Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 542 (3.3.1936)
- Date
- 1936-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 10 Groschen R E V U Dienstag/ den!♦ Mfitx 1936 lOlahrga*/ l8? Nn 542 V* b« b* "Eitting vom Verleger versendet -i expedlö par l'editeur« .....BEZUGSBEDINGUNGEN: Oeslertelcb monatlich S 1.40, vierteljährig ö 4.—, ganzjährig s 16.—; Polen monatlich Zloty 1.85, vierteljährig Zloty 4.50} Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertel« jährig Dinar 40.-: Eumänlen monatlich Lei 40.-, vierteljährig Xei 120.—; Deutschiana monatlich Mark 1.-, rierteljahrif Mark 3.—: Bnlgarlen monatlich Lewa 30.—,• vierteljährig Lewa 80.—: Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.--; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: IX, Unwersitälsstr. 8, Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitag Hitlers jüdi§die Helfer Um die Verteidigung David Frankfurters t)äs' Blatt Adolf Hitlers, der „Völkische Beobachter^ ,hat in großer Aufmachung berichtet, daß es nunmehr „erwiesen" sei, daß der „jüdische Mörder" des'nationalsozialistischen Führers in der Schweiz, Gustäoff, im' Auftrage der Kommunistischen Internationale gehandelt hat. Das Hitler-Blatt benjtft sich hiebei auf die durch die Weltpresse gegangene Meldung, daß ein Advokat namens Doktor Loria' aus Brünn (Tschechoslowakei) den Gefangenen David Frankfurter besucht und Vorbereitungen für (ie'ssen Verteidigung getroffen habe. Dieser Doktor Loria,. stellt;.der „Völkische Beobachter" fest, ist Kommunist, die Verbindung des Davoser Mordes mit Moskau'also' erwiesen. Wir. haben folgende, die Person dieses Dr. Loria betreff ende Daten ermittelt: Er ist Rechtsanwalt in Brünn. Als Student gehörte er, dem Zuge der damaligen Zeit folgend, der"' jüdischen Verbindung „Zefirah" an; Nach-dem Kriege - wurde er, wieder der ^agesströmung,. folgend, zionistischer. Sozialist und schloß sich : der „Poale Zion" an, um schließlich alle Vefbihdüngen mit dem Judentum zu lösen und der Köjp'munistischen -.Internationa 1 e beizutreten.;Er. bekam auf (iieser Sfeite. einträgliche Be-, aohäftigung' äls :Advokat, uri^auch politische Mandate. " ' > •' Dieser in allen Sätteln reitende Konjunkturjäger Hät;^ die tragische Gelegenheit wahrgenommen, um Wi^er'- eih\Ge$chäft zu. machen;.. Er hat. sich seiner .^üipschen'' Beziehungen vön" ehedem eirjnnöxit,,_wußte sibh .4en.^yerwand^ — weltferne,, •ifib^hqlf^iene^u^en % 4er #jugoWawisehßn;?^y^*;~ yer.Dind,imgeh .ztt' schaffen," fuhr, nach Dävos und ließ i> alle. Welt, rufen, daß der'hervorragende Rechtsapwfejt' ün4. Konununiät. Dr. Loria die Sache Frankfurter;in die Hand genommen; habe. Der typische Fall des; jüdischeh Salonkommunisten. Man löst1 sich vom Judentum/lös . und arbeitet an dessen Vernichtung, tiadi, Moskauer. Rezept. Aber gewisse gesellschaftliche und/ wirtschaftliche Beziehungen zum Judentum hält: man fest und gibt es ein'jüdisches Glück oder Un-' glück,..machb roan. sein Geschäft daraus. So haben sicfr Adolf Hitler und Dr. Loria in der Sache Frankfurtergefunden, beiden paßt es, aus ihr eine kommunistische'Affäre'zu machen. Daß David Frankfurter nie Kommunist; war und nicht als Kommunist, sondern als Jude gehandelt hat, ficht keinen von den beiden aln. beiden paßt es in deh Kram, aus einer jüdischen Sacfye. eine kommunistische zu drehen...... '" Es ist uivte'r solchen Umständen, begreiflich, daß dier; anständigem Schweizer; Judenschäft gegen jeden ünbefügten Eingriff in das Verfahren des Schweizer: C?e.rjchtea." protestiert und gegen :die politischen -Ge--' ipliMi^&cher h. la. Dr.. Lqria Stellung nimmt. Sie. verweist miivFug. und Recht darauf, daß die Sache Frankfurter bei. den Schweizer Richtern Gerechtigkeit finden und; durch. Schweizer Verteidiger vertreten soixi.-wird.:' , ■ ' » -Und so-wie die Juden der Schweiz, so haben die''-'Jud'e.Q;Jn liller. Welt das größte Interesse daran, daß.die S^che Frankfurter bleibe, was sie ist: Eiie j Ü d i s c ft.e *, S a c h e. Damit ist David Frankfurter und der.judenschäft am besten gedient. Die Schweizer Ricjit^r w^eh prüfen und urteilen. Sie werden den jungen Jüden, den. die Schmach und das Leid seines Vojkes zur-Waffe greifen ließen, mit Strafe belegen, ödes freisprechen. Sie werden tun, was ihnen ihr Gewissen befiehlt; und es wird gut sein. r. st* r ,: pr. Curti verteidigt Frankfurter Aw»::Zürich: Laut Meldung des Schweizer Israelitischen JTämUlenblatte's hat Rechtsanwalt Doktor Eugen Curtl <?