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Die neue Welt · 1936-04-17 · Heft 553 (17.4.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 553 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Wteitag, dm 17« April 1936?JniversltÄtsWWiothe' 5,3 vom Verleger versendet exp£dl6 par rediteur'* DIE NEUE WELT REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 1.40, vierteljährig 8 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—: Jngoslawlen monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—: BnmSnlen monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—: Bulgarien monatlich Lewa 80.—, vierteljährig. Lewa 80.—i Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire Schweis und die übrigen Lander monatlich Schweizer Franca 1.60, vierteljährig Schweizer Franca 4.60. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich, Redaktion u, Verwaltung : IX, Universitätssir. 8, Tel. A-20-2-78 - > Erscheint Dienstag u. Freitag lt<MM.AmakdHamttka liest Mittwoch, den 22. April, halb 9 Uhr abends, Im Heim der Judensfaafszlonlsten, I, Werdertorgasse 14, aus dem Manuskript seines historischen Dramas „Konig Ach&b" Am Anfang... ,; Die Jewish Agency ist stolz darauf, melden zu können, daß es in Palästina bereits über 400.000 jüdische Einwohner gibt. Jeder dritte Palästinenser ist Jude. Auf dem Prager Zionistenkongreß im Jahre 1933 sprach man von 19 Prozent Juden in Palästina, heute sind 30 Prozent erreicht. Zweifellos ein Vorwärtsschreiten, ja ein Erfolg. £Jber die Ziffer, so sehr sie auch imponieren mag, besagt noch nicht alles. Man baut und schafft, flebräisch als Sprache des jüdischen Menschen und des jüdischen Heims erobert sich alle Bezirke des privaten und öffentlichen Lebens. Es gibt bereits Ansätze einer hebräischen Kultur, Ahnungen hebräischer Form in Buch, und, Gedanke. Gar nicht zu reden von dem Beetr^ben/.geis^ Unter dem Aspekt des. nieue^ jüdischen I^b^ehö^zü prägen. Wir sind :4uf: .^es.e. Dinge. Wir sind stolz darauf — als Zeugen eines . neuen jüdischen;Gesqhichtserlebnisses. Aus vielen Mizraim ziehen; wir; aus („Er,hat uns hinausgeführt Knechtschaft zu. Freiheit!"), wanderten erst vierzig Jahre durch die Wüste, bis wir für das - heue Leben; in Erez Israel reif wurden. Vierzig Jahre sind seit-Herzls „Judenstaat" vorübergegangen. Was haben wir nicht alles in diesen Jahren erlebt und er: litten! Und:doch!. Wir stehen erst am Anfang der Volkwerdung, der Heimwerdung. Was sind Häuser und Felder, Gärten und Wälder, Bücher und Theater, Laboratorien und Institute, was sind.all die Dinge des komfortablen Lebens gegen den M amg.e 1 v on Staatsgefü h 1, von patr.i.otischem Bewußtsein, kurz von der Kraft, die eine Gemeinschaft zu einem Staat macht.. Wir können auf das Geleistete stolz sein, aber wir stehen erst ani Anf ang .... 7 Millionen Pfund Uebersdiuß Hat die Palästina-Regierung. Aus Jerusalem wird berichtet: Nach Berechnung en der palästinensischen Blätter wird der Ueberechuß der Einnahmen der Palästina-Regierung gegenüber den Ausgaben im Budgetjahre 1935/1936 mehr als 2,0.0 0.00 0 Pf und betragen. Im Budgetvoranschlag war ein Ueberschuß von 530.000 Pfund vorgesehen. Durch Steigerung' der. Einnahmen und Ersparnis der Ausgaben hat sich also der faktische Ueberschuß. gegenüber dem präliminierten vervierfacht. , Nachdem der Ueberschuß aus den vergangenen Jahren mehr als 5 Millionen Pfund beträgt, werden zu Ende des Budgetjahres 7 Millionen Pfund oder zirka ISO Millionen Schilling in der Kasse der Regie- , rung liegen. " . * ....... ' ,. Das ist aus der jüdischen Koloniaationsarbeit erwirtschaftetes Geld, denn vor der jüdischen Siedlung war Palästina ein bettelarmes Ländchen. In Palästina liegen noch große Ländereien brach. Von .einer staatlichen Fürsorge für Kranke und Arbeitslose gibt es keine Spur. Ihr Schulwerk müssen die Juden .aus: eigenem Tasche bezahlen. Die Wässerbewirtschaftung ,erfplgt aus privaten Mitteln oder gar nicht usw. usw. Wenn man das alles in Betracht zieht, muß man zu dem Schluß kommen, daß die Anhäufung von Regierungsgeldem