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Die neue Welt · 1936-03-27 · Heft 549 (27.3.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 549 (27.3.1936)
Date
1936-03-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen tteitoq, den Mit9 I#30 10 Jahrgang -'Mr. 54» V. b*lu Zeitung vom Verlage* versendet „Journal expädie par VMlteoa" 186 ** 'tttsh REVU HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 1.40. vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.60, vierteljährig Zloty 4.60; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—. vierteljahrig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Buminien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Dentachland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Balgarien monatlich Lewa 80.—, viertel jährig. Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweis vind die übrigen Länder; monatlich- Schweizer-Franc» 1.50. vierteljährig Schweizer Franc« 4.80. Mit B bezeichnete. Anzeigen aind entgeltlich. Redaktion u.Verwaltung: IX, Universitätssir,8,7ei.A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u.Freitag Wiener Judengemeinde Neuwahlen am 8. November 1936 — Die Auf Sichtsbeschwerde der Union In der Sitzung am 25. März hat der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde beschlossen» die Neuwahl des Vorstandes für den 8. November 198 6 auszuschreiben. Ferner wurde verfügt» mit der Anlegung der Wählerliste,. welche zirka 54.000 Wähler anfassen dürfte, sofort zu beginnen. In der gleichen Sitzung wurde die an den Magistrat Wien erstattete Aufsichtsbeschwerde der „Union österreichischer Juden" gegen den Vorstand behandelt und die seitens des Präsidiums der Gemeinde verfaßte und dem Magistrat übermittelte' Antwort zur . Kenntnis genommen. Da es sich um ein bei den Behörden anhängiges Verfahren handelt, würde von einer öffentlichen Behandlung Abstand genommen. Die Antwort des Vorstandes wird nach Erledigung durch die Behörden publiziert werden. ' . Im Gegensatz hiezu hat es die „Union" vorgezogen, den Wortlaut ihrer Auf Sichtsbeschwerde in ihrer Zeitung .'.Wahrheit" zu veröffentlichen. Die Bekanntgabe der Antwort auf den juridischen Teil der Beschwerde wird, wie bereits' bemerkt, \nach Erledigung durch die Behörden, erfolgen. Die Antwort auf den politischen Teil aber gibt sich die „Union" selbst. Eine D enü'nziatf on>"•-..die.', m.^der.. jGeschichte der. jüdiscben.v Gemeinde ö^hne BVrspi el dasteht. ,' ". ,',,.., . "i '!" In der Beschwerde1 steht mit Bezug auf die M a j^orit&t der jüdischen Wählerschaft und die Majorität im Vorstand, daß ihre „Herrschaft" (wörtlich): ..'V „...auf einer Zurückdrängung des Einflusses des in Oesterreich beheimateten p o s i t i v -religiös und vaterländisch fühl enden, Teiles der Angehörigen der Wiener Kultusgemeinde beruht." Und weiter;heißt es: - „Die .Union österreichischer Juden' ist die Organisation a 11 er Wiener Juden, die auf diesem p.qsitiv-religiösen und vaterländischesterreichischen Boden stehen. Wir stehen fest auf dem Boden dieses Staates..." Also:. Alle Juden, die nicht, der Union'* angehören und ihr folgen, sind nicht yaterland'Stjreu! Man muß ihnen das Wahlrecht nehmen, well sie Subjekte ohne Vaterländisches Gefühl sind. Verfaßt und gezeichnet ist diese Schmähschrift, deren Tendenz der guten jüdischen Tradition, nach weicher Denunziantentum die schändlichste Sünde ist, von Regierungsrat Dr. Hermann'Oppenheini und Vizepräsidenten Dr. Josef Ticho. Man fragt: Wie lange noch werden solche Männer im Namen.:anderer Juden sprechen können? Hitler als Vorbild . Aus London: In einer Kundgebung .der British. Fascist Union in der Albert Hall hielt der Führer der Union, Sir Oswald Mosley, eine antisemitische Brandrede,. in der er erklärte, die Faschisten bekämpfen die Juden, weil sie von diesen herausgefordert werden; selbst Hitler war kein Antisemit gewesen, bevor er einen Juden sah. Die Juden, fuhr Mosley.'"fort, seien die einzige Macht, in der Welt, die sich sowohl des internationalen Kommunismus als auch der internationalen Finanz bedient. Seine, Mosleys, faschistische Bewegung aber werde in England die Macht der Juden für immer brechen. Während der Kundgebung war die Albert Hall von Polizei schar! bewacht, da tausende Antifaschisten die Straßen um die Albert Hall blockierten und gegen die Nazis demonstrierten. ,. Persertepplcjie zu staunend billigen Nachsaisonpreisen Herrliche Qualitätsware zu jedem annehmbaren Preis 1 PERSER- UND ORIENTTEPPICHE B.R. KANZAH I« PARKRING 12 Cingong Weihbursgasse Qartenbau-Objekte Verband dar Judenstaafsslonisten Oesterreichs, Wien I, Werdertorgasse 14 311.*—*/ <] Samstag, den 28* März 1936, halb-9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel „Continental" (II, Taborstr. 