ürich) die Verteidigung Frankfurter« übernommen. _ p>. Eugen Curti, ein . bürgerlicher Demokrat, Ist in den letzten Jahren auf mehreren öffentlichen Versammlungen wirkungsvoll gegen die Judenverfolgung In Deutsehland und gegen die Ausbreitung des antisemitischen Geistes in* der Schweiz aufgetreten. DieGefarti^ „Ein höchst gefährlicher Vorschlag" — Lord Melchetts Opposition — „Manchester Guardian" entlarvt die Pläne der Regierung Aus London wird uns berichtet: Im englischen Oberhaus fand Mittwoch, den 26. Februar eine Debatte über den Gesetzgebenden Rat in Palästina statt, an weicher sich führende Mitglieder des Oberhauses beteiligten, indem sie gegen dieses Projekt Stellung nahmen. Lord Snell (Labour Party) empfahl an Stelle des Gesetzgebenden Rates zunächst die Durchführung eines sogenannten Zehn jahrplanes zur allmählichen' Enfr Wicklung der lokalen Selbstverwaltung in Palästina. Der bedeutende Politiker Earl of Lytton erklärte den Gesetzgebenden Rät als „einen höchst ge-- f ä h r 1 i c h e n V o r s c h 1 a g", der geeignet sei, das prosperierende Land zu schädigen, und schlug vor, eine königliche Kommission zum Studium der Verhältnisse nach Palästina zu entsenden. ' Einzelne Redner wiesen darauf hin, daß das Parlament auch auf arabischer Seite mißbilligt werde. Lord M e 1 c h e 11 erklärte, daß die Einsetzung eines Gesetzgebenden Rates nur dazu dienen werde, den politischen Führern der Araber Vorteile zu schaffen, die Juden aber ' daran hindern werde, das begonnene Werk erfolgreich zu vollenden. England müsse unbedingt eine großzugige konstruktive. Politik führen. - Das,. Projekt. des . Gesetzgebenden Rates verteidigte.der. Unterstaatssekretär für .die Kolonfen Earl of P I y m. o u t h. Er .- erklärte, daß das Mandat England, zur Entwicklung einer Selbstverwaltung.in Palästina. ..^verpflichte und daß der Oberkommissär Wauchope zur Ansicht gelangt, sei, dieser wichtige Schritt könne nicht länger hinausgeschoben werden. Vielfach sei eine Zusammenarbeit von Juden und Arabern bereits zu verzeichnen. Die Regierung dürfe sich nicht den Vorwurf machen ■ lassen, daß; sie ihr den Arabern gegebenes Versprechen nicht halte, und sie erwarte auch vom jüdischen Volk, daß es. bereit sein werde, sich am Gesetzgebenden Rat zu beteilig gen.. Nach den Ausführungen des Ünterstaatssekretärs erklärte Lord Snell, daß die Antwort der Regierung ihn befriedigt habe und er. daher seinen, .(eingangs eingeführten) Antrag zurückziehe. (Wir werden über die -Debatte noch ausführlich berichten.)! 0F, I B D EN SONNTAG Sonderreisen mit » Francopoi « nach p0ien «et«. nowitz Rückfahrt: 17. und 31. März, 21. April, 5. und 19. Mai. Erstes Polnisches Verkehrsbüro ..FRANCOPOI", Iii-, Schwaizenbergplatz 7, gegenüber dem Polnischen Konsulate, Tel. U-16-1-90. Reisebüro GERNGROSS, VII., MarUhUferstraße 42, Tel. B-38-2-68. Die öffentliche Meinung Englands in bezug auf das Projekt des Gesetzgebenden Rates kommt zunächst in einem . Aufsatz des „Manchester Quardian" zum Ausdruck, eines Organs, das bekanntlich die Interessen der liberalen politischen und wirtschaftlichen Kreise Großbritanniens vertritt. „Manchester Guardian" befaßt sich in seinem Leitartikel vom 28. Februar mit der Palästina-Debatte im Oberhaus und führt aus, daß „mit Ausnahme eines .