Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 541 (28.2.1936)
- Date
- 1936-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 20 droschen Freilag/ den 28* Febtfnar 1916 16 Jahrgang Hr. 541 V. b* h* Zeitung vom Verleger versendet „Journal eipedie par t'editeur*1 R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 IAO, vierteljährig vierteljährig Jährig r" Mark 3, Schweis Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50« Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitätssir. 8, Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitag Toscamiu dirigiert in Palästina Aus New York (J. T. A.) : Bronislaw Huberjnan, der berühmte Geiger, der sich die Organisierung eines großen S'ymphoni. e- Orchesters in Palästina zur Aufgabe gemacht . hat, gibt bekannt, daß Arturo Toscanini,-der größte Dirigent der Gegenwart, am 24. Oktober 1936 das erste Konzert des palästinensischen Symphonie-Orchesters dirigieren wird. Toscanini, so teilte. Huberman ,weiter mit. hat .sich für die nächste Saison von seinen amerikanischen und anderen Verpflichtungen :gelöst,Vam dieser V.erpf lieh tun g in Palästin^a^chkommen zu können. -Er wird äußer dem Eröffnuhgsfestkonzert noch weitere Konzerte des SymphonieTÖrchesters in. Palästina diriT gieren. Der Entschluß' Tpscaninis,; diese; an ihn ergangene Einladung anzunehmen*,^Vöäg^e^''H^ einen M a r-k s t e i n sowohl im Kampf-gegen den N aXz i s-. mus als auch im Auf bau Palästinas. — jSSnustrintfuren mit [rgMaiser Soucrßtunn bent rettt itaiürKd?ert ö ft er r c t d)if d) eit ÜOHncralluciffet Arturo Toscanini hat bei verschiedenen Gelegenheiten seiner tiefen Sympathie für die leidenden Juden und seiner Entrüstung über die Vertreibung hervorragender jüdischer. Musiker .aus Deutschland Ausdruck gegeben., Im April 1933 ' erregte sein Fr.otesfr telegramm an H i tler ^wegen der Judenverfolgungen Weltaufme.rksamkeit. Im' gleichen Jahre wies er <fle Einladung, die Bayreuther Wagn er- F es tsp.i ele zu dirigieren, zum Protest gegen die. Verfolgung jüdischer Künstler und .Gelehrter zurück'. Seither meidet er Deutschland vollkommen. Skifahrer! -Polen Minus 20° / 3 Meter Sehnet, Sonne / Abfahrt: Sonnt, 1. M8rz Preis S 39.— Polnisshes Visum gratis Erstes Polnisches Veikehtsbüro v. . . , Reisebüro „FRANCOP©!." GERN G R O SS 111, Schwarzenbergplatz 7, vls-ä-vis dem . '.. Vit; MarlahUferstraße Nr.*42 polnischen Konsulat. Tel.U-16-4-i)0 .. , Tel., B-3$-2-6$ .; ... Pemoiis^s-aöiora gegen W^udiöpe nn Tel'Aviv Aus Tel-Aviv: Das Weihefest des Nationalmuseums in Tel-Aviv am 23. Februar wurde durch eine De mönstration gegen: den'zur Feier erschienenen •High Commissioner Sir Arthur Waüchope, der, von ,einer Menge mit „Nieder!"