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Die neue Welt · 1936-03-10 · Heft 544 (10.3.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 544 (10.3.1936)
Date
1936-03-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT * Nr. 544 vom 10. März 193$ '<v£l A 15 Von S 2 Wochanraftn *rhalten Sie alle Gegenstände in gramer Autwahl uno betler Qualität bit 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggaste 122*124 Telephon B-32-2-24, B-35-6-55 AUS PALÄSTINA Jüdische Bodenkäufe im fahre 1935 Aus Jerusalem: Nach Angaben der Statistischen Abteilung der Zionistischen Exekutive gingen 1935 in Palästina Bodenflächen in einem Umfange von 72.905 Dünam (1 Dunam 1000 Quadratmeter) in jüdischen Besitz über. Diese Fläche umfaßt sowohl städtischen wie ländlichen Boden." Die Berechnung bezieht sich nur auf Käufe, die bereits offiziell in den Grundbüchern registriert worden sind. Auf die Bezirke des Landes verteilen sich diese Käufe in folgender Weise: Bezirk Jaffa und Ramie 6450 Dunam, Gaza 1750, Haifa 5803, Akko 2095, Tul-Karem 1658, insgesamt in den Bezirken entlang der Meeresküste 17.756 Dunam. Im Emek Jesreel wurden 6933 Dunam erworben, im Jordantal 18.867 Dunam. In der Gebirgsgegend gingen im letzten Jahre 4849 Dunam in jüdischen Besitz über, davon bei Jerusalem 3431 Dunam, bei Hebron 769 Dunam, Safed 554 Dunam und Sichern 95 Dunam. In den südlichen Teilen des Landes, in der Umgegend von Beer-Seba, wurden, durch Juden im letzten Jahre 24.550 Dunam erworben. Im Jahre 1934 betrug der von Juden neu gekaufte Boden 62.114 Dunam (ohne das Gebiet der Hule- Konzession), 1933: 36.992 Dunam, 1932: 18.893, 1931: 18.585 und 1930: 19.366 Dunam. Die Summe der Hypotheken, die im Jahre 1935 im Grundbuch eingetragen wurden, betrug über 7,000.000 Pfund. (Palcor.) Aegyptisch-palästinensischer Handel Kairo (Palnews): Nach der ägyptischen Handelsstatistik ist der ägyptische Export nach Palästina in den ersten elf Monaten 1935 auf ägypt. Pf. 458.174 gegenüber ägypt. Pf. 370.441 in der entsprechenden Zeit des Vorjahres gestiegen. Der palästinensische Export nach Aegypten hat sich von ägypt. Pf. 128.303.auf ägypt. Pf. 177.265 erhöht. Der Gesamthandel zwischen beiden Ländern ist also von ägypt. Pf. 0,50 auf 0,64 Millionen, das heißt um 27 Prozent, gestiegen. Das Handelsbilanzpassivum zuungunsten Palästinas ist von ägyptische Pf. 242.138 auf ägypt. Pf. 280.909 angewachsen. Vor der Wahl des Oberrabbi'ners ■<■• ■'' Aus Jerusalem: Demnächst wird die Wahl des neuen Ö b'err abbiners f ür - Pal äs tinä, an Stelle von Raw Kuk s. A., stattfinden. Der Oberrabbiner wird von "den 28' Vertretern aller größeren jüdischen Ge-' meinden des Landes gewählt werden, die vom Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) ernannt werderf. Von den 28 Wahlmännern entfallen auf Jerusalem und Tel-Ayiv je 6, Haifa 4, Rechobot 2, Petach-Tikwa 2, Rischon Lezion 2, Safed 2, Tiberias 2, Hebron 1 und Chedera 1. (Palcor.) "Verstärkte Nazi-Tätägkeit in Palästina Aus Jerusalem: Die jüdische Presse weist auf die verstärkte Nazi-Tätigkeit unter den Deutschen Palästinas, besonders unter den - Haifaer Templern, ' hin und {ragt die Regierung, warum' sie nichts gegen die scharfe antisemitische Propaganda der von Goebbels gesandten Emissäre