Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 548 (24.3.1936)
- Date
- 1936-03-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Ijjffi? NEUE WELT Palästina — Sdilu§§el zum Orient Ein Jahr Petroleum-Rohrleitung (Pipe Line) Nr. 548 vom 24. März 1936 Im Jahre 1S65 erbaute Rockefeller in Cleveland seine erste Raffinerieanstalt. Genau siebzig Jahre später, im Jänner 1935. eröffnete der junge König GhazI von Irak in Kerkuk nahe der kurdistanischen Grenze Mesopotamiens die große Pipe Line. Alle Blätter der Welt nahmen von diesem Ereignis Kenntnis und feierten die Tatsache, daß die Welt um ein neues Großwerk der Technik reicher geworden war. Einzelheiten aber konnten1 Vor einem Jahr noch nicht gebracht werden; erst jetzt erfährt man von den ungeheuren Anstrengungen, die es kostete, dieses gigantische Röhrenwerk in Arbeit zu bringen und das E r d ö 1, um das man zwei Menschenalter hindurch in Vorderasien so heiß gekämpft hatte, der zivilisierten Menschheit zum Fließen zu bringen. In der Tat war früher noch niemals ein Werk von dieser Größe durch Wüstensand und Lavamasse, über hohe Gebirgszüge hinweg und Täler, die tief unter dem Meeresspiegel liegen, unterirdisch gebaut worden. Die Gesamtlänge dieser Röhrenleitung beträgt 1900 Kilometer, die Entfernung von Wien nach M adrid; rund 125.000 Tonnen bester Stahlröhren wurden dabei verlegt. Die Vorarbeiten begannen 1929; drei Jahre später machte man sich an den eigentlichen Bau, der bis zum Winter 1934/35, ein Jahr vor dem ursprünglich geplanten Termin, beendet war. Es gab dabei nicht nur technische Schwierigkeiten aller Art zu überwinden, sondern auch den höchst ungünstigen klimatischen Bedingungen' Rechnung zu tragen, wobei nicht zu vergessen ist, daß die Strecke durch Länder führt, deren Bewohner, räuberische Beduinen, vorher darin unbeschränkt herrschten. 14.000 einheimische Arbeiter, 400 Beamte und mehr als 300 ausländische Spezialisten vollbrachten in 71/2 Millionen Arbeitstagen das Werk. Wie ausgezeichnet gearbeitet worden war, erwies die erste Erprobung, bei der von insgesamt 175.000 Schweißstellen nur drei fehlerhaft befunden wurden. Die Pipe Line beginnt in einer Höhe von 310 Metern über dem Meeresspiegel; sie kreuzt den Tigris in hundert, den Euphrat in neunzig Meter Höhe, erreicht ihren Gipfelpunkt mitten in der großen syrisch-arabischen Wüste mit 980 Meter und fällt dann in das Tal des J 0 r d a n,-den sie bei einer „Höhe" von minus 270 Meter quert. , Der. erste Teil der Leitung bildet einen Doppelstrang bis Hadetta am Euphrat, wo sie sich in eine französische Nord- und eine englische Südlinic teilt. Die französische Leitung verläuft inwestlicher Richtung quer durch Syrien über Palmyra nach T r i p o 1 i, die südliche mit Südwestkurs durch das nördliche Transjerdanien nach Palästina, um bei Haifa das Mittelmeer zu erreichen. Obwohl in Kirkuk selbst das Rohöl aus mehreren Quellen..unter eigenem Druck in.Sammellanks fließt und zum Teil auch weiterhin auf der Strecke durch das natürliche Gefälle vorwärts gelangt, so mußten doch auf der langen Strecke eine ganze Reihe von Pumpstationen