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Die neue Welt · 1936-05-15 · Heft 561 (15.5.1936) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 561 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ffr. 551 vom 15. Mal. 1936 die msm WELT Seite 7 w«rde.' Ihre, Leteninüttef —' trockenes Brot, Kartoffeln und Zwiebeln — holten sie sich auf ihrem Esel aus. dem benachbarten jüdischen Rischon-le-Zion, und wenn sur Regemseit der Wadl (der Bach Schorek) anschwoll, waten sie von Rischon abgeschnitten... Als zwei Jahre nach der Gründung; von Gedera ein Mitglied der russischen Chowewe ßion, Wiasotaki, in Öedera eintraf und das Leben der Biluim beobachtete, brach er in Tränen aus. Er empfahl, Qedera 2u liquidieren. Sie lehnten entschieden ab. -Ja, mehr hoch: Gedern wurde durch fünf prachtvolle Mensehen, wie Belkind, Joschna, Jaakow, Menachem Chawkin und israel Feigenberg verstärkt. Kaum wären die' Biluim an die Arbeit gegangen, um noch vor dem Schmitan-Jahr den Boden intensiv zu bearbeiten, forderte der Efendi Hussein Bey, die 3000 Dunam urbar gemachten Boden gegen wüsten Boden auszutauschen, denn so lautete damals das türkische Agrargesetz. Durch Backschisch (Trinkgeld) wurde die Gefahr - beseitigt. Belkind, Feinberg und Suckermann gingen daran, auf einem Hügel feste Holzhäuser m bauen. Dawürden die Biluim bei dem Chowew-Ziön-Koniitee in Rußland angeschwärzt, daß sie Nihilisten und ».religiös seien. Die Rabbonim, die im Komitee saßenj verweigerten Geldüberweisungen, forderten, daß die Biluim Gedera verlassen, damit Chalukajuden aus JeruschaUjim angesiedelt werden. Dr. . Plnsker und seinem Sekretär Lilienblum gelang es, diese Katastrophe durch Verhandlungen zu beseitigen. Es kam das Jahr 1889, das laut den Berechnungen des-Rambam .ein Schmitah-Jahr war. Die sephardischen. Rabbiner gestatteten, mit einer Sfar Mechira zu arbeiten, die aschkenasischen. erlaubten die Arbeit nicht, bis schließlich nach einem Jahr der Konflikt beigelegt wurde. Durch die Unterstützung für Petach-TIkwah seitens des Barons hatte das ChowewerZion-Koraitee hur noch für Gedera zu sorgen, wodurch es möglich war, für jede Farnilieeiu massives Holzhaus und einen großen gemeinsamen Backofen zu bauen. Die Kolonisten begönnen Hühner zu züchten und kauften Milchkühe: es ging vorwärts. Eines Nachts überfielen mehr als hundert Araber Gedera., wo es außer den Greisen, Frauen und Kindern nurzwölf Männer gab, und versuchten die Kolonier zu stürmen, um sie zu vernichten. Unter der Führung von Pinea, der zufällig in' Gedera weilte, wehrten sie eine ganze Nacht den Angriff ab, bis Hilfe a.us Riachön und Ekron und berittene Polizei aus' Jaffa und Gaza kamen'. Im Jahre 1890, als endgültig Ruhe eintrat und das Schmitah-Jabr vorbeigegangen war, begann es aufwärtszugegen, jln. .Rußland; wurde das Chbw'ewe-Zion-Kö^ü'tee von'der Regierung legalisiert/ die Zentrale in ödeäsa' entsandte den herrlichen Wladimir Tjomkln als.Vertreter, ihrer Interessen nach Jaffa. Seine glühende Zionsliebe,' sein Idealismus, seine Integrität, seine Rednergabe, sein. Gläilbe/ünd. Fanatismus riß alles' mit.' Die '20"Kolonisten--1 f amilieh ■•' vergötterten Ihn und; schenkten ihm blindes. Vertrauen. Im ..Jahre 1891 — das ist das Ende der Bilu-' Epocliö — kamen Belkind, Chaukin und Feinberg nach Jaffa, um 'Tjomkin in seiner Arbeit zu unterstützen. Für die 20 Familien wurden 20 feste Steinhäuser gebaut, Ställe für die Kühe, eine Schule für die inzwischen herangewachsenen Kinder. Die Wein- und Mandelplantageh ergaben gute Ernten, der Brunnen lieferte reichlich Wasser,' so daß die Araberfrauen aus Katra ohne Entgelt hier Wasser holen konnten. .'