unternimmt. Bis jetzt habe die Regierung lediglich Maßnahmen gegen die Teilnahme von Regierungsbeamten an den Nazi-Umtrieben getroffen. Ein tschechischer Sachverständiger Aus Marienbad: Der Leiter der Kurbadeanstalten in Marienbad, Ing. Doberauer, ist nach Tiberias in Palästina, wohin er als Sachverständiger von der Gesellschaft The Haraai Tiberia Hotsprings berufen wurde, abgereist. Ing. Doberauer wird dort in einem auf zwei Wochen anberaumten Aufenthalt die Richtlinien für die Verwertung der neu gefaßten und aus' der Römerzeit bekannten Tiberias-Warmquellen zu Badekuren festlegen. Die Gesellschaft beabsichtigt den Bau eines modernen Thermalbades. Aus Holland Die Nationalsozialisten in Holland hatten durch ihren „Führer" Müssert wiederholt die Erklärung abgegeben, daß Rassenhaß ihnen fremd sei und sie darum auch den Antisemitismus ablehnen. Wie ernst diese Erklärung au nehmen ist, hat sich jetzt gezeigt. Im holländischen Parlament machte der Abgeordnete B o o n (Freiheitabund) den JuMizminister darauf aufmerksam, daß auf der Kalvenstraat, der Hauptstraße Amsterdams, in einem Laden der Nationalsozialisten der „Sturmer'Vdaa antisemitische Hetzorgan Hitlers und Streichers, verkauft wird. Er zitierte aus dem Blatt folgende Stelle: „Durch die Jahrtausende hinfort Häufte der Jude Mord auf Mord. Der Jude läßt vom Morden nicht, Bis Ihn erreicht das Weltgericht. Unter Berufung auf das „Gesetz zum Schutz der öffentlichen Ordnung" vom 19. Juli 1934 forderte Bloom den Justizminister auf, ein Strafverfahren gegen die Verkäufer einzuleiten. * Das Haager Stadtgericht verurteilte den bekannten Antisemiten und Parteigänger des Nationalsozialismus in Holland Dr. P. Molenbroek wegen Aufhetzung eines Teiles der Bevölkerung gegen einen anderen zu 300 holl. Gulden oder 100 Tagen Gefängnis. Molenbroek, der 75 Jahre alt ist, hatte in einer Reihe Broschüren und Artikel beleidigende Aeußerungen gegen Juden und Judentum getan. Vor Gericht erklärte er, er habe nur den jüdischen Geist bekämpft, sich somit nicht der Aufhetzung von Bevölkerungsteilen gegeneinander schuldig gemacht. * Der Senat der berühmten alten Leydener Universität beschloß, keine Delegation nach Heidelberg zu entsenden, und gab als Motiv an, daß die Universität Leyden nur zu Jahrhundert-Jubiläen Delegationen entsendet. Die Zeitungen kritisieren diese Art der Begründung und erklären, die Universität Leyden hätte besser getan, sich die Antworten von Oxford und Birmingham als Beispiel zu nehmen und offen zu sagen, daß die Zurückweisung der Einladung deswegen erfolgt ist, weil jüdische Professoren und Studenten in Heidelberg weder lehren noch lernen dürfen. Furfwängler abgelehnt Alis New York (J. T. A.): Gegen die Wahl Wilhelm Furtwänglers zum Gastdirigenten des New- Yorker Philharmonischen Orchesters machte sich in der Oeffentlichkeit eine heftige Opposition geltend. Man weist darauf hin, daß Furtwängler, der nun doch mit dem Naziregime sich ausgesöhnt hat, kein gern gesehener Gast in Amerika sein kann. Eine Gruppe von Förderern des Philharmonischen Orchesters unter Führung des bekannten .New-Yorker Geschäftsmanns I. Ä. Hirschmann kündigt den finanziellen Boykott des Orchesters an, falls nicht die Berufung Furtwänglers zurückgezogen wird. Hirschmann erklärte dem J.