errichtet werden, da infolge Reibung und Gefälle die Geschwindigkeit des fließenden Erdöls nachläßt. Somit erwies sich die Errichtung von insgesamt zwölf Pumpstationen nötig, die kleinen Städten — in der Wüste neu entstanden —• gleichen. Jede von ihnen bedeckt ein mit Stacheldraüt umzäuntes Gebiet von etwa 40 Hektar; gleichmäßig verfügen sie: über ein Haus für den leitenden Ingenieur, sechs- Gebäude für den verheirateten Stab, einen Zentralblock .für Messe-, Erholungs- und Aufenthaltsräume, nie den Unverheirateten und Durchreisenden dienen. Die Ge- ' samtanlage ist jeweils mit elektrischem Licht, zahlreichen -Baderäumen und Duschen, mit Zentralheizung für die eisigen Wüstenwinter \ind Kühlräumen für die ungeheure Hitze des Sommers versehen. Selbstverständlich sorgte" man in ähnlicher Weise für die einheimischen Schreiber, Arbeiter und Handwerker; überall sind Bäckereien, - Kantinen, Krankenstationen und Apotheken vorhanden und ebenso sorgfältig bedachte man die Frage der Versorgung mit Wasser, das teilweise aus 50 Kilometer Entfernung herbeigeleitet werden mußte. KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon «24- 2-lö Vorstellungen: «. «*, %8. *10 SPenCer T«0y, Vlr8' Bruce fi SCH'A'FFER vi, Mariabuferstraße 37 Neues Programm . Telephon B-20-203 «eginn: Vkk, V»6, Vh9, ftlO STA FA, Marlahilferatraße 120 Telephon B-83-0-68 Wochentags: S, 7, 9 Ufn IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: k, Vt,t, 'A8, 'AIP Clark Gable, Jean Harlow, Waliace Beery Ueberflüssig, zu sagen, daß jede Station ihren eigenen Flugplatz und eine Funkanlage besitzt, und daß Telephon- und Telegraphenlinien hergestellt wurden, die längs der Pipe Line verlaufen. Als Bauherr trat die „Irak Petroleum Company" auf. Sie hatte sich aus der ehemaligen „Turkish Petroleum Cy." im Jahre 1929 gebildet und man erinnert sich noch recht deutlich an die vielen Schwierigkeiten, die damals als Mossulfrage einen eminenten Gefahrenpunkt für den Weltfrieden bedeuteten. Das Kapital der neuen Gesellschaft betrug 4,4 Millionen Pfund, rund 115 Millionen Schilling. Das Geld zeichneten die heutige „Anglo-Iranian Oil Cy.", das ist die bisherige „Anglo-Persian", ferner die Shellgruppe, die Compagnie frangaise des Petroles und die Standard Oil Company of New Jersey. Sie sind jede mit je 233/i Prozent beteiligt, während der Rest von 5 Prozent von der Gesellschaft des in Petroleumsachen berühmten Armeniers G u 1 b e k i a n übernommen wurde. Die Konzession umfaßt das Gebiet südlich des dreiunddreißigsten Breitegrades und östlich des Tigris, wogegen die ebenso reichen Gebiete zwischen den beiden Strömen Mesopatamiens und' westlich des Euphrat der „British Oil Development Cy" gehören, die letzthin wegen des angeblichen Ueberganges der Majorität in italienische Hände viel von sich -reden machte. Auch diese Gesellschaft denkt daran, mit der Ausbeutung ihrer Bodenschätze zu beginnen, Tjedoch nicht mittels einer Rohrleitung, da das Rohöl |in ihren Gebieten weniger flüssig ist und daher voraussichtlich nur mit Bahn abbefördert werden kann. Bereits trägt man sich mit dem Gedanken, eine große neue