Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 542 (3.3.1936)
- Date
- 1936-03-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r ttr. 542 vom $. Mar« 1036 die Neue welt Seite! &mi mm 3&. 'C* in SSE %5 ss* fluneroröenlliche Ermößisunsen nach PAUSTINA PURIMREISEN 'N*-.-> $f 2d Hinfahrt bis 31. März 1936, Rückfahrt bis 31, Mai 1936 mit 50% bzw. 30% Ermäßigung von S 350a" aufwirt« auf H/ntind Rückfahrkarten FRUHLINGSREISEN Hinfahrt vom I.April bis 23. Mai 1936, Rückfahrt bis 24. Juni 1936 mit 10% Ermäßigung auf Hin. und Rückfahrkarten von S MO.- aufwärts mit «0«A Ermäßigung auf einfache Hinfahrt von S 800.- auf\vür ts Auskünfte: Generalaaentur, Wien I, Kärntnerring 6, «Y«phon U.47.5-60, und all« Raifcbureaux AUS PALÄSTINA Dankbarkeit ♦ ♦ * Aus Jerusalem: Die Schüler der arabischen Ackerbauschule in Tulkarem stehen zum Protest dagegen, daß die Regierung die Uebertragung von Ländereien im Gebiete von Beisan an den Jüdischen Nationalfonds bestätigt hat, seit zwei Tagen im Streik. Die arabische Ackerbaüschule wurde aus den Mitteln errichtet, die der jüdische Philanthrop Sir Eli Kadoorie für die Förderung der palästinensischen Landwirtschaft hinterlassen hat. Palästina-Einwanderung im Jänner 1936 Aus Jerusalem: Wie in der ,,Officlal Gazette" bekanntgegeben wird, sind im Jänner 1936 2 432 Juden nach Palästina eingewandert. Von diesen gehörten 297 der Kategorie der Einwanderer mit einem Kapital "Jan mindestens 1000 Pfund an. Juden bei öffentlichen Arbeiten Aus Jaffa (J. T. A.): Auf Verlangen arabische r Arbeiter sind 18 jüdische Arbeiter, die bei öffentlichen Arbeiten in Jaffa beschäftigt waren, sofort entlassen worden. Von der hebräischen Universität Jerusalem Aus Jerusalem: Die Hebräische Universität Jerusalem zählt gegenwärtig 106 wissenschaftliche Mitarbeiter. Die Zahl der Studenten beträgt über 600., Die Einrichtungen für das Chemiestudium wurden bedeutend erweitert, so daß viele Studenten, die bisher ausländische Universitäten aufsuchen mußten, die Möglichkeit haben werden, ihre Studien in Jerusalem zu beenden. Die Abteilung für physiologische Chemie hat ihre Arbeiten im eigenen Gebäude aufgenommen. Laboratorien für Radiologie und experimentelle Pathologie wurden eingerichtet. Für ägyptische und palästinensische Archäologie wurden neue Fachgelehrte gewonnen. Es wurden Maßnahmen getroffen, um die Fertigstellung des Studentenheims auf dem Skopus-Berg zu beschleunigen. In dem Heim soll eine Mensa für die Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter eröffnet werden. Säle für Vorträge und Festlichkeiten sind vorgesehen. Kampf gegen das Schächtverbot Der polnische Rabbinerverband hat bekanntlich auf seiner kürzlich gemeinsam mit den Führern der polnischen Großgemeinden abgehaltenen Beratungen beschlossen, eine Abordnung an den Ministerpräsidenten Koscialkowski zu entsenden, die ihn über das Unrecht, das den polnischen Juden und darüber hinaus dem gesamten Judentum und der jüdischen Religion durch den dem Sejm unterbreiteten Schächtverbotsantrag zugefügt wird, aufklären sollte. Das Präsidium der Warschauer Jüdischen Gemeinde hatte bereits die Zusammensetzung der Rabbiner-Abordnung, der eine Reihe in der gesamten jüdischen Welt bekannter jüdischer religiöser Gelehrter und Führer der chassidischen