nicht erfreulich ist. Die Palästina-Regierung hat ja die Pflicht, die. jüdische Kolonisation zu fördern, nicht auszubeuten. >"~\ Perserteppiche zu staunend <*Jw billigen Nachsafsonpreisen : jP*». Herrliche Qualitätsware r 1 zu jedem annehmbaren Preis! PERSER- UND ORIENTTEPPICHE < b.r. kanzah B, PARKRING 12 Unsens W«lhburssa»e Gartenbau«»Objekte Ohne Begriff für menschliche Würde Juden als deutsche Filmagentien Nicht nur in Mitteleuropa (Oesterreich, Deutschland, Tschechoslowakei usw.) sind jüdische Firmen, Kinobesitzer und Agenten bemüht; die in Hitler-Deutschland selbst oder auswärts unter Kontrolle des Dritten Reiches hergestellten .„judenreinen" Filme zu verbreiten. Nun hat dieses skrupellose Treiben auch auf Frankreich übergegriffen. Die Pariser Zeitung „Defendons nous", Organ des „Zentralkomitees für den Boykott d e u tscher Waren und Dienste in Frankreich", stellt fest, daß jetzt schon ungefähr 25 Prozent aller Pariser Kinos nach dem „Arierparagraph" hergestellte deutsche Filme aufführen, was nicht zuletzt auf die Vermittlertätigkeit von jüdischen Firmen zurückzuführen ist, und schreibt dazu: „Es ist unleugbare Tatsache, daß es jüdische Kinobesitzer sind, die sich dazu hergeben, in Frankreich deutsche Filme zu lancieren. Es gibt Juden, für die es keine Verzeihung gibt, weil sie sieh zu Mitschuldigen der Verfolgung ihrer Glaubensgenossen machen, indem sie den Nazis Geld schicken, das sie aus »et Grtrantungen ber Htmtmgsoraatte, TOma,!Bromöiii$/2c. ftet« den Taschen des franzö'sisoheli^ mägli-ch, daß Juden ihre Wtirde deri erb'ärmlichst en Interessen opfern, die sie' mit j e n e n Nazis y e r bin d e n, v o n denen s i e v e ractatet, verfp 1 gt undtägIich b'e^l-eldlgt werben? Fuhlen sie nlchtj daß es ihre erste Pflicht wäre,'die Produktion jenes Landes zu fördern und zu verteidigen, das ihnen, gleich allen änderen Bürgern; uneingeschränkte Freiheit gewährt? Wollen sie noch lange dem erwachenden Antisemitismus Nahrung liefern? Ist es erst notwendig, daß ihre N am e n der Oeffehtlichkeit bekanntgegeben werden?" ,jJuden, die mit Hitler-Deutschland Handel treiben, sind keine Ahnungslosen; sie haben einfach j e d e n B egriff menschlicher Würde verloren." Die Prager „Selbstwehr", das Organ der Allgemeinen Zionisten, welches sich häufig mit ähnlichen Vorgängen im tschechoslowakischen Filmbetrieb beschäftigt, greift die Aeußerungen des französischen Organs auf und schreibt: - „Es ist nicht viel dazu zu sagen. Sicherlich müssen auch Juden leben, und es mag für manchen schwer sein, der deutsche Waren und Interessen vertrat, sich umzustellen. Aber diese Tragik des Einzelschicksals muß vor der unsagbaren Schande zurücktreten» welche jene Juden über das Judentum bringen, die, selbst Glieder eines von den Deutschen verfemten und deklassierten Volkes, noch weiter Zutreiberdienste für Deutschland leisten und überdies in einem Lande, das sie mehr oder minder gastlich aufnahm; wofür sich jene Juden so revanchieren, daß sie die Arbeitslosigkeit in diesem Lande vermehren, well sie. der deutschen Filmindustrie Beschäftigung geben." Dazu sei von unserer Seite bemerkt: Auch zu dem, was die „Selbstwehr" schreibt, ist sachlich nichts hinzuzufügen. Aber, indem sie so schreibt, spottet sie ihrer selbst... In Palästina wird unter dem Titel „Transfer deutschen Vermögens" durch die unter Kontrolle der Zionistischen Exekutive stehende Gesellschaft „Haawara" ein noch „unsagbar schändlicherer" Handel mit deutschen Waren betrieben und ein noch niedrigerer „Zutr eiber dienst" für Hitler-Deutschland geleistet. Die Judenstaats zionisten haben vom Anfang an und mit den oben angeführten Argumenten der „Selbstwehr" dagegen protestiert. Die „Selbstwehr" aber, die sich über die jüdische Schande in Frankreich, Oesterreich und weiß Gott wo, so aufregt, tritt für den absoluten Transfer deutscher Waren nach Palästina ein und bezeichnet die Haltung der Judenstaatszionisten als demagogisch! Da sagt sie nicht, daß die „Tragik des Einzelschicksa' zurücktreten muß vor der unsagbaren Schande". Da