. Bei Ausbruch des Weltkrieges lebten in Gedera 150 Seelen, 1918 ging die Frönt, an Gedera vorbei. In Rischqtt-le-Zion standen die Türken ".und die Deutschen, In' Gedera standen die Engländer. ' " * . Im heutigen Gedera leben auf 11.000 Dunarn, wo Getreide, Wein und Orangen gebaut werden, 450 Seelen, darunter 120 Arbeiter; die Basis der Wirtschaft bilden Milchkühe. Gedera besitzt eine achtkl.assige Volksschule mit 50 Kindern, und 2 Lehrern, einen Kindergarten mit 20 Kindern, /eine vom „Baron" erbaute Synagoge, ein Beth-AnV und , eine Kupatb.-Ch.olim mit 2 Aerzten. In Gedera gibt es zwei Kibbuzim, davon einen von der Agudas Israel auf den Namen Chofez-Chaim. Außer den Nachkommen der Biluim, die ausnahmslos aus Rußland stammen, wohnen auch sechs Familien aus Deutschland dort. Gedera, das infolge seiner hohen Lage eine reine, scharfe Luft hat, besitzt ein Sanatorium, welches, von Dr. Ben Gephen 4m Jahre 1929. gegründet worden ist und von. ihm geleitet wird. Dieses besteht, aus sechs, ansehnlichen Gebäuden, in denen etwa 100 Krank« auf-, genommen werden können. Die Kranken — Tuberkulöser und Asthmaleidende — werden von fünf Aerzten und sechs Krankenschwestern betreut. Gederas Sanatorium wird.bald im Land populär werden und die Heilung gewisser Krankheiten im Ausland überflüssig machen. Der arabische Streik und Syrien Beirut (Palnewo). Die Rückwirkungen dea arabischen Streikes in Palästina auf Syrien werden in Syrien sehr stark, empfunden, da tingefähr die Hälf te des gesamten syrischen Exporte von Palästina aufgenommen wird, da«- bei weitem der wichtigste A bnehmer syrischer Produkte' ist. Der Präsident der arabischen Handelskammer in Jaffa hat an die syrische11 Kaufleute einen, Appell gerichtet, vorläufig von der Geltendmachung ihrer Forderungen abzusehen. _ Auch "auf die Messe von Damaskus werden Rückwirkungen befürchtet, ' da, anlsunehmen ist,' daß palästinensische Aussteller und Besucher durch die Ereignisse davon abgehaltoß ts/erden, an der. Mease teilzunehmen. Die leisten Vorfälle in Palästina . Aus Jerusalem (13. Mai): Ueber. Jerusalem ist heute abend der kleine Bei a g e r u n g flau a t an d ■ verhängt worden. Die britischen- Behörden, die Aviederholt ankündigten, daß sie beim geringsten Anzeichen/ .eines Wiederauflebens des Aufsta.ndes die schärfsten ... Maßnahmen ergreifen würden, haben nun ihre .Drohimg. wahi* gemacht, nachdem manheute die Leichen zweier alter jüdischer Einwohner am Ausgang des Judenviertels aufgefunden hat. Nach den polizeilichen Erhebungen konnte festgestellt werden,- daß die beiden Männer ermordet worden sind. Die Polizei glaubt, dä^iftreckende Araber für den Mord verantwortlich zu machen .sind., („United Press.") . , .Aua j,er,usa. 1 em (.14- Mai): Es ist in zahlreichen Fällen zu Terrorakten gegen arbeitswillige