Bewegung angehören sollte, beendet, als ihm aus dem Büro des Ministerpräsidiums mitgeteilt wurde, daß der Ministerpräsident aus Zeitmangel die Abordnung nicht empfangen könne. Dieser Bescheid hat in jüdischen Kreisen einen sehr niederdrückenden Eindruck gemacht. Inzwischen wird die Aktion der Schächtgegner auf der ganzen Front weitergeführt und von fast der ganzen polnischen Presse unterstützt. Das jüdische Palästina reagiert In T el-Aviv fand eine Konferenz der Rabbiner statt, auf der der aSchkenasische Oberrabbiner von Tel-Aviv, Rabbi A m i el, über die religiösen Probleme Palästinas referierte. In einer Resolution wurde gegen den Plan eines Sohächtverbots in Polen feierlich Protest erhoben. Eine Abordnung begibt sich nach Warschau, um die polnische Regierung zu veranlassen, die Gesefcewerdung des Projekts zu verhindern. Der Waad Leu ml hat eine scharfe Protestresolution gegen das geplante Verbot des jüdischen rituellen Schächten» in Polen gefaßt und an die Regierung in äVarSchau übermittelt, Die jüdische Situation in Polen Bolschewismus, Antisemitismus, Boylcort'Terror Bei Behandlung des Budgets im Sejm sagte Innenminister Raczkievvicz dem Bolschewismus wie der Nationaldemokratie in gleicher Weise Kampf an. Es erregte Aufsehen, als der Minister feststellte, daß die gefährlichen antijüdischen Umtriebe der Nationaldemokratic eigentlich gegen den Staat gerichtet seien. Die antijüdische Hetze habe die durch dieselbe verführte Bevölkerung als auch die mit der Wahrung der Sicherheit betrauten Organe zahlreiche Opfer gekostet. Nach dem Minister sprach der Abgeordnete des Regierungslagers Walewskl, der erklärte, das nationalradikale Lager, das sich mit dem Blut des ersten polnischen Präsidenten (Narutowicz) befleckt hat, setze sich mit seiner nationaldemokratisfchen Mutterpartei auf das „jüdische Pferd c h e n", um eine Attacke gegen den Staat zu reiten. Die Judehfrage in Polen sei in jahrhundertelanger Entwicklung entstanden und könne nicht Von heute auf morgen gelöst werden. Die Führer der Juden sollten an der Lösung dadurch mitarbeiten, daß sie die jüdische Bevölkerung beeinflussen, daß dJese unnötige Aufreizungen (!) unterlasse.. Die jüdische Jugend sei in den kommunistischen Reihen stark vertreten. Gegen die Ausführungen Walewskis wandte sich scharf der jüdische Deputierte Sommerstein. Diejenigen, sagte er, die den Juden vorwerfen, daß sie den Kommunismus propagieren, wissen nicht, daß der Kommunismus der größte Feind des jüdischen Volkes sei. Die Not schafft den Boden für den Kommunismus, und jede Diskriminierung gegen die Juden, jede Verletzung der nationalen Würde des Juden sei dazu angetan, das Gift des Kommunismus in die Reihen der jüdischen Jugend zu bringen. Der Versuch, die dreieinhalb Millionen starke jüdische Bevölkerung Polens aus dem Wirtschaftsleben 2u ellminieren, ist ein antlstaatlichef Versuch. Wir fordern von der Regierung auf Grund der Konstitution das Hecht auf Arbeit und die Möglichkeit, zu arbeiten. Die Atmosphäre de* Boykott-Terrors muß aufhören. Juden dürfen vom Dienst in staatlichen und städtischen Verwaltungen nicht ausgeschlossen bleiben. Es ist aber hoch an der Zeit, daß die Regierung und die polnische Gesellschaft Sich auf die polnische Tradition, der Toleranz und der Freiheitstendenz