Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 557 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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*»■ Seite 8 DIE NEÜE WELT Nr. 557 vom 1. Mai 1936 GRABSTEINE FRIED LÄN DER & DEUTSCH Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 2. ||| Samstag XL. Zenitaltriedhof, neb, d. 1. 7or. \\ geschlossen ten und andere Gerüchte über versuchte Ueberfälle erreichten sehr rasch die versammelte Menge am Allenby-Merkaz. Als bekannt wurde, daß die Araber provokativ Häuser in Brand steckten, stürmte die Menge in die orientalischen Judenviertel, die zwischen Jaffa und Tel-Aviv liegen, und setzte dort arabische Häuser in Brand und zerstörte die dort befindlichen arabischen Geschäfte. Die Wut der orientalischen Juden war grenzenlos. Von ihren Frauen getrieben, versuchten sie ununterbrochen, nach Jaffa zu gelangen, um an den Arabern Rache zu nehmen. Es war eine schwere Arbeit, sie vor den englischen Gewehren zu bewahren, die sich zwischen ihnen und Jaffa befanden. In einigen Fällen mußten die jüdischen Ordner mit Gewalt gegen diese Juden vorgehen. Um Blutvergießen zu verhindern, ließ man der Menge ihren Willen, als sie sich gegen die den Arabern gehörenden Häuser wandte und diese zerstörte. Mittlerweile kamen neue Nachrichten von versuchten Ueberfällen auf die gegen die Saron-Ebene liegenden jüdischen Vororte. Es dauerte immer nur wenige Minuten, bis die jüdischen Ordner in Automobilen dorthin kamen und die Ordnung wieder herstellten. Zusammen mit einigen jüdischen Persönlichkeiten fuhren wir nach dem Mittagessen um die Stadt. Ueberall waren die Zugänge gesperrt. Jüdische Ordner,-'jüdische Polizisten standen, gemeinsam mit schottischem Militär und verhinderten ein Eindringen von" Arabern. In Tel-Aviv herrscht Ruhe und die Menge, die von der Iriah in großen Aufrufen aufgefordert wurde, sich nicht überflüssig in den Straßen aufzuhalten, kehrt langsam zur Arbeit zurück. Zur Beruhigung trugen auch die .Nachrichten bei, daß es nirgends sonst im Lande zu Zusammenstößen gekommen sei. Der Ausnahmezustand dauert an. In der Nacht patrouillieren jüdische Ordner durch die Straßen ... Alles in allem war die Disziplin der Juden mustergültig. Wenn man bedenkt, daß die Bevölkerung Tel-Avivs zum Großteil aus jungen Juden besteht, aus Elementen also, die leicht zu Abenteuern neigen, ist es erstaunlich, daß es zu keinen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen ist. Bereits am ersten Tag der Unruhen wurde ein Komitee für die jüdischen Flüchtlinge geschaffen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Juden manifestierte sich großartig in den Mengen von Lebensmitteln und Kleidern, die sofort, oft ohne Auforderung, dem Komitee zur Verfügung gestellt wurden, in dem sich auch Frau Anitta Müller-Gohen befindet, die ja den Wienern gut bekannt ist. * (Zahllose Briefe und' Schilderungen der Ereignisse sind uns aus Palästina von Freunden und Lesern -zugekommen. Obenstehend veröffentlichen wir ein paar charakteristische Episoden aus den blutigen Apriltägen.) Jüdische künstlerspiele II., Praterstraße 34, Tel. RM5-4-94. Sevilla Pastor, dem anerkannten Star, Ist es gelungen, In ,,C h a 8 k e 1 Kolbojnlk" einen neuen jüdischen Typ zu schaffen, der durch seinen Uebermut, seine Reimkunst, seinen Witz, die Lacher auf seiner Seite hat. Dieses heitere Stück wurde daher die zweite Woche prolongiert. Die nächsten Aufführungen finden von Freitag, den 1. Mai, bis Sonntag, den 3. Mai, halb 9 Uhr abends, statt. Freitag, den 1. Mai, nachmittags halb 4 Uhr, „Masltow". Sonntag, den 3. Mai, nachmittags, die Revue „Ohne Zertifikat nach Palästina". Montag, den t. Mai, Sondervorstellung, „Die Schickeric", Dienstag, den 5. Mai, zum erstenmal ..Millionär auf Zu res". (Zu Ehren des Schauspielers H. Kosowskv.) Mittwoch, den 6. Mai, „Chaskel Kolbojnlk, und Donnerstag, den 7. Mai, ,,D i e Schickerte. A. Meiseis neue große nationale Revue „Hallo, hier Radio Jerusalem:" gelangt drmnhrhr* in den .nirtlsrh«n Künstlerspielen zur Uraufführung. lüdisdies Wulturfh^afei- Jüdisches Kulturtheater, I„ Franz-Josefa-Kai 3, R-28-2-36. Täglich 20.4f. Uhr „Die Grenze" von Cederlund und Dahlberg, deutsch von Albert Ga.nr.ert. Bobby Welser liest Samstag, den 2. Mai, im Saale der Judenstaatspartei, I., Werderthorgasse 14, zum vierten Male seine Revue „DerachtjlihrigeKrie g", Musik von Knnller und Raab. Mitwirkend Bruno Klein, Gesang. Karten zu S 1.— und 1.50 in der Jüdischen Kunststelle. Ludwig Hardt rezitiert. Samstag, 2. Mai: Heinrich Heine. Sonntag, 3. Mai: Franz Kafka, Montag, 4. Mai: Peter Altenberg, Freitag, 8 Mai: Aus der Bibel und biblische Geschichten. Beginn 19.15 Uhr. Körten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, Telephon R-28-2-36. Vom jüdischen XrJeesinvallden Alexander Klein ist zurzeit eine Ausstellung von Bildtrn Im Heim der Jüdischen Frontsoldaten, VI., Webgasse 35, zu sehen. Schon vom rein technischen Standpunkt haben die Bilder Anspruch auf rt^L-Mtigung. Alexander Kl e i n , einem vornehmen Künstler und Mensc.-i^n. ist es nach jahrelangen Anstrengungen, unter Aufwand höchster Willensenerglc gelungen, mit den Zehen des rechtes Fußes den Pinsel zu führen und trotz dieser Schwierigkeit Ansehnliches zu leisten. Landschaften aus Dalmatien und Serbien, feine Studienköpfe, atmosphärische Feinheiten — all das bewältigt Alexander Klein. Er ist. also ein artistisches und künstlerisches Phänomen. Seiner Ausstellung ist voller Erfolg zu wünschen. Bernhard Wittler, der bekannte jüdische Schauspieler, weilt zurzeit in Wien, um durch Erwerbung neuer Stücke sein Repertoire zu erweitern. Der junge Künstler wird in einigen Tagen zur Fortsetzung seiner höchst erfolgreichen Tournee nach Polen zurückkehren. ieskuimd Bittet Bestie il ömmieiie Küche 1^3 REICHHALTIGE MENÜS ä S 1.90 UNO 2.60 c C H W t t M .» I t K BRAU 3l,Hammer-Purgstall-Gasse 3 (nächst SalitotbrOAe) Tel.M1-t-?i Hasmonea-Makkabi. Freitag, den 1. Mai, spielen die S e n i o r e n um 8 Uhr am. Elektra-Platz, nachher die Reserve gegen Brigitta XX: die J u n g m:a n n s c h a f t tritt um 1 Uhr am Hakoah-Platz gegen Hakoah ans — Sonntag, den 3." Mai, spielt Hasmonea-Makkabi in Fortsetzung, der Meisterschaft um ■10 Uhr am Elektra-piatz gegen Shell, wähiie'nd vorher die Reserve Sp. C. Ido zum Gegner hat. ••'■.,' Anläßlich det» 80. Geburtstages des Herrn Prof. Dr. Siegmund Freud veranstaltet der Jüdische Hochschulausschuß Montag, den 11. Mai, eine Feier. Die Festrede hält Herr Dr. Paul Federn. Konferenz der Bethäuscr Wiens. Ueber Einladung der Herren Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang, Rabbiner S. Fürst, trroBrabbiner Abraham Heschel (Kopeczlnce), Rabbiner Josef öaoaa, tritt am Sonntag eine Konferenz der Vertreter aller Wiener Bethäuser zusammen, die sich mit der Lage der „iV 5",^ 1 e en d?. n J u g e n d O e s t e r r e i c h s befassen und über die Durchführung einer Hilfsaktion Beschluß fassen sollen. „Israelitische Jugendgottesdienstc. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen). Samstag, den 2. Mai, 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde*- und'Bezirks-' Synagogen. — 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirk Samstag, den 2. Mai, viertel 5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, II.', Tempelgasse. 