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Die neue Welt · 1936-03-17 · Heft 546 (17.3.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 546 (17.3.1936)
Date
1936-03-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DDE NEUE WELT tfr. 546 vom 17. März 1936 ■Mf>mp*-*™'- ^■:-^.m&i Wi Von S 2 Wochenraten «rhalten Sie all« <feg«nstaitcle In größter Auswahl und beater Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 123*124 Telephon B-32-2-24, B-35-6-55 Ein Jahr Nahariah Bericht von Jacob Josefsberg (Nahariah-Haifa) Wenn man nach halbjähriger Abwesenheit in die Heimat zurückkehrt, merkt man, daß der Jischuw sich verändert . hat; daß Erez-Israel wächst und gedeiht. Erez-Israel entwickelt sich trotz der Stagnation, die infolge des italienisch-abessinischen Krieges entstanden ist — von einer Krise zu reden wäre übertrieben —, wenn auch die Bautätigkeit zurückgegangen ist. Es ist auch auf einem anderen Gebiete eine Veränderung zu beobachten: das Land erscheint schöner, das Leben in den Städten ruhiger und bedächtiger. Die leichte Stagnation hat vom zionistisch-sittlichen Gesichtspunkt aus auch ihr Gutes. Die wilde Spekulation mit Migraschim (Bauplätzen) und Häusern ist zusammengebrochen, die häßlichen Bilder beim Cafe Schorr in der Herzlstraße in Tel-Aviv und beim Cafe" Galli-Jam in Haifa sind nicht mehr zu sehen, so manches Oa£6, so mancher Laden ist verschwunden... Zu den gesündesten Erscheinungen der Stagnation gehört der Drang, aufs Land zu gehen; Arbeiter, die beim Häuserbau keine lohnende Arbeit finden, wandern wieder in die jüdischen Kolonien ab; Kapital,, das bisher im Häuserbau Ertrag suchte, wird auf dem flachen Land investiert. Kann man die Entwicklung von TelrAviv, Haifa, Jerusalem, Tiberias, Petach-Tikwah, Rechoboth, Chedera und Natania als normal bezeichnen, so verdient der Aufschwung von Nahariah die Bezeichnung: mädchenhaft. Am 30. Mai 1935, als ich an der Pressekonferenz in Nahariah teilnahm, gab es noch keine Straßen, keine Wasser- und Lichtleitung. Der Boden war fast wüst, nur ein Wohnhaus und zwei Baracken und einige Zelte standen in Nahariah. Heute, ein Jahr nach der Gründung, sieht Nahariah wie ein wohlhabendes ' holländisches Baueradorf aus. Es ist keine Uebertreibung, zu behaupten, daß Nahariah zu den schönsten Dörfern Erez- Israel s gehört. In Nahariah wohnen heute etwa 400 Menschen, un<l zwar 32 Bauernfamilien, 5 Handwerkersiedler, 15 Beamte und Instruktoren und 200 Arbeiter. Die 32 r Bauernfamilien wohnen in 10 Beton- und 22 Holzhäusern, 5 Betonhäuser sind im Bau. Die Siedlung ist von einem Asphaltstraßennetz durchzogen, ein Kanal des regulierten Baches Mafschukh leitet das Wasser durch die ganze Siedlung ins Meer. Ein Feldbahngeleise läuft zwischen den Siedlerparzellen, wodurch die Produkte rascher und müheloser ins Verwaltungsgebäude der Kooperative befördert werden können. (Ein Wasserturm speist die Siedlung hinreichend. Von der Ruthenbergschen Ueberlandzentrale erhalten die Siedler elektrisches Licht.) Die schmucken Bauernhäuser mit den roten Ziegeldächern, umgeben von blühenden Gemüse-Plantagen und Ziergärten, bieten einen herzerfrischenden Anblick und beweisen, daß im verflossenen Jahr in Nahariah viel Energie, Fleiß und Liebe aufgewendet worden sind. Die Siedler sind in einer Kooperative organisiert, die dem Siedler die Sorgen betreffs des Einkaufs von Futtermitteln und Rohmaterialien sowie des Absatzes der Eier und des Gemüses in Haifa abnehmen, d. h. der Genossenschaft „Tnuwa" in Haifa liefern. Im Jänner 1036 wurden hunderttausend Stück Eier und für pal. Pfund 50.