-Ruf en empfangen wurde,;ge,- stört. Sir Arthur schien sehr verärgert und befahl die Verlesung des Befehls zum Auseinandergehen, dem die Menge auch Folge leistete. Verhaftungen sind bisher nicht vorgenommen worden. Die Hauptredner bei der Feier waren der High Commissioner Sir Arthur Wauchope und Bürgermeister Maier D i z e n g o ff. Dtzengoff hat die Gelder zur' Errichtung des Gebäudes beschafft. Jüdischer Weltkongreß — August 1936 Paris, 25. Februar. (J. T. A.) In Paris tagte vom 22. bis 25. Februar die Plenarsitzung der Exekutive für den Jüdischen Weltkongreß. Teilnehmer aus Amerika, England, Polen, Frankreich, Tschechoslowakei, Griechenland, Spanien usw. waren anwesend. Zur Beratung waren auch Schalom Asch, Prof. Georg Bernhard und andere jüdische Persönlichkeiten als Gäste zugelassen. Eröffnet wurde die Session mit einem ausführlichen Bericht des Vorsitzenden der Exekutive Dr. Nahüm Goldmann über die Lage der Juden in der Welt. Er schilderte die über alle Maßen tragische Lage der deutschen Juden, die fange und immer noch nicht'enden wollende Kette der Unterdrückung und Verfolgung der Juden unter dem Nazi-Regime, verweilte dann länger hei der Schilderung der jüdischen Not in Polen und machte auch Hinweise auf die bedrohliche Lage der Juden in Rumänien. Dr. Goldmann machte auch Andeutungen ■ über direkte Verhandlungen mit maßgebenden Stellen in Sowjetruß Jand betreffend Regeneration der>russischen Juden« '.' •.*.......'. i Dr. Kubowitzky berichtete über die in den verschiedenen Ländern bereits getroffenen Vorbereitungen für den Jüdiscjhen -Weltkongreß und schlug folgende" von der ' Exekutive ausgearbeitete Tagesordnung des: Kongresses vor: -1.' Schaffung einer R e p r ä s e h tanz, d e s Judentums; 2. Kampf um politische und wirtr. schaftlich.©. Gleichberechtigung; 3.'.deutsche .Judenfrage; 4. Kampf g^gen^ all; \ .5.. wirtschaftlicher Wiederaufbau der Judenheit; ß. Demokratisierun g der philanthropischen jüdischen Institutionen; 7. Behandlung des Auswanderung sproblems; 8. Schaffung eines Fonds für alle jüdischen Hilfs- und Aufbauzwecke. Nach einer Diskussion wurde beschlossen, der Tagesordnung einen Punkt über die Rolle Palästinas imjüdischen Au Iba u anzufügen. und Stützmieder, als Resultat umfassenrlerJErfahrung u. Zusammenarbeit mit Aerztem Selcht, weich, kein Druck, kein Verschieben^ Beratung gerne unverbindlich:; '• FACHFIRMA BandnEien-rriTbolas&h WIEN, TABORSTR. 22 Schalom Asch hielt eine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache, die in dem Satz gipfelte: Die Juden müssen um ihre Rechte kämpfen, sonst verdienen sie sie nicht. Eingehend wurde über die Wahlordnung'zum Kongreß debattiert. Dr. Rosimarin, Warschau, und Dr. Schechtman von der N. Z. O. forderten' demokratische Wahlen überaU und erklärten, ohne 4eI»ökr a tische Wahlen sei die ganze Kongreßidee - tot. Schechtman sagte, falls der Wahlmodus nicht ganz deriTOkratisch sein sollte, behalten sich die Revisionisten die Teilnahme erst vor. Louis Lipsky als Vertreter;des American Jewish Congreß erklärte, demokratische-Wahlen würde» sich in Amerika nicht durc h f ti tyr e n ,1asson, dennoch wird die amerikanische Vertretung d^as Judentum der U. S.