Eisenbahn zu diesem Zwecke zu bauen, die den alten Traum der Verbindung nach Bagdad mit einem Schienenweg verwirklichen würde. Um die Streckenführung der vor einem Jahr eröffneten Pipe Line gab es zwischen den französischen Interessenten und den Engländern jahrelang einen zwar stillen, aber um so hartnäckigeren Kampf. Die französische Oelgesellschaft, deren Aktien in den Händen des Staates liegen, bemühte sich um eine Vei'legung der Leitung nach einem französisch-syrischen Hafen. Doch der englische Einfluß siegte, obwohl anscheinend das Kompromiß von zwei geti-ennten Leitungen gefunden war, anscheinend, weil die französische Strecke ohne Oel bleibt, wenn es die Engländer so wollen und in Kirkuk oder Hadetta die Ventile schließen. Denn die Quellen und der Hauptstrang liegen in einem Gebiet, daß Ausschließlich englischem Einfluß untersteht. Aus demselben Grund würden die Italiener, vorausgesetzt, daß. die „British Oil Development Cy." demnächst zu arbeiten beginnt, im Ernstfall kaum mit Erdölprodukten aus dem Irak rechnen können. Die G e s am t ko s t.e n für den Bau des Riesenwerkes werden auf rund 37 0 Millionen Schilling geschätzt. Die Röhrenleitung, soll nach dem im Jahr 193a mit der Regierung des Irak abgeschlossenen Konzessionsvertrages eine Gesamtkapazität von jährlich 3 Millionen-Tonnen besitzen. In Wirklichkeit beträgt sie Von S 2 Wochenrafon «r« hallen Sie alle Gegenstände in größter Auswahl und beater Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 122-124 Telephon B-32-2-24, B-35-6h;55 jedoch heute schon gegen 4 Millionen Tonnen, da nach den neuesten Angaben im Monat etwa 350.000 Tonnen Rohöl westwärts fließen sollen. Davon geht der größere Teil nach dem französischen Hafen Tripolis, der im ganzen 15 Tanks zu je 12.000 Tonnen besitzt, aus denen von <JAi Schiffen innerhalb 24 Stunden 72,000 Tonnen RotM?* übernommen werden können. In Haifa stehen vorerst nur zehn gleichgroße Sammeltanks, aus denen die Tankschiffe täglich bis zu 42.000 Tonnen übernehmen* Interessant ist hiebei, daß die Franzosen zur Füllung der Dampfer keine Pumpstation brauchen, weil der höchste Tank etwa 70 Meter, der niedrigste immer noch 35 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In Haifa hingegen mußte« auf Molen zwei Stränge bis weit über einen Kilometer hinein ins Meer, verlegt werden. Der Stand und die Bewegung des Erdöls unterliegen über das ganze System der Leitung hin einer genauen Kontrolle, deren Hauptquartier sich in Haifa befindet. So werden beispielsweise Tankstand, Temperatur, Pumpendruck stündlich mit Telegramm nach Haifa durchgegeben. "An dieser Kontrolle arbeiten in jeder, einzelnen Station drei besonders befähigte Beamte mit einem Schichtwechsel von acht Stunden, andauernd "beaufsichtigt von einem europäischen Funker. So wie ein Fehler nachzuweisen ist, ja sogar wie. der geringste Zweifel am richtigen Funktionieren entsteht/ wird Sofort ein Flugzeug entsandt, von dem aus der dunkle Flecke eines Oeläüatrittes in der Leitung sehr leicht sichtbar ist. Liegt der Fehlerpunkt einmal fest, so achließt, man zu allererst die Ventile der