2—4) GROSSE KUNDGEBUNG der J u d en s t a a t s % i © n i s t e n Oesterreichs Zu den Juden Wiens werden sprechen: Oberb. Robert Stricker, Or. Sal. Wolf, Fritz Richter, Dr. I. Z. Kanner, Theodor Grubner. Gegenstand: Jüdische Welllage — Palästina - Judenstaat. Außere Freunde - innere Feinde Zur Frage des Palästina-Parlamentes Das gefahrliche Attentat gegen den zionistischen Aufbau in Palästina, welches die Palästina-Regierung jetzt unternimmt, hat auch nichtjüdische Freunde des Zionismus, welche lange geschwiegen hätten, zum Reden gebracht. Es wurde bereits berichtet, daß führende Politiker aller Parteien im englischen Oberhause gegen den Plan der Errichtung des Palästina-Parlamentes mit jüdischer Minderheit Stel- $>armleifcen als ©eil* unb GrjrifdiungS' .getranh ärjttlid) empfoftfeit , lüng ^genbnimen iUhd^da&V^ojekt als einen B-r u e'h d.e s M-ari:&a tes .und einen Versuch, "das Land für die Juden zu sperren, verurteilt haben*. NühVhat fsifla. im englischen Unterha'use das gleiche abgespielt. Redner aller Fraktionen haben energisch gegen den Plan der Palästina-Regierung und des . ihr übergeordneten Kolonialministers Thom äs protestiert. Auch sie haben übereinstimmend und geräde- Jeden Sonntag „Francopol"-Sonderfahrten nach POlen und CzeMOWitZ Rückfahrten: 15., 21. April, 5., 19. Mai 1936 Spezielle Ermäßigung: 14 Tage - Rundrelsekarten m ganz Polen nur S 50.— „FRANCOPOL", Wien III, Schwai zenbergolatz 7, Telephon U-16-4-90 „CEDOK". Wien. 1. Bezirk, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-8S „GERNQROSS", Wien VII, Mariahilferstraße 42, Telephon B-3a-'.'-68 heraus festgestellt, daß man es hier nicht mit einer „demokratischen" Absicht zu tun habe, sondern mit der Absicht, den Aufbau eines jüdischen Nationalheimes in' Palästina unmöglieh zu machen. , Ueber die Unterhausdebatte wird aus London am 25. d. M. berichtet: Der Führer der Konservativen, Winston flulierordentJiclie Ermäßigungen nach PALÄSTINA PURIMREISEN Hinfahit bis 31.März 193«, Rückfahrt bis 31.Mai 1936 mit 50% bzw. 30% Ermäßigung von aufwärts auf Hin- und Rückfahrkarten FRUHLINGSREISEN S 350.- Hinfahrt vom 1. April bis 23. Mai 1936, Rückfahrt bis 2t. Juni 1936 mit 50% Ermäßigung auf Hin« und Rückfahrkarten ' von S MO.- aufwärts mit S0% Ermäßigung auf einfache Hinfahrt von S 100.- aufwärts A u s k ü n f t e: Generalagcntur, Wien I, Kärntnerring 6, Telephon U.47>5>60, und alle Reiscbureaux Churchill erhob gestern abend im Unterhaus einen leidenschaftlichen Appell g e g en die Judenverfolgungen in Deutschland. Gelegenheit bot ihm die Debatte über den Antrag' der Regierung zur Einsetzung eines .gesetzgeben den Rates in Palästina. Churchill gab der Befürchtung Ausdruck, daß eine solche Institution, in der die Araber die Mehrheit haben würden, starke Hindernisse für die Einwanderung der jüdischen Emigranten nach sich . ziehen könne. Mit einer Stimme, die vor innerster Erregung bebte, erklärte er: „1h ' einer Zeit, in der das jüdische Volk einer s c h r e c k l ich e n, g r a u s a m e n,.: hr utf n 1 e n, „wissenscha f 11 i c ti e n" Verf ölgung durch eine tyra-nnische Regierung ausgesetzt wird, daf das Unterhaus nicht gestatten, daß dl» Türe gegenüber diesen Verfolgten geschlossen oder der Zugang auch nur ersc h wert wird.' Die Zeit ist noch nicht gekommen, Palästina. Selbstregierung in dem vorgeschlagenen Ümfang zu geben." Die Ausführungen Churchills fanden auf allen Seiten des Hauses starke Zustimmung und es.zeigt« sich, daß die Stimmung für die Annahme des Regierungsantrages gering ist. Der Sprecher , der Arbeiterpartei Oberst W e dgew o o d gab der Auffassung Ausdruck, die vorgeschlagenen Maßnahmen würden alle Aussic ht auf eine weitere günstig e Entwicklung des palästinensischen Aufbaues vernichten. Namens der Liberalen erklärte Sir Aretiibald Sinclair, es sei ausgeschlossen, die Juden in Palästina als Min.derheit behandeln, zu wollen. Sie hätten dort ein gewaltiges Werk niclit nur für sich, sondern auch für die Araber entwickelt. In einer Zeit, wo sie in Deutschland so grausam verfolgt würden, sei die Errichtung des nationalen .jüdischen Heims notwendiger als je. .' Dann erhob sich der konservative Führer Sir Austen Chamberlain und verurteilte in heftiger Weise das Vorgehen der Regierung in Palästina. Wie die Londoner Morgenblätter übereinstimmend feststellen, bekundeten die Unterhausmitglieder aller Parteien den beiden Vorschlägen gegenüber allerschärfste einmütige Ab.lehnun::g; Juden brechen die Front So ermutigend diese Meldungen aus" London klingen, so beunruhigend sind die der „Neuen Welt" aus Palästina übermittelten Berichte. Wie so1 oft ist es wieder die Hebräische Universität, von welcher Bestrebungen ausgehen, dem jüdischen Volke in den Rücken zu fallen, Bestrebungen, die, welches auch , ihre Motive, sein mögen, letzten Endes Verrat sind. Der Nach Palflstina zu Pessach und zur Levante-Messe. Billigste Preise von allen Häfen und BaJinarrangements. Auskunft und Beratung schriftlich und mündlich durch Dr. S. Toek*r, IX, Uccht«nit«instraR« «, Tel. A-14-504 (.In die Wein

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