-A. repräsentieren. Die amerikanische Judenheit bedürfe keiner Lektion in Demokratie. Ihn unterstützte Schalom Asch, der erklärte, demokratische Wahlen würden nur die Richtnngsverschi&qib^iten im Judentum akzentuieren. Es wurde beschlossen, in allen Ländern, ausgenommen die Vereinigten Staaten Amerikas und jf wlä-' st Ina, die Delegiertenwahlen zum Kongreß nach demokratischem Modus vorzunehmen. Die Vertretender Palästina-Judenheit werden durch den Waad Leurai (Jüdischer Nationalrat) nominiert werden. Die Vorbereitungen zu den Delegiertenwahlen sollen schon im März dieses Jahres beginnen. Die Plenarsitzung der Exekutive beschloß, den Weltkongreß i m August 1936 abzuhalten. Louis Lipsky, New York, und M. H. Davis, London, kritisierten in der Schlußsitzung scharf die S i r - H e rbert--Samuel-Mission als ein Beispiel unorganisierter Initiative. Beide Redner erklärten, die Judenheiten ihrer Länder werden die Weltkongreßidee sehr unterstützen. Im Verlauf der Aussprache wurde auch die Frage erörtert, welche Haltung hinsichtlich David Frankfurters, dessenProzeß bald stattfinden wird, einge* nommen werden solle. NachÄmerikaratKochrKtthel I auf den Dampfern „QUEEN MARY". . „AQUITANIA". . ...... „BERENGAR1A" . . . . . . . „AQUITANIA" .... ....... „ttERtNGARIA" •;■. . . . . . 1. Abfahrt 27. MAI 1936 |§ . . . . . . . . ... 4. März . . . ..... . . .11. ' März =§ ........... 19. Mäiz .... * ... 26. März . CUNARD WHITE S7AR LT D. j WIENI,:KÄRNTNERRING4, TEL,U-42-0-43, U-46-2-48' | durch gefälschte $f reuzeätel Seit . mehreren Tagen findet man in zahlreichen Wiener Bezirken sogenannte Streuzettel, die auf weißem Grund einen blauen Magen David und den Aufdruck „Juden,;Hauft iiur'bei Glaubensgenossen!" zeigen. Man muß nicht gerade ein scharfsinniger Psychologe sein, um "zu erkennen, daß es sich hier um ein Falsifikat handelt, das mit einer bestimmten agitatorischen Absicht in die Welt gesetzt wurde. Denn würde irgend eine jüdische Stelle solch eine Parole ausgeben wollen, dann hätte sie sich nicht eines so krassen Mittels bedient, sondern die eventuellen Interessenten auf einem weniger auffälligen Weg von ihrer Absicht verständigt. Streuzettel haben den Zweck, den Kreis der zu Informierenden'möglichst weit zu ziehen, eine Aktivität vorzutäuschen, die Oeffentlichkeit zu alarmieren, also gerade den Zweck, dem die erwähnte unsinnige Parole absolut nicht dienen kann. Die Verfertiger und Verbreiter des Flugzettels „Juden, kauft nur bei Glaubensgenossen!" verfolgen mit ihrem Manöver nur das eine Ziel, den Wiener Juden durch Konstruktion eines jüdischen Wirtschaftsegoismus zu schaden, sie als eine Gruppe von Menschen hinzustellen, die sich bewußt auch auf dem Gebiet der „Konsumation" von den arideren Bürgern abschli'eßen wollen und so 'einen Staat im Staate bilden, der zu einer. — Gefahr werden müsse.' Es ist das beliebte Schlagwort von der Verschwörung der Juden gegen die ganze Welt: im Großformatdargestellt in den berüchtigten „Protokollen der Weisen von Zion", in Taschenformat auf den'jetzigen Wiener Flugzetteln. Hier dokumentiert sich aber auch die beliebte Methode der Hakenkreualer, sich feige hinter Fälschungen und Verleumdungen zu ver- •ptmm.twy .M IIHiQElEfluH Samstag, den 14 März 1936 inniTi ImKtKMWHHKR ÄRCHE M IgIaIL Veranstaltet vom Verband der Judenstaatszionisten in den Festsälen des «Continental". Die schönsten Gruppen und Kostüme werden prämiiert. Einzel- und Gruppenanmeldungen tägl. (ausgenommen Freitag, Samstag u. Sonntag) von 7-8 Uhr Im'Verbandshelm, I, Werdertorgasse 14, Tel. U.27-4»9,7. Karten ä S 2.— In allen Sektionen und Im Verbandsheim 53 l