besinnen. Zweierlei Maß Aus Warschau: Der Ablehnung des Empfanget der Rabbiner-Delegation durch den Ministerpräsidenten Koscialkowski folgt nun eine zweite Maßnahme, die die polnische Judenheit als eine unerhörte Zurücksetzung empfindet: Das Ansuchen des Senators und Rabbiners an der Warschauer Großen Synagoge, Prof. Moses Schorr, im Waschauer Radio einen Aufklärungsvortrag über das jüdische rituelle Schächten halten zu dürfen, wurde abschlägig beschieden. Dabei wurden in der letzten Zeit durch den gleichen Radio-Sender eine Reihe Vorträge verbreitet, die unglaubliche verleumderische Angriffe und Lügen gegen das jüdische Schächtritual enthielten und von Unwissenheit strotzten. Die Ablehnung des Vortrages von Prof. Schorr wurde bezeichnenderweise damit motiviert, daß das Radio als staatliche Institution nur jenen die Möglichkeit zu Vorträgen gibt, die den Standpunkt des Staates vertreten. Wohl» können die deutschen Juden? Der Hüfsverein der Juden in Deutschland übermittelt der J. T.-A. folgende Darstellung: Die wanderungspolitische Lage steht zurzeit im Zeichen mehrfacher Gegensätze. In wirtschaftlicher Hinsicht besteht vor allem der große Kontrast zwischen der fortschreitenden Erholung der wichtigsten überseeischen Einwanderungsländer, wie Südafrika, Brasilien, auch Argentinien, Australien, Kanada und nicht zuletzt die Vereinigten Staaten, und der fast unverändert schweren Wirtschaftskrise in vielen europäischen Landern, die noch 1933 das Ziel Tausender von deutschen'Juden waren. Insbesondere sind es die Länder des „Goldblocks", also vor allem Frankreich. Holland, die Schweiz und Belgien (trotz der Abwertung in diesem Lande), die noch immer schwer "unter der Krise leiden und schon deshalb für eine jüdische Zuwanderung nicht in Frage kommen. Auch die glücklicheren europäischen Länder, wie England und die skandinavischen Staaten (vor allem Schweden), haben durch scharfe gesetzliche Maßnahmen dafür gesorgt, daß eine Zuwanderung nicht erfolgen kann. Im Gegensatz zu den Wirtschaftsnöten fast aller europäischen Länder bieten wichtige überseeische Staaten das Bild s c h,n e 11 e r Erholung, ja teilweise völliger Ueberwindung der Wirtschaftskrise. Vor allem steht Südafrika augenblicklich in einer Periode der Hochkonjunktur. Der Baumarkt ist dort ungemein lebhaft, so daß gelernte Handwerker in diesen Branchen zu verhältnismäßig hohen Löhnen Arbeit finden. Diese Tatsache ist für die jüdische Einwanderung aus Deutschland von umso größerer Bedeutung, als ja Südafrika für .die in den Grenzen des heutigen Reiches geborenen Juden v e rhältnismäßig leicht zugänglich ist, das heißt es wird im allgemeinen nur ein Vorzeigegeld von mindestens 100 Pfund bei der Landung verlangt. In den großen Staaten Südamerikas, besonders »in Brasilien und Chile, besteht zurzeit ein starker Kontrast zwischen dem schnellen Wirtschaftsaufschwung auf der einen Seite und den noch fast un- KINO'PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-1Ö Vorstellungen: », W», ViO, v.io (Kidnapper) STAFA, VII DAVID "'"C:^: COPPERFIELD Wochentags: 5, 7, 9 Uhr mit Freddie Barttiolomew VOTIVPARK DAVID ~" IX, Währingerstraße 12 MüBEDeiEl ff\ Telephon A-18-3-96 VWt^t^EliriEfclJ Beginn; *, H«, Vit, V-.10 mit Freddie Bartholome* STAFA VII Sonntag, 8. März, 7,11 Uhr