ruisie: „Das Vermögen des deutschen Juden muß gerettet Werden, unter jeder, auch der schändlichsten Bedingung." Dabei wird dem deutschen Juden so gut wie nichts gerettet, sondern fast alles gestohlen. Siehe folgende Meldung: Transfer in Palästina mit zirka 80 Prozent Verlust. „Jerusalem. (Palnews.) Die «Investment Corporation of Palestine Ltd/ (Jacob Japhet & Co. Ltd.) gibt eine Obligationen-Emission von 100.000 pal. Pfund für deutsche Juden heraus, die Beträge zum Transfer durch die .Hawarah' vorgemerkt haben. Die Zeichnung dieser Obligationen ist von vornherein mit einem 40prozentigen Kursverlust verbunden, für 1 pal. Pfund werden 20 RM. in Zahlung genommen, obwohl der offizielle Kurs nur etwas über 12 RM. beträgt. Die Obligationen, die mit nur 4 Prozent erheblich unter dem landesüblichen Satze verzinst werden, haben eine Laufzeit von 15 Jahren und werden vom dritten Jahre an mit halbjährlich einem Vierundzwanzigstel des Betrages amortisiert. Mit den eingezahlten Markbeträgen sollen deutsche Waren gekauft und an palästinensische Unternehmen übergeben werden. Die Transfergeschäfte dieser Gesellschalt unterliegen der vorherigen Genehmigung durch die unter Kontrolle der Zionistischen Exekutive stehenden .HawarahV' : Die famose Rechnung muß noch ergänzt werden: 40 Prozent glatter Kursverlust, ferner 25 Prozent Reichsfluchtsteuer, ferner Verlust durch niedrige Verzinsung durch 15 Jahre, zusammen mehr als 8 0 Prozent Verluste-Wenn der „gerettete" deutsche Jude, der .vpsa. Dritten-Reich und 'seinen jüdischen Helfern (>yHaawara" uswv) ausgeraubt wird, nach 15 Jähreh :15;Prbzentrseii3re8 ~ Geldes sehen wird, kann er von Glück sagen* .Unä':';dai^ nimmt man „unsagbare Schande" und 'sclnriachvöjten '„Zutreiberdienst" auf sich und die Zionistische Bewegung. Der „ArierrFilm" oh Oesterreich Dieser Tage hat sich der Präsident der Berliner Reichsfilmkammer Minister a. D. Prof. Lehn ich/ jn Wien aufgehalten, um über das Film-Austauschabkommen zwischen Deutschland Und Oesterreich zu verhandeln. Bekanntlich lassen die Deutschen keinen in Oesterreich hergestellten Film nach Deutschland, der nicht völlig „judenrein" ist Und somit dem Hitlerschen Rezept entspricht. Jetzt haben die Hakenkreuzler wieder gesiegt und die österreichischen Filminteressenten, darunter die jüdiso h e n, haben sich dem Diktat Goebbels unterworfen. Im ausgegebenen Bericht, heißt es: „Bezüglich der Lockerung der Arierbestimmungen für die Komparserie und das technische Personal zweiter Klasse konnte oder wollte Minister Lehnich keine Bindungen eingehen." Es werden also jene in. Oesterreich gedrehten FUmc, die von dem Abkommen mit Hitler-Deutschland betroffen sind, ohne Juden hergestellt werden. Selbst die' Lampenputzer werden eine arische Großmutter nachweisen müssen. Das ist eine Schande und gewiß nicht geeignet, die Beliebtheit, deren sich sonst der österreichische Film —im Gegensatz zum. deutschen — im Ausland erfreut,-zu fördern. Die jüdischen Filminteressenten Haben sich Herrn Goebbels un:erworfen. Ob das anständige jüdische Publikum und auch Teile des nicht auf Hitler eingeschworenen nichtjüdiser.en Publikums sich auch Herrn Goebbels unterwerfen werden, ist eine andere Frage. Londoner Stadtrat schickt keine Vertretung nach Deutschland Aus London: Der Londoner Stadtrat, der zu einem Kongreß der Internationalen Union der städtischen Selbstverwaltungsbehörden, der im kommenden Juni in Berlin und München abgehalten werden soll, eingeladen war, bat beschlossen, keine Vertreter zu entsenden. In der Begründung der Ablehnung der Einladung wird unter anderem auch der von der deutschen Re^ie* rung geführte hemmungslose antisemitische Feld zug angeführt. Zur Levante-Messe nach Palästina Hie wiederkehrenäe Geittgiiieit, Mliis zu fahren! Besondere Ermäßigungen und BegtinsrHincen. auch bei der VisaerlgiiRunß. Näheres b i Dr. 5. Vorder, BX, fc echtensteinst?. 2, Tel.. a-m-mi, Rejseoür© „cn «<{c Welt" _(W. M. Renner)._ "1........»................ .......'v imm

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