Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1936-04-21 · Heft 554 (21.4.1936) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 554 (21.4.1936)
Date
1936-04-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2711613-2712150-2712179--5737-2719394
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 554 vom 21. April 1936 Uh töeim jude ist da! Widmung an einen Neugeborenen (Aus Deutschland.) Drei Tage sind es her, daß deine kleine Stimme runi erstenmal ans Ohr deiner müden Mutter schlug.?eit drei Tagen atmest du in unserer grellen kalten Welt und birgst das flaumige Köpfchen ängstlich im Duft von Milch und mütterlich hütender Wärme. Noch ein paar Tage mehr, und du wirst zum ersten Male in einem Männerkreis ein wichtiger Mittelpunkt sein, von Stund' an einer von ihnen, dein Leben lang. Ben B'rith wirst du werden, ein junger Sproß am uralten Stamm; ein winziges Tröpfchen im großen Strom ... Als deine Mutter das erstemal von dir träumte, lag ihr Weg hell und klar gezeichnet vor ihr. Geliebte junge Frau eines tüchtigen Mannes, im junggegründeten Hausstand, dein Vater im ernsthaft ergriffenen aussichtsvollen Beruf — da mochten auch Sorgen stehen" und mancherlei Bedenken, aber es schien alles gewohnte Bahn, vertrautes Dasein. . ' "Als deine Mutter zum ersten Male dein kleines Herz schlagen hörte, war die Not über uns alle gekommen, die Sorgenlast lag dichtgeballt über deinen Eltern, Gewitterwolke, aus der täglich der neue Blitz treffen konnte. Und jetzt bist du da. Und jetzt bleibst du nicht hier. Jetzt sollst du, ehe dein Leben nach Monaten gezählt werden kann, schon mit Vater und Mutter "über.das Meer fahren, unter einen blaueren Himmel, in eine wärmere Sonne. Wer bist du, kleines Wesen mit dem Milchatem und dem tiefen Schlaf der ersten Tage? Ein junger Mensch, ein neues Wesen, ein immer wiederkehrender Anfang des unendlichen Schöpfungsgeschehens. Das waren wir alle, als wir so kamen und so lagen wie du. Das sind sie alle, die kleinen Neugeborenen in der Welt Gottes. Aber, du, Ben B'rith bist uns heute mehr. Du bist — im Sonderfalle des Schicksals gesehen — "ein lebend gewordenes Zeugnis für den Mut, mit. dem deine Mutter durch die schweren Tage des Wartens ging, und für die Tapferkeit, mit der dein Vater sein Leben und deine Zukunft in die arbeitswilligen Hände nahm'und es umschuf, für dich schuf, entschlossen, aufrecht, ungebeugt Du bist — ach, leise Andacht über deinem Köpfchen! — ein Sohn des Bundes, ein B e n J i s r a e 1, und dein Leben ist uns allen die sichtbar gewordene Verheißung, die unseren Vätern getan und von ihnen immer wieder als Segen wiederholt wurde: unverwelklich blühende Kraft des Jakobstämnies. Wer wirst du sein, kleiner Jude, wenn du aufwächst, und zu reden beginnst und lernen darfst und stark.sein sollst an Gliedern und an Gedanken? Jude im "heiligen Land'. So denkt sich's dein Vater, so hoffen wir's. für dich. Du gehst als ein Unbewußter den weiten-'Weg. Du brauchst dich von nichts zu trennen, du brauchst keine Wurzeln aus einem Erdboden , zu ziehen, du brauchst nicht die. heilige Sprache der V^ter wie eine Fremdsprache zu lernen, du, wächst auf zwischen Orangengärten und wogenden; Feldern, an die-Sohne gewöhnet, arm, aber arbeitsfroh, tüchtig mit'deinen Händen. . Du wächst auf, Gott schenke es uns, als ein freier Mensch, und eben darum der Sendung gewiß, die'uns durch die Jahrtausende erhalten hat, in der Dumpfheit der Ghetti, im Blutstrom der Pogrome, durch