vorm. Marla^lÄßTA! SOHDIR-VORSTlLiaNC Telephon B-S3-0-68 laM QQT VefneiBlIlig Im Beiprogramm; RUND UM DEN LUZERNER ZI0NISTENK0NQRE8S HEtlOS-KINO 2gJ^.,JSSyW mmmm—mmmmmam wATHARINA fiTTanrsTTaßTS Im DIE LETZTE verändert fortbestehenden rigorosen Einwanderungsbeschränkungen auf der anderen. Es ist zu hoffen, daß die fortschreitende Expansion der Wirtschaft zu einer Lockerung der Einwanderungs-, bestimmungen führen wird. Was die Vereinigten Staaten betrifft, so zeigen sich die amerikanischen Konsulate bei der Erteilung der Visen zurzeit außerordentlich zurückhaltend. So aussichtsreiche und dünn bevölkerte Länder wie Kanada, Australien und Neuseeland bleiben . nach wie vor jüdischen Emigranten aus. Deutschland fast ausnahmslos verschlossen. . . Sind also im Augenblick die Einwanderungsmöglichkeiten noch sehr. beschränkt, so darf man, insbesondere im Hinblick auf die rasche Erholung de*, großen südamerikanischen Länder, eine Besserung dew. Lage für eine nahe Zukunft erhoffen. Unverändert bleiben freilich die aus der Berufsgliederung der deutschen Juden erwachsenden auswanderungspolitischen Schwierigkeiten; denn während für Handwerker, qualifizierte Arbeiter und Landwirte, und vielfach, auch für, weibliches Personal in Südafrika wie in den meisten südamerikanischen Ländern sehr befriedigende Aussichten, vorhanden sind, ist die Unterbringung von Kaufleuten schwierig, und die . von Akademikern, (mit Ausnahme der Ingenieure und Chemiker)) ein noch viel heikleres, ja oft unlösbares Problem. . Die sich hieraus ergebenden Forderungen für die Berufsausbildung der jüdischen Jugend Hegen auf der Hand. Von der Gestapo ermordet I Aus Prag (J. T. A.): Vor einigen Tagen wurde in Berlin der Jude Fritz Baron unter Beschuldigung der „Rassenschände'? von der Gestapo verhaftet, obwohl er mit seiner krisch geborenen Gattin ordnungsmäßig verheiratet war und die Ehe lange vor Verkündung der Nürnberger Gesetze geschlossen worden war. Am 25. Februar wurde , der Gattin in einer kleinen Urne die Asche des Fritz Baron ausgeliefert, mit der Mitteilung, er sei während des polizeilichen Verhörs „plötzlich" gestorben. Niemand glaubt natürlich an die polizeiliche Mitteilung über den „plötzlichen" Tod Barons, da in einem solchen Falle der Witive deich der Leichnam ausgeliefert worden wäre; man glaubt vielmehr, daß der Körper Barons darum verbrannt und der Witwe nur die Asche ausgeliefert wurde, um die Spuren seiner Marterung, die zu seinem Tode geführt haben, zu verwischen. Schwimmklub Hakoah. Das diesjährige interne Eröffnung s s c h w im m e n findet nicht am• Dienstag, den 3. März, sondern am Donne rstag, den 5. März, halb 7 Uhr abends, in der Sporthalle des' Dianabades bei freiem Eintritt statt. Da bei dieser Veranstaltung sämtliche im Training befindlichen Mitglieder starten, werden neben den zahlreich beschickten Kinderbewerben auch interessante Junioren- und Seniorenrennen zu «eben sein, so daß der Abend bestimmt sehenswerten Sport bieten wird. Der normale Badebetrieb'entfällt demgemäß diesen Abend. %-^ ^S\ : " y >äV .#^/0r\ . . . •;, \ . i dl4>v\ I y 1 i •^*\v »V#/ ■ i) ■ w Von S 2 WocHaitrafen er« hatten SHi «II« aaganstttnde in frftlfar Auswahl und baatar aualltlt nto 90 Monat« Krad* SCH LES INGER Vit, Bürge«"« it*«ta« TqUftfr.on &aa&&WhWi