— Gemüse aller Art zur Lieferung gebracht. Bei Fertigstellung der ganzen Siedlung sollen monatlich lVi Millionen Stück Eier und für pal. Pfund 2000.— Gemüse abgeliefert werden. Nahariah besitzt bereits eine Volksschule mit 20 Kindern und einem Lehrer. Sehr schnell werden hier die (deutschen) Kinder hebräisiert. Ein siebenjähriges Mädchen aus Berlin, mit dem ich hebräisch sprach, bemerkte, daß ich mich der Grammatik nach falsch ausdrückte und rief mir freudestrahlend zu ,,lo nachon" (nicht richtig). ' In der Baracke, in der sich provisorisch die Schule befindet, ist vorläufig auch die Synagoge untergebracht. Im Herbst werden ein Schulgebäude, die Synagoge und ein Bet-Am (Volkshaus) errichtet werden. Fast 90 Prozent der Siedler stammen au3 Deutschland. Es sind; Zionisten und zum Teil' gewesene Mitglieder des assimilatorischen „C. V." (Zentralverein deutscher Staatsbürger). Alle haben das ernste Bestreben, sich im Land zu verwurzeln.-Es: gibt unter.-den Siedlern drei Augenärzte, , zwei Zahnärzte,, einen Rechtsanwalt, eine Studentin-der Mathematik, 'einen Ingenieur- Agronomen (der 200 Bienenstöcke aufgestellt hat), zwei Direktoren, einen Prokuristen, Kaufleute, Handlungsreisende und Handwerker. Alle gehen in ihrer Arbeit auf, fühlen sich wohl und hängen mit großer Liebe an ihrsm Naharial. Iii der Handwerkersiedlung leben zur Zeit sechs Handwerker, unter anderen ein Klempner, ein Glaser, ein Zimmermann, ein Tischler. Ferner 15 Beamte der Kooperative und Instruktoren der Gesellschaft. Ein großes Hotel und Restaurant ist im Bau. In der Mustersiedlung Nahariah sind etwa 200 Arbeiter beschäftigt, die zum Teil der sozialistischen, zum Teil der nationalen Arbeitevgewerkschaft angehören, darunter zwölf Juden aus dem Dorfe Pekiin bei Safed — eingeborene Juden, die sich als Nachkommen der Juden betrachten, die zur Zeit des zweiten Tempels im Oberen Galil lebten. Mit Stolz sagte mir der „Chächam" (Raw), ein 65jähriger Mann: „Anachnu lo hajnu b' chuz l'arez" (Wir waren nicht in der Diaspora). Die Pekiiner Juden sind als gute Landwirte bekannt und sind von den Siedlern wegen ihres Fleißes, ihrer Bescheidenheit und Frömmigkeit gut gelitten, ihr „Chacham" liest an jedem Schabath in der Synagoge aus der Thora den Wochenabschnitt vor. Es gibt in Nahariah auch eine „Wiener Arbeiterkolonne", die entwicklungsfähig ist. KINO'PRO&RAMME $ KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: *, Vc0,'A10 Gefahr im Dunkeln Roberl Taylor, Cin Parker SCHÄFFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 ueglnn: %*, %t, ttio mit Freddie Bartholome* STAFA, VII Mariahilf erstraBe 120 Telephon B-38-0-68 Wochentags: 5, 7, 9 Uht VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 4, %6, %8, WO Sdiwarze Faiai Clark Gable» Jean Marlow« Wallace Beery Lieferungsvergebung. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangt die Herstellung von Fundamenten für Grabsteine und Grabsteineinfassungen aus Beton, resp. armiertem Beton samt dem erforderlichen Erdaushub für die Zeit vom 1. Mai 1936 bis 30. April 1937 auf dem Zentralfriedhof, I. Tor, und Neuen Friedhof, IV. Tor, Wien, XI., Simmeringer Hauptstraße, zur Vergebung. Jene Firmen, welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Freitag, den 2 0. März 19 36, dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welchem auch während der Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Bezirksgruppe Landstraße, III., Landstraßer Hauptstraße 9, Mittwoch, 20.15 Uhr: „Organisierte Selbsthilfe als Abwehr". Herr Benno Deutsch. (Die Aufgaben der Sektion Handel und Gewerbe im B. J. F.) Austritte am dem Judentum Fischl Erich Herbert, Schauspielschüler,, geb. 12. Juni 1916 in Wien, ledig, IXi, BleichergasseV 13. — Zeisel Arthur, Handelsangestellter, geb. 6. Februar 1910 in Wien, ledig, XVII., Mayssengasse 15. — LipsohUtz Franz, Stud. phil., geb. 22. Mai 1914 in Wien, ledig, XIX., Hartäcker3traße 18. — Schlifka Hermine, geb. 1. April 1892 in NSmetprona, Mauer bei Wien. — Rosenstock Steffi, geb. 26. Februar. 1912. in Wien,, ledig, I., Schubertring 6. — Spiegel geb. Sauer Elsa, Rentnerin, geb. 21. Jänn. 1877 Zwittau, verw.. XIX., Felix-Motl-Straße 35. -- Denkmann geb. Steindachner Ernestine, geb. 1. Jänner 1892 Wien. ger. getr.. X., Favoritenstraße 153. —■ Spitzer Wilhelm, Taschnergehilfe, geb. 29. Dezember 1906 Wien, ledig, VIII., Elindengasse 13. — Ehrenfeld Alexander, Friseurgehilfe, geb. 16. März 1914 Tricst, ledig, III., Wassergasse 16. — Schneider geb. Rosenthal Lilly, geb. 6. November 1905 Wien, verh., III.; Custozzagasse 13/5. — Reschel Rosa, geb. 9. August 1916 Wien, ledig, XII., Malfattigasse 37/10. — Waloch Kurt, Elektriker, geb. 9. Februar 1913 Wien, ledig, VIII., Pfeilgasse 16. — Mach Erwin, geb. 25. Juli 1921 Wien, ledig, XI., Hauffgassc 12. — Sruh Gottfried Konrad, Textiltechniker, geb. 24. Juni 1917 Wien, ledig, XVII., Herbeckstraße 75. — Löff Angela, geb. 31. Mai 1886 Schuppertholz, verw., XIII., Hollergasse 48. — Kantor Rudolf, geb. 7. April 1898 Wien, verh., XL, Sedlitzkygasse 37. HELIOS-KINO II, Taborstraße 36 Telephon R-41-3-50 13. bis 19. März Greta Garbo Anno Karenho Premiere in den „Jüdischen Künstlerspielen". Freitag, den 20. März, zum erstenmal ,,Scha, der Rebbe geht" mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle. —, Samstag, den 21., und Sonntag, d©n 22., Wiederholung. „Das Land der Verheißung", der großartige Palästina-Tonfilm der Fox, der bisher von 20.000 Besuchern in Wien bewundert wurde, wird am kommenden Sonntag, den 22. d., vormittag 11 Uhr im Imperial-Kino, I., Rotenturmstraße, gespielt. Besondere Bedeutung erhält diese Aufführung, mit der die Serie der Sonntags-Vorführungen dieses Films vorläufig abgeschlossen wird, dadurch, daß Frau Irene Harand, die Herausgeberin der „Gerechtigkeit" und Vorkämpferin gegen den Antisemitismus, sich freundlicherweise bereit erklärt hat, vor dem Film zum Publikum zu sprechen. Für diese Aufführung mächt sich begreiflicherweise schon jetzt größtes Interesse bemerkbar, so daß sich rechtzeitige Besorgung der Karten unbedingt empfiehlt. E * Der Palästina-Tonfilm „Das Land der Verheißung" wird in dieser Woche vom 17. bis inklusive 19. täglich in drei Vorstellungen im Nestroy-Kino, IL, Praterstraße, gespielt. Der neue Marlene-Dietrich-Film in Wi«n Wie wir erfahren, wird bereits in nächster Zeit der neueste Marlene Dietrich-Film;,.Desire" in Wien zur Uraufführung gelangen. Dieser Film ist der erste, der unter der künstlerischen Oberaufsicht Ernst Lubitsch', und