Ünterstaatssekretärs" (gemeint ist. Earl of Plymouthy n ichteineinzigerRedn er etwas zugunsten des Projekts gesagt habe. Mitglieder aller Parteien hätten sich gegen den Plan gewandt. Der wesentliche Punkt in dieser Angelegenheit sei, daß die Palästina-Regierung die jüdische Bevölkerung, die Anspruch auf vollständige Gleichheit : des Rechtsstatus habe, zu einer dauernden Minderheit stempeln wolle und daß die Araber die, ihnen zugebilligte neue. Stellung dazu ausnützeit würden, die Durchführung des Mandats und die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims zu vereiteln. Die englische Regierung sei entschlossen, ihr« Maßnahmen zur Errichtung des Legislative .Council fortzusetzen und die jüdische Bevölkerung als dauernde Minderheit. zu fixieren. „Dies geschieht", heißt es in dem Artikel, „gerade zu einer Zeit, in de* die Mandatarmacht, mehr als je zuvor eine P o 1 i t i Jf äußerster Großzügigkeit, und Rück* sieht nähme auf . die Juden handhaben. sollten denn, niemals haben sie mehr einen Zufluchtsort nötig gehabt als heute. Trotz der von allen. Seiten dieses Landes kommenden Warnungen ist die Regierung entschlossen, ihren Weg weiter zu gehen, und es> gibt noch andere Anzeichen dafür, daß sie geneigt ist, die Meinung der jüdischen Oeffentlichkeit außer acht zu lassen, die sowohl im Namen der Gerech« tigkeit als auf Grund des Mandats Anspruch darauf hat, gehört zu werden." PalästinasFragen im englischen Parlament TTeber Anfrage des Abg. Gaptain Ca z a!«t Jnl Unterhaus gab der Minister für die Kolonien, J..H. Tho^ m a s, bekannt, daß die geplante Ein sehr änkung des Bodenverkaufes in Palästina sich auf alle Ländereien beziehe, gleichgültig, ob sie im Besitz von Ar ab e r n oder J ud e n, von Großgrundbesitzern oder siedelnden Eigentümern stehen..— Der Abg. Wedg,wo.od verlangte hierauf die Zusicherung, daß das Haus vor der Einführung.. der Verordnung befragt werde, erhielt jedoch k e i n e Antwort. '■- Captain Cazalet fragte den Kolonienminister weiter, ob er mitteilen könne, wieviel Boden in Palästina noch in arabischem Eigentum sei und in welcher Weise sich dieser Besitz auf siedelnde Eigentümer, Grundbesitzer und Gemeinschaftseigentum verteile. Minister Thomas antwortete, er werde eine entsprechende Information einziehen.— Auf Anfrage von Sir Perey Harris erklärte der Landwirtschaftsmnister Sir Walter Elliot, es seien keine offiziellen Vorkehrungen für eine Ausstellung von englischem Vieh im ^a^wen der landwirtschaftlichen Abteilung der bevorstehenden Tel-Aviver Levante-Messe getroffen worden. Der Abg. Ledde hatte an den Minister für, die Kolonien die Frage gerichtet, ob er die Behauptung nach» prüfen wolle, daß die Menge der aus den Wasserkräften des Tiberias-Sees gewonnenen Elektrizität den Erwartungen der Palestine Electric Corporation nicht entsprochen habe, und ob er untersuchen wolle, ob nicht die gleiche Energiemenge mit geringeren Kosten ohne Benützung des Wassers des Tiberias-Sees hätte gewonnen werden können. Minister Thomas erwiderte, er werde Erkundigungen einziehen. — Eine zweite Aufrage des Abgeordneten Leckie bezog sich darauf, ob trotz wiederholter Proteste die Entweihung des Tiberias- Sees durch Arbeiten der Palestine Electric Corporation fortgesetzt werde, ob jetzt am Ufer Dämme errichtet wurden, die den Zugang zu einem Teil des Sees verhindern, ob durch Hebung des Spiegels bis zu einem Meter über den Normalstand weite Gebiete in der Umgebung des Strandes, darunter der Christenheit heilige Stätten, überschwemmt werden würden. In seiner schriftlichen Antwort erklärte Minister Thomas, es sei ihm bekannt, daß an den Ufern des Tiberias-Sees Arbeiten zur Verhinderung der Wiederholung von Uebefschwemmungen durchgeführt werden. Er erwarte Bemerkungen des High Commissioner zu dem Vorschlag,* einen . unabhängigen Ingenieur zwecks Erstattung eines Berichtes über die Lage zu bestellen. Captain Strickland fragte den Minister für die Kolonien, ob im Hinblick auf die Ueberlastung des Hafens von Haifa, die teilweise auf die Anwesenheit von Kriegsschiffen, teilweise auf die dauernde Ausdehnung des Handels in Palästina zurückzuführen sei, die Möglichkeit des Ausbaues des J a f f a e r H a f e n 8 binnen kurzem geprüft werden würde. □□□DdaQBEHCDDB Scrmsi q g; e n 14.. M ärz 19 36 innnnni MÄRCHEN NAC M HCl Alt Veranstaltet vom Verband, der Judenstaatszionisfen In den ' Festsälen des „Continental". Die schönsten Gruppen und Kostüme werden prämiiert. Einzel- und Gruppenanmeldungen tägl. (ausgenommen Freitag» Samstag u. Sonntag) von 7«8 Uhr Im Verbandsheim, I, Werdertorgasse 14, Tel. U-27.4-87. Karten ä S 2.- in allen Sektionen und im Verbandsheim