung aus Deutschland nach Südafrika. Auf eine Anfrage eines Mitgliedes der Nationalpartei gab der Minister dea Innern, Hofmeyr, die Ziffern für die letzten Jahre bekannt. Danach schwankte die Zahl der Einwanderer' aus Deutschland von 1925 bis 1932 ungefähr zwischen 250 und 400 im Jahr. Dann stieg sie 1933 auf 596 und 1934 auf : 865, während sie sich für 1935 auf 763 belief. Diese Steigerung, so erklärte der Minister, könne keineswegs als ungewöhnlich betrachtet werden, wenn man sie mit Einwanderungsziffern aus anderen europäischen Ländern vergleiche. Unter diesen Umständen sehe die Regierung der Südafrikanischen Union keine Veranlassung, gegen die Einwanderung aus Deutschland vorzugehen. lüdisdie Künstlerspielle \ .. „lliillu, Hallo, hier Radio Jerusalem!", die mit sensationellem Erfolg uraufgeführte; Revue von A. Meiseis bleibt von Donnerstag, den 21. d., bis inklusive Sonntag, den 24. d., auf dem Spielplan und wird auch Sonntag, den 24. d., nachmittags (bei ermäßigten Preisen in der Orlginalpremiorenbesetzung), gespielt. Rechtzeitige Kartenbesorgung erwünscht. Montag, den 25. d., „Ztpke Fe je r", Dienstag, den 26. d., „C h a a k e 1 e Kolbojnik". ICIno sensationelle Sondervorstellung. Die weltbekannte Revue ,,Skotzl kimmt" von Sternberg und Allmann (Musik von Halm, Polakoff, Rosen) wird Mittwoch, den 27. d., im Ra.hmen einer Sondervorstellung zu Ehren der Schauspieler der Jüdischen Kunstlerspiele Ella Silber und Dolly Nachbar einmalig aufgeführt. Weitere Aufführungen von „Skotzl kimmt" sind nicht möglich. Dolly Nachbar wird hol dieser Vorstellung im Solo seine erfolgreichen Couplets zum Vortrag bingen. SU4faU$eH> Das soeben erschienene.Buch „Hitlers «Mein Kampf - Dichtung und Wahrheit" Von MANUEL HUMBERT Mit einem Vorwort von HEINRICH MANN Zu beziehen durch alle Buchhandlungen Europas Verlag „Pariser Tageblatt", Patls 8e, S, Rue la Boötle Generalvertretung Mir Oesterreich: JOSE! KINDE, WIEN I, OPERNRING 17

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