-T.-A.¬ Vertreter, seine Gruppe werde, falls sie mit ihrer Forderung, nach Ausladung Furtwänglers nicht durchdringt, ein neues Philharmönisches Orchester gründen, „das nicht von einem gefesselten und durch zwiefache Verantwortung vergifteten Künstler geleitet sein wird", Bürgermeister LaGuardia erklärte, er werde seinerseits alles Erforderliche tun, daß der Beschluß, Furtwängler nach New York einzuladen, nicht verwirküeht werde. Zu zeitgemäß billigen Preisen fertigt erstklassig an; Orig. Salzburger Dirndlkleider, Stickereien, Tücher, GÜrJel, Schließen, Münzehknöpfe im Miedersalon, B. Pe*ä, I-, Qöttweihergasse 1. Zur Messe: Burg, Saal.M, Koje 515$. ♦ ' Frau Sparsam empfiehlt Ihnen/ überlegen Sie vor jedem Wareneinkauf gründlich, wie und wo Sie durch günstigen Einkauf Geld ersparen itönnen, ohne daß die Qualität darunter leidet. 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Sonntag, den 15. d.« nachmittags bei ermäßigten Preisen die Purimkomödle „Königin Esther", mit Sevilla Pastor und Erna Siegler in den Hauptrollen. Deutsches Volkstheater. Wie man englischen Politikern und Gentlemen Geld für wissenschaftliche Zwecke abknöpfen muß, zeigt das neue Stück „Treff-As" in fünf vergnüglichen Bildern. Dem jungen Forscher, der den Erreger der Schlafkrankheit entdecken will, geben die Herren keinen Penny, im Spiel — natürlich durch falsches Spiel — gewinnt er ihnen aber ein Vermögen ab. Den Gelehrten, der sich auf so absonderliche Weise helfen muß, gibt Attila H ö r b i g e r herzhaft und natürlich, sehr gut seine hübsche junge, von ihm vernachlässigte Frau, Höh lene Sieburg, ausgezeichnete Typen schufen Kurt Lessen,; Hans Olden, Karl Ehmann, Franz Schafheitun. Groteskanmutig Jane Tilden. ' „Ostjüdische Dichter". Donnerstag, den 12. März« 19.15 Uhr, im Jüdischen Kulturtheater (L, Kai 3) ein Abend „Ostjüdische Dichter" (Mendele, Perez, AnskJ, Alejchem, Opatoschu). Es liest: Erich Mann. Einleitende Worter Dr. Z. F. Finkel stein. Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz-Josefs-Kai 3, R-28-2-S6. 20 bis 50 Prozent Ersparnis erzielen Sie durch die Sonderreisen mit „Francopol" nach P o 1 e n und Czern o w i t z, welche an jedem Sonntag stattfinden. Rückfahrt: 17. und 31. März, 14. und 21. April, 5. und 19. Mai, Informationen bei: Polnisches Verkehrsbüro „Francopol", HL, Schwarzenbergplatz 7, gegenüber dem Pohn> sehen Konsulate, Tel. U-16-4-90; Cedok, I., Kärntner-« Straße 32, Tel. 24-4-88, und Reisebüro „Gerngroß", VII., Mariahilferstraße 42, B-38-2-68. „Das Land der Verheißung", der große Palästina- Tonfilm, der nun seit Monaten an jedem Sonntag vor ausverkauften Häusern gespielt wurde, wird nur noch, wenige Male in Matineen gezeigt werden. Die nächste Vorführung, die kommenden Sonntag, den 15. d., vormittags 11 Uhr, im Gartenbau-Kino stattfindet, wird allgemein besonderes Interesse erregen durch die Persönlichkeit des Redners, der sich für diesen Tag zur Verfügung gestellt hat; Dofc tor Egon Michael Zweig aus Jerusalem, dessen zahlreiche Wiener Freunde sicher gern die Gelegenheit ergreifen werden, diesen hervorragenden Zionisten nach langer Zeit wieder sprechen zu hören. Todesfall. Am Vorabend des Purimfestes starb in Oedenburg die Oberrabbinerswitwe Frau Sarah Grünwal