Arbeiter gekommen! So wurden in der Nacht auf Mittwoch, den 1.4. Mai, auf 'zwei, atabische Nachtwächter in einem Steinbruch vonunbekannten .Tätern Schüsseabgegeben. Einer der Arbeiter wurde getötet, sein Kamerad schwer verletzt. Nach" den Aussagen' des Ueberlebenden dürfte ,eä sich bei den Tätero uni Araber handeln, da von arabischer. Seite den, Arbeitern in den. Steingrubenmit dem Tode , gedroht worden war, falls sie ihre Arbeit bei Juden nicht niederlegen' Würden'; Man, erwartet, daß. die Polizei nun' Energische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung treffen wird. („Tel Comp.") »e üer neuen Schedule Aus Jerusalem (13. Mai); Von . Regierunga- .seite wird mitgeteilt,, daß der.High Commissioner Sir Arthur' Wauchope ungeachtet des Ultimatums der. arabischen Führer den-ihm. -von - der- Jewish" Agehcy -unterbreiteten' "Arbeits-- un'd Eihwanderiirigsplan' gebilligt hat und ' daß er ' die H ö he ,d er E'i n.w anderungss c h e d u 1 e, für das laufende Halbjahr, die der' Je'wish ■Agency zu bewilligen sei, demnächst festsetzen werde. Die hebräische Tageszeitung „Haare z" erklärt, die Jewish Agency habe die Möglichkeit, 3ich an den Internationalen Gerichtshof im Haag zu wenden, falls das englische Kolonialamt wegen der Vorfälle in Palästina eine Einschränkung der jüdischen Einwanderung verfügen sollte, f J. T. A.) Beschlüsse des fudisdieri Kolonfetenverbandes Aue Tel «Aviv (13. Mai): In einer außerordentlichen Sitzung des jüdischen Kolonistenverbähdes wurde folgende Entschließung gefaßt: „Als treue Kinder ' des Vaterlandes werden wir unser Leben und Eigentum verteidigen und ea nicht zulassen, daß man uns auch nur um Haaresbreite von dem Besitztum verdrängt, das: wir uns unter übermenschlichen Anstrengungen und Blutopfern erworben haben. Die Kolonisten werden sich als organisierte und verantwortungsbewußte Mitglieder des Jischuw erweisen und werden die entsprechenden politischen und wirtschaftlichen Mittel anzuwenden wissen, die nötwendig sind, um diese Zeit eines Ausnahmezustandes zu überstehen. Wir werden unsere Arbeit mit äußerster Anstrengung fortsetzen. Gemeinsam mit dem ganzen Jisclr; - treten wir für Aufbau und Frieden ein," (J. T. A.) Anilinfarben!Fabrik in Palästina Aus Sofia (12. Mai): Das Sofioter Blatt „Zora" veröffentlicht einen Artikel seine» Chefredakteurs, der in Palästina die Wirtschafteverhältnisse studiert. In dem Artikel wird ausgeführt, daß die aus Deutschland ausgewanderten jüdischen Chemiker das Geheiranis der Erzeugung von Anilinfarben kennen, und daß man demnächst In Palästina mit der Erzeugung dieser Farben beginnen werde, (J. T. A ) Wahl des Oberrabbiners für Palästina Aus Jerusalem: Am Dienstag, den. 19. Mai,-.., versammeln sich 42 Rabbiner und 28 Gemeindevorsteher zur Wahl des aschkenasischen Überrabbiners von Jerusalem an Stelle des verstorbenen Rabbi Abraham Kopk. VQ96|9E9p$B MMWMMl öameniSCönf &kti©n; . K.-Selda-Imprimö-Kleid,, .. in Mode-Biumendesslnb . *9.ao <iüt st»rltee"Fraü«h 9-.60). S - - « K.T^.-Mongoi-'lmBr.^KIflld mit weißer Gai i Hur 19- (Kir starke Frauen H.—.S . la AHwetter-MSntel aus gummiertem Leihen oder 19.— Ifick, passepolliert ...v. ..$<,*«> , . 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