5, und in den Bezirkssynagogen, IX.. Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Schrifterklärungen in den. Gomcindcsynagogen. Samstag, den 2. Mai, -werden beim Vormittägsgottesdienst in nachbenannten Gemeindesynagogen Schrifterklärungen abgehalten, und zwar: XV,. Turnergasse 22, Doz. Dr. H. J. Zimmels; XVIII.. Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Versammlungskalender des Jüdisch-kulturellen Elternbundes. I. Bezirk: I.,' Seitenstettengasse 4,' Sitzungssaal, Mittwoch, den 6. Mai, 8 Uhr abends. Redner: Prof. Bernhard Taglicht. Dr. Emil Lehmann, Frau: Dr. Johanna Ellner, Kultusvorsteher Dr. Michael Steinberg. ,•— IV. und V. Bezirk: IV., Hauslabgasse 2, Seklionslokal, Montag, den 11. Mai, 8 Uhr abends. Redner: Lehrer Oskar Antscherl, Dr. Ernst Dichter, Kultusvorsteher Dr.. Isidor Klaber. — XVIII. Bezirk: XVIII., Weimarerstraße 7, Sektionslokal, Montag, den 11. Mai, 8 Uhr abends. Redner: Rabb. Prof. Dr. Kaiman ' Kupfer, Dr. Ernst Dichter, Dr. Jakob Ehrlich, Vizepräsident der israel. Kultusgemeinde Wien. Für ein Mädchenwaisenhaus wird eine Präfektin mit entsprechender Vorbildung und Praxis, gesucht. Gesuche bis 15. .Mai zu richten an: Direktion des Mädchenwaisenhauses, Wien, XIX., Baüernfeldgasse 40. - Ks ist schon lange bekannt, daß Mund und Rachen am leichtesten Infektionen ausgesetzt sind und geradezu die Eingangspforte für Krankheiten verschiedener Art bilden. Es ist daher "wichtig, Mund und Rachen richtig zu pflegen. Spülen Sie Mund- und Rachenhöhle regelmäßig, morgens und abends, möglichst auch nach dem Essen mit ODOL. Sie nehmen auf ein knappes halbes Glas Wasser 3 bis 5 Tropfen ODOL. Bei Grippe- Gefahr mit beginnender Infektion des Rachens, können Sie diese Dosis zweckmäßig erhöhen. ODOL ist das ideale Mundpflegemittel, das mit seiner antiseptischen und keimtötenden Kraft in die verborgensten Winkel der Mundhöhle eindringt und Gärungs- und Fäulnisvorgänge verhindert. Wer ODOL täglich gebraucht, schützt seine Gesundheit. Fünfzig Stunden um bloß zwei Schillingo kommt der Sprachlehrer ins Haus. Alle Sprachen, auch Hebräisch, schnell und spielend leicht gelernt. Bedeutende Professoren unterrichten zu den denkbar günstigsten Bedingungen zu jeder Zeit, so oft der Schüler Lust hat. Verlangen Sie G r a t i s prospekt über die neueste Methode der Praktikus-Schallplattcnlehrkurse durch Musik' haus Excelsior, Wien, I., Franz-Josefs-Kai 15. E Die „Uebcrland"-Antomobil-Rei8e- und Betriebsgesellschaft in. b. If., Wien, I„ Burgring 1, teilt mit, daß ab 9. Mai um 7 Uhr früh jeden Samstag der direkte Autoverkehr nach Abbazia gemeinsam mit der „A. S. A." Fiume. wieder aufgenommen wird. Fahrpreis tour-retour S 70.—. E Bei katarrhalischen iWtrankungcn der Luftwege, des Magens und Darmes (Sodbrennen/, Leber und der Gallenblase, Entzündungen der Nieren, des "w*-*«v?nbeckens, der Hafnblase, Steinbildungen, Gicht (Zuckerkrankht.^ usw. vor allem Preblauer Sauerbrunn, das rein natürliche österreichische Mineralwasser. E Von «9 A> Wochenraten er« halten Sie alle Gegenstände In größter Auswahl und bester Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Bürggasse 122-124 Telephon R-32-2-24, B-35-6-55 WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5696 Mai T»« vmn Mar Freitag 1 9 Sabbateingang 7.10. Samstag 2 10 Sabbatausgang 8.00 Sonntag 3 11 t, ' Montag 4 12 Dienstag 5 13 Mittwoch 6 14 Donnerstag 7 15 E M P F EH amaa SWER Restaurants, Cafes etc. Cafe Abbazia, IL, Ausstellungsstraße 1, Tel. R-44-5-58. 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