d im Alter von 80 Jahren. In der Verstorbenen, deren Gatte 55 Jahre Oberrabbiner der Orth. Gemeinde war, betrauern Oberrabbiner Josua Günwald in Merau, Herr Malkiel Grtinwald in Wien und die Professoren am Jüd. Gymnasium In Budapest, Eugen und Philipp Grünwald, Rabbiner Amram Blum in Klausen^ b u r g, die Mutter und Großmutter. alle Sftaitett oejt es an! Stt bm testen Söoc^e« faty matt iäalidj Saufende aus allen SSHetties Söeafatfen uttS bitten fytoitin&ovtcn bot btn &fj<wfenftew, in freit ajettfanfätanmen ♦ ♦ ♦ frei ®dj*ffmantt, $aW*ft*äfte 48* Sftcte, bic jum etften SRale famen, ftmmtett ühet bit ,W<tt<tbe tez .$ ärlaj&ci:", Stetten bit fcet>Müffenb MHißen ^tseife fii* nmnöajltdj. Oft ifotte «tan Sfcitdttitfc! foie; „3ft baä möfftödj?!". ♦ ♦ „Uwtaumüjl" ♦ ♦ ♦ „©töfeatttß!" itfta, Muä) btt\c 2öötf)e *tetctt tot* in a#e*t 2tW**Xtmöctt eettfatum&^teifc, fck fretoeifett, £a fe ba 3 „28arenljatt3 bet Sfcatfamen" feilten Flamen mit Uktfjt füljtt unb feinen 9fctf al$ „genitale bet Sötttia^eit" tvvtlttd) toebtent. &it* nnt einige tum ben triefen äüät3*^enf«ttionen: . ' 3n>er £onfeftions 2lBteiIung: 8oucle%3KänteI, gana iUSeibc gef. S 19.— SDToberne <Jtü> jaftr^äntel, glatt ob. engl, gem., gans Ä.sS.*2Jtonßol-. gefüttert S 29.—, 3teüige grü&jafjrs^omplets aus engl, gem. SBotlftoffen ppatetot, Sajofe unb Scf)otten*<31ufe S 24.—, Slparte ö-rüöiafirss&oftüme, $a(fe xüctoätis. mobein gesogen, £.--6eibe gef. S 29.—, Ä.--S.-9J?ongoIs58(ufen mit langen Stermeln S 4.90, £ofenrö?fe aus neuen grüfi'jafirsftoffen S 11.90, SBoßfioff* ober jt*S,s3Hongol5.metber mit langen Stcrmcln S 9.—, Stüters* fleiber aus. 2BoUftoffen, mit Ä.=SeibensSä)otten fom&imert S 19.—, Slpartc 3erfens£leiber S 14.—, 3Koberne $amen*£üte mit SSIumengejtetf S 2.90, Damett^ojcalf* ob. SämifcfcScfniije S 11.90. 3n unferet 6 ö) tue mm e: ©eblumte Sitnbl S 1.90, 3epfiir?£aus fjeiber S 1.90, (Stamm*£(eiber (einwürfe) S 1.90, §d)!afrö'cfe in Xupfmuftern S 2.90. 3n ber Stof f*.2IBieUung: Ojforbe für SBäfäje unb Äleibet («Refte bis 5 Mix.) p. 2Jitr. 59 ©roföjen, Sala&urger £>iwbl*3epbire, l)Cnl. Sd)ottenmufter (Dlefte ois 5 Mit.), 98; <5rofä)en, 2KobesSc$ott<m*23oucle, inbantfjreneäjt "S 1.75r aRattfeiben5„ßnon^3mpr., (Slefte Bis 5 IDltr.), p, SWtr. S|I50, Ä.^eibensaWongoi, fdjöne Kleiber* unb gutterfarben S 1.90, ^.sSeibens(5eorgette, 90 breit S 1.90, Ä.sÖeibensXmiKsSmpr., bas fäjmiegfame Äleibergemebe S-1.98, Ä.sSetben-gatUe, ftrapaafä^iges ajlantelfutter, 80 cm S 198, Ä.--Seiben*aWarocain*Satin, fernere Qualität, 90 breit S 2.90, Ä.s6eibensafiamifoI^mpr., neuefte Äteiber-.Seffins S 3.90, Äaf^anette für Äleiber, per ajleter S 1.90, 3leinmoU*Äleiber^oppen S 2,40, fteinaou:* ManttUIBoMU, 140 Breit S 4.90, 9lemmott*Sf)ettattb,' für Wäntti unb Äoftüme, 140 Breit S 4.9Q etc. Wiegen <3ie noeft ^eute nnfete 48 «tfHmfenftet, 3)ie „tyambc bev ®ä)lamu etffätt, Umrut« ^anfenbe atteö fiei uns frmfen* n»eit Sie autf) nutfjnen — <Sc^iffmnnn)S ««nfatitmcit — toetbtn %hncn btn SBeg Jahnen! ^«mmen <&ii, toenn mütifMfy, fc^on t>ots mittag a** ettofjenbofnt: 0, V, C II., Srtborftrofte 48 Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicier Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druclt! 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