zwar unter der Regie Frank Borzages, entstand. Gary Cooper ist der Partner der Dietrich in diesem. Film, dessen Musik von dem bekannten deutschen Komponisten Friedrich Holländer. Der elektrische Stuhl. Unter diesem Titel bringt die Metro kommenden Freitag im Kreuz-Kino einen neuen Kriminalfilm herau3, welcher die eigenartige Tätigkeit amerikanischer Kriminalreporter, ihren Kampf und ihre Zusammenarbeit mit \ier Polizei in eindringlicher Weise schildert. Spencer Tracy, einer der bedeutendsten Charakterdarsteller des amerikanischen Films, spielt die Rolle eines. Reporters, welcher wegen seines unglaublichen Spürsinnes in Kriminalangelegenheiten den Spitznamen „der Mord-Reporter" führt. toe!d)e vom hefannten „SBarenJjaus bet Sparfamen" feit SBodjcn fonfequent butä)gefüfirt toirt, Bringt täglidj taufenbe Äauftu|ttge aus aflen SBienec Sejwlett unb rieten $rorin3orten in btc Saborftrafce 48. SUtc brängen [Wj um Sa)iffmann*2Barcn . . . jebet will butay günftigen Cinfauf fnoten. $ier nur einige von beti tfebertafdjungen biefet 2Bodjc: 21 u s her Samen ^Äonfeftions* 216* t e i1 u n g: Hubertus ßoben * SKäntel, Xrenä)f affon, S 10.90, bunfelblaue SOZäntef, elegante $errenfajfon, S 15—, 5Boucles2Käntef, gana Ä.-Seibe gef., S 19.—, moberne grübjaljrs*2Jläntel, glatt ober engl, gem., gana Ä.sS. SKongoi gef., S 29.—, grüfijafjrs^omplets aus engl. gem. 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(SRefte bis 5 SKeter), per ajieter .S 1.50, Ä.sSetben^ongoI, [cfjöne färben, S 1.90, &.*Seiben* gatUe, ftrapaafätjtges ajlantetfutter, 80 br., S 1.98, 51ud) Sie fotten Shten Sßortcil mähten. Rommen 6ie, toenn möglid), am Vormittag 3 u S cfi i f f m a n n. Sic Sonderangebote in ben 48 S(fiaufenftern auf ber Xaborftraöe 48 toerbett Sie hegeiftecn. Ä.*S. 9Jlarocatne-Satin, fefimere Qualität, 90 br., S.2.90, Ä.*Setben*gIamifoIs3mpr., neuefte ÄleibersDeffins,- S 3.90, Äaro^meeb für Äletber unb Sö)oDen S 1.90, Äieibers33oucle, reine 2ßolte, 100 br., S 2.75, 213ou% Coingle, ber moberne Äleiber* unb 5|3aIetotftoff, S 3.90, K)?ooss©eorgette, reine SBotte, 130 br., S 4.90, äftantel* SBoucle, reine 2ßoUe, 140 br., S 4.90, SRetnmoIIsSfietlanb f. SJJäntel unb Äoftüme, 140 br., S 5.90, «ouete^oppe für elegante giüfijabrsmäntet, reine SBoIIe, 140 br., S 6.90, gifd)grät*9toppen f. b. flotten grüljjaljrsiattantcl, reine 9BoUe, 140 br., S 8.90. SlusberStricfroarenY Abteilung: ^armeufes^e^Bofen für (Damen, fefilers frei, alle (5r., 98 ©rofajen, SBafdjfeiben^e^ftrümpfe, 2. SBahl, 98 ©rofdjen, ^ßolo» ober Scampoto.^Iufen für 9JIäbd)en unb Knaben, atle garten u. ©r., 98 ©roftrjen, 3fä)Ier 3)amen*2Beften mit langen Vermein S 1.75, £errens$ulloüer, ärmeltos, S 1.75, ©amensScfiafmofl* SBabeanaüge, moberne Slusfdjnitte, S 2.90, ^artplatten« SBabefoffer, guter a3erfd)Iu| (46 3eniimeter lang), S 2.50. Öf ü r b a s $ e t m: SKoberne ^or^ang^ie^ftoffe, 140 bis 150 br., per 9TCeter S 1.39, 3uPobenbelags9lefte (bis 3 SWeter), 200 3tm. br., per Quabratmeter S 1.90. SßoraenansÄaffeesSeroice, mob. iDefor, für 6 5|Jerfonen S 6,90, unb'aües, roas Sie fonft nod) braüfben. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortltche.r RedaKteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck; Druckerei- und Verlags-A.-G, Ignaz Steinmann, beide Wien, IX., Universitätsstraße 6—8.

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