Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 555 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seit« 2 Mefro^/(%/2*M<^yer a»V- # die yET/jG mi ■ , iui«i.« ,»*M»*I'<I U Nr. 555 vom 24. April 1936 OPERtt > STAFA VII- VOT1VPARK IXerklärte,'daß -Ragicrung vollkommen Herrin d<fr Uge sei und alle Vorkehrungen getroffen hsw>, ct«(B sich die Unruhen nicht-wiederholen. " " / ■ UehersiejiUung nach TehAviv 2 0. April: Die Polizei hält die Strato zwischen Jaffa und Tel-Aviv besetzt und hindert jeden Verkehr- Die jüdischen Kaufleute jn Jaffa, halten ihre Läden geschlossen. Auch zahlreiche arabische Läden sind geschlossen. In sämtlichen Straßen Jaffas befinden sich bewaffnete Foli^patreuillen. |ahlrciche jüdische BJinwohner Jaffas verlieflien 4le Stadt.!'>}>.." % , , Auch in J e r u s 6 1 e m sind |» <|en jüdischen Vierteln die Läden »um T«U geschlossert B^e PoHzeipatrmUll»», bestehend aus Engländern uiict" Juden, wurde bereit» am Semstag im jüdischen Vietrel von Jerusalem von einem vorbeifahrenden Auto aus beschossen. lufftmmenstctftc In Haifa Die französische Agentur Havas meldet aus Kairo :s Wie auA ilaf f a g«i»el4«*i wirtl, trcahslohtlgten dlty Araber, dort «m Montag vormittag» Frot«M»tverftammlum gen »u veranstalten, den autijudf«»!b>n Boykott und den Generalstreik nach dem Vprbildf des Streiks in Dama«ktis'iq proklamieren. t)if rolizei verhinderte abt'r jede Ansammlung. Aus Poli?eikr'e'üeri in "teil-Aviv verlautet, daß die Polizei am Freitag auf die jüdischen. Demonstranten, die von der Bestattung Israeli Chaaans zurückkehrten, nicht s.cijarf geschossen, sondern nur* eine blinde Salve abgegeben habe (!) und daß die Verletzungen der Demonstranten von fxuromiknütteln der Polizei herrühren. Im Verlauf der Demonstration hätten aber einige. Polizisten von ihrer Waffe Oehraiieh gemacht und scharf geschossen, weswegen aufh' eine Reihe Sc^ftuRVerletzungen festzustellen ist. . ',. Nachdem die Nacht von Sonntag auf Montag und der frühe Vormittag des Montags ruhig verlaufen waren, ist es in den späteren Vormittagsstunden dea Montags unbeschadet der starken Wachsamkeit der Polizei und der Erklärung des Distriktsgouverneurs Major Crossbjo, daß die Regierung vollkommen die Lage, beherrsche, neuerdings zu einem Angriff größerer Gruppen Jaffaer Araber auf Einwohner von Tel-Aviv gekommon. Obwohl die Angreifer nicht sehr weit vordringen konnten, war doch der Zusammenstoß fcjn sehr schwerer. Neuerdings büßten fünf Juden das Leben e\n umj 31 wurden mehr oder weniger erheblich verletzt. Von den angreifenden Arabern wurden zwei getötet und 32 verfemt. " " - , , :;; .*.' Die Zahl der während der Unruhen am Sonntag ge* töteten Juden hat sich auf zehn erhöht.' * Die Bestattung * 20. April: Am Montag, 4.30 Uhr morgens, wurden auf dem Friedhof in Tel-Aviv dio zehn jüdischen Opfer der Zusammenstöße am Sonntag zu Grabes-getragen. Viele Tausende jüdische Einwohner von Tel-Aviv gaben den Toten das letzte Geleit. Vom Balkon des Städthauses hielt Bürgermeister Meir Dizengoff die Trauerrede: Die Menge bewahrte mustergültige Ruhe. Drei der Getöteten wurden namenlos bestattet; da: ihre IdeutitäT'nicht* ermittelt werden konnte. Unter den Toten des Sonntags befinden sich Eliezer B i s h i t'zT< y und ChaTm S c z e g o fcf äi Nach der Bestattung der Todesopfer vom Sonntag übergab Bürgermeister Meir Dizengoff der Jüdischen Telegraphen-Agentur eine Botschaft an das Ausland, die in die Worte ausklingt: »Wir lassen uns in' unserer. Arbeit durch nichts, abschrecken;. weitere Opfer mögen fallen, wir aber werden unseren friedlichen Aufbaukampf bis zum letzten Mann, u n d b i s ' / z u m c.n d gü 1t'i g e n. Sieg führen.'* Mehrere. Schwerverletzte sind im Hadassa-Hospital untergebracht. Die meisten Verletzungen rühren von Messerstichen her. Drei Juden, die während der Demonstrationen in Tel-Aviv am Freitag bei der Attacke der Polizei gegen die Demonstranten verletzt' würden, befinden sich im Hadassa-Hospital unter Sonderbewachung der Polizei. Gegen einen von ihnen, einen gewissen Franko', wird Anklage wegen Aufreizung zur Rebellion erhoben werden, Mehrere während der Demonstrationen am Freitag verletzte englische Polizisten werden ebenfalls im Hadassa-Hospital behandelt. Das iHospital wird militärisch bewacht. Der am Freitag durch die Kugel eines Polizisten am Bein verwundete'Schlomo Lacho wurde im Hadassa- Hospital operiert, sein Zustand ist zufriedenstellend. 21. April: Dienstag früh morgens fand die Beerdigung der fünf jüdischen Todesopfer vom Montag -~ wiederum bei ungeheurer Beteiligung der Tel-Avivcr Einwohnerschaft — statt. Die Totenfeier verlief außerordentlich eindrucksvoll. Trauerreden halten Oberrabbiner U s i e 1, Vizebürgermeister R 0 k 0 a c h und Jizchak G r ü n b a u m. Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur durch Uebcrseetolephon aus Jerusalem mitgeteilt wird, herrschte am Dienstag überall Ruhe. Amtlicherseits wird mitgeteilt, daß die Situation als gebessert anzusehen sei. Amtlich wird die Zahl der Opfer der Ausschreitungen in Jaffa und zwischen Jaffa und Tel-Aviv mit insgesamt < 19, Toten . und 130 ' Verletzten — Juden und Araber — angegeben, DJveise Metdungen Nach einer Meldung der „United Press" schössen in Potach Tikwah Araber aus dem Hinterhalt auf eine vorübergehende jüdische Familie. Das Familienoberhaupt Lewinsohn wurde getötet, »zwei Familienmitglieder wurdsn sqhwer verletzt. In Jaffa überfielen Araber einen Engländer, den alo für einen Juden hielten. Der Engländer schoß aus »einem Revolver und verwundete Zehn jüdische Tofe einen Araber, Auch der 'Sohu des. schwedischen Konsuls wurde in"* Jaffa als .Jude" angegriffen. Der Wagen 'den ' Berichterstatters der ..Utritecl Press" wt.irde hinter -Jenin, 100 Kilometer nördlich von Jerusalem, mit einem Steinhagel überschüttet. , Der Korrespondent selbst wurde verletzt. Umm. lekstem - Setttmemf Nach Meldung des T s c h-e c h os.l o w a k i s c h e n P r eßJj.U r o.s aus Kairo konzentrierte der britische High Commissionor für Palästina, Sir Arthur Wauchope, Truppen in Haifa, Tel-Aviv und Jerusalem, da auf diese Städte nach allgemein verbreiteten Gerüchten ein TJeberfall seitens einiger tausend Demonstranten geplant sei. In der. Nacht zu Dienstag, fand eine Beratung der Vertreter der Behörden in Jerusalem statt, bei welcher die schärfsten Maßnahmen zur Unterdrückung der Unruhen beschlossen wurden.. .. . Eine andere Meldung besagt,.daß die Regierung in den ßtadte.n., eine,. Bürgerwehr eingesetzt hat, die die Polizei unterstützen soll. Regierung für die Unruhen in Palästina verantworte lieh und erkliirt, die offiziellen Versuche, die. arabischen Führer für da» englisch* Regini* zu gewinnen, i crrnutlgen die arabischen Agitatoren, dje Massen %i% Verbrechen zu verleiten. fMeir Großmann hat seiner Meinung vpn, Amerika aus, wo er sich auf einer Vortragstoitfhefc befindet, Aufdruck gegeben.) V Die Stadtverwaltung von feivAviV kündigte an, daß sie in Kontakt mit d*r Regierung Ptahe. Auen die Exekutive der Jewish Agency stand nMt d.fc? Regierung während des Sonntags in Verbindung; per poli* tische Dezernent der JeWiah Agency, M- 8 h e r t OH, beriet während der vergangenen Nacht, mit dem High Com* mipsipper Sir Arthur "Wauchope. Der Waacl Leu in i fder jüdische Nationalrat |üf Palästina) hielt In der Nacht eine Sondersitzung ab. In Jerusalem ivyßt es. daß der Großmuf.ti sjcii in der vergangenen bracht nach Jaffa, begeben habe.' Die Polizei soll auf die Spur einer Bande gekommen sejn, die 600 Mitglieder umfassen soll und ihr Unwesen in Palästina. Syrien und Transjordanien treibt. Diese Bande soll auch für den Ueberfall auf die Autobus-Gesellschaft in der Nähe von Tu! Ha rem verantwortlich sein. Die 1} e b r ä i 3 e h e presse teilt mit, es seien! bestimmte Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß der Mord an 'den zwei Araber*! hinter Kfar Saba, der die-antijüdischen '• Upruhen in Jaffa ausgelöst hat, durch ariblpcha Schmuggler verübt wurde, die an einem5''dey SvsQho^sepea Rache nehmen wollten, weil er sie bei der Polizei denün« ziert hatte. Der zweite erschossene Araber fiel als zufälliges Opfer. IfeberfäUe und Brandlegungen Aus TeJ'Avjv meldet die j, T. A, unter dem 20. Aprils Die heutigen fJxtra-Ausgaben teilen mit, daß!|t de^j Nachmittagsstiinden der lßjährige JeJinda S|monton> ,und Ohaim' Tischler getötet wurden. 55wed ander« Juden, deren Name bisher nicht festgestellt werden kannte* sind im Regierungsspital gestorben. Im Verlauf dea 30. AprfJ sind auf dem Landstrich zwischen j»ff» gn4 qcel* Aviv neuerdings 31 Jaden, darunter fünf schwer, verletzt worden. Unter den Schwerletzten befinden sieb, dei; 24jährige Leib Arie Walpern und ein Knabe namen* Simontow Chaim, * Unter dem 20. April wird aus Jerusalem; gemeldet* Bin großer arabische? Haufe» versuchte, Heute tä, daß jüdische Viertel Jerusalems ewzndringen, wurciei aber von der Polizei zerstreut, pie Rädelsführer wurdiw verhaftet. Eine Jüdische Abordnung konferierte heute mW dem Distriktskonunissär Major Castle, der versicherte^. •WfjfSü fif -rh q n f ü r Jahr zehntel Ihre Möbel müssen daher nicht nur schön und modern, sondern auch guf und dauerhaft sein. Viele>.die ups vertraut haben, sind bestens zufrieden, da unsere Möbel froh hoher". Qualität auch zeitgemäß billig sind. Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 CroDc Auiwohl! Eihe aus 1» Automobilen bestehende französische Exkursion, die aus Jerusalem nach dem Libanon fuhr, wurde in der Nähe von Dschenin von Muselmanen überfallen. Die Angreifer umzingelten das dritte Automobil, in weichem nur Frauen fuhren, darunter die Gattin des Arztes General Martin, und überschütteten sie mit Steinen. Sämtliche Frauen wurden verletzt, aber keine' schwer. Die Haupttäter wurden verhaftet. Die Araber in Hebron haben einen Streik pro» klamlort. Die Araber in Haifa hielten eine Massenversammlung ab, in der der Beschluß gefaßt wurde, am Mittwoch den- GeneralatreiKfü runbestimmte Zeit zu proklamieren. Meldungen, die aus verschiedenen Teilen des Lahdes eintroffen, besagen, daß die Araber Wir ern/pfehlen nur; Die guten billigen: llÜfinP^/^üK Mo-u.Hotorrndschulcn II l II III II« l" K *o 8.Nßudegger»el8 & 1 mä wMm-amIm'T*i.,b^m^2 Mnd i«e«Jojrf, h.-ö.. durch die neuen Angriffe das Ziel verfolgen, einerseits die Regienmg zur Einstellung der Einwanderung von Juden zu zwingen, andererseits die Juden von der Einwanderung nach Palästina abzuschrecken. In Nablus und in Tulkarem veranstalteten die 'Araber iMassendemonstrationen und gaben die Parole: Aüfhebungrder Einwanderungserlaubnis für Judoh aus. Der Hauptredner war der Führer des Arabischen Nationalen Blocks. .'Akram-el-Zueiter, der den Terror als'deri einzigen Weg "bezeichnete, die ■Einstellung der jüdischen Einwanderung zu-rerzwingen. . , - . J}ag jüdfcdte. Pal^sMna spridit pie' hebräischen Zeitungen „Haar ez" und „H a b ok'ä-r?' verurteilen, diejenigen Kreise, und Personen, die für den, verhängnisvollen Verlauf, des jüdischen Demonstrationszuges am Freitag in Tel-Aviv verantwortlich sind. Die Arbeiter-Tageszeitung „Davar" macht die Revisionisten für die .Vorfälle' am Freitag verantwortlich. Der Präsident der Judenstaat«partel, Moir ti r ö ß Di a n ii, macht in einer Erklärung dio englische Teilzahlungen! daß alle Mittel angewendet werden, um die Ruhe I« Jerusalem zu sichern. Aus Jaffa wird geneidet, daß die Polizei elne£ neuerlichen Angriff der Araber unterdrückt habe. * Die'Meldungen aus Jerusalem vom 31, April besag««* daß die Lage in j a f l a und Umgebung noch immer achf gespannt ist. In den Vormittagsstiuidep vom 30, April versuchten die Araber einzelne jemenitisch© Häuser anzugreifen. Besonders scharf war iler Angriff auf die städtische Siedlung S c h » p i r a, wobei 15 Juden schwer verwundet und ein junger Mann getötet wurde. Die Polizei griff zur Waffe und erschoß einen Araber. Das Militär in Jaffa befindet sich in AJarrazustand. Kloinoy, .yepfJe#te» Landhaus, «errliuhslQ Lage, tuodorue Couchzimnier. prlnui- Ver» pflegung (4 Muhlaeiten) 23 bis 35 Lire. Erich und Käthe Kuttner Burciolino (Lago rli nftrtlH), Villa Fonmtia rai^iw.inw 's Aufruf der Regierung J o r u s a 1 e m, 22. April (J. T. A.L Der Oberkommissär Sir Arthur Wauchopci orlioU heute einen Aufruf an die Bevölkerung von Palästina, in welchem er zur Ruhe mahnt und erklärt, daß jeder Versuch von Exzessen unerbittlich unterdrückt würde. sei Pflidht der Bevölkerung,' die. Sicherheitsorgane zu unterstützen. . . . , .. . , Der Qber.koinpilsaär .'warnt, diejenigen, •welche sich den Forderungen der, Regierung nicht Unterwelten, und er- •klärt, daß 'jeder, der inmitten ..oines- Pcmonsträtionszuges 'gefunden werde, zur. Verantwortung gezogen werde, und •sein Lobon aiifs Spiel setze.-;; , : B9Ü Neu renoviert! 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