nächsten im Osten gelegenen Station und entsendet sofort eine Wagenkolonne, deren Aufgabe es ist, die Reparatur eiligst vorzunehmen. Marlene Dietrich-Cary Cooper zu Ostern tb Wien. Der neue Marlene-Dietrich-Film der Paramount erscheint zu Ostern in den Wiener Premierenkinos. „Desire" Wurde von Frank Bor zage, unter der künstlerischen Ober* leitung von Ernst Lubitsch gedreht. „Captain Blood." Nicht weniger als fünf große Segler, genau nach Modellen von Ki'iegsfahrzeugen am Ausgang des siebzehnten Jahrhunderts; wurden für diese» Werk gebaut und drei davon bei den Aufnahmen ver? brannt. An Versicherungsprämien wurden allein 200.000 Dallar bezahlt. Die Titelrolle spielt Kertez' Errol Flynn, seine Partnerin ist Olivia de Havilland, die Hermia aus „Sommernachtstraum". Weitere Hauptrollen spielen Rosa Alexander, Guy Kibbee und Lionel Atwill. Die Wiener Uraufführung findet am 27. d. im Schweden-Kino statt. incltfcc nom bclanriten „SBarenfjaus ber Sparfamen" fett aBoöjen fonjequent burrijgefüljri nritb, Bringt täglidj taufenbe Kaufluftige aus «Ken üffiienet JBe3ittctt unb mclett Jßroöinäorten in bic £aöorftro&c 4§, SiKe brängeit fidj um 6a)iff mannbaren . . . jebet null butö) günftigen (Stnlauf [uaten. fr>iet nur einige von ben tfefjertafajungen biefer SBodjc: 51 u s b e r 3) am e n* ,8 o n f e f t i o n s * 3t b* i Ä.sS. iDcarocatuesGatiu, fdjroerc Qualität, 90 br., S 2.90, t e i I u n g:. 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Kommen Sic, raentt mögtid), am Vormittag ,i n ® rfj t f f m a n it. $ie 6onbetangeBote in ben 48 Sajaufenjtetn auf ber Sabotitrafec 48 werben 6tc begeiftertt. $t=Setben--3fIamtfols3mpr., neuefte fttetber^efims, S 3.90, £aro;£meeb für ftleiber unb Sdjofeen S 1.90, £leibcr;58ouclc, teilte SCottc, 100 br., S 2.75, SBott* (Sotngle, ber moberne Äteiber^ unb ^alctotftoff, S 3.90, 9J?oos*(5eorgette, reine Sßotfe, 130 br., S 4.90, Hantel* JBüude, reine SBolle,140 br., S 4.90, SleinmpIUSrjetlanb f. kantet unb Äoftümc, 140 br., S 5.90, 58oucle^ioppe für elegante 3frür)ialjrsmäntc(, reine 313olte, 140 br., S.6.90, gtfcf)grät^oppen f. b. flotten 5rü^tt^rs=aJZantef. reine 333oUc, 140 br., S 8.90. 91 u s b c r 61 r i tf ro a r c n* %t c i 1 u n g: (£l)arineufe;sJteljt;)ofeit für Hainen, fehler« frei, alte (Sr., 98 (<5rofcf)en, 2Bafcf)fetbeu^e(jftrümpfc, 2. 3BaI)l, 98 (Srofdjen, qßoloober Scampoto43Iufcn für 9Jläbä)en unb ßnaben, al(c garbeit u. Ö5r., 98 ©rofc^cit, 3fd)ler 2)amen-2Beften mit langen Slermcln S 1.75, ^erren^ultooer, ärmellos, S 1.75, 3)amciuSd)afiooU-- Sabeanaüge, moberne 9(us[djnütc. S 2.90, fyaüvlattzni 5Babefoffer, guter 33erfä)lufi (46 Zentimeter; lang), S 2.50. g ü r b a s $ e i m: aitobcruc ißorrjaug-^tjftofie, 140 bis 150 br., per Vieler S 1.39, griiHbobenbelag^eftc (bis 3 9Keter), 200 ^tm. br., per Quabratmetcr 8 1.90. ^ot3enan»ivaffee--Seroice, mob. Dcfor, für 6 i'ßerfoneii S 6.90, unb altes, roas Sie fonft noef) braudjeu.. Eigentümer, .Verleger. Herausgeber U3d xsmiMltUÜW RsflflWeiir: Oberbaurat Robert Stricker. — Dru«k: ßsafiKersi- und Verlags-A,-G. Ignaz; Steinmann, beide .Wien, Jg., Uaiyersltätestraße q~8,