die der Hoffnungsruf nach dem Erlöser Zions als-einziger Trost und Halt ging, die dennoch, dennoch Israels?Kraft nicht brechen konnten. ■ 'Ein kleiner Jude mehr ist in der Welt. Er bleibt nicht hier. Er fährt übers Meer. Karmel und Libanon werden auf sein Bettchen heruntersehen, Palmen und Orangenhaine werden über ihm rauschen. Es sind Tausende wie du in der Welt. Und jedes dieser winzigen Stimmchen ist uns ein Anruf, dem wir mit dem Bekenntnis unserer eigenen Art und unseres Jüdeseins uns verantworten müssen. Wir bleiben hier. W i r gehen still den Weg, den wir geh'en sollen, aber wir wissen von deiner kleinen Stirn das Leuchten der Verpflichtung Israels. Du kamst zu uns und bist ein Bote. Du lebst — und siehe, wir wissen: wir leben, Israel, lebt, und der Sinn seines Daseins in der . Welt.'lebt mit ihm. \ ' . („Isr. Wochenblatt", Zürich.)! Der Schwimmklub Hakoah veranstaltet am Donnerstag,' den 23. April, um'7 Uhr im Dianabad ein internes/ Wettschwimmen, bei welchem neben dem starken Nachwuchs auch sämtliche Rennschwimmer an den Start gehen v/erden, so daß interessanter Sport geboten wird.,Alle Freunde und Anhänger des Klubs sind bei freiem Eintritt gern gesehene Gäste. — Saisonkarten für das S t a d i o n b ad. Wie im Vorjahr, wird den Mitgliedern und Freunden Gelegenheit geboten, den Spmnier, zu günstigen Bedingungen im Stadionbad zu verbringen. Nähere Auskünfte jeden Dienstag und Donnerstag um y3l. Uhr abends im Dianabad und im Sekretariat, I., Wiesingerstraße 11, Telephon R-25-0-10. „Alphas-Regenmäntel — aus den seit über 100 Jahren bewährten Original. „Macintosh"-Stoffen — erfreuen sich dank ihrer jugendlich-flotten Linie und ihres korrekten Schnittes stets steigender Beliebtheit. E „Der jüdische^Veg", eine Schrift des Luxemburger Oberrabbiners Dr. Robert Serebrcnik (Verlag P. Linden. Luxemburg), beschäftigt sich mit den aktuellsten Fragen des Judentums. Aber die Art seiner Betrachtungen wächst hinaus Uber die Formen und Formeln einer an die Stunde gebundenen Publizistik. Seine Schrift ist das Resultat tiefen Studiums und ebensolchen Erlebnisses; dr-s Spiegelbild eines starken, vom Genius des jüdischen Volkes befruchteten Temperaments. Dr. Serebrenik hat drei seiner Vorträge, u. zw. „Orientierun g". „Thorais m u s", „V o n unserer Jugend" zu einer Schau des jüdischen Weges zusammengefaßt und hiebei beide Ziele in den Vordergrund gerückt: die Umgestaltung der jüdischen Scinsgrundlagen und der innerstrukturcllen jüdischen Verfassung in der Diaspora und den Aufbau des geschichtlichen Lebenskerns in Palästina. Der Autor stellt große Forderungen an das jüdische Volk, vornehmlich an die jüdische Jugend, der ein bestimmter, der jüdischen Art angepaßter, vom jüdischen. Genius gewiesener Weg vorgeschrieben sei. Dr. Serebreniks Schrift ist ausgezeichnet fundiert, schwungvoll in der Diktion, reich an Erkenntnissen und immer sachlich im Denken. Sie weist gangbare Wege, Wege, die kämpfend und dichtend zu erreichen sind. o. r. Gründung einer Farbenfabrik Rischon-le-Zion (Palnews): In Rischon-le- Zion ist mit dem Bau einer Fabrik für Farben und Lacke (für Automobile und Möbel) begonnen worden. Der Unternehmer, Herr N. Weinberg, der Besitzer einer Farbenfabrik in den Vereinigten Staaten ist, besitzt in Palästina Orangenplantagen und ist einer der Konzessionäre für die Wasserversorgung und Eisfabrik in Rischon-le-Zion. Die Fahrbenfabrik wird nahe der Eisfabrik, den Weinkellereien und der Brauerei errichtet. KINO*PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon R -24- 2-16 Vorstellungen: k, >M, Vt», V*10 EKRASIT KOLO mit George O'Brien SCH AFFE R VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 beginn: %4,.%«, %«, %10 Cafiiaiit Bfcod mit Eroll Flynn STAFA, VII Mariahilf arstraBe 120 Telephon B-33-0-68 Wochentags: 5, 7,.? Uhi VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 4, %6, VtB, V»10 Marlene Dietrich Gary Cooper Von S 2 Wochenraten er* hallen Sie alle Gegenstände In größter Auswahl und bester Oualität bis 20 Monate Kredit CHLESIHGER VII, Burggasse 122*124 Telephon B-32-2-24, B-35.6-55 Sevilla Pastors Ehrenabend Diese junge Künstlerin, die seit längerer Zeit im Theater Reklame in der Praterstraße gastiert, repräsentiert ein Soubrettenttim, das seine Spezialität zunächst dem ostjüdisch-amerikanischen Genre verdankt. Ein Humor, der aus dem Charakter stammt, ein Charme, der seine Wurzel in der gaminhaften Statur und Stimme des kleinen Persönchens hat — das ergibt eine reizende, seltene Mischung. „Liebe zu verkaufen", das jüngste Repertoirestück, gibt Sevilla Pastor Gelegenheit, sich in den drolligsten Situationen als Darstellerin, Tänzerin, Sängerin zu zeigen. Die „Jüdischen Künstlerspiele" veranstalten zu Ehren Ihres ausgezeichneten Gastes Mittwoch, den 22. April, cino Sondervorstellung von „Liebe zu verkaufen". Das jüdische Wien hat Gelegenheit, durch sein Erscheinen Sevilla Pastor für die zahllosen genußreichen Abende zu danken. Jüdisches Kulturtheater, I., Franz-Josefa-Kai 3, Tel. R-28-2-36. Heute, Dienstag, um 9 Uhr abends findet die Premiere von Cederlund und Dahlbergs dreiäktigera Schuaspiel „Die Grenze", aus dem Dänischen übertragen und bearbeitet von Albert Ganzert, statt. Es wirken mit: die Damen Alice Koch, Ruth Walter, Silvia Grohs; die Herren Rudolf Weiß, Marceil Lerner, Martin Miller, Fritz Links. Regie: Walter Steiner. Bühnenbild: Oskar Fischer. Jüdische Volkshochschule, I., Franz-Josefs-Kai 3, Tel. R-28-2-36. Die allwöchentlich Donnerstag stattfindenden Vorlesungen von Dr. K. Kupfer, „Religion im Alltag", und Professor Dr. M. P a p o, „Biblisches Hebräisch", wurden zeitlich verlegt. Professor Dr. K. Kupfer liest nun von 8 bis 9 Uhr abends, Professor Dr. M. Päpö von 7 bis 8 Uhr. Jiddischer Liederabend. Donnerstag, den 23. d. Ml, um y,§ Uhr abends gibt der bekannte Konzert- und Radiqsänger J. S e g al - Rosenbach (Tenor) im Zentralheim der Judenstaatszionisten, I., Werdertorgasse 14, einen Abend „Jiddisches Lied". Programm: Kunstlieder (Texte: Lerner» Wintschewski, Perez u. aO, populäre charakteristische Volkslieder (aus dem Bereich der . jüdischen Familie und des jüdischen Volkslebens). J. Segal-Rosenbach wird ein neues Programm bringen. Am Klavier: Lili Riegler. Populäre . Eintrittspreise. -'■ '•' .-V.'• Legitimistische jüdische Frontkämpfer (Bezirksgruppe VIJVII, XII/XV). Dienstag, den 21. April, Kameradschaftsabend: „Zwei Stunden Kunterbunt", Ernstes und Heiteres. Beginn J£9 Uhr. Gäste willkommen. Caf6 Mariahilf, VI., Mariahilferstraße 89 a. Nach Polen billig fährt man mit Dr. S. Tocker. Biljije Arrangements, reservierte Plätze, . D-Zug. Oeftere •Abfahrt«"« termine. Alles Nähere und Auskünfte:-Reisebüro „In die Welt", IX., Liechenstelnstraße 2, Tel. A-14-504. 1 Oh Sie 3ht Jrjetm für bie fdjöue 3öfiresaeit aufpufcen, beu SBäftfjeftanb ergäben, aettgemäße Äteibuna, für bie 35ame, ben £erm unb bas Äinb anfdjaffen tootlen... altes Befommen Sic gut unb Befonbers »retsmert Bet.Scfjiffmann. gür jeben ©efthmatf unb SBermenbungsarDed! tft geforgt. 2Me Stusirjafit ift groß... bie greife finb Hein. Stile Abteilungen Bringen üBerbtes immer roieber große, aituette ©etegenBettspoften 311 unipaljr* ftfieinlidj Billigen greifen. . ■. ..?lus.ber SttötensÄonfcftion: fteintöoIts2TCänteI, 2retbige £errenfaffon, bunfelBIau S 15.—, ©efütlertc SBouele* SÜtäntet S 18.— gifd^grät^äntel, auf SWongol^utter S 28.—, Sparte StoppeiuäHäntel, mit aBgeftepptem. SBüBtfragen unb Breitem ßebergürtel, £.sS.*2Jtongol gefüttert S 38.—, gägersÄoftüme, grau mit grünen 2Iuf* flögen S 19.—, Smofing*Äoftüme aus frescaartigen Stoffen, bunMblau S 28.—, moberne StofHßatetote. S 14.—, bunfelbfaue Komplets (Sßaletot unb Sdjoß) S 19.—, Ä.sS.^ongoI^mprtme^leiber, in SKobebeffins S 12.90, Grepe^ongol^Iufen in 5J3aftetifarBeit S 4.50, ftaufiIebers$alBf<f)uIje, 23inbepumps S 12.90 uftp. ben $mn: Srendjcoat, mit Äarofutter S 29.—, giftfigräkattäntet, BalBgefüttert S 39.— ßobcns2tnaüge, grau, mit grünem 2J?obes2tufpu& 2,teiltg S 29.—, 2ieitigc Sport^njüge, Satto rütfmärts gebogen S 29.—, Sommer. ^Inaüge, mit SBefte S 39.—, Sports£alBfo>uf)c mit ©ummifohtc S 13.90, £oscalfs§alBf<f}uBe mit (SroüponfdTjte S 14.90, 2J?obes£üte, neue garBen unb öaffons S 7.90 unb S 5.90. $ecren»ffl3ttfd)e: Sports$emben :rmt{ %ip fragen, gute Strapaaqualität S 2.90, 2JZobe^emben, mit 2 feparaten fragen S 3.90, $opeIines£embcn mit- 2 feparaten Äragen S 5.90, ajiobeftreifen^giama S.6,90, ©rabel^niesUnterfiofeu S 1.45, fteinfeibenBinbec S 1.98 unb S 1.50 u. n. a. 2Bafd)ftoffe: Strapaa^Djforbe, per 9Keter 59 (Srofdjen, 2Bafd)=SBoile, Strapaaqualität, per SJceter 79 ©rofcfjen, SBourettesSeibc in nieten garben, per Stfeter 98 ©rofdjen, •Ä-'-Seiben^mprimCi große SeffinsSrusmafil S 1.50, (Sotton^tpque^mprime, ejtluftoe 3)effins für Eirnbln unb Sdjfafrötfc S 198. Selben* ftoffc: Crepe^ongoi (Ä,*S.), gute ÄtetbertDare, neue garBen eingelangt, per aWeter S 1.90, Ä.^Scibcit^af^ Sdjotten, neuefte garBftettungen S 3.50 unb S. 2.90, Grepe^ongot^mprimc unb üölarocain^mprimd (Ä.^ Seibe), 90 cm Breit S 2.90, 9Jiatts.aftamifoIs3mprtmd (#.*Seibe), mobtftfie Deffins S 3.90, Ä.sS.saKooscrcpe* Smprime, fnitterfeft, für bas elegante Srür)iafjrs*ÄIeib S 4.50.. SBoUftoffe: Äteiberftoffe, reine 2Bo{le, »buht genoppt, per 9Jteter S 2.50,' 9leinmotts©pingte für JÜetber unb ^atetots, 100 cm Brett S 2.98, 3BoÜ*©eorgette,, für Ätetber, 130 cm Brett S 3.90, 9J?anteI<58oucle, reine SBoItc, 140 cm Breit S 4.90, SleirimotUStjettanb, für. ajeäntet unb Äoftüme, 140 cm Breit S 5.90. Sttumpf« unb Iffiirltöaten: getjtcrtpfe 9ßaftt)fetbcu?Strümpfc, neuefte grüBiahrsfarben S 1.50, Sleinfeiben^amenftrümpfe, fiaud)bünn,'2. ,2ßaf)t S 2.98 u. 2.48, Ä^Setben^'flscfieu. 98 g, Damen^uttooer ober XraäjtensSßeften S 2.90. (grjjj't etbea^fes$anbtafd)en mit"Sömtfd)rebersgutter S 3.90 «..». a. SBeftdjtigen Sie bie „48 Sdjaufenfter in ber XaBorftraße 48". Siefe aeigen ^tjncn tjunberte Dffafionen. sCcr* gleiten Sie Qualität unb greife ber ausgeftetttett 5ßoren, Sie tnerben fiefi baoon üBeraeugen, baß man bei uns tötrfltifj ungeroöbntid) gut unb preiswert fauft! kommen Sie — bitte — am Vormittag! „SBarenfiaus ber . Sparfamen" II.,. Xaborftraßc 48 Eigentümer, Verleger, Herausgeher und verantwortlicher Redakteur; Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlaga-A^Gi Ignaz Steinmann, beide .Wten